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I D I T A R O D R E P O R T A G E N
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Karen Ramstead - Mein Iditarod Rennen Tagebuch des Nord Wapiti Teams 2001
Yentna nach Finger Lake
Ich war genau nach Stundenplan dran, nach vier Stunden Rast in Yentna, nahm ich den Schneehaken hoch und wie fuhren in die tiefe Nacht hinein.
Dieses Stueck Pfad war voller Betriebsamkeit und ich sah eine Menge Hundeschlittenteams. Ein Team war ganz weit weg vom Pfad am Flussufer und von dem Gebruell, das man hoeren konnte, schien es dem Musher da unten gar keinen Spass zu machen.
Wir hatten eine schnelle Strecke vor uns und ich hatte mir vorgenommen meinen besten Leithund, Grover, erst speater im Rennen zum Zug kommen zu lassen. Um ihn aber nicht grantig werden zu lassen, durfte er die 35 Meilen nach Sknetna in Leitposition laufen
Mit ihm an der Spitze, war das eine gute Fahrt am Yentna Fluss entlang.
Viele Teams waren immer noch im oder um den Checkpoint versammelt und die Hunde durchwuehlten das Stroh der anderen Teams, um nach etwas Fressbarem zu suchen, was vielleicht vergessen wurde. Also normaler Zirkus wie immer.
Ich hatte meine Hunde gut an ihrem Parkplatz angebracht und sie liessen sich auch nieder, bis ich das Futter fertig zubereitet hatte. Dann marschierte ich in die Huette von Joe und Delia in Skwentna und staerkte mich selber, waermte mich ein bisschen auf und doeste ein wenig auf dem Fussboden im zweiten Stock.
Spaeter auf dem Trail, als ich Chester und Orion in Leitposition hatte, hoerten die beiden nicht auf mich, sie ignorierten mein HAW (links) und so kamen wir vom Pfad ab. Wir befanden uns nun rechts vom Fluss und ich war froh, endlich eine 90-Grad Wendung gefunden zu haben. Ich machte den Schneehaken fest,
da der Schnee hier sehr matschig war, dann 'flogen' sie los in Richtung linkes Ufer und mit meinem Gebruell von GEE hoerten sie dann auch endlich und liefen nach rechts. Wir waren wieder auf dem Hauptpfad. Den Hunden hatte das Spass gemacht, man sah es ihnen an.
Der Trail war nicht wirklich schlecht, aber der reichliche Schnee war weich und wenn man da vom hohen Ufer abkam und den Pfad verlor wuerden sie einen bis zur Fruehjahrsschmelze nicht finden.
Lance Mackey und ich ueberholten uns da ein paarmal gegenseitig, Danny Seavey kam vorbeigedonnert und nun schaltete auch mein Team einen hoeheren Gang ein. Ich hielt am One Island Lake und fuetterte kleine Happen auch um Danny Seavey einen grosseren Abstand zu geben, damit meine Hunde wieder im eigenen Tempo weiterliefen.
Die Strecke nach Finge Lake macht wirklich Spass; dort gibt es ein paar Suempfe, man ueberquert einige kleine Fluesschen, der Pfad windet sich schlangenartig durch etwas Wald und dann hat man einen ausgezeichneten Ausblick auf die grossartigen Berge der Alaska Range, von denen McKinley der hoechste ist.
Ich war erstaunt, wieviel ich noch vom letzten Jahr in Erinnerung hatte und der Weg schien kuerzer dadurch, ich war froh, dass wir um den See herum in den Checkpoint fuhren.
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I D I T A R O D R E P O R T A G E N
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Finger Lake nach Rainy Pass
Finger Lake ist landschaftlich einmalig schoen und sehr gemuetlich. Es war natuerlich auch wieder viel los; Hundeteams, Zuschauer, Fans und die Presse. Dieses Jahr war sehr viel Schnee dort und die Rennleitung hatte auch 'Parkplaetze' fuer die Teams geschaufelt,
wenn man da nur einen Schritt vom Parkplatz wegtrat, stak man huefttief im Schnee. Darum habe ich auch ziemlich viel Hundefutterbruehe auf mich selbst verschuettet, denn das Laufen um das Team herum war gar nicht so leicht.
Die meisten Hunde frassen sehr gut, aber zwei waren noch nicht so bei der Sache und hatten ihren Trail-Rhytmus noch nicht gefunden. Ich auch nicht, ehrlich gesagt, obwohl das Essen ausgezeichnet war und es einen trockenen Schlafplatz gab.
Ich stocherte an meinem Haehnchen mit Reis und schwarzen Bohnen herum und doeste am Ofen im Wohnzimmer vor mich hin. Ich schaute mit Verlangen auf den Espresso Stand, den jemand am See aufgebaut hatte, das waere jetzt schoen, so ein Kaffee,
aber ich hatte schon im Dezember aufgehoert den Muntermacher zu trinken und eine Dosis davon jetzt, wuerde mich wohl durchs Dach katapultieren.
Der Ausflug zum Plumpsklo war auch interessant, der Schnee war so tief, dass das Haueschen ganz vom Schnee bedeckt war, jemand hatte einen Tunnelpfad dahin geschaufelt und man musste dann wieder vier Schneestufen hoch zum Eingang.
Ich war mit den Hunden beschaeftigt als Mike Nosko vorbeikam, der nach Zugseilen suchte, denn er hatte einen schweren Unfall mit einer Schneemachine kurz zuvor. Keine der Hunde waren schwer verletzt, aber es gab genug Prellungen, Verstauchungen und steife Muskeln.
Er musste dann aber doch aufgeben - eine herbe Enttaeuschung fuer ihn.
Ich rechnete mir aus, dass ich etwas frueher als geplant loszehen sollte um die furchtbaren Stufenterassen beim Happy River, sowie die Dalzell Schlucht bei Tageslicht zu bewaeltigen. Letztes Jahr hatte ich hier zu lange gerastet und die Hunde waren so ausgeruht,
dass sie mir davon rasten. Also brachen wir gegen fuenf Uhr abends auf, und obwohl das Team gut loslief, war es schnell in seinem holprigen Routinerythmus. Es war jedoch noch sehr frueh im Rennen und sie wuerden sich noch zu einem Team zusammenraufen - hoffentlich..
Der Pfad war auch besser als im Vorjahr und ich ereichte schon fast die Stufen, als ich meine erste Bekanntschaft mit einer Schneebank machte. Sissy und ihre Schwester Oreo waren vorne. Sissy, umringt von Zuschauern, ist ein Problem aber draussen, auf dem Pfad hat sie sich
schon immer als zuverlaessig bewaehrt. Oreo hatte sich bereits im 'Grand Portage' Rennen gut verhalten und ich war sicher, dass sie mich auch diesmal unbehindert ueber diese Strecke bringen wuerden. Kurz vor den Stufen warteten Zuschauer, um allen gute Fahrt zu wuenschen.
Ich hielt und aenderte meine Zugseile um die Hundestaerken zu bremsen.
Die Stufen bestehen aus drei sehr scharfen Kurven kombiniert mit steilen Haengen, von denen man am Ende auf das Ufer und dann auch auf den Fluss Happy River selbst kommt. Dieses Jahr sahen diese Stufen etwas riskanter aus und waren auch tiefer verschneit.
Wir maneuverierten uns also schoen durch Stufe eins und zwei, aber auf der letzten Stufe waren genau die, die Sissy am meisten fuerchtete: Zuschauer! Eine Kameracrew hatte sich da schoen festgesetzt um Desasterfilme zu drehen und das gleuckte ihnen auch mit mir,
denn Sissy scheute und das ploetzliche Fehlen vom Zug vorne schmiss den Schlitten auch auf die Seite und wir schlidderten den Huegel runter. Ich hatte meinen grossen Bunnystiefel in der Bremse verheddert, aber als einer der Kameramaenner mich da sah, half er aus und ich konnte mich von der Bremse befreien.
Ich hatte mich wohl zu frueh gefreut, dass alles gut gegangen war. Jetzt hatte der Schlitten einen schoenen Rechtsdrall! Das ausgerechnet auf einer Strecke in den Rainy Pass hinein, der hauptsaechlich aus Linkskurven besteht. Ich befand mich dann auch in Kuerze in einer schoenen Schneewehe und
gegen einen Baum gezwaengt. Der Schlitten wies 90 Grad aufwaerts, das war nicht gut - aber alles war nur verbogen, nicht gebrochen, noch mal gut egangen. Ich trat dem Baum, aus reinem Frust noch mehrmals auf einen Zweig, denn er sah aus, wie derselbe Baum, der mir letztes Jahr den Schlitten zerstoert hatte.
Wenn ich Alaska im Sommer besuche, dann mit Motorsaege um diesen Baum abzuholzen!
Wir kamen zu einer schoenen flachen Stelle, um zu sehen wie man die verbogenen Stellen wieder gerade machen konnte und ich huepfte auch ein paarmal auf dem Brushbow rauf und runter - ohne Erfolg - nur mit dem Ergebnis, dass der Rechtsdrall jetzt noch schlimmer war.
Die naechsten paar Stunden kam ich mir vor, wie der Ball in einem Pinball Spiel, wir stiessen uns nur so von den Bauemen ab und der Schlitten huepfte wie ein Ball. Dann wurde der arme Schlitten wieder gegen einen Baum gepresst und diesmal musste ich die Hunde losmachen und das Team fest an Baeumen verankern,
bevor ich den Schlitten losmachen konnte. Nur war der Schnee so tief, dass ich nicht stehen und schieben konnte, ich aergerte mich, dass ich den Schlitten so voll bepackt hatte, als ich dann meine Schneehakenleine durch den Lenker faedelte und das Ding so eben hoch zog, ich war schon froh es geschafft zu haben
und ich beglueckwuenschte mich schon das fein gemacht zu haben und dass ich wohl mit allem hier noch fertigwerden koennte, als es schlimmer wurde. Ich kam um eine Kurve und siehe da! Da war ein haesslicher Seitenhuegel mit einem offenen Fluesschen am Ende und miten auf dem Pfad gabs ein Loch,
gross genug ein ganzes Hundeteam zu verschlucken. Ich war noch immer am Ueberlegen wie ich da wohl am Besten durchkaeme, als Ben Grey, ein Mitmusher, vorbeikam und helfen konnte. Ich nahm die Hunde und fuehrte und er nahm den Schlitten und wir kamen gut darueber weg.
Ich rannte nochmals in einen Baum und kaum glaublich, aber wahr, der Schlitten lief besser, der Rechtsdrall war fast ganz weg! Trotzdem war es himmlisch in Rainy Pass anzukommen.!!
W E I T E R
© Copyright Karen Ramstead
Uebersetzung: Jlona Richey / Tracks of Alaska
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