2010 Yukon Quest Trail Blog 6

Januar 15, 2010 by  
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest

Wenige der Leute die diese Zeilen lesen, werden sich an Brad Brooks erinneren. Brad ist ein Kommunikationsspezialist der sein Geld zum grossen Teil mit Internetzugang ueber Satelitten verdiente als diese Variante des Internetzugangs in Alaska fast unmoeglich erschien. Er war einer der Ersten, die dem YQ halfen Photos und Videos von abgelegenen Checkpoints mit Telephonverbindung ins Internet hochzuladen. Ich schoss die ersten Photos und Videos. Er brachte die Internetverbindungen zu Stande.
Mile 101 war allerdings recht kompliziert, da der Satellit den er erreichen wollte nur 4 Grad ueber den suedlich gelegenen Huegeln von Mile 101 lag. Damit verbrachte er waehrend der ersten Versuche fluchende Naechte mit seinem Computer neben einem Holzofen und einer 12 Volt Batterie um alle 5 Minuten in einen eisigen -40C Sturm zu laufen und seine Satelittenscheibe um 3.75 Grad von Suden nach Suedwesten, Suedosten or hoch und runter zu drehen
Er murmelte die ganze Zeit lang unverstaendliche Zaehlen und ich fragte ihn damals ob ich ihm helfen koennte. Er antwortete kaum. Erst gegen 3 Uhr morgens brachte er den tief am suedlichen Horizont stehenden Satelitten dazu unsere E-mails anzunehmen. Zur selben Zeit fanden wir heraus, dass unsere 12 Volt Batterien weit mehr Energie hergaben wenn wir sie vom eisig kaltem Boden hoben und ein bischen anwaermten. Damals hatten wir noch keine Generatoren. Als wir vor seinem Computer standen und er schlussendlich erschoepft aber zufrieden laechelte, sendeten wir das erste Photo aus Mile 101. Natuerlich gab es viele Photos von anderen Checkpoints, aber Brad hatte es mit seinem eigenem Geld und seiner eigenen Ausruestung als Erster geschafft, Internet-Zugang fuer Mile 101 zu erschaffen.

Brad, der nun etwas aelter ist und dem sein Bruder letztens eine Niere geschenkt hat wird hoffentlich nach Mile 101 kommen. Er ist nicht nur ein guter Freund sondern hat damals die erste ‘live coverage’ eines Hundeschlittenrennes moeglich gemacht. Selbst der Iditarod hinkte zu diesen Zeiten weit hinterher. Es waren die Zeiten in denen wir ein schlecht angesehener ‘Dogdrop’ waren, gute Feten hatten, der Wind die Huetten schuttelte und wir einfach ‘unseren eigenen Mist’ machten. Letztlich hat man Brad einen Fuss amputiert. Es geht auch ihm nicht mehr so gut wie frueher. Er rief mich an: “Ich wuerde gerne nach 101 kommen. Ist das ok ?” Ich konnte das Zoegern in seiner Stimme lesen. Ich freute mich riesig ueber den Anruf:
“Brad, klar !!! Wir brauchen dich fuer Video uploads und weit mehr. Wann willst du hoch kommen ?”
“Sag mir wann ich kommen soll. Fuenf meiner Zehen werden auf jeden Fall nicht mehr kalt werden.” Er spricht damit den amputierten Fuss an. Seinen Humor hat er nicht verloren. “Geht’s dir ok ?” – Ja, eigendlich schon. Muss mich nur an die neue Prothese gewoehnen.” “Na, dann… Ein gutes Bett und einen gemuetlichen Stuhl haben wir solange du mit den Computern aushilfst.” Er lacht.
Falls wir wieder mal Video schnell auf’s Internet stellen wird es wahrscheinlich Brad’s Arbeit sein. Ich freue mich riesig auf Brad waehrend ich hoffe, dass Eric und Mike auch auftauchen werden. Darueber werde ich erst demnaechst berichten koennen.
Allerdings enthaelt diese Geschichte eine Lehre:
So toll der Titel ‘Checkpoint Manager’ auch klingen mag, er traegt keinerlei Wert ohne eine gute und erfahrene Crew auf die man sich verlassen kann.
(Fortsetzung):
Eric Cosmutto und ich werden wahrscheinlich dieses kommende Wochenende nach Mile 101 fahren um letzte Entscheidungen ueber Rastplaetze zu treffen und einen Teil des YQ Trails zu befahren. Josea und Greg (Renn-Koordinatoren) werden uns dort hoffentlich fuer eine Besprechung treffen.
Die Wettervorhersage spricht von -35 bis -42C. Nicht sehr angenehm aber ohne weiteres machbar.
Wir werden sehen….

Peter Kamper

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