Mile 101 Blog 4

Januar 7, 2008 by  
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Erst einmal vielen lieben Dank fuer die Antworten auf’s Blog und wie immer an Ragnar fuer’s Forum.
Die offizielle deutsche Seite des Rennens (dies fuer ‘amarok’) heist uebrigens
http://www.yukonquest.info  
Die englischsprachige Site des Rennens laesst sich unter
http://www.yukonquest.com erreichen.
Das Rennen beginnt um 21 Uhr abends deutscher Zeit am 9 Februar.

An Nordmann:
An eine Aenderung der Rennstrecke glaube ich fast nicht mehr. Zumindest rollte ein mir bekannter ‘Offizieller’ vor 14 Tagen nur die Augen (gegen Himmel guckend) ueber’s Thema und als ich hoeflich nachfragte ob Mile 101 bestehen bleiben wird, winkte er mit einem ‘also darueber wuerde ich mir erst Recht keine Gedanken machen’ ab.
Dies ist auch der Grund, wieso ich dieses Blog begann und die Jungs zusammenrufe.
Es steht auf jeden Fall fest, dass letztes Jahr nach dem Rennen keiner nach einem neuem Trail geguckt hat und wir dieses Jahr immer noch nicht genug Schnee haben um einen neuen Trail zu finden. Davon abgesehen wurden die Regeln fuer’s 2008 YQ im August veroeffentlicht und lassen sich recht schlecht aendern. Da sind wir auf jeden Fall drin und muessen Musher im Gegensatz zu anderen Dogdrops an und abmelden.
Zwar habe ich dem Yukon Quest Buero in Whitehorse angeboten, wieder einen Teil der Videos und Berichte zu uebernehmen aber bisher keine Antwort erhalten und auch ueber’s Jahr nicht mehr viel von ihnen gehoehrt seit ich als Leiter des Webseitenkommittees zuruecktrat.
Allerdings hat Carsten Thies mir angeboten mit seinem Photographenteam nach Dawson zu fahren.
Mal sehen, was passiert.
Im Prinzip wuerde ich wahrscheinlich weit mehr Spass haben einfach nur ein Blog und Filmmaterial zu machen als den Stress der alaskanischen Webseite auf meinen Schultern zu spueren.

An Renate:
Falls es anderen Leuten in diesem Blog nicht zu langweilig wird kann ich die Jungs gerne einzeln und mit Photos vorstellen. Der Winter ist lang und wir haben nur 4 Stunden Sonnenlicht (oder bei Bewoelkung 3 1/2 Stunden Daemmerung) im Augenblick.
Zeit habe ich also genug und die Leute sind sicherlich interessant genug.
Also dann mal weiter…..

Mile 101 Blog II

Januar 3, 2008 by  
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Obwohl das Quest seit dem Eagle Summit Drama in 2006 sehr gluecklich ueber unser Tech-Team und unserer Verbindung zur Aussenwelt ist musste ich zu meinem eigenen Leidwesen feststellen, dass Brad in 2007 fuer die von ihm gestellte Satellitenschuessel, Benzin und Internetverbindungen ueber seine persoenlichen Konten und fuer seine Arbeit immer noch nicht vom YQ bezahlt wurde.
“Im Prinzip ist es eine Schande, aber ich rege mich nicht drueber auf.”
Unser Gespraech ging in eine eher ungewuenschte Richtung: “Seit Jahren ist das Yukon Quest damit beschaeftigt sich ueber Mile 101 aufzuregen. Vielleicht sollten wir Mile 101 einfach mal so laufen lassen wie es anscheindend gewuenscht wird:
Kein Internet, keine Mahlzeiten fuer Musher oder Handler, keine Lager zum schlafen.”
Ja, vielleicht sollte wir dies tuen um dem Rennen zu zeigen was wir denken…., aber wir sind nicht fuer das Rennen da, sondern fuer die Musher.
Natuerlich wird Brad wieder eine Satellitenschuessel aufbauen und das Internettelephon installieren, das in 2006 so viel Hilfe geleistet hat.
Es geht uns ja wie gesagt nicht um’s Rennen sondern um die Musher.
Brad kommt zurueck…..
Danke, Brad !!
Eric Cosmutto….
ein 9000 $ Motorschlitten und 20 Jahre Winterwildniserfahrung auf Flusseis und Bergen.
Ihm galt mein naechster Anruf.
Als Manager des 101 Dogdrops hielt ich es schon vor Jahren fuer wichtig zumindest einen erfahrenen Motorschlittenfahrer im Team zu haben. Man darf Eagle Summit nicht unterschaetzen aber es war seit langen Jahren klar, dass irgendjemand genau dies tuen wird.
Monte Barnett war unser bester Motorschlittenfahrer von 1998 bis 2004. Dann allerdings wurde er stolzer Vater von Zwillingen und musste etwas mehr Geld verdienen um seine beiden Soehne (inzwischen uebrigens drei) gross zu ziehen.
Ich setzte eine Anzeige ins Internet um einen neuen – aber erfahrenen – Motorschlittenfahrer in unser Team zu bringen.
Eric Cosmutto war ohne Zweifel die beste Wahl.
Sein militaerischer Hintergrund (Survival) und sein Lachen brachte jeden alten 101 Crew Member dazu ihn sofort zu moegen.
Ich zeigte damals im Dogdrop auf Eagle Summit und meinte:
“Tue den Mushern einen Gefallen, fahr da hoch und markiere den Trail.” – “Kein Problem”, … und dann natuerlich eben Eric’s typisches Grinsen mit den Gesichtszuegen eines Mannes dem der 45. Geburtstag nicht quer im Magen liegt.
Angst hatte ich um den Mann nur einmal.
Die nie erzaehlte YQ Geschichte des 2006 Dramas auf Eagle Summit begann eigendlich damit, dass selbst ich nicht mehr erlaubt war zu filmen. Angst breitete sich aus und einem Kameramann der damals noch filmte, wurde von den ‘Offiziellen’ einfach der Film weg genommen. Danach wurde er rausgeschmissen.
Hans Gatt’s 2006 Kommentar nach der Ueberquerung von Eagle Summit “Ich wuerde mich nicht wundern, wenn heute nacht dort oben jemand stirbt” war absolut unnoetig, fuehrte aber zu weit mehr als er sich damals dachte.
5 Musher und ueber 50 Hunde waren am kommenden Tag auf Eagle Summit verschollen.

Unser Motorschlittenfahrer Eric ruestete sich mit einem kleinen Rucksack, Wasser und einem Funkgeraet aus: “Ich finde die schon….”
Eine Stunde spaeter hoehrten wir ihn durch Rauschen ueber Funk:
” Ich habe zwei Teams gefunden.  Beide Teams sind ok. Ich bin weiter zum Gipfel gefahren. Sichtweite ist 10 Meter. Schaetze Windgeschwindigkeit auf 60 mi/hr. (90 km/h) Ich habe mich eingegraben und werde auf besseres Wetter warten. Irgendwo hier in der Gegend bibt es Kliffe… habe keine Lust ueber irgendeine Kante zu fahren. Schalte das  Funkgeraet aus um Batterie zu sparen. Ist das angekommen….?”
“Haben wir verstanden, Eric.” – “Verdammt kalt hier oben, werde das Funkgeraet jetzt ausschalten. Eric… out”
Ein recht unterkuehlter Eric kam 6 Stunden spaeter ins Camp zurueck nachdem der Sturm nachliess und gab dem Piloten des US Airforce Blackhawk Helikopters GPS-Daten um Musher vom Berg zu evakuieren.
Eric ist ein wichtiger Teil unseres Teams, aber die YQ Trailbreakers haben dies auch herausgefunden. Das YQ hat ihn geheuert um den gesamten Trail zu fahren.
Ich bin froh, dass er trotzdem nach 101 rauskommt um den Trail bis zum Gipfel besser abzustecken und uns einen Trailreport zu geben.
(Ende Teil 2)

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