2012 Yukon Quest Trail Blog 3

August 21, 2011 by  
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest

Auf Mike als Musher freue ich mich. Soweit ich weiss hat er sich ueber die Jahre ein paar gute Hunde (einschliesslich von seinem entferntem Nachbarn Lance Mackey) zusammengesucht. – Das YQ 300 ist so eine Sache…., wenn es in Whitehorse beginnt ist die Rennstrecke eigendlich sehr leicht. Wenn es in Fairbanks beginnt und Rosebud sowie Eagle Summit ueberquert werden muessen ist es ein ueberdurchschnittlich hartes Qualifikationsrennen. Mike ist ein guter Musher. Wir werden sehen….
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Der ‘Verfall’ der alten Crew ueber die letzten Jahre macht mir grosse Sorgen. Man darf nicht vergessen, dass unser langjaehriges Mitglied Brad Brooks letztes Jahr auf Grund von Komplikationen waehrend einer Herzoperation kurz vor dem 2011 Rennen starb. Nun begeben sich Eric und Mike auf andere Pfade. All dies hinterlaesst nach langen Jahren eine riesige Luecke.
Es war unsere gemeinsame langjaehrige Erfahrung und unser Ruf, der die Rennleitung dazu brachte uns mehr Aufgaben zukommen zu lassen (Checkpoint anstatt Dogdrop, Layovers mit Vet-Checks etc).
Allerdings habe ich in den letzten 16 Jahren als Dodrop Manger zumindest zwei verschiedene gute 101 Crews zusammengefuehrt. Es wird mir hoffentlich ein drittes Mal gelingen…
Abgesehen von allem anderem bin ich allerdings froh, dass Hans Oettli wieder als Rennmarshal antreten wird. Seine ruhige und selbstbewusste Art das Rennen zu fuehren wird auch auf Mile 101 einen guten Einfluss haben.
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In Hinsicht auf Video besteht immer noch die Hoffnung, dass die YQ Film Crew fuer 2012 bessere Videokameras bekommen wird. Im Augenblick besteht das gesamte Versprechen des YQ allerdings aus dem Satz: ” Wir haben deine Bitte um bessere Kameras nicht vergessen.”
Meine Begeisterung ueber solch einen Satz, den ich mit kleinen Abwandlungen schon in 2010 hoehrte, haelt sich allerdings verstaendlicher Weise in Grenzen.
Auch weiss ich im Augenblick nicht, ob ich wirklich nochmals entlang des Trails filmen werde. – Mit neuen Freiwilligen und einer 101 Crew deren gemeinsame Erfahrung ploetzlich um knapp 12 Renn-Jahre reduziert worden ist (Eric und Mike), liegt meine Verantwortung in Mile 101, und sicherlich nicht hinter der Linse einer Kamera.
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Naja….
Wir werden sehen…

Peter Kamper

2012 Yukon Quest Trail Blog 2

August 21, 2011 by  
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Mike’s Verlust traf mich schwer obwohl ich mich sehr darauf freue meinen alten Freund als Musher in 101 begruessen zu duerfen. Wie allerdings sollte ich ihn ersetzen ?
Aus reinem Zufall hatte Doug Grilliot mir kurze Zeit vorher eine E-Mail geschrieben: “Falls ich im Februar nichts besseres zu tuen habe, werde ich dich vielleicht um einen Job in Mile 101 anhauen. Ich kann Holz spalten und auch sonst eine Menge tuen…. ” – Seine E-Mail war reine Untertreibung. Doug ist ein hervorragender Musher und hat das YQ Rennen selbst erfolgreich beendet. Ausserdem war er zwei Mal Rennmarshal des YQ und ist nun der Vertreter der YQ-Musher in Alaska im ‘Board of Directors’ des Rennens.
“Ich brauche jemanden, der das Chaos ueberschauen kann wenn wir 500 Hunde in der Wildnis parken muessen”, schrieb ich zurueck. – Doug hat lange in der US Armee gearbeitet und ist kein Freund von langen Worten: “Ich sehe nichts was dem im Wege stehen wuerde, werde dir aber erst spaeter definitv zusagen koennen.” Er wuerde die Bresche die Mike hinterlaesst hervorragend ausfuellen koennen.
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Mile 101 ist der abgelegenste Checkpoint des Yukon Quest. Trotzdem werden die Musher des YQ300 dort wie gesagt eine Zwangsrast von 2 Stunden einlegen muessen damit Tieraerzte die Hunde von Kopf bis Hinterlaeufe gruendlich untersuchen koennen. Die Musher des YQ 1000 haben die Wahl eine 4-stuendige Zwangsrast zur Untersuchung der Hunde bei uns oder im 45 km entferntem Checkpoint Central einzulegen. Wir vermuten, dass die meisten Musher ihre Rast trotzdem bei uns vor dem langem Anstieg zum beruechtigtem Eagle Summit ablegen werden.
Wir werden sehen….
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Und so beginnt die Geschichte des YQ Checkpoints 101….

Peter Kamper

2012 Yukon Quest Trail Blog 1

August 21, 2011 by  
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Zur Unterhaltung und um vielleicht einen tieferen Einblick in das Yukon Quest Rennen zu bieten, werde ich auch dieses Jahr mal wieder einen Thread ueber Mile 101 eroeffnen.
Mile 101 liegt an Meile 101 des Steese Highway, einer meist aus Schotter bestehenden 240 km langen Strasse, die in Circle City am Yukon River in Alaska endet. Der eigendliche ‘Checkpoint 101′ besteht aus 4 verlassenen, stromlosen Huetten in einem einsamem, fast baumlosem Tal zwischen Eagle Summit und Rosebud Summit, dem zweit- und dritthoechstem Berg des 1600 km Rennens. Viele Rennen sind an diesem einsamem und notorisch von Stuermen geplagtem Platz gewonnen und verloren worden. Ich leite den frueheren Dogdrop der in 2010 zu einem Checkpoint wurde offiziell seit 1996. Allerdings wird er eigendlich von der gesamten sehr erfahrenen Crew geleitet. Mein Amt als Checkpoint Manager ist nur gefragt wenn etwas schief geht. Ansonsten wissen die anderen Mitarbeiter sehr genau was sie tuen…, und wenn sie etwas tuen halte ich mich -schlau wie ich bin – am besten raus.
Dies nun ist die sich entwickelnede Geschichte des Checkpoint Mile 101 fuer 2012:
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Ich kam gestern in die Kneipe bei uns im Tal um einen Happen zu essen und dort sass dann Mike Bowman, unser langjaehriger Mile 101 dog lot manager. Mike ist im Prinzip fuer das Parken der Teams zustaendig und hat die Kunst 30 Teams zur gleichen Zeit auf begrenztem Grund waehrend eines Sturms zu parken zu einer Kunst entwickelt.
Als ich mich neben ihn setzte, sah er aus mir unerfindlichen Gruenden fast schuldig aus und rueckte kurz danach auch mit einer Erklaerung heraus: “Peter,… ich werde dieses Jahr nur 2 Stunden in 101 verbringen.” Ich stutzte. Normaler Weise hatte Mike den weit abglegenen Checkpoint immer eroeffnet, Holz gespalten, die verlassenen Huetten gesaeubert und sich um alles gekuemmert bevor der Rest der Crew eintraf. “Was… ?” Eine bessere Antwort fiel mir auf die Schnelle nicht ein.
Nun ja, einer der besten und verlaesslichsten Freiwilligen des Mile 101 wird uns im Februar 2012 fehlen. Mike wird, so erklaerte er immer noch mit einem schuldigem Blick, das YQ 300 fahren um sich in 2013 fuer das grosse 1600 km Yukon Quest zu qualifizieren. Warum wird er 2 Stunden in Mile 101 verbringen ? Weil die YQ300 Musher in Mile 101 eine 2-stuendige Zwangsrast einlegen muessen.
Ich freue mich fuer ihn, muss aber zugeben, dass mir alle moeglichen Gedanken durch den Kopf schossen. Mike zu verlieren ist nun mal ein heftiger Schlag fuer die Crew. Immerhin verlieren wir ca. 8 Jahre an Erfahrungswerten.
Trotzdem freute ich mich fuer ihn. “Ich bin mal gespannt wie der Checkpoint aussieht, wenn ich zum ersten Mal als Musher ankomme,” meinte Mike schlussendlich lachend als ich ihm zu seiner Entscheidung gratulierte. Er hatte ueber die Jahre in Mile 101 mehere hundert Musher persoenlich begruesst. -
Mike versprach, wie immer an den winterlichen Crewtreffen des Checkpoints teilzunehmen waehrend denen wir Ausruestungslisten zusammenstellen und immer wieder die kleinen Fehler der letzten Jahre diskutieren um diese zu bereinigen.
Eric Cosmutto, der ueber 5 Jahre saemtliche Rettungsaktionen und Trailmarkierungen ueber Eagle Summit geleitet hat wird ebenfalls nicht zurueck kommen, da er ein Jahr frei nehmen will. Was von der alten Crew uebrig bleibt sind Kevin und Sterling, die saemtliche Kommunikation zur Aussenwelt ueber Kurzwellenfunk und Sattelitteninternet leiten, Joe Krueger als Doglot-Arbeiter und natuerlich unsere hervorragende Kuechencrew, die Musher mit hervorragendem Essen kostenlos versorgt.
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Der Checkpoint ist kein Platz wo freiwillige Mitarbeiter Hunde streicheln koennen. Wir haben immer die groesste Zahl an Notfaellen und Rettungsaktionen im Rennen gehabt, arbeiten unter schwierigen Umstaenden und weit ab jeglicher Zivilisation bis zu 24 Stunden an einem Stueck und sind oft auf uns selbst angewiesen. Die beiden Paesse, die uns mit der Aussenwelt verbinden (Eagle Summit und 12Mile Summit) werden oft auf Grund von hohen Schneewehen geschlossen.
Einfach ‘irgendwelche’ Freiwillige zu heuern ist schon alleine aus diesen Gruenden keine Option. Jeder der dort mitarbeitet muss ein Fachgebiet haben. Sei es Mechaniker, Doktor, Hundefuehrer oder Koch. Alle die in Mile 101 mitarbeiten muessen auch wissen wie man sich bei -40C in der Wildnis benimmt und dafuer ausgeruestet sein. Falls sich dies wie ein Abenteuer anhoehrt ist dies nicht falsch, denn es entspricht ohne etwas romantisieren zu wollen der Tatsache.

Peter Kamper

Dallas Seavey gewinnt den Yukon Quest 2011

Februar 20, 2011 by  
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Der Sohn des Iditarod Champions Mitch Seavey, Dallas hat am Mittwoch den Yukon Quest 2011 gewonnen. Der 23jaehrige fuhr zum ersten Mal das 1000 Meilen Rennen, was dieses Jahr im Yukon (Whitehorse) startete und in Alaska (Fairbanks) endete. Mit einem Vorsprung von nur 33 Minuten auf den ihm nachfolgenden Sebastian Schnuelle aus Deutschland, ist es eines der knappsten Finaleinlaeufe in der Geschichte des Yukon Quest. Seavey, der neben dem Mushing noch den Wrestling-Sport ausuebt, war die letzten Jahre zweimal in die Top10 des Iditarod gefahren. Fuer den Sieg erhaelt der 23jaehrige 28,395 US Dollar, das sind 18,93% der Gesamtgewinnsumme von 150.000$.

Der lange an der Spitze liegende Hugh Neff, der zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 10 Stunden auf seine Verfolger hatte, musste am Eagle Summit aufgeben. Mehrfach hatte er versucht bei schlechten
Wetterbedingungen ueber den beruechtigten Berg zu kommen, doch sein Hundeteam kehrte auf dem Weg jedesmal um. Der Musher aus Tok, der auch fuer den Iditarod 2011 gemeldet ist, musste mit ansehen, wie seine Konkurrenten dann an ihm vorbeifuhren. Zu diesen gehoerte Hans Gatt, der Titelverteigiger, bereits nicht mehr. Der Oesterreicher ist schon zuvor aus dem Rennen gegangen, da er sich Erfrierungen II Grades an den Fingern zuzog. Gatt war bis zur Brust an einem Overflow in Eiswasser eingebrochen und konnte seinen Schlitten nur mit, dem ihm nachfolgenden Musher, Sebastian Schnuelle aus dem kalten Nass ziehen. Schon frueher im Rennen war der viermalige Yukon Quest Champion auf fremde Hilfe angewiesen. Am American Summit, bei einem Blizzard, musste Gatt sich am Fusse des Berges in Schutz bringen und schaffte die Ueberquerung nur mit dem nach ihm fahrenden Brent Sass.

Insgesamt sind 12 Musher ausgeschieden – 13 Teilnehmer sind ins Ziel gekommen. Am Freitag ueberquerte, der Yukon Quest Neuling Hank DeBruin die Zielline in Fairbanks als Letzter.

Yukon Quest International Hundeschlittenrennen 2011 gestartet

Februar 7, 2011 by  
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Puenktlich am Samstag den 5. Februar, ab 11 Uhr (Yukon Ortszeit) sind die 25 Teilnehmer des Yukon Quest International Rennens, vom Shipyard Park in Whitehorse aus, auf ihre 1.600 Kilometer lange Reise nach Alaska (Fairbanks) gegangen. Hunderte von Fans, Reportern, Angehoerigen, Helfern und Freunden saeumten die Strasse, die noch am Vortag mit extra Schnee, Absperrungen, Werbebannern und Vorrichtungen fuer die Presse praepariert wurde. Die Temperaturen betragen zur Zeit in Whitehorse -12 Grad Celsius. Angefuehrt wurde das Feld von der Yukon Quest und Iditarod Veteranin Kelley Griffin, ihr folgten dann Rookie Denis Trembley, Dallas Seavey, Michelle Philips und Mike Ellis. Als letzter Musher ging Cliff Warnke auf den Trail nach Braeburn.

Als Favorit gilt der Titelverteidiger und vierfache Yukon Quest Champion Hans Gatt aus Oesterreich. Der ebenfalls vierfache YQ-Gewinner Lance Mackey ist dieses Jahr nicht wieder angetreten.

Inzwischen sind die ersten Teams in Pelly Crossing eingetroffen. Weiterhin in Fuehrung und erster in Pelly, war Hugh Neff, der mit 13 Hunden fast eine Stunde vor dem Titelverteidiger Hans Gatt ankam. Knapp zwei Stunden spaeter, durch 10 Minuten getrennt, trafen dann Ken Anderson und der YQ-Rookie Wade Marrs in der Selkirk First Nation Siedlung ein.

Weitere Infos unter http://www.yukonquest.info

2011 Yukon Quest Trail Blog 2

Februar 3, 2011 by  
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Waehrend Sui wohl noch im Flieger sitzt fuhren einer der Direktoren des Yukon Quest, eine freiwillige Mithelferin, eine Radioreporterin, der Photograf der Fairbanks Tageszeitung , eine Tieraerztin des YQ mit zwei Autos aus Fairbanks los um das 900 km entfernte Whitehorse zu erreichen. Nina Hansen, die Tieraerztin, John Wagner, der Photograf und ich teilten uns eines der Autos des YQ. Es ist immer wieder wunderschoen, die Strecke zu fahren.

Nina Hansen – die Tieraerztin, so hatten wir uns geeing, wuerde die ersten 450 km im Morgengrauen und bis in den fruehen Nachmittag hinein bis zur kanadischen Grenze fahren. Sie fuhr den typischen Stil einer erfahrenen Alaskanerin mit einigen etwas gewagt angefahrenen Kurven auf der eisigen Strasse , einer Durchschnittsgeschwindigkeit die ungefaehr 10% ueber der erlaubten Hoechstgeschwindigkeit des Alaska Highway lag … und tat dies teilweise mit ihrer Tasse Kaffe in der rechten Hand. Manchmal habe ich einfach weg geguckt wenn sie Kurven anging, aber der Photograph der Fairbanks Tageszeitung lenkte mich mit Fragen ab. Er war noch nie auf dem YQ Trail gewesen und war sehr gluecklich ueber seine erste Chance das Rennen mit zu verfolgen.
Allerdings stiegen die Temperaturen, die in Fairbanks noch um gemuetliche -10C gelegen hatten schon nach den ersten 200 suedoestlich fuehrenden Kilometern auf +3 Grad an und die Strassen wurden glatter, obwohl die Reifen gut griffen. Wir hatten dies nicht erwartet. An der kanadischen Grenze hielt uns die Beamtin nur kurz auf: “Vielen Dank fuer die Paesse. Alles klar. Im Augenblick tobt Richtung Whitehorse in den Bergen ein Schneesturm und in den Niederungen regnet es. Der Regen friehrt auf der Strasse, passt also auf. “Ok”, meinte Nina: “Du bist dran mit fahren.” Es ist immer erstaunlich wieviel es aus macht ob man Beifahrer ist oder selbst hinter dem Steuer sitzt. Ploetzlich war sie es, die etwas nervoes war obwohl sich mein Fahrstil von ihrem in keinster Weise unterschied.

Als die Nacht einbrach, waren wir immer noch ueber 250 km von Whitehorse entfernt. Sturmboehen wurden ploetzlich neben dem Schneegestoeber zum groessten Problem und trieben das 120 km/h fahrende Auto gegen die Lenkung ploetzlich zu manchen Zeiten weit bis ueber den Mittelstreifen der Strasse. Schlussendlich, als es anfing durch das Schneegestoeber auch noch zu regnen und ich die Scheibenwischer anstellen musste, fuhr ich doch etwas vorsichtiger. Immerhin ist die erlaubte Hoechstgeschwindigkeit nur 90 km/h. Ich hielt mich also vorsichtig um 100 km/h. Nina war bis zu 130 km/h gefahren. Wir waren alle froh als wir schlussendlich nach einigen Kaffepausen und 11 ½ Stunden in Whitehorse ankamen und ich meine verkrampften Finger vom Lenkrad loeste. Keine Elche auf der Strasse und die paar etwas haarigen Augenblicke, die wir beide als Fahrer gehabt hatten waren zu unseren Gunsten ausgefallen.

In der Stadt reihte ich mich erst zweimal falsch ein und fuhr dann an auf der Suche nach dem Hotel in dem alle Mitglieder des YQ hausen an der falschen Abzweigung ab. “Also auf der Landstrasse bist du ja echt gut, aber als Stadtfahrer taugst du wirklich nichts”, meinte die vegetarische Tieraerztin mit kritisch laechelnden Augen waehrend sie entspannt an ihrem Studentenfutter kaute. Wir hatten wirklich Spass gehabt.

Alle offiziellen Mitarbeiter des YQ werden nomaler Weise in einem sehr guten Hotel in Whitehorse, dem High Country Inn, untergebracht. Dieses Hotel sponsort das Yukon Quest. Als die Tieraerztin und ich mit unserem Gepaeck in die Eingangshalle liefen, standen dort aus Zufall auch gleich ein paar andere Tieraerzte, Rennrichter und Mitarbeiter. Wir wurden beide mit grossem Hallo, vielen Umarmungen und Handschlaegen emfangen. Schon zwei Minuten spaeter befand ich mich in Diskussionen. “Kann ich das Auto erst mal auspacken ?”, fragte ich. Es fuehlte sich fast so an, als waere der letzte Musher des 2010 Rennens erst gestern ueber die Ziellinie gelaufen und wir wuerden alle gleich wieder von vorne anfangen.

Ich freue mich auf Sui.
Viele Mitarbeiter des Quest kennen ihn und sind freudig erstaunt, dass er jetzt wirklich in die ‘Yukon Quest Family’ eintritt, die ‘offiziell’ dem Trail folgt.
YEAH !!! Let’s do it.
Peter

2011 Yukon Quest Trail Blog 1

Januar 12, 2011 by  
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Nach der langen Sommerduerre ein paar Geruechte. Die meisten sind allerdings verlaesslich…

Waehrend das Iditarod seine ‘Iditarod Insider Webseite’ weiterfuehren wird (19.95 $ fuer Videos, Bilder und Musher-Koordinaten) wird das Quest auch dieses Jahr wieder kostenlos berichten. ‘Spot’, eine Gesellschaft die Rettungssender baut, hat sich auch fuer 2011 bereit erklaert die Musher des YQ wie auch letztes Jahr kostenlos mit Sendern auszuruesten damit Fans die Musher auf dem Trail und damit das Rennen ‘live’ mitverfolgen koennen.

Musher werden dieses Jahr einer Regelaenderung unterliegen die besagt das das Sendegeraet getragen werden muss. Allerdings ist es altbekannt, dass man im Packsack des Schlittens nur seinen Kocher auf den kleinen Sender stellen muss um eine Verbindung zum Ortungs- Satteliten zu verhindern. Ich bezweifele allerdings, dass dies jemand tuen wird.

Der Schweiz/Kanadier Hans Oettli wird wieder Race Marshal des Rennens sein und hat zumindest meines Wissens nach seine gesamte Rennrichter-Crew von 2010 ohne Aenderung wieder geheuert. Eine kleine Aenderung und ein guter Richter:
Wayne Valqc, ein hervorragender Musher-Veterane der seit Jahren das YQ300 als Race Marshal leitet wird das am gleichen Tag startende YQ300 mit 25 Mushern leiten, aber ab Pelly Crossing auch am YQ als Richter taetig sein.
Wayne ist seit langen Jahren ebenfalls der Race Marshal des Junior Yukon Quest und fuer nicht nur fuer seine scharfen Augen bekannt wenn es um Hunde geht, sondern auch fuer seine Ruhe und Geduld mit Rookies.
Zur Rennrichter-Crew gehoehrt auch wieder einmal der deutsche langjaehrige YQ-Musher Thomas Tetz. Die Gruppe der Rennrichter um Hans Oettli erhielt letztes Jahr hervorragende Noten von allen Mushern. Sie wurden nicht nur fuer ihre Professionalitaet sonder auch fuer die freundliche und gute Atmosphaere entlang des Trails gelobt. In meinen Augen war es eine der besten Gruppen von Rennrichtern, die ich in den letzten 16 Jahren gesehen habe.

Die jetzt in Schweden lebende deutsche Tieraerztin Annette Kriller, die in frueheren Zeiten schon fuer das YQ arbeitete und auch hier im Forum Fragen beantwortete wird dieses Jahr nach laengerer Abwesenheit vom Rennen auch wieder zurueckkehren. Ich hoffe, dass wir waehrend des Rennens vielleicht ein paar Beitraege von ihr lesen koennen.

Ich wurde dieses Jahr gebeten unter der Leitung eines bezahlten Mediateams in 2011 nochmals Video-Clips entlang des Trails zu schiessen.
Da ‘unter der Leitung von…’ in keinster Weise meiner Arbeitsweise entspricht (es sei denn es sind der Race Marshal, seine Richter oder die Tieraerzte) dauerten die Verhandlungen etwas laenger. Ich werde nun (wie frueher) in 2011 wieder als freier Mitarbeiter und (zumindest teilweise) nochmals als Volunteer filmen.
Fast jeder im YQ-Forum kennt wahrscheinlich Sui King. Mit seiner langjaehrigen YQ-Trailerfahrung habe ich ihn gebeten mir beim filmen zu helfen und er hat zugesagt. Es wird das erste Mal sein , dass ich einen Video-Partner auf dem Trail habe. Es wird interessant sein herauszufinden wer von uns weniger Schalf braucht. Sui wird auch die Ziellinie des Rennens mit einem weiterem Videographen abdecken waehrend ich im Checkpoint Mile 101 zurueckbleiben werde bis uns dort der letzte Musher auf dem Weg zur 160 km entfernten Ziellinie verlaesst. Bis dahin wird der Sieger laengst in Fairbanks angekommen sein.

Mile 101 ist ja nun ein Checkpoint den ich immer noch leite. Dieses Jahr ist einer unserer aeltesten Kommunikationsspezialisten Brad Brook in der Mayo Klinik in Seattle waehrend einer Herzoperation (hoffentlich) friedlich verstorben.

Er hat seit ueber 12 Jahren in Mile 101 mitgerbeitet und zwischen 2001 und 2008 unermuedlich daran gearbeitet auch in vielen anderen Checkpoints Internetemfang ueber Satellite zu ermoeglichen. Er verbrachte sein letztes YQ bei uns in Mile 101 und wir werden seiner Frau das erste Mile 101 Checkpointbanner von 2010 (erstes Jahr als Checkpoint) mit den Unterschriften der Rennrichter, Tieraerzte und Crew uebergeben. In 2009 wurden ihm nach einem 20 Meter Sturz einige Jahre vorher beide Fuesse abgenommen. Als er in 2010 mit seinem eigenem Auto auf Prothesen in Mile 101 ankam und vorsichtig durch den Schnee zur Huette lief, grinste er und meinte: “Hey, keine kalten Fuesse mehr….” Ein guter Mann und ein Freund der nicht ersetzt werden kann.
Er hat mehr fuer das Rennen getan als ich hier je sagen kann.
Wir werden ihn vermissen.

Dies sind im Augenblick alle Neuigkeiten.
Ich denke wir haben ein gutes Rennen vor uns.
Mehr spaeter,

Peter

Hans Gatt gewinnt den Yukon Quest 2010

Februar 16, 2010 by  
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Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, hat das 27te Yukon Quest International Hundeschlittenrennen, in neuer Rekordzeit, gewonnen. Der 51jaehrige ist um 13:35 (Ortszeit) in Whitehorse Yukon (Kanada) ueber die Zielline gefahren. Mit seinem vierten Sieg hat er mit Lance Mackey wieder gleichgezogen, der von 2005-2008 auch viermal den Yukon Quest gewinnen konnte. Hans Gatt konnte seinen Vorsprung auf Lance Mackey und Hugh Neff verteidigen – sogar ausbauen. Die drei Musher hatten sich seit Dawson City ein Katz und Maus Spiel geliefert, indem oftmals der Gejagde mit dem Jaeger abwechselte. Schlussendlich hat sich der Hunde-Schlittenhersteller gegen seine Konkurrenten durchgesetzt.

Im Zielbereich begruesste und umarmte ihn seine Partnerin Susie Rogan, die letztes Jahr den Yukon Quest 300 gefahren ist. Gatt war sehr emotional und stolz in seiner jetzigen Heimatstadt Whitehorse gewonnen zu haben. Die Trail- und WetterKonditionen und der harte Konkurrenkampf haetten, seiner Meinung nach, dass diesjaehrige Rennen so extrem schnell gemacht. Die alte Rekordzeit von Sebastian Schnuelle hat Gatt um 23 Stunden unterboten und auf nun 9 Tage 0 Stunden und 26 Minuten, gesetzt.

Der vierfache Yukon Quest-Champion Lance Mackey kam als Zweiter in Whitehorse in Ziel – eine Stunde nach Hans Gatt. Im Zielbereich gratulierte Hans Gatt Lance Mackey. Der Musher aus Fairbanks, meinte, dass die diesjaehrigen Wetter- und Trailbedingungen die besten seit fuenf Jahren beim Quest gewesen waeren. Die schwierigste Strecke sei, fuer ihn, von Mile101 nach Central gewesen, dort haette kaum Schnee gelegen, der Trail waere hart gewesen. Der Wettkampf mit Hans Gatt haette ihm gefallen. Er habe versucht Gatt mit einigen langen Laeufen, wie in den letzten Jahren zu entmutigen, doch das haette diesmal nicht funktioniert. Er fordere Gatt zu einer endgueltigen Entscheidung naechstes Jahr herraus, da beide nun vier Titel haben.

Hugh Neff ist schliesslich als Dritter nach Whitehorse gekommen, fast zwei Stunden nach Lance Mackey.

2010 Yukon Quest Trail Blog X

Februar 8, 2010 by  
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Uebermuedet aber nicht faehig zu schlafen sitze ich in Mile 101. Fuer was wir so hart gearbeitet hatten ist fuer uns nun fast vorueber. Alle ausser mir und meinem 13jaehrigem Sohn Lukas schlafen alle den wohlverdienten Schlaf von harter Arbeit. Lukas pflegt die Feuer der vier Huetten, denn immerhin hatte er von uns allen in den letzten zwei Tagen als Einziger vernuenftige 8 Stunden an Schlaf gehabt. Ich kann trotzdem nicht schlafen, streife meine Stirnlampe ueber und gehe raus. Es ist still und kaum ein Lueftchen regt sich. 10 C fuehlen sich in dem Anzug den ich trage eher warm an. Ueber Tag ist ein bischen Schnee gefallen und die Spuren der 30 Musher die im Checkpoint rasteten sind mit den sanften Spuren des Neuschnees bedeckt. Waehrend ich langsam durch den nun verlassenen und stillen Checkpoint gehe und meine Stirnlampe Schatten wirft schreite ich langsam ueber die Rastplaetze.

Wenn man fuer 48 Stunden lang alle 5 Minuten eine Entscheidung trifft oder einer neuen Aufgabe gegenueber steht ist dies eine Ewigkeit. Er erscheint mir als waeren Tage vergangen seit Zack Steer dort rastete… oder hier Bart De Marie seine Futtersaecke brauchte. Ich geniesse die Stille.

Drei Teams und insgesamt 34 Hunde liegen noch im Checkpoint. Schweigend gehe ich an ihnen vorbei und ein paar der Hunde heben schlaefrig ihr Haupt aus dem Stroh. Ich sage nichts. Da ich die Stimme ihrer Herren nicht spreche ist dies besser so. Die Stille des Hochtales wird fast nur vom Knirschen meiner Winterstiefel unterbrochen. Ich bin unendlich muede und doch so wach.
Gedanken schweifen zurueck zu all den Sorgen ob oder wie wir Dinge hier in Mile 101 geregelt bekommen wuerden, wieviel Arbeit es bedurfte alles so vorzubereiten, dass Checkpoint 101 sich wirklich bewaehren wuerde. Erst langsam wird mir bewusst, dass die Crew… wir… unseren Auftrag erfuellt haben. 10 Meter entfernt knurrt einer der Hunde leise. Ich bin mit ein bischen Stolz erfuellt und grummel leise: “Halt die Schnauze, oder ich schmeiss dich raus. Das Stroh bleibt uebrigens hier.” Mit der Uebermuedung werden meine Witze nicht unbedingt besser aber der Hund ist still. Ich war eh nicht der Anlass seines Knurrens. Das Team hat zwei laeufige Huendinnen im Team. Unruhige Traeume fuer die Rueden….
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Ich muss Josea Busby als Rennkoordinatorin ein grosses Lob aussprechen. Wir haben alles bekommen was wir brauchte, … und mehr.
Hans Oettli als Race Marshal und seine Rennrichter brachten eine professionelle aber auch entspannte Athmosphaere mit sich, die wir als Crew wirklich genossen haben. Das Kompliment der 8 Tieraerzte an uns fuer unsere Vorbereitungen koennen wir auch zurueckgeben. Es ist immer wieder erstaunlich wie gruendlich diese sich mit den Hunden beschaeftigen.
Rainer und Georganne haben fuer mehr als 24 Stunden durchgekocht, Eric Cosmutto wurde wieder einmal rausgeschickt um drei verlorene Teams (diesmal YQ300 Teams) zu finden – eine Geschichte die in der Nacht auch nicht erzaehlt werden durfte, Mike Bowman hat den Rastplatz mit Jan DeNapoli und Jesse hervorragend geregelt.
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Im Schnee zu stehen und die gute Atmosphaere zu spueren, die in den letzten 48 Stunden ueber den Rastplatz stroemte war einfach schoen. Es war die ganze Sache wert.

Die Crew hat schon beschlossen auch naechstes Jahr wieder zusammen zu arbeiten. Ich freue mich drauf…

Kevin Abnett und sein neuer Hamster (ham radio operator) Sterling Muth sind neben mir am schnarchen. Das letzte Team in 101 (Mike King/ YQ300) ist draussen am heulen, denn gleich geht’s los. Ich denke, dass ich sie persoenlich verabschienden sollte. Es war das erste Jahr, dass nichts spezielles in 101 passierte…. und darueber freue ich mich. Falls bis zum Mittag kein Team vom Eagle Summit zurueckkehrt schulde ich Eric Cosmutto 50 $. Diese hat er sich mit seiner Trailarbeit auch verdient.
Yeah !!!
Ende und aus….

Peter

Yukon Quest 2010 gestartet

Februar 8, 2010 by  
Filed under Allgemein, yukonquest

Das 27te Yukon Quest International SledDogRace ist in Fairbanks (Alaska) gestartet. 24 Teams gingen im Abstand von je drei Minuten unter der Cushman Bruecke auf dem zugefrorenen Cheena Fluss auf die 1.600 Kilometer lange Strecke nach Whitehorse im Yukon (Kanada). Als Top Favorit gilt der ungeschlagene und viermalige Champion Lance Mackey, der letztes Jahr das YQ-Rennen ausgesetzt hat. Mackey tritt mit einem veraenderten Hundeteam an, indem auch einige unerfahrene Zweijaherige sind.

Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, der den Quest dreimal hintereinander gewinnen konnte, gehoert ebenso wieder zum Favoritenkreis. Letztes Jahr hat er alle Zuschauer und Fans geschockt, indem er offentsichtlich grundlos in Dawson City aus dem Rennen ging. In einer Presseerklaerung verkuendete er dann, dass er sich mit seinen Hunden voll auf das Iditarod konzentrieren wollte. Dieses Jahr sehe er den Quest nicht als Trainingfahrt an und trete an, um
zu gewinnen.

Auch der Zweitplazierte von 2008 und Nachbar von Lance Mackey, kuendigte an, dass er den Sieg anstrebe. Er versuche zwar die erste Haelfte des Rennes konservativ zu fahren, um dann spaeter anzugreifen, wie im Jahre 2008.

Weitere tagesaktuelle Infos unter http://www.yukonquest.info

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