2010 Yukon Quest Trail Blog 7

Januar 21, 2010 by  
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Eric und ich waren dieses Wochenende in Mile 101 und haben lange rumgestanden um 27 Rastplaetze zu finden. Etwas Gebuesch muss weg, damit wir alle Musher unterbringen koennen, aber ansonsten ist alles ok. Auch hat sich die Auslandsreise von Eric verschoben. Er wird also waehrend des Rennens in Mile 101 bereitstehen. (Tiefer Seufzer der Erleichterung !!!)

Da wohl jeder gerne Photos mag, hier ein paar Photos von Eagle Summit und Mile 101, die Eric geschossen hat (all rights reserved, copyright ! …. und so).
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Zuerst Mile 101:
Wir mussten den Platz fuer Musher vergroessern und haben ein paar kleinen Weiden das Garaus machen muessen. Eric hat danach das gesammte Gelaende mit seinem Motorschlitten platt gefahren, damit der Wind den Schnee nicht wegweht. Der Untergrund ist sehr steinig. Dieser Blick geht vom oberen Teil des Rastplatzes zur Kuechenhuette, der einzigen Huette die Besuchern zeitweise zugaenglich ist. Die Linie der Strohballen markiert die Abgrenzung zwischen Rastplaetzen und der Gegend in der sich Besucher aufhalten duerfen. Der Strassendienst hat uns jetzt schon zugesagt, dass er Mile 101 soweit mit Schneepfluegen bearbeiten wird wie wir es wollen. Dies ist der Grund wieso wir diese Barriere jetzt schon aufgebaut haben. Pfluegt uns bloss nicht die Rastplaetze fuer die Hunde….

Mile101

Das zweite Photo zeigt den Blick von der ‘Besucherseite”.
Rechts im Hintergrund ist ein Teil des Aufstiegs nach Eagle Summit zu sehen. Das dunkle lange Geraet zwischen den Strohballen ist Eric’s Schlitten, den er hinter seinen Motorschlitten spannt:

Mile101

Photos wie die folgenden machen es vielleicht leichter zu verstehen, wieso Musher auf Eagle Summit in einem Schneesturm vom Trail abkommen.
In diesem Photo liegt das Tal in Richtung Central unter einer Tiefnebeldecke.
Der Trail fuehrt in die nicht sichtbare Ebene und nur die umliegenden Berge sind zu sehen. 5 Teams verloren hier in 2006 ueber Nacht bei Schneetreiben und Winden von ueber 100 km/h den Trail. Sie hatten zwar in Mile 101 die Wetterwarnung gelesen, sich allerdings trotzdem auf den Weg gemacht und wurden spaeter von der US Airforce mit Blackhawk Helikoptern gerettet als sie vom Trail abkamen und schlussendlich in kleinen Hochtaelern im Tiefschnee stecken blieben.
Einer der Musher meinte: “…. und dann habe ich den Schlitten in den Wind gekippt und mich mit meinen Hunden dahinter vergraben. Wir hatten keine Ahnung mehr wo wir waren und haben einfach einen grossen Haufen aus Musher und Hunden gemacht. Ich hab sie alle von der Leine genommen und wir haben uns einfach zusammengeballt. Jeder von uns wusste worum es ging.”

Ein anderer der in 2006 geretteten Musher meinte: “Ich habe eine wirklich gute Stirnlampe, aber in dem Sturm konnte ich noch nicht mal mehr meine Leithunde sehen, geschweige denn den Trail. Als ich meinen Schlafsack aus dem Schlitten nahm hat ihn der Wind mir aus der Hand gerissen. Der Schlafsack verschwand in sekundenschnelle in der Dunkelheit. Ich konnte he nur knien. Aufrecht stehen war unmoeglich.”
Einige der geretteten Musher behaupteten spaeter, dass sie spaeter ohne Rettung zum Trail zurueckgefunden haetten falls kein Helikopter gekommen waere. Manchen haette ich dies zugetraut. Allerdings laesst sich bei 100 km/h Winden auch kein Kocher anzuenden um Schnee zu schmelzen. Wasser ist in solchen Situationen sehr wichtig.
Waehrend der Rettungsaktion in 2006 wurde laut Aussage der US Airforce von der Helikopter-Crew die staerkste Sturmboehe mit mindestens 92 m/hp (knapp 145 km/h) gemessen.
Zu dieser Zeit lagen saemtliche in den Schnee gesteckten Trailmarkierungen entlang des Passes allerdings schon flach. In diesem Photo sieht der Pass allerdings recht harmlos aus:

Eagle Summit

Spaet nachmittags mit der langsam untergehenden Sonne stand Eric auf dem hoechsten Punkt des Passes und photographiert nach Osten in Richtung Checkpoint Central. Das Tal liegt im Nebel. Die schwarzen kreisfoermigen Objekte sind Autoreifen. Es gibt hier oben nichts wo Musher ihre Hundeteams sicher anbinden koennen und der sturmverblasene Schnee auf dem felsigem Untergrund ist selten tiefer als 5 cm. Die Autoreifen sind im Boden verankert und sollen Mushern dazu dienen ihre Hunde mit einem Schneehaken zu sichern falls diese rasten oder nochmals absteigen wollen um einem anderem Musher zu helfen.
In 2009 war es Brent Sass, der nochmals zu Fuss abstieg um William Kleedehn zu helfen sein rebellierendes Team ueber den oestlichen Steilhang zum hoechsten Punkt des Berges zu bringen.
Auch er sicherte sein Team an diesem Platz, war aber nur einer der langen Liste von Mushern, die ueber die Jahre an diesem Punkt des Rennens lieber halfen als gut zu plazieren. So half auch Sebastian Schnuelle in 2007 drei Teams ueber den Steilhang.

Eagle Summit

Dieses Photo zeigt einen der fuenf Tripods, die auf Eagle Summit stehen um Mushern im Tageslicht die Navigation zu erleichtern. Sie wurden vom Yukon Quest in 2005 errichtet, nuetzen bei Schneestuermen allerdings wenig. Der lange Winter hat das dreibeinige hohe Gestell mit Eis und Schnee verkrustet.
Als Eric diesen Winter mit seinem Motorschlitten hoch zum Pass fuhr, fand er eines der Gestelle auf der Seite liegend und zum groesstem Teil mit Schnee verdeckt. Nur ein Fuss des Gestells ragte aus einer Schneewehe.
“Kannst du dir vorstellen was fuer Winde es bedarf soetwas umzukippen ?”, meinte er.
Eric will jetzt Bruchsteine an die Staender schnallen um sie vor dem Umkippen zu bewahren.
Schnee und Eis das sich auf dem Tripod abgesetzt hat ist ein Zeichen dafuer, wie schnell sich selbst gute Reflektoren, mit denen diese Staemme im Stirnlampenlicht der Musher nachts zu sehen waeren ebenfalls vereisen und unsichtbar werden.

Eagle Summit

Einige Musher kommen in Mile 101 an und sagen: “Wisst ihr, all der Mist ueber Eagle Summit, wie steil der Berg ist und wie schlimm alles ist scheint mir reichlich uebertrieben. Zugegeben, …. es ist schon ein ganz netter Huegel, aber alles andere ist weit uebertrieben.
Lasst uns alle auf gutes Wetter hoffen, denn dann ist Eagle Summit sicherlich nicht der schwierigste Teil des Rennens.

Peter Kamper ( Bilder Copyright by Eric Cosmutto )

