2012 Yukon Quest Trail Blog 9

Februar 2, 2012 by  
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Hallo Freunde des Yukon Quests und die es werden wollen. Bin vor gut einer 1/2 Std. in Fairbanks angekommen, nachdem ich gestern Nachmittag erst gegen 15 Uhr von Whitehorse aufgebrochen bin. Ich beschloss daher in Destruction Bay eine Nacht zu schlafen. Die Fahrt dorthin war einfach traumhaft, die Sonne zeigte sich immer mal wieder und zauberte die schönsten Pastelltöne an den Himmel. Immer wieder hielt ich kurz an um ein paar Fotos zu machen. Gegen 18.30 Uhr checkte ich dann im Talbot Motor Inn ein. Hatte ich mir doch vorgenommen endlich den verpassten Schlaf der letzten Tage vor dem Flug nachzuholen, was für eine Fehleinschätzung. Ich bin noch bevor ich in Whitehorse losgefahren bin beim New Asia Chinesen gewesen zum Buffet versteht sich (Glaube die lassen mich nicht mehr rein). Und dann habe ich mir gedacht das es ja nicht schaden könnte im Talbot Motor Inn noch eine Kleingkeit zu mir zu nehmen. Kurz gemacht, ich habe mir den Bauch so vollgeschlagen das ich nicht einschlafen konnte. Wieder eine Nacht nur von Links nach rechts gedreht und immer mal wieder den Fernseher angemacht, der Empfang für den PC war mit velaub so schlecht das ich den PC garnicht hochgefahren bekam. Ich muss dann wohl doch etwas eingenickt sein und um kurz nach 4 Uhr war ich es Leid, ab unter die Dusche und bis um 7 Uhr gewartet bis das Restaurant öffnet und ich mir einen Bodensee Kaffee genehmigen konnte . Natürlich mit Bratkartoffeln ,Speck und Eiern ! um 8 Uhr bin ich dann aufgebrochen Richtung Fairbanks !

Die Fahrt von Destruction Bay nach Fairbanks verlief ohne grosse Zwischenfälle. Ich bin noch im dunkeln abgefahren und als die Sonne sich dann langsam am Horizont zeigte, musste ich doch öfter anhalten als mir lieb war. Sowas von atemberaubend schön, ich vermag es gar nicht in Worte zu fassen. Ich hatte den Sonnenaufgang zwar nur hinter mir konnte aber im Rückspiegel immer wieder sehen was sich dort abspielte und stoppte immer mal wieder um die Szenerie auch mit blossem Auge zu geniessen. Der Aufenthalt an der Grenze zu Alaska entwickelte sich wieder zu einem gemütlichen Plausch. Als ich angab, wo ich hinwollte kamen gleich noch zwei andere Officer aus Ihren Büros und schon war eine rege (soweit es mein Englisch zulies) zustande. Was an diesem Grenzübergang wieder einmal für eine Herzlichkeit mir gegenüber an den Tag gelegt wurde da könnten sich in Deutschland so manch andere Grenzbeamte mal eine Scheibe von abschneiden. Die Formaltäten waren schnller erledigt als die Fachsimpelei und so verlies ich dann nach einer guten 1/2 Std. das Office und machte mich weiter auf den Weg nach Fairbanks. Ich fuhr noch keine 2 Min. da spielte auf einmal der Bordcomputer vom Auto verrückt, erst zeigte er mir immer im Wechsel an das ich den linken Voderreifen auf Luftverlust überprüfen sollte, und dann das gleiche vorne rechts. Da ich ja eh tanken wollte überprüfte ich die Reifen an der Tanke kurz hinter der Grenze. Nichts festzustellen, das gleiche Problem hatte ich vor 2 Jahren auch schonmal und da sagte mir ein Bekannter das es mit der Kälte zusammen hängt, die Bordcomputer bekommen das mit der Kälte nicht gebacken. Sei es drum ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Der Besitzer der Tanke fragte in welche Richtung ich fahre und ich sagte Richtung Fairbanks, dann meinte er : Pass gut auf es sollen viele Caribous auf der Strasse unterwegs sein ?! Oh das hatte ich erst einmal erleben dürfen das ein ganzes Rudel Caribous auf dem Highway stand und die immer weiter vor mir herliefen anstatt sich in die Büsche zu schlagen. Es dauerte auch nicht lange da bekam ich die ersten Caribous zu Gesicht, es folgten noch etliche von diesen niedlichen Tieren die meinen Weg kreuzten. In Tok hielt ich dann kurz bei Fast Eddy zum Lunch an und zu meiner Überraschung kamen vier Leute vom Yukon Quest Office herein. Unter Ihnen war auch Reinhardt und der legte sofort los, nicht etwa vom bevorstehenden Yukon Quest – nein es ging um Fussball und Prinz Poldi ! Da reist man fast um den halben Globus und der Mann ist sowas von der Bundesliga informiert da bleibt dir die Spucke weg. Wir haben uns dann jeder für sich wieder auf den Weg gemacht. Und dann ging es kurz hinter Tok los, Elche immer wieder Elche so nahe am Highway das man Sie fast streicheln konnte. Dann fing es ein wenig zu scheien an, was ja im Grunde nicht schlecht ist, aber dieser feine Pulverschnee wird von entgegen kommenden Trucks so auf gewirbelt das die sicht gleich null ist !

Jedenfalls war jetzt Vorsicht geboten, denn diese Pferde-grossen Tiere möchte ich nicht auf dem Beifahrersitz neben mir sitzen haben ! Ab Delta Junction war es dann auch mit Schneefall vorbei und es ging dann etwas zügiger Richtung Fairbanks weiter, aber immer mit einem Auge Links und Rechts von der Strasse. An einem der letzten Häuser In Delta Junction stand dann eine Elchkuh mit zwei Jungen im Vorgarten und zupfte an einer Birke rum. Was müssen die für Hunger haben das die ohne Scheu sich schon in die Orte (Städchen trauen ) ? Ich werde ab jetzt versuchen auch nur bei Tageslicht zu fahren damit ich eine Kolission mit den grossen Tieren vermeide. Ein Restrisiko bleibt immer, aber am Tage lassen sie sich auch besser fotografieren ! Und so bin ich dann gegen ca. 18 Uhr in Fairbanks angekommen und sitze nun hier und tippe diese Zeilen. Was wenn der grosse Hunger wieder kommt ? Ohje nicht schon wieder, ‘aber watt muss datt muss’ ?! So euch daheim im, wie ich hörte jetzt auch kalten Deutschland, eine schönen Mittwoch und ich lese mal was die Speisekarte des Westmark zu bieten hat ?!

Bis denne

Gruss aus Fairbanks -37 Grad Cels.

Sui

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