Startreihenfolge beim AAS gezogen

März 26, 2008 by  
Filed under AAS, dogmushing

Gestern Abend fand im Convention Center in Nome, das Musher-Treffen und die Kroenung der Sweepstakes Queen statt. Die Musher zogen aus dem Pokal von 1912 ihre Startnummern. Jeff King erzeahlte dem Publikum, dass er bei Trainingslaeufen immer wieder die Bilder von Leonhard Seppala und Scotty Allan vor sich hatte, wie sie mit ihren alten Schlitten den Trail gefahren seien, den nun er auch vor sich hat. King war der erste Musher der sich fuer das historische Rennen, schon vor einem Jahr, angemeldet hat und zog nun die Startnummer 10.
Jim Lanier, der einzigste Musher, der vor 25 Jahren auch gestartet war, meinte, dass er die Erinnerung an das harte Rennen und den schweren Trail von damals, verdraengt habe. Sie seien aber bei seinen Vorbereitungen auf das jetztige Rennen wieder zurueckgekommen. Scherzend fuegte er an, dass es wohl nicht die beste Idee gewesen sei, sich wieder beim All Alaska Sweepstakes anzumelden. Sein Ziel sei es nun sich einen Platz im Vergleich zum 83er Rennen zu verbessern – damals wurde Lanier Letzer.
Sonny Lindner wird der letzte sein, der auf die 656 Kilometerlange Strecke nach Nome und zureuck geht. Er hat darauf 25 Jahre lange gewartet, 20 mehr als gedacht, da eigentlich fuenf Jahre nach dem Rennen 1983 ein weiteres stattfinden sollte.
Pete MacManus wird die Startnummer #1 tragen, der Iditarod Musher nahm am All Alaska Sweepstakes 1983 teil und verunglueckte bei seinem Rueckflug toedlich.

Die Startaufstellung:

 2 Conner Thomas, Nome
 3 Fred Napoka, Tuluksak
 4 Jim Lanier, Chugiak
 5 Ed Iten, Kotzebue
 6 Aaron Burmeister, Nenana
 7 Hugh Neff, Skagway
 8 Cari Miller, Nome
 9 Kirsten Bey, Nome
10 Jeff King, Denali Park
11 Jeff Darling, Nome
12 Mitch Seavey, Seward
13 Mike Santos, Cantwell
14 Ramy Brooks, Healy
15 Lance Mackey, Fox
16 Cim Smyth, Big Lake
17 Sonny Lindner, Two Rivers

All Alaska Sweepstakes

März 23, 2008 by  
Filed under AAS, dogmushing

Das aelteste Langstrecken-Hundeschlittenrennen der Welt feiert diesen Monat seinen 100. Geburtstag. Das 656 Kilometer lange Rennen wird einige der heutigen Top-Musher auf die 1908, von dem nun neuen ‘Nome Kennel Club”, ausgesuchte Strecke fuehren. Der Preis fuer den ersten Platz wird ein Silber-Pokal und 100.000 US Dollar sein. Die groesste Einzel-Gewinnsumme in der 100jaehrigen Geschichte des Hundeschlittenrennens.

Die Iditarod Champions Lance Mackey, Jeff King und Mitch Seavey sind neben 13 weiteren Mushern fuer das Rennen gemeldet, was am 26. Maerz um 10 Uhr (Ortszeit) in Nome (Alaska) starten wird. Sie alle haben 1 Unze Gold und bis zu 2.000 US Dollar fuer die Teilnahme an dem historischen Rennen bezahlt. Die 16 Teilnehmer leben alle in Alaska und vier stammen aus Nome. Jim Lanier ist der einzigste, der auch am letzten Rennen 1983, teilgenommen hat.

Damals hatte der fuenfmalige Iditarod-Champion Rick Swenson sich gegen ein 22 Mann starkes Feld, in 84 Stunden, 42 Minuten und 4 Stunden durchgesetzt und 25.000 US Dollar gewonnen. Er und Sonny Lindner hatten ihre besten Hunde in ein Team zusammengefuehrt – dieses Jahr werden sie wieder mit einem gemeinsamen Team an den Start gehen, nur das diesmal Lindner auf den Kuven des Schlittens stehen wird. Swenson erzielte 1983 die 18-beste Zeit in der ‘All Alaska Sweepstakes”-Geschichte und war damit 10 Stunden langsamer, als der Rekordhalter von 1910, John ‘Iron Man’ Johnsen. Johnsen fuhr eines der ersten Teams, bestehend aus Siberian Huskies aus Nome und nahm nicht die, damals ueblichen grossen Lasten-Hunde, die fuer die Arbeit aber auch fuer Rennen in Nome verwendet wurden.

Beim diesjaehrigen Renenn werden einige der alten Original-Regeln wieder verwendet. So duerfen die Teilnehmer mit soviel Hunden starten, wie sie wollen – muessen aber mit allen gestarteten Vierbeinern ins Ziel kommen, wenn sie nicht fuer den ersten Platz disqualifiziert werden moechten. Der Hintergrund dieser Regel von 1908, soll die bestmoeglichtse Hundefuersorge sein. Sollte ein Hund waehrend des Rennens sterben oder ein Tierarzt einen vierbeinigen Athleten aus dem Wettbewerb nehmen, kann das Team zwar die Veranstaltung zu Ende fahren, ist aber automatisch fuer den ersten Platz disqualifiziert und bekommt eine 10-Stunden Zeitstrafe. Wird von einem Rennrichter festgestellt, dass ein Teilnehmer einen seiner Hunde missbraucht hat, kann er gezwungen werden, das ganze Hundeteam dem ‘Nome Kennel Club’ zu ueberlassen.

Der Renndirektor Phil Schobert sagt, dass die Regeln fuer die 100%ige Hundefuersorge seien. Die diesjaehrigen Vorschriften des ‘All Alaska Sweepstakes’ koennten die Regeln fuer alle zukuenftigen Hunderennen beeinflussen. Ein weitere grosser Unterschied zu den Yukon Quest und Iditarod Regeln ist, dass die Musher Hilfe in den Checkpoints annehmen duerfen. Sollte also ein Hundeschlittenfuehrer Hilfe im Checkpoint ‘organisiert’ haben, darf er sich sofort vom Schlitten in die Unterkunft begeben und sich z. Bsp. Schlafen legen, waehrend Handler oder andere Personen sich um seine Hunde kuemmern.
Die Regeln mussten jedoch auch modifiziert werden, da heute Doping-Kontrollen fuer Hunde Standard sind. Damals wurden die gestarteten Hunde einfach mit Farbe makiert, um sicher zustellen, dass sie nicht waehrend des Rennens ausgetasucht wurden. Heute tragen die Vierbeiner alle implantierte Mircochips.

Die Organisation des Rennes gibt an, dass er heute schwieriger sei, den Trail zu makieren und die Checkpoints mit Personal auszustatten, als vor 100 Jahren. Damals folgte die Piste von Nome aus, einer gut genutzten Strecke mit Minen-Camps und Rasthaeusern, entlang Alaskas erster Langdistanz Telefonlinie. Das letzte bzw. erste Drittel der ‘All Alaska Sweepstakes’-Strecke (die von Candle wieder nach Nome zurueckfuehrt) gleicht dem Ende des Iditarod-Trails und ist gut makiert. Danach aber fuehrt der Weg dann in kaum noch frequentiertes Gebiet – die Telefon-Linie existiert schon lange nicht mehr und die Checkpoints entlang der Strecke haben keine staendigen Einwohner mehr.
Freiwillige Helfer haben aber den Trail bereits makiert und gepfluegt. Kurzwellenfunker aus Nome (auch Freiwillige) werden fuer die Kommunikation sorgen und weiter Helfer aus den Orten Deering, Buckland und Kotzebue werden die 14 historischen Checkpunkte ‘besetzen’.

Denise Albert, die seit 13 Jahren bei Hundeschlittenrennen als Tieraerztin arbeitet, wird  die Leiterin eines 7-koepfigen Tierarztteams sein. Der ehemalige Praesident des ‘Nome Kennel CLub’ und des ‘Iditarod Trail Comitee’ wird nach 1983 wieder der Renn-Marschal beim ‘Sweepstakes’ sein.

Der ‘Sweepstakes Queen Contest’ ist beendet, bei dem die Bewohner von Nome und viele Iditarod Besucher auf neun Frauen wetten konnten. Jeweils 5 Dollar Einsatz wurden vergeben. Auf ‘Janice Doherty’ wurde das meiste Geld gewettet und sie ist zur  Sweepstakes Queen’ ernannt worden. Die 11.224 US Dollar darf sie jedoch nicht behalten, dieser Betrag erhaelt der Zweitplazierte des Rennens. Die weiteren Wetteinsaetze der restlichen acht Damen gehen jeweils an die Plazierungen 3 bis 10. Die Gesetze Alaskas verbieten es auf die Teilnehmer zu wetten, aber die Organisation hofft, mit verschiedenen Veranstaltungen dem 100jaehrigen Geburtstag des ‘All Alaska Sweepstakes’ gerecht zu werden.

In drei Tagen startet das historisch einmalige Rennen mit folgenden Teilnehmern:

1 Jeff King, Denali Park, Alaska
2 Mike Santos, Cantwell, Alaska
3 Aaron Burmeister, Nenana, Alaska
4 Jim Lanier, Chugiak, Alaska
5 Ed Iten, Kotzebue, Alaska
6 Hugh Neff, Skagway, Alaska
7 Sonny Lindner, Two Rivers, Alaska
8 Kirsten Bey, Nome, Alaska
9 Mariah Thomas-Wolf, Tuluksak, Alaska
10 Jeff Darling, Nome, Alaska
11 Cari Miller, Nome, Alaska
12 Ramy Brooks, Healy, Alaska
13 Lance Mackey, Fox, Alaska
14 Conner Thomas, Nome, Alaska
15 Mitch Seavey, Seward, Alaska
16 Cim Smyth, Big Lake, Alaska

Lance Mackey gewinnt das Iditarod 2008

März 12, 2008 by  
Filed under dogmushing, iditarod

Mit 11 Hunden und nach 9 Tagen 11 Stunden und 46 Minuten ist Lance Mackey ueber die Ziellinie in Nome gefahren und hat den zweiten Sieg beim Iditarod in Folge errungen. 69.000 US Dollar und einen zweiten Dodge-Truck erhaelten er und seine Vierbeiner fuer diese Leistung. Die Menschen empfingen und feierten Mackey wie einen “Rockstar”, noch auf der Ziellinie gratulierte ihm die Gouvaneurin von Alaska per Telefon und meinte er waere ein Inspiration fuer alle – gesegnet mit einem unglaublichen Talent.

Noch letztes Jahr hat Mackey das Unmoegliche geschafft, beide Ultra-Marathon Hundechlittenrennen in einem Jahr gewonnen. Dieses Jahr hat er das einfach wiederholt und die historische Leistung wird weit weniger erwaehnt, wie letztes Jahr. Es ist schon fast zur Normalitaet geworden, bei einem Musher, wie Lance Mackey. Der immer noch ein weiteres Ziel hat und scheinbar unbegrenzte Reserven besitzt – wie sein Hundeteam. Die diesjaehrigen Siege kann er noch durch einen Triumph beim “All Alaska Sweeptakes” toppen. Sollte ihm das gelingen und ein Jeff King, der auch gemeldet ist, nicht verhindern koennen, haette er ueber 200.000 US-Dollar an Preisgeldern mit seinen Hunden, dieses Jahr, “erlaufen”. Aber irgendwie erahnen wir, wie es naechstes Jahr weitergeht: Lance Mackey wird seinen fuenften Yukon Quest Titel in Folge und seinen dritten Iditarod Sieg nacheinander erkaempfen. Und wer wird jetzt noch daran zweifeln, dass ihm das nicht gelingen wird? Die Konkurrenten koennen einem leid tun. Wenn man Lance Mackey als “Gegner” hat – hat man schon verloren.
Gegen den Triumph des “Willens” und der Leidenschaft.

Yukon Quest Trail Blog 14

Februar 25, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Tja,
das war’s dann wohl….
Viel zu viele Geschichten sind wie immer nicht erzaehlt worden.
Lance Mackey, der die Trailbreaker ueberhohlte und ploetzlich keinen Trail mehr hatte.
Das interessante an der Geschichte sind die Regeln des Yukon Quest, die besagen, dass das Rennen einen markierten Trail garantiert.
Die Trailbreaker waren schon lange in Central, als nach starken Winden der Renndirektoren sie zurueck ueber Eagle Summit orderte um den Trail nochmals zu checken.
Wir hatten zwei Trailbreaker in Mile 101 die dies haetten machen koennen. Dies ist aber nicht das wichtigste. Waehrend die Regeln besagen, dass das YQ einen markierten Trail garantiert, ist ausdruecklich erwaehnt, dass ein verwehter Trail auf Grund von Wetterbedingungen vorkommen kann.
Die Trailbreaker haetten also nicht zurueck geordert werden sollen. Auf Grund dieser Entscheidung verloren sie knapp einen Tag und wurden so von Mackey im Yukoneis eingehohlt. Ehrlich gesagt habe ich danach an die Goetter gebetet, dass Mackey gewinnt. Haette er um eine halb Stunde gegen Anderson verloren, waere dies auf Grund eines Vertragsbruchs zwischen Quest und Mushern (markierter Trail) passiert. Ihr koennt euch das Drama wohl vorstellen….
———-
Viel weiteres ist passiert:
Kyla Boivin, die als ich sie filmte ploetzlich im Schnee kniete und sich fuer 3 Minuten uebergab weil sie eine Fleischvergiftung hatte…., nur um danach auch noch eine schwere Bronchitis zu bekommen….
Der Trailbreaker Eric Cosmutto, der den Stahlrahmen seiner Maschiene waehrend eines Sturzes von einer ein Meter hohen Eisscholle brach und sich danach mit 5 km/h nach Eagle schleppen musste….
Hugh Neff, der in Dawson zu lange durchfeierte und mit einem ungeheurem Kater wieder auf den Trail ging…. “Ich glaube, die frische Luft wird mir gut tun…)
Die Nuancen des Rennens zwischen Michelle Phillips und Dave Dalton in der Dave nach 800 gemeinsamen Kilometern mit seinen ueberlegenen Hunden die letzte Rast vor dem Ziel mit Michelle einfach auslies….
Die Stunden, in denen Julie Estey mit ungeheuren Schmerzen und Traenen auf Grund einer schweren Baenderzerrung neben ihren Hunden auf dem Eis des Yukon lag und ihren automatischen Notrufsender anstarrte bevor sie sich schlussendlich von ihren Hunden nach Slaven’s schleppen liess…..
Dan Kaduce, der Slaven’s Dogdrop verlies um Stunden spaeter heulend zurueckzukehrten weil einer seiner Hunde Blut erbrochen hatte. (Der Hund ist o.k…, er hatte ein offenes Magengeschwuer und wurde sofort aus dem Rennen genommen und behandelt.)
Mein Flug nach Scroggie Creek in einer einmotorigen Maschiene. Wir verfehlten zwei Raben die aus dem Nichts erschienen bei 180 km/h mit dem Propeller um Haaresbreite
…. und so viel mehr…
———————-
Es ist schwierig auf dem Trail solches Sachen niederzuschreiben weil wenig Zeit bleibt.
Ich muss sagen, dass es auch mir Spass gemacht hat hier teilzunehmen, also Danke an alle Leser dieses Forums, die mir Antrieb gegeben haben und natuerlich auch an Ragnar,…. nicht nur fuer dieses Forum sondern auch fuer die hervoragenden Artikel, die er taeglich auf die deutsche YQ-Site gebracht hat.

Happy Trails,
und vielleicht bis zum naechsten Mal.
Peter

Yukon Quest Trail Blog 11

Februar 20, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Ok, grade traf ein Anruf von Stepping Stone ein. Phillips und Dalton werden jetzt dort abfahren und gegen 14 Uhr hier eintreffen.
Dalton meinte, dass er an Brent’s Team irgendwo zwischen Scroggie und Stepping Stone vorbei fuhr: “Brent ging zu dieser Zeit zu Fuss seinem Team voraus.”
Ich habe keine Ahnung, was das bedeutet, aber sehr gut hoehrt sich das nicht an.
Uebrigens habe ich einige Worte des alten Veteranen (Dalton) ueber Brent Sass in Scroggie Creek vorher ausgelassen, mir das ganze aber nochmals auf meinen Kameraaufnahmen angehoehrt. Der gesamte Wortlaut war: “Was er mit dem Spurt probiert ist schon oefter probiert worden und hat (als Strategie) nie funktioniert.
Irgendwann werden die Hunde den Dienst verweigern und nicht mehr fuer ihn laufen. Dann wird er scratchen.
Als er an Michelle (Philipps) mit seinem Team vor Scroggie nach einer kurzen Rast vorbei lief brauchte er 10 Minuten um das Team an ihrem rastendem Team vorbeizufuehren.” Ist das ein schlechtes Zeichen ?”, fragte ich.
“Sie wollten auch rasten. Es ist nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen, aber es sagt etwas ueber den psychologischen Zustand des Teams aus.” Irgendwie hatte ich das Gefuehl, dass er Chancen kalkulierte.
Brent ist ein Welpe des Rennens. Dave ist ein alter Wolf.
—-
Zu meinem grossem Erstaunen ist Brent Sass nur ca. eine Stunde nach Dalton und Phillips in Pelly angekommen.
Ausserdem haben sich seine Hunde auch nicht gleich hingelegt sondern sind stehen geblieben, was bedeutet, dass sie nicht erschoepft waren.
Brent hatte eine eher ausgepraegte Magenverstimmung, was bedeutet, dass er sich fuer 24 Stunden uebergeben hat und erst seit heute nachmittag wieder etwas in den Magen gekriegt hat.
Vor ein paar Minuten bin ich zu ihm ruebergegangen und habe mich entschuldigt: “Brent, ich habe echt gedacht, dass du dein Team in den ‘Black Hills’ verheizt haettest. Sieht aber nicht so aus. Ich denke, ich schulde dir eine Entschuldigung….” Er lachte nur und meinte: “Ich denke, jeder hat das gedacht. Dabei haben die Hunde auf Grund meiner Magenverstimmung zwei 10-stuendige Rasten gehabt.”
Naja….
Kann er mit dem Team Dalton und Phillips noch schlagen ? Die Antwort ist ‘ja’. Auf dem Weg nach Whitehorse muss ab jetzt nur noch Flachland ueberquert werden, und die von mir befragten Profimusher sind sich einig, dass ein gutes 8-koepfiges Team jederzeit ein 12-koepfiges Team schlagen kann. “Im Iditarod ist es Gang und Gebe, Hunde abzugeben wenn man die Kueste erreicht um ein kleineres und pflegeleichteres Team zu erlangen.
Dies heisst, dass eigendlich alles offen ist.
In Hinsicht auf Mackey weiss ich, dass er Anderson in den letzten Huegeln zwischen Pelly und Carmacks abschuetteln wollte. Dies ist ihm allerdings nicht gelungen. Falls er trotzdem Kontrolle ueber das Rennen bewahren will, muesste er morgen in Braeburn zur 8-stuendigen Zwangsrast mit zumindest einer Stunde Vorsprung auftauchen. Falls er dies nicht schafft, wird es ein Rennen bis zur Ziellinie geben……..

Ich bin mal gespannt, …..
zumindest ist es spannend.

Yukon Quest Trail Blog 10

Februar 18, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Sitze nun nach einem echt tollem Flug in Pelly Crossing.
Hier erstmal die neusten Nachrichten:
Es sind hier +2 C. Dies wird alle Musher ganz beachtlich verlangsamen, da sie ihre Hunde nicht ueberhitzen duerfen.
In Scroggie Creek habe ich mit Dave Dalton geredet und ihn gefragt was er von Brent Sass’ Spurt haelt. Seine lakonische Antwort war: “Er wird scratchen….”.
Keiner denkt, dass Brent etwas schlaues mit seinem Spurt macht, aber….. und hier kommt es, keiner kann viel oder lange bei den jetzigen Temperaturen tagsueber mushen.
Brent ist fast die ganze Nacht durchgelaufen wie man mir sagte. Damit hat er die kalten Nachttemperaturen ausgenuetzt und kann nun tagsueber lange rasten.
Die groesste Neuigkeit ist allerdings, dass Lance3 Mackey sich auf King Solomon’s Dome verfahren hat. Er meinte zu den Leuten in Scroggie, dass er dadurch ungefaehr 3 Stunden Zeit verloren hatte.
Er fuhr anscheinend in der Nacht ohne Stirnlampe um die Sterne zu bewundern und verfehlte an einer Abbiegung den reflektierenden Marker, der den Trail anzeigte.
Trotzdem kam er allerdings vor Anderson in Scroggie Creek an. Ich vermute, dass Anderson rastete und als ploetzlich Mackey an ihm vorbeimushte (der ja eigendlich haette vor ihm sein muessen), zog er den Schneehaken und machte sich an die Verfolgung. Mit anderen Worten….: Ken Anderson hat ca. 4 Stunden mehr Rast fuer seine Hunde. Wie der alte Rick Mackey frueher zu sagen pflegte: “Rast ist wie Geld in der Bank. Man muss es zur richtigen Zeit abheben.”
Wir erwarten Lance Mackey ca. gegen Mitternacht. Die Temperaturen werden das Rennen auf jeden Fall drastisch verlangsamen…..
Da Lance Mackey jetzt grade als erster in Stepping Stone angekommen ist, vermuten wir, dass er dort 6 Stunden rasten wird und dann in Pelly Crossing nur eine kurze Rast einlegt. Stepping Stone ist ungefaehr 4 Stunden von Pelly entfernt.

Yukon Quest Trail Blog 9

Februar 18, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Jedes Jahr waehrend des Rennens gibt es in Dawson City ein Musher Meeting in dem der vor ihnen liegende Trail besprochen wird. Nun, Lance ist schon weg und Kyla Boivin noch nicht hier. So haben wir das Musher Meeting und die Erklaerungen auf Film gebannt, so dass sich die beim eigendlichem Meeting nicht anwesenden Musher das ganze spaeter anhoehren koennen. Leider braucht man dazu nun meine Kamera, was mich vom Hochladen abhaelt.
Naja, habe zumindest Brent Sass auf’s Internet gestellt.
———-
Die Musher muessen jetzt von hier nach Scroggie Creek, einem Dogdrop, und von dort zum Checkpoint Pelly Crossing.
Grade ist einer der Piloten der ‘Yukon Quest Airforce’ vorbeigekommen und hat mir angeboten – falls er genuegend Platz hat- mich auf seinem morgigem Flug nach Scroggie mitzunehmen und mich dann am Abend in Pelly Crossing abzusetzen. Das waere natuerlich genial, speziell da zeitgemaesses Filmmaterial aus Scroggie recht selten ist.
Es wird sich aber erst morgen frueh um 8 Uhr (ich hasse diese Uhrzeit) herausstellen. Na, drueckt mir die Daumen.
Sebastian Schnuelle ist von Dawson mit einem Motorschlitten zurueck nach 40-Mile gefahren. Das ist eine Trapperhuette am Yukon. Nach einem Schneefall haben Boivin, Guimond und Ledwige anscheinend den Trail verloren und sind dorthin zurueck gekehrt. Sab legt jetzt eine neue Spur auf den Trail. Die Musher werden heute nacht erwartet.
Ok, heute abend muss ich mir endlich ein paar Bier leisten, denn bis Whitehorse werden wir alle nicht mehr viel davon sehen. Kneipen auf dem Weg nach Whitehorse: Null

Bis bald,
Peter

Yukon Quest Trail Blog 5

Februar 14, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Habe nochmal nachgefragt.
Mackey hat in 2006 23 Stunden nach Dawson gebraucht.
Er kann also fruehestens gegen 7 Uhr morgens dort am Checkpoint eintreffen. (Zeitumstellung ist hier eingerechnet.) Das Problem ist allerdings, dass es in Eagle inzwischen nur noch -2 C ist, womit sich das Rennen beachtlich verlangsamen kann um die Hunde nicht zu ueberhitzen.
Ich werde erst gegen 16-17 Uhr nachmittags in Dawson eintreffen, vom Einlauf also keine Videos schiessen koennen. Das sollte dafuer allerdings Ray McBath machen, der auch Videos schiesst.
Abends werden wir dann wohl fuer einige Zeit versuchenm Videos hochzuladen.
Aber fuer ein Bier werde ich immer Zeit haben….  

Viele Neuigkeiten gibt es eigendlich nicht. Julie Estey hat in Slaven’s Cabin nach langer Rast mit einer Knieverletzung aufgegeben, da sie es mit der Verletzung niemals durch die Eisschollen geschafft haette.
Normaler Weise brechen ein drittel der Teilnehmer das Rennen vor dem Ziel ab. Das Drittel ist jetzt schon in Slavens Cabin erreicht worden obwohl ein schwieriger Teil des Trails nochnichteinmal befahren worden ist (Chena Hotsprings bis Mile 101 mit Boulder und Rosebud Summit).
Ann Ledwidge, die Slaven’s Cabin mit nur 7 ihrer 14 Hunde verliess wird meines Erachtens in ihrer Heimatstadt Dawson aufgeben. Sie wird hoffentlich weniger Schwierigkeiten mit dem Eis haben als die ‘grossen’ Teams mit 13 Hunden, da sich ein kuerzeres Team zwischen den Eisschollen leichter lenken und besser zu kontrollieren laesst.

Peter

Yukon Quest Trail Blog 4

Februar 14, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Es ist 3 Uhr morgens in Eagle und die meisten Reporter sind nun ins Bett gegangen waehrend ich immer noch in der eher gemuetlichen, durch einen Holzofen gewaermten Buecherei sitze. Habe ein paar Videos hochgeladen und im 200 Meter entferntem Checkpoint muss grade wohl ein weiteres Team ankommen, da alle Hunde im Dorf am heulen sind.
Ich habe mich ehrlich gesagt ein bischen ueber die Ankunft von Ken Anderson nur 20 Minuten nach Lance Mackey gewundert. Es kann vielleicht doch noch ein Rennen werden. Ausserdem ist mir heute klar geworden, dass die beiden sich anscheinend gar nicht so gut verstehen. So wie Lance andeuten liess, reden sie seit ueber einem halbem Jahr nicht miteinander. Ich glaube nicht, dass diese Aussage ein Trick ist.
Lance hat sich zudem auch noch einen Schlittenkufen kaputt gefahren, den er nur halbwegs reparieren kann.
Wie er uebrigens ueber den Trail geflucht hat, darf ich hier garnicht beschreiben. Er muss saumaessig gewesen sein. Zudem habe ich ja schon erwaehnt, dass er die Trailbreaker ueberhohlte als sie in einer Huette am Yukon schliefen und nun denkt, dass er ca. 1 1/2 Stunden im Dunkeln herumgeirrt war um einen Trail zu finden, der fast garnicht abgesteckt war…..
Ken Anderson gab sich da gelassener. Ich kenne den Mann garnicht, aber als er in aller Seelenruhe die Fragen der Reporter ueber sich ergehen liess, meine er: “Ich habe die Teams hinter uns gesehen. Phillips, Neff, Sass und Kaduce sind alle am einbrechen. Ich bin mir ziemlich sicher, das Rennen wird zwischen mir und Lance entschieden werden.”
Also Nerven hat er schon. Dafuer wusste er aber auch ein bischen mehr ueber die Teams die grade erst in den Checkpoint kommen, da er sie dort draussen gesehen hatte.
Sie werden weitere Hunde hier in Eagle abgeben muessen. Mal sehen wie der Kampf zwischen Anderson und Mackey ausgeht, bin aber immer noch gespannt auf Dalton. Die Sache spitzt sich zu.
In Richtung der Yukon Territories sollen die Temperaturen in den naechsten Tagen bis auf 0C ansteigen.
Oeffter Mal was neues…..
Bis spaeter.

Peter

« Vorherige Seite