Rohn Buser gewinnt das Kuskokwim 300 2012

Januar 23, 2012 by  
Filed under Allgemein, Kusko300

Der Sohn des mehrmaligen Iditarod Champions Martin Buser hat ueberraschend das diesjaehrige Kuskokwim 300 Rennen gewonnen. Der 22jaehrige hat sich gegen seinen Vater sowie Iditarod und Yukon Quest Gewinner, wie Lance Mackey, John Baker und Veteran Musher Ramey Smyth, Aaron Burmeister, Paul Gebhardt und Ken Anderson durchgesetzt.

Rohn war auch der erste der am Samstag Kalskag vor Gebhardt erreichte. Doch der Iditarod Veteran brauchte 13 Minuten weniger im Checkpoint und war dann als Erster wieder auf der Rennstrecke. Lance Mackey war noch vor dem aktuellen Iditarod Champion John Baker in Kalskag angekommen verlor aber auch seinen Vorsprung im Checkpoint.

Das Rennen war am Freitag mit 16 Teilnehmern in Bethel gestartet. Ein Musher hatte das Rennen bereits vorzeitig beendet.

Das kuerzere Bogus Creek 150 Rennen gewann zum ersten Mal eine Frau. Die aus Bethel stammende Jennifer Peeks setzte sich sechs Konkurrenten durch. Ray Nose gewann zum zweiten Mal hintereinander das 30 Meilen Rennen Akiak Dash

Top5 (Kusko300):
1. Rohn Buser
2. John Baker
3. Paul Gebhardt
4. Richie Diehl
5. Lance Mackey

(Zehn weitere Musher sind noch auf der Strecke)

Rohn Buser gewinnt das Kusko300 (c)

2012 Yukon Quest Trail Blog 8

Januar 20, 2012 by  
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Von Mike habe ich noch nichts gehoehrt, aber als wir zum letzem Mal telefonierten meinte er als erstes: “Jetzt habe ich Motoroel am Ohr.” – “Was ?”, fragte ich erstaunt. Immerhin war es das erste Mal, dass mich jemand mit diesen Worten am Telefon begruesste. Ich hoerte ein paar fluchende Worte im Hoehrer bevor er weiter sprach: “Ich hatte grade einen Plastikbecher mit altem Motoroel in der Hand den ich ueber’s Holz in meinem Holzofen kippen wollte und jetzt ist beim Buecken mein verdammtes Handy aus der Brusttasche genau in den *%$#@ Becher gefallen.” – “Es funktioniert noch ?”, fragte ich waehrend ich leicht verwiirt versuchte den Vorfall nachzuvollziehen. Seine Antwort war eher bissig: “Anscheined ! Wie koenntest du sonst mit mir reden ?” – “Ah…”… ich suchte nach einer intelligenten Antwort , gab aber wohlweisslich nach mehreren Sekunden auf. “Lass mich das Ding mal abwischen”, meinte Mike schliesslich. Kurze Zeit spaeter war er wieder am Telefon: “Na, vielleicht ist das &^%#@ Ding jetzt ja wenigstens wasserdicht…”, grummelte er. “Ok, wie siehts bei dir aus, Peter ?” Immer wieder bewundere ich Mike’s ruhige und positive Einstellung zum Leben. Er ist ein grosser Teil dessen was Mile 101 zu dem macht was es ist.

Auf Grund der Temperaturen um -40 mit Windboeen von bis zu 50 km/h ist Mike noch nicht nach Mile 101 gefahren. Allerdings erhielten wir Infos von Motorschlittenfahrern die im Augenblick den Trail des Rennens zwischen Chena Hot Springs und Circle legen:
Alle vier leer stehenden Huetten des Mile 101 Checkpoints Checkpoints sollen sauber und in guter Verfassung sein obwohl wie vermutet kaum noch Holz vorhanden ist um die Huetten zu heizen und die Trailbreaker ihr eigenes Holz brachten. “Trotz grosser Schneefaelle sind die Gipfel von Rosebud und Eagle Summit auf Grund der heftigen Stuerme fast kahl gefegt”, meinte einer der Motorschlittenfahrer. “Wir versuchen den Schnee der dort oben noch liegt mit unseren Maschienen zu komprimieren damit er bleibt, aber das ist alles was wir im Augenblick tuen koennen.”

Nun, … an solchen Dingen laesst sich wenig aendern. Aus unerforschten Gruenden bot der bisherige Winter zwar gute Schneefaelle aber auch extrem tiefe Rekord-Temperaturen sowie ungewoehnlich starke Stuerme. Waehrend ich dies schreibe sind es immer noch -30 C in Fairbanks. Die Crew des Checkpoints hat sich zusammengefunden und wir hoffen natuerlich auf besseres Wetter fuer das Rennen, bereiten uns aber wie immer auf das Schlimmste vor. Ein interessanter Punkt fuer uns werden dieses Jahr die neuen Regeln des YQ sein. Musher muessen entweder in Mile 101 oder Central – je nach Wunsch- fuer 4 Stunden rasten. Diese Rast (layover) muss beim Eintreffen im Checkpoint angemeldet werden. Falls dies beim Eintreffen nicht angemeldet wird und der Musher 4 Stunden bleibt, gilt dies nicht als offizielle Rast. Allerdings kann der Musher die offizielle Rast anmelden und spaeter absagen (frueher los fahren) um sie dann in Central erneut anzutreten. Waehrend der 4-stuendigen Rast soll auch der Zeitunterschied der Startdifferenz bereinigt werden. Wir werden unsere Haende also voll mit Regeln und Mathematik haben. Gluecklicher Weise sind dafuer unsere Computergurus Kevin und Sterling zustaendig, die dieses kleine Problem zwischen Funkgeraeten und Computern vergraben sicherlich ohne Probleme loesen koennen….. Wir muessen nur herausfinden wie wir am Besten bis zu 30 Teams mit 400 Hunden im Schnee parken und genuegend Wasser fuer diese schmelzen… und hoffentlich jeden Musher mit Speise und Trank versorgt bekommen …

Peter

2012 Yukon Quest Trail Blog 7

Januar 20, 2012 by  
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Mike Bowman rief mich gestern an und meinte, dass er heute hoch nach Mile 101 (160km) fahren wird um mal nachzugucken wieviel Feuerholz dort noch vom letztem Rennen liegt. Wir hinterliessen damals ein paar Festmeter Holz. Kariboujaeger benutzen die Huetten oft im Herbst und Winter und bringen – entgegen alaskanischer Tradition – meist kein eigenes Feuerholz mit. Wir muessen natuerlich vor dem Rennen herausfinden in welchem Zustand die verlassenen Huetten sind.

Im Augenblick kann ich Mike nicht erreichen, las aber grade den neusten Wetterbericht: 5 cm Schneefall mit bis zu 50 km/h Winden. Schneewehen mit Sicht auf den beiden Gipfeln vor und nach Mile 101 auf Null sinkend (12-Mile Summit und Eagle Summit). Obwohl Temperaturen im Augenblick um -10 C liegen sollen diese gleich nach dem Sturm morgen auf -38 C fallen. Ein Auto in soch einer Temperatur zu starten ist ohne Strom und spezielle Ausruestung (Propan und einen Brenner unter dem Auto) fast nicht moeglich. Falls Mike wirklich gefahren ist wird er schon vernuenftig ausgeruestet sein, aber das oben erwaehnte Wetter ist fuer den Checkpoint einschliesslich der Stuerme und teilweise geschlossenen Paessen eher typisch.
Ich bin mal gespannt wie es am 5.Februar aussehen wird.

Die gute Nachricht:
Falls der Himmel klar ist, werden wir ‘fast’ den Vollmond geniessen koennen wenn Musher in Mile 101 eintreffen. Bei klarem Himmel ist der Vollmond so gross und so hell, dass man um Mitternacht Zeitung lesen kann.

Copper Basin 300 2012 abgebrochen

Januar 17, 2012 by  
Filed under Allgemein, CB300

Ein Tag nach dem Start ist das Copper Basin 300 Rennen Opfer der aktuellen extremen klimatischen Verhaeltnissen in Alaska geworden und abgebrochen worden. Der Streckenabschnitt zwischen Meilers Lake und Sourdough sei nach Auskunft des Race-Marschalls Greg Parvin bitterkalt, sehr windig und mit ungewoehnlich viel Tiefschnee gesegnet gewesen.

Auf dem Weg nach Sourdough sei es auch den Schneemobilfahrern nicht mehr gelungen einen Trail zu brechen. Zuvor waren die Teilnehmer auf diesem Abschnitt nicht mehr weitergekommen. Die Hundeschlittenfuehrer, Handler und Rennoffizielle kehrten dann nach Maiers Lake zurueck und entschieden das Rennen abzubrechen. Alle Beteidigten, Helfer, Musher, Fans und Veranstalter seien ueber den Abbruch entaeuscht gewesen, haben aber die Entscheidung, die fuer die Gesundheit der Hunde und Musher getroffen wurde, verstanden und akzeptiert.

Zum Zeitpunkt des Abbruchs, war der Titelverteidiger Jake Berkowitz in Fuehrung, jedoch der mehrfache CB300 Champion Allen Moore mit der schnellsten Zeit eigentlich Erster.

51 Teams waren gestartet, darunter auch die aus Deutschland stammenden Musher Gerry Willomitzer und Sebastian Schnuelle.

Copper Basin 300 startet heute mit 53 Teilnehmern

Januar 14, 2012 by  
Filed under Allgemein, CB300

Jake Berkowitz wird dieses Jahr nicht die Gelegenheit haben seinen Titel gegen Lance Mackey zu verteidigen, da dieser nicht fuer das diesjaehrige CB300 gemeldet ist. Noch vor einer Woche waren sich die Konkurrenten beim Knik200 begegnet und Lance Mackey war als Erster ueber die Ziellinie vor Berkowitz gefahren, doch spaeter wurde die Gesamtzeit zusammengerechnet und Berkowitz zum Sieger erklaert.
Neben diesen Champions sind auch die ehemalige Gewinner des Yukon Quest John Schandelmeier, Aliy Zirkle, Sebastian Schnuelle und Sonny Lindner sowie der Iditarod ChampionMitch Seavey gemeldet.

Fuer den aus Deutschland stammenden Sebastian Schnuelle ist es das erste Rennen nach seinem erklaerten Ruecktritt 2011 vom Hundeschlittenrennsport. Er wird ein Team von Gerry Willomitzer fahren, wie auch in ein paar Wochen beim Yukon Quest 2012.

Die ca. 270 Meilen lange Strecke fuehrt in einem Rundkurs von Chistochina uber Paxson Lodge, Meiers Lake Roadhouse, Wolverine Lodge und Glennallen wieder zurueck nach Chistochina. Das Rennen kann dieses Jahr ueber einen Radio- und VideoStream live verfolgt werden.

Insgesamt sind 53 Musher gemeldet, hauptsaechlich ehemalige und zukuenftige Yukon Quest Teilnehmer.

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Berkowitz gewinnt chaotisches Knik200 2012

Januar 12, 2012 by  
Filed under Allgemein, Unc.

Als erster kam der mehrmalige Yukon Quest und Iidtarod Champion Lance Mackey nur Minuten vor Jake Berkowitz ins Ziel, doch er wurde nicht der Gewinner des Knik200 2012 Rennens. Noch auf der Zielline fuehlte sich Mackey als Gewinner und streckte beide Arme in die Luft – begruesste spaeter Jake Berkowitz – aber innerhalb von Minuten war klar, dass dies nicht das Endresultat war. Nach einer Stunde wurde von den Rennoffiziellen bekanntgegeben, dass noch kein Gewinner festehe. Dann wurde Jake Berkowitz als Champion ernannt, mit der falschen Erklaerung; Lance Mackey haette eine Drei-Minuten Zeitstrafe, fuer das Nicht-Auschecken in Skwentna erhalten. Zu diesem Zeitpunkt war die Verwirrung perfekt und die Entscheidungen wurden besonders auf Facebook diskutiert. Spaeter gab die Rennleitung bekannt, das Lance Mackey keine Zeitstrafe erhalten habe, sondern Berkowitz auf Grund der gesamten Zeit auf der Rennstrecke schneller war. Als Grund fuer die unterschiedlichen Zeiten wurde der Zwei-Minuten Abstand beim Start genannt. Dieser sollte auf der Strecke aufaddiert werden, wegen der starken Schneestuerme und der daraus resultierenden Kommunikationsprobleme in Skwentna, war dies
erst spaeter moeglich.

Top10:

1 Jake Berkowitz
2 Lance Mackey
3 Ray Redington
4 DeeDee Jonrowe
5 Trent Herbst
6 Ken Anderson
7 Mike Santos
8 Clint Warnke
9 Seth Barnes
10 Jason Mackey

knik 200 2012

2012 Yukon Quest Trail Blog 6

Januar 12, 2012 by  
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Waehrend eines Besuches im Quest-Buero traf ich aus Zufall allerdings ‘Mike’, den Trailmanager der alaskanischen Seite des Rennens. Mike ist ein sehniger Mann um die 45 mit blitzenden Augen und kargen Worten, der saemtliche Trailbreaker auf dieser Seite des kanadisch/alaskanischen Grenze leitet. Wir begruessten uns mit Handschlag und der seinige war solide und fest, was heutzutage selten ist. Es gab also keinen Grund um den heissen Brei herumzureden: “Mike, ich brauche jemanden mit einer guten Maschiene und Erfahrung in 101. Muss ich da selber suchen oder kannst du einen deiner Jungs abstellen ?” – “Der Trail bis Circle sollte bis dahin gut markiert sein. Wie waer’s wenn ich persoenlich bei euch bleibe und die Crew einfach voraus schicke ?” Er zuckte mit den Schultern. “Falls das Wetter gut ist werde ich sicher vor dem letztem Team weg sein, aber ansonsten bleibe ich dann bei euch und fahre danach bis Circle durch um die Crew zu treffen.” “Falls du selber bleibst wuerdest du mir eine Menge Sorgen ersparen!”, meinte ich. – “Ich bleibe fuer 24 Stunden bei euch und schicke die Crew vor…”.
Ein Problem hatte ich nun geloest. Etwas besseres als einen erfahrenen Motorschlittenfahrer der persoenlich den Trail ueber Eagle Summit gelegt und fuer Wochen neu ueberarbeitet hat kann man sich im Notfall fuer Mile 101 nicht vorstellen. Es sein denn man haette zwei davon.

Vorgestern kamen Eric Cosmutto und seine Frau Jan vorbei. Jan hat mehrere Hundeteams und die beiden hatten sich in Mile 101 in 2010 getroffen, sich verliebt…. und so wurde Eric im letztem Jahr nicht nur zum Ehegatten sondern auch zu einem Musher…. obwohl ich denke, dass er seinen Motorschlitten immer noch bevorzugt. Wie sich im Gespraech herausstellte, wird ein Bekannter der Beiden das YQ300 angehen und sie werden beide als Handler den Trail bis Circle fahren. “Och…”, meinte ich, “dann kannst du ja auch deinen Motorschlitten mitbringen. Nur so im Falle eines Falles…”.
“Jaaaa….”, meinte er zoegernd auf die beste aller Ehefrauen guckend, “… eigendlich sollte das kein Problem sein.” “Toll !”…fuegte ich ihm hinzu bevor weitere Bedenken aufkamen: “Da du als Handler in 101 eh nichts tuen kannst solltest du dann hoch auf Eagle Summit fahren und Teams filmen. Vielleicht Sebastian …oder so?” Er zoegerte immer noch ein bischen: “Das wuerde auf’s Wetter ankommen,” meinte er. (Ha, jetzt hatte ich ihn…. ) Eric wird also wahrscheinlich ebenfalls – zumindest fuer Notfaelle – wieder in 101 auftauchen.

Zu guter letzt erhielt ich heute abend einen Anruf von Mike Bowman. Bevor er wirklich zu Worte kam unnterbrach ich ihn: “Gehst du mit deinem Team auf’s YQ300 oder nicht ?” – “Mein Arm ist komplett verheilt aber ich habe die Hunde nicht lang genug trainieren koennen. Nein, ich fahre das Rennen nicht.” – “Kommst du nach 101 ?”, fragte ich sofort nach…
“Natuerlich, deshalb rufe ich an….”

Wir fachsimpelten fuer eine gute Stunde wie wir 30 Teams dort draussen unterbringen koennen, wieviele Schlafmoeglichkeiten wir fuer Musher haben und wie wir genuegend Wasser fuer fast 400 Hunde (einschliesslich des YQ 300) aus geschmolzenem Schnee gleichmaessig warm halten koennen. Immerhin muessen die Musher des YQ 300 zumindest 2 Stunden bei uns Rast machen und die Langstreckenmusher des YQ 1000 koennen auch ihre 4-stuendige Zwangsrast bei uns einlegen. Wenn man nun zwei kleine Fuetterungen berechnet muss eine Menge Schnee geschmolzen werden. Aber so kompliziert will ich es garnicht machen. Dies sind kleine Details die waehrend des Rennens ausser fuer Musher, Hunde und Crews keinerlei Bedeutung spielen. Ich bin einfach gluecklich, dass wenn auch mit Verzoegerung ein Grossteil des Kernes von Mile 101 zurueck kehren wird.

Es gibt drei neue Mitglieder der Crew die ich spaeter vorstellen werde. Mike wird diese Woche auch mit einem Freund 16o km nach Mile 101 fahren um zu sehen wie es um die Huetten herum aussieht und ob der Holzvorrat den wir nach dem letztem Rennen hinterlassen haben noch da ist.

Ueber all dies und mehr werde ich allerdings spaeter berichten…

2012 Yukon Quest Trail Blog 5

Januar 12, 2012 by  
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Insgesamt hatten wir ein wirklich gutes Gespraech an jenem Abend in Ivory Jack’s, der Kneipe ausserhalb von Fairbanks im Goldstream Valley die uns jaehrlich mit Lebensmitteln unterstuetzt. http://ivoryjacks.alaskansavvy.com/
Mr. Elsworth, der Besitzer setzte sich kurz zu uns und meinte in seiner trockenen Art: “Gut euch zu sehen. Was braucht ihr an Essen fuer 101. ?” Fuer das Essen in Mile 101 sind meine Frau Kelly und Georgeanne Hampton zustaendig. 24 Stunden an einem Stueck etwas leckeres zuzubereiten ist eine Kunst die frueher ein gewisser Herr Rainer Fischer als Miarbeiter perfektionierte. Heutzutage bereiten die beiden Damen das Essen in Mile 101 zu. Deren lange Diskussionen, Gewuerz und Lebensmittellisten sind etwas in das sich selbst ein Checkpoint Manager nicht einmischen sollte. (Ich habe es versucht, deshalb die Warnung.)

Wir sagten also nichts als Herr Elsworth sich zu uns setzte, waehrend die beiden Damen erklaerten, dass ihre Liste noch nicht vollstaengig sei. “Ich weiss nicht ob ihr das gebrauchen koennt”, meinte er, “aber ich kann euch 36 vorgekochte Seiten Ferkelrippchen in Barbeque Sosse besorgen.” Dies hoerte sich natuerlich lecker an. Die Damen sagten zu. Allerdings werden diese wohl an Musher gehen. Ueber 200 Eier, Brot und ca. 20 kg gebratenen Speck die Ivory Jack’s uns normaler Weise mit gibt werden uns auch munden. Es war ein gutes Treffen und hoffentlich ein gutes Zeichen fuer Mile 101.
Selbst der neue Race Manager Josh Horst kam vorbei, trank ein Bier mit uns und versprach die auf unserer Liste eingetragenen Dinge wie Benzin, Generatoren, Ofenholz und weiteres fuer uns zu besorgen. Er schien gluecklich zu sein mit kompetenten Leuten wie Mike Bowman, Kevin Abnett und auch mir zu reden. Auch Josh Horst hat langjaehrige Trailerfahrung und es war gut Loesungen mit gegenseitigem Verstaendnis und Respekt zu finden.

Am Ende des Abends nahm ich damals Mike Bowman bei Seite und meinte: “Mike, ich freue mich so sehr dich im Rennen zu sehen, aber du wirst uns verdammt nochmal fehlen.” – Er guckte erst seinen Arm an und dann mich:”Wir werden sehen was passiert, Peter. Allerdings habe ich nun nur noch 8 Wochen um die Hunde zu trainieren und ich weiss nicht ob dies genug Zeit ist. Rosebud Summit und Eagle Summit sind nicht so einfach wie es sich Leute vorstellen.” Er guckte mir in die Augen und lachte:” … und nach so vielen Jahren in 101 sollten wir dies eigendlich wissen, hm ?”

Danach vergingen mehrere Wochen in denen ich nur kurze Gespraeche mit der Crew hatte. Der Verlust von Eric Cosmutto, unseres Mile 101 Notfall-Motorschlittenfahrers (Mile 101 senior trail & rescue manager ) der schon mehreren Teams ueber die Jahre geholfen hatte, traf mich immer noch. Er wollte sich allerdings ein Jahr frei nehmen…. und hatte grade geheiratet. Mile 101 hat seit 2001 jedes Jahr zumindest einen wirklich erfahrenen Wildnismotorrschlittenfahrer mit einer hervorragenden Maschiene. Dies hat sich ueber die Jahre auch bewaehrt und wird von der Rennleitung heutzutage praktisch erwartet obwohl die meisten Checkpoints dies nicht haben. Man kann Motorschlittenfahrer ueberall in Alaska finden. Wie ein hervorragender Trailbreaker des YQ vor Jahren allerdings so treffend meinte: “Du findest gute und erfahrene Fahrer mit alten und kleinen Motorschlitten. Dann findest du unerfahrene Besitzer von hervorragenden 12.000 $ Motorschlitten die man eben braucht um solche Trails unter wiedrigen Umstaenden zu befahren. Die einen haben die Zeit zum fahren und sammeln die Erfahrung, die anderen muessen arbeiten um das Geld fuer’s Spielzeug zu verdienen, haben aber keine Zeit es wirklich zu benutzen. Beides gemeinsam – wirklich erfahrene Wildnisfahrer und hervorragende Motorschlitten die fuer extreme Konditionen geignet sind – sowas findet man selten.”

2012 Yukon Quest Trail Blog 4

Januar 12, 2012 by  
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Hm…,
ich habe diesen Thread nun Mal begonnen und werde ihn damit wohl auch weiterfuehren. Es gab ueber die letzten Monate einiges zu berichten, aber die Aenderungen, Vorschlaege, Ideen und Schicksalsschlaege liefen in einem Tempo ab das sich schwierig beschreiben liess.
Natuerlich hat sich inzwischen – wie immer – fast alles geaendert und ich werde versuchen dies zusammen zu fassen.
Dough Grilliot, den ich als wuerdigen und sehr erfahrenen neuen Leiter des ‘dog yards’ in Mile 101 ansah nachdem Mike Bowman das YQ 300 fahren wollte, sagte mir ploetzlich ab: ” Tut mir Leid, Peter. Man hat mich gebeten das YQ 300 als Race Marshall zu leiten. Wenn ich in Mile 101 bin koennen ich und meine Rennrichter aber sicherlich helfen.”
Was zum Teufel…., war ploetzlich jeder mit dem YQ 300 beschaeftigt ? Sein Angebot war lieb gemeint und ich wusste, dass jeder mithelfen wuerde. Allerdings ist es nicht unsere Angewohnheit Race Marshalls als Helfer zu heuern. Deren Arbeit ist schwierig genug…., und man hat ja auch seine Ehre.
———
Kurz vor Weihnachten arrangierte ich ein Treffen der gesamten Crew und lud natuerlich auch Mike und unseren langjaehrigen hocherfahrenen Motorschlittenfahrer Eric Cosmutto ein obwohl sie dieses Jahr nicht teilnehmen wuerden. Wir brauchten deren Wissen und Erfahrung.
Eric musste absagen, da er ein Motorboot in einem Hafen an der Kueste in Seward hatte und dort mehr als drei Meter Schnee gefallen war. Er musste zu seinem Bott fliegen und Schnee schaufeln. (Ich bin ueberzeugt, dass dies fuer ihn seiner Frau gegenueber eine tolle Ausrede war mal wider ans Meer zu kommen… )
Mike allerdings kam und so kamen auch unsere Kommunikations-Gurus Kevin Abbnet und Sterling Muth und andere.
Was mir zuerst auffiel war die Tatsache, dass Mike’s linker Unterarm komplett bandagiert war. “Was ist dir denn passiert ?” – Ich bin im Dunkeln auf einem Bleistift ausgerutscht und mit dem Unterarm auf den heissen Holzofen gekommen.” Er hatte Verbrennungen 3.Grades. – “Tja, Peter… Im Augenblick kann ich meine Hunde nicht trainieren. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das YQ 300 fahren kann. Falls nicht bin ich in 101.”
Ich bot ihm Hilfe und Medikamente an, aber er wollte davon nichts wissen und damit wendeten wir uns den Vorbereitungen zu.

Kevin Abnett hatte gleich die naechste ‘gute’ Nachricht fuer mich. Er hat ein Jahr mehr in Mile 101 ‘gedient’ als ich und wir haben alle Zeiten von reinem Funk mit Batterien ueber die ersten Internetverbindungen bis hin zu ‘uploads’ von Filmmaterial auf Youtube gemeinsam durchgemacht. Ich habe dort als Manager seit 16 Jahre ‘gedient’, er 17 Jahre als Funker.
Wir arbeiten alle eigendlich einfach zusammen, aber als das Yukon Quest eine Liste der freiwilligen Mile 101 Mitarbeiter wollte, liessen wir uns nicht lumpen. Wir erfanden eins Nachts bevor die ersten Teams eintrafen fuer jeden langjaehrigen Mitarbeiter einen Titel.
Kevin ist offiziell der “Senior Checkpoint Communications Manager’.
“Wir schiessen am 7.Februar einen Wettersatelitten ab und am 5.Februar kommen die Jungs von NASA um sich alles anzugucken,” meinte Kevin waehrend des Treffens.
Wie schon oft erklaert, ist er eine Art Daniel Duesentrieb.
“Ich dachte du haettest dich zur Ruhe gesetzt”, sagte ich bissiger als gemeint. Immerhin hatte Kevin sich von der Universitaet getrennt nachdem er deren Roboter-Technik Program gefuehrt hatte. Kevin laechelte und zuckte mit den Schultern: ” Naja, … so kleine Seitenjobs zahlen fuer’s Essen.”
Allerdings beschwichtigte er mich:” Wir regeln alle Technik in 101 fuer’s Internet am Freitag und abends kann ich ueber’s Wochenende immer noch hochfahren. Die Raketenabschussbasis ist ja nur 120 km entfernt.”
Dazu muss gesagt werden, dass Sterling Muth, der seit 3 Jahren mit Kevin in 101 arbeitet auch ein hervorragender Programmierer, Funker und Elektroniker ist. Nun gut…. Technik und Internet sowie Funk sollten also geregelt sein…

Lance Mackey fuehrt das Knik200 Feld an

Januar 8, 2012 by  
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Das jedes Jahr am ersten Wochenende im Januar stattfindene Knik 200, war gestern am Knik See im MatsuValley gestartet. Die Strecke fuehrt auf dem beruehmten Iditarod-Trail entlang und war nach Angaben vieler Musher dieses Jahr besonders gut prepariert, da es keinen Schneemangel, wie in den letzten Jahren gab.

Das Rennen gilt als ein Qualifikationsrennen fuer den Yukon Quest und das Iditarod. Aber auch viele Veteranen nutzen das 200 Meilen Rennen als erstes Test. So sind auch dieses Jahr viele namhafte Musher vertreten: Lance Mackey, Martin Buser, DeeDee Jonrowe, Aaron Burmeister sowie Ken Anderson und Ray Redington Jr.

Lance Mackey war auch der Erste, der Yenta Station erreichte und seine sechsstuendige Rast begann. Gefolgt von Jake Berkowitz, DeeDee Jonrowe, Ray Redington Jr. und Mike Santos.
Insgesamt waren 38 Hundeschittenfuehrer mit ihren Teams auf die Strecke gegangen.