Dallas Seavey gewinnt den Yukon Quest 2011

Februar 20, 2011 by  
Filed under Allgemein, yukonquest

Der Sohn des Iditarod Champions Mitch Seavey, Dallas hat am Mittwoch den Yukon Quest 2011 gewonnen. Der 23jaehrige fuhr zum ersten Mal das 1000 Meilen Rennen, was dieses Jahr im Yukon (Whitehorse) startete und in Alaska (Fairbanks) endete. Mit einem Vorsprung von nur 33 Minuten auf den ihm nachfolgenden Sebastian Schnuelle aus Deutschland, ist es eines der knappsten Finaleinlaeufe in der Geschichte des Yukon Quest. Seavey, der neben dem Mushing noch den Wrestling-Sport ausuebt, war die letzten Jahre zweimal in die Top10 des Iditarod gefahren. Fuer den Sieg erhaelt der 23jaehrige 28,395 US Dollar, das sind 18,93% der Gesamtgewinnsumme von 150.000$.

Der lange an der Spitze liegende Hugh Neff, der zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 10 Stunden auf seine Verfolger hatte, musste am Eagle Summit aufgeben. Mehrfach hatte er versucht bei schlechten
Wetterbedingungen ueber den beruechtigten Berg zu kommen, doch sein Hundeteam kehrte auf dem Weg jedesmal um. Der Musher aus Tok, der auch fuer den Iditarod 2011 gemeldet ist, musste mit ansehen, wie seine Konkurrenten dann an ihm vorbeifuhren. Zu diesen gehoerte Hans Gatt, der Titelverteigiger, bereits nicht mehr. Der Oesterreicher ist schon zuvor aus dem Rennen gegangen, da er sich Erfrierungen II Grades an den Fingern zuzog. Gatt war bis zur Brust an einem Overflow in Eiswasser eingebrochen und konnte seinen Schlitten nur mit, dem ihm nachfolgenden Musher, Sebastian Schnuelle aus dem kalten Nass ziehen. Schon frueher im Rennen war der viermalige Yukon Quest Champion auf fremde Hilfe angewiesen. Am American Summit, bei einem Blizzard, musste Gatt sich am Fusse des Berges in Schutz bringen und schaffte die Ueberquerung nur mit dem nach ihm fahrenden Brent Sass.

Insgesamt sind 12 Musher ausgeschieden – 13 Teilnehmer sind ins Ziel gekommen. Am Freitag ueberquerte, der Yukon Quest Neuling Hank DeBruin die Zielline in Fairbanks als Letzter.

Yukon Quest International Hundeschlittenrennen 2011 gestartet

Februar 7, 2011 by  
Filed under Allgemein, yukonquest

Puenktlich am Samstag den 5. Februar, ab 11 Uhr (Yukon Ortszeit) sind die 25 Teilnehmer des Yukon Quest International Rennens, vom Shipyard Park in Whitehorse aus, auf ihre 1.600 Kilometer lange Reise nach Alaska (Fairbanks) gegangen. Hunderte von Fans, Reportern, Angehoerigen, Helfern und Freunden saeumten die Strasse, die noch am Vortag mit extra Schnee, Absperrungen, Werbebannern und Vorrichtungen fuer die Presse praepariert wurde. Die Temperaturen betragen zur Zeit in Whitehorse -12 Grad Celsius. Angefuehrt wurde das Feld von der Yukon Quest und Iditarod Veteranin Kelley Griffin, ihr folgten dann Rookie Denis Trembley, Dallas Seavey, Michelle Philips und Mike Ellis. Als letzter Musher ging Cliff Warnke auf den Trail nach Braeburn.

Als Favorit gilt der Titelverteidiger und vierfache Yukon Quest Champion Hans Gatt aus Oesterreich. Der ebenfalls vierfache YQ-Gewinner Lance Mackey ist dieses Jahr nicht wieder angetreten.

Inzwischen sind die ersten Teams in Pelly Crossing eingetroffen. Weiterhin in Fuehrung und erster in Pelly, war Hugh Neff, der mit 13 Hunden fast eine Stunde vor dem Titelverteidiger Hans Gatt ankam. Knapp zwei Stunden spaeter, durch 10 Minuten getrennt, trafen dann Ken Anderson und der YQ-Rookie Wade Marrs in der Selkirk First Nation Siedlung ein.

Weitere Infos unter http://www.yukonquest.info

2011 Yukon Quest Trail Blog 2

Februar 3, 2011 by  
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest

Waehrend Sui wohl noch im Flieger sitzt fuhren einer der Direktoren des Yukon Quest, eine freiwillige Mithelferin, eine Radioreporterin, der Photograf der Fairbanks Tageszeitung , eine Tieraerztin des YQ mit zwei Autos aus Fairbanks los um das 900 km entfernte Whitehorse zu erreichen. Nina Hansen, die Tieraerztin, John Wagner, der Photograf und ich teilten uns eines der Autos des YQ. Es ist immer wieder wunderschoen, die Strecke zu fahren.

Nina Hansen – die Tieraerztin, so hatten wir uns geeing, wuerde die ersten 450 km im Morgengrauen und bis in den fruehen Nachmittag hinein bis zur kanadischen Grenze fahren. Sie fuhr den typischen Stil einer erfahrenen Alaskanerin mit einigen etwas gewagt angefahrenen Kurven auf der eisigen Strasse , einer Durchschnittsgeschwindigkeit die ungefaehr 10% ueber der erlaubten Hoechstgeschwindigkeit des Alaska Highway lag … und tat dies teilweise mit ihrer Tasse Kaffe in der rechten Hand. Manchmal habe ich einfach weg geguckt wenn sie Kurven anging, aber der Photograph der Fairbanks Tageszeitung lenkte mich mit Fragen ab. Er war noch nie auf dem YQ Trail gewesen und war sehr gluecklich ueber seine erste Chance das Rennen mit zu verfolgen.
Allerdings stiegen die Temperaturen, die in Fairbanks noch um gemuetliche -10C gelegen hatten schon nach den ersten 200 suedoestlich fuehrenden Kilometern auf +3 Grad an und die Strassen wurden glatter, obwohl die Reifen gut griffen. Wir hatten dies nicht erwartet. An der kanadischen Grenze hielt uns die Beamtin nur kurz auf: “Vielen Dank fuer die Paesse. Alles klar. Im Augenblick tobt Richtung Whitehorse in den Bergen ein Schneesturm und in den Niederungen regnet es. Der Regen friehrt auf der Strasse, passt also auf. “Ok”, meinte Nina: “Du bist dran mit fahren.” Es ist immer erstaunlich wieviel es aus macht ob man Beifahrer ist oder selbst hinter dem Steuer sitzt. Ploetzlich war sie es, die etwas nervoes war obwohl sich mein Fahrstil von ihrem in keinster Weise unterschied.

Als die Nacht einbrach, waren wir immer noch ueber 250 km von Whitehorse entfernt. Sturmboehen wurden ploetzlich neben dem Schneegestoeber zum groessten Problem und trieben das 120 km/h fahrende Auto gegen die Lenkung ploetzlich zu manchen Zeiten weit bis ueber den Mittelstreifen der Strasse. Schlussendlich, als es anfing durch das Schneegestoeber auch noch zu regnen und ich die Scheibenwischer anstellen musste, fuhr ich doch etwas vorsichtiger. Immerhin ist die erlaubte Hoechstgeschwindigkeit nur 90 km/h. Ich hielt mich also vorsichtig um 100 km/h. Nina war bis zu 130 km/h gefahren. Wir waren alle froh als wir schlussendlich nach einigen Kaffepausen und 11 ½ Stunden in Whitehorse ankamen und ich meine verkrampften Finger vom Lenkrad loeste. Keine Elche auf der Strasse und die paar etwas haarigen Augenblicke, die wir beide als Fahrer gehabt hatten waren zu unseren Gunsten ausgefallen.

In der Stadt reihte ich mich erst zweimal falsch ein und fuhr dann an auf der Suche nach dem Hotel in dem alle Mitglieder des YQ hausen an der falschen Abzweigung ab. “Also auf der Landstrasse bist du ja echt gut, aber als Stadtfahrer taugst du wirklich nichts”, meinte die vegetarische Tieraerztin mit kritisch laechelnden Augen waehrend sie entspannt an ihrem Studentenfutter kaute. Wir hatten wirklich Spass gehabt.

Alle offiziellen Mitarbeiter des YQ werden nomaler Weise in einem sehr guten Hotel in Whitehorse, dem High Country Inn, untergebracht. Dieses Hotel sponsort das Yukon Quest. Als die Tieraerztin und ich mit unserem Gepaeck in die Eingangshalle liefen, standen dort aus Zufall auch gleich ein paar andere Tieraerzte, Rennrichter und Mitarbeiter. Wir wurden beide mit grossem Hallo, vielen Umarmungen und Handschlaegen emfangen. Schon zwei Minuten spaeter befand ich mich in Diskussionen. “Kann ich das Auto erst mal auspacken ?”, fragte ich. Es fuehlte sich fast so an, als waere der letzte Musher des 2010 Rennens erst gestern ueber die Ziellinie gelaufen und wir wuerden alle gleich wieder von vorne anfangen.

Ich freue mich auf Sui.
Viele Mitarbeiter des Quest kennen ihn und sind freudig erstaunt, dass er jetzt wirklich in die ‘Yukon Quest Family’ eintritt, die ‘offiziell’ dem Trail folgt.
YEAH !!! Let’s do it.
Peter