2010 Yukon Quest Trail Blog 5

Januar 15, 2010 by  
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Als Naechsten rufe ich also Eric Cosmutto an.
Seine unermuedliche Trailarbeit und Hilfe ist weit mehr als man von einem Freiwilligen erwarten sollte. Wenn ich mit ihm rede denke ich immer daran wie viele andere Leute unerwaehnt und unermuedlich an Trails in ihrer Nachbarschaft fuer das YQ arbeiten.
Eric arbeitet fuer die US Airforce und reist um die Welt. Was er da wirklich macht weiss ich nicht. Er laesst sich darueber auch nicht aus. Ich frage nicht. “Peter, ich werde alles fertig stellen, aber es kann sein dass ich kurz vor dem Rennen den Kontinent verlassen muss.” Ich schucke einmal trocken. Die Neuigkeiten die Mike mir 15 Minuten vorher unterbreitet hatte waren eigendlich genug fuer einen Tag gewesen. “Entweder mein Partner oder ich werden eine Woche vor dem Rennen ausfliegen muessen. Wer immer der Zweite ist wird eine Woche nach dem Start des Rennens ausfliegen.”
Ein leicht sarkastisches Lachen bleibt mir in der Kehle stecken waehrend ich versuche diese Information zu verarbeiten: “Flieg als Zweiter”. Ich komme mir mit dieser Bemerkung selbst dumm vor. “Wir haben keinen Einfluss darauf, Peter. Falls es soweit kommt werde ich einen Ersatz fuer mich finden.” Ich lache mit bitterem Nachgeschmack: “Eric,… in dem Falle haettest du jemanden vor 6 Jahren trainieren muessen.” “Carsten wird nach Mile 101 kommen,” fuege ich hinzu. “Er meinte, dass er dir mit dem Trail helfen will.” Die Beiden kennen sich wie schon erwaehnt recht gut und haben viele Meilen des YQ Trails gemeinsam zurueckgelegt. “Na dann hast du ja jemanden.”
“Mike, … so gut Carsten auch ist….”. Ich vollende den Satz nicht. Wir unterhalten uns fuer weitere 30 Minuten ueber den Trail und 101. Ich kann spueren wie weh ihm die Nachricht tut.

In ein paar Tagen werden wir wohl mehr wissen.

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Obwohl wir im Augenblick nicht mehr wirklich wissen welche Leute der alten Mannschaft zurueck kommen, bin ich sehr froh, dass wir ein paar neue Crewmitglieder aufgenommen haben. Carsten Thies kann wahrscheinlich Eric Cosmutto’s Job uebernehmen und Jesse Holmes hat genuegend Erfahrung um auf die eine oder andere Weise Mike Bowman’s Praesenz auf dem Rastplatz zu ersetzen.
Beide Jungs sind wirklich gut und haben mein Vertrauen. Allerdings kann keiner von ihnen mit Mike’s und Eric’s Erfahrung mithalten wenn es zu einer brenzligen Situation kommt. Es ist wieder einmal ein Zeichen, dass wir fuer jedes langjaehriges Mitglied des Checkpoints einen Ersatz brauchen. Dies gilt auch fuer mich. So seltsam es klingen mag, …. es ist Zeit eine juengere erfahrene Crew auszubilden. Jesse Holmes wird nur der Anfang sein.
Wir werden erst am kommendem Wochenende sehen wie sich diese Geschichte entwickeln wird.

Peter Kamper

2010 Yukon Quest Trail Blog 4

Januar 12, 2010 by  
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Eric Cosmutto ist auch dieses Wochenende wieder nach Mile 101 gefahren und hat weiter am Yukon Quest Trail gearbeitet. Die Temperaturen lagen um -30 C, aber er zieht die lange Unterwaesche ja schon aus reiner Erfahrung an. Wirklich gute Motorschlittenfahrer koennen auch bei -40 C ihre Maschienen anwerfen, aber ich bin in dieser Hinsicht recht unerfahren.
Unser groesstes Problem in Mile 101 ist nun der wenige Schnee auf dem Trail. So schoen und schneereich die vorhergehenden Photos auch sein moegen wird der geringe Schneefall des Jahres auf hohen Bergkuppen oft weggeblasen. Eric faehrt den Trail als offizieller Trailbreaker jedes Wochenende ab um den Schnee auf dem Trail zu verdichten damit er nicht mehr weggeblasen werden kann. Die Wettervorhersage fuer die naechsten 5 Tage stellt auch keinen Schnee in Aussicht, …. nur fast konstante 30 C unter rein blauem Himmel.
Dies ist natuerlich die kaelteste Zeit des Jahres:
Nur 4 Stunden Sonnenlicht, ein Boden der bis auf einen Meter Tiefe die letzte Waerme des Sommers lange vergessen hat und ein Land, das seit ueber drei Monaten im Winterschlaf liegt. Wir hoffen auf mehr Schnee fuer die Hunde des YQ … und natuerlich auch fuer die Musher.
Echt !

Mike Bowman ist auch nicht mehr der Juengste. Er braucht eine Knieoperation. Da er ganz frueher mal Hundefuehrer in Vietnam war , wird ihm die Operation bezahlt: “Peter, morgen muss ich nach Anchorage fahren und spaetestens uebermorgen werde ich wissen wann sie mich operieren werden.” Ich stutze: “Du willst mir doch nicht sagen, dass du nicht nach 101 kommst?” “Naja, ich weiss nicht wann sie mich operieren wollen. Entweder geben sie mir noch mal eine Spritze und operieren mich nach dem Rennen oder ….. davor.”
“Und dann… ?”. – “Oh, ich komme. Sie haben mir gesagt, dass ich nach ein paar Tagen wieder laufen kann.”
Mit dem Telephon am Ohr schuettel ich den Kopf: “Ja Mike, … damit meinten die Aerzte den Weg vom Schlafzimmer zum Klo, aber sicherlich keinen Ma…. durch verwehten Schnee in Mile 101.” – “Ach, die Aerzte haben keine Ahnung wer ich bin…”, Mike klingt fast empoert. “Vielleicht muss ich dann eben mit meinem Motorschlitten rumfahren anstatt zu laufen.”
Typisch Mike, …. es gab wenig was ihn je aufgehalten hat.
Ich atme einmal tief durch: “Was zum Teufel ist mit deinem Knie los ?” “Falls ich einen falschen Schritt mache biegt sich das Knie nach hinten durch ,… und wenn ich es zuweit durchbiege kann ich das Knie fuer immer vergessen. Das ist zumindest die Ansicht der Aerzte, aber was die so erzaehlen ist eh….”
Ich frage nicht weiter sondern unterbreche ihn:
“Halt das Knie still, Alter. Wie waer’s wenn du den Check-in fuer die Musher in 101 machst. Ob du nun operiert wirst oder nicht,… am 7. Februar wirst du sitzen oder stehen aber sicherlich nicht rumlaufen.” Mike ist eher empoert. “Ja, …. aber….”, meint er.
In ‘normalen’ Checkpoints streiten sich Leute darum Musher offiziell begruessen zu duerfen. In vielen Faellen nehmen Checkpoint Managers diesen Job am liebsten selbst auf sich. Mike ist allerdings eher empoert ueber diese Idee.
“Aber ich muss doch das Rastgebiet auslegen.” “Richtig, und dies wirst du mit einem Motorschlitten unterm Hintern und einem Zeigefinger machen falls die Aerzte ein Messer ans Knie setzen.” Mike grummelt laut am Telefon. Er braucht keine Hilfe, meint er. In meiner Gegenantwort stimme ich ihm zu: “Natuerlich brauchst du uns nicht. Die Crew braucht dich, … und wenn du da draussen umfaellst bist du recht nutzlos.” Mike ist ein intelligenter Mann und versteht was ich meine. Obwohl nur ein grollendes “Hm..” ueber das Telefon zu hoeren ist weiss ich, dass er mir zustimmt.
Die meisten Musher im ‘Checkpoint 101′ werden sicherlich von ihm begruesst werden.

Jesse Holmes wird zumindest fuer 2010 in die Spuren von Mike Bowman treten.
Allerdings hat Jesse sich dieses Recht und die damit verbundene Herausforderung hart verdient.

Spaeter rief ich Eric Cosmutto an. Er arbeitet fuer die US Airforce.
Vieleicht haette ich dies nicht tuen sollen, denn auch er erzaehlte eine Geschichte die nicht in meine Idee des YQ 2010 passte…

Peter Kamper

2010 Yukon Quest Trail Blog 3

Januar 8, 2010 by  
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Eric Cosmutto hat nun den ersten Wintertrail von der Chena Hotsprings Road nach Mile 101 gebrochen und ein paar Photos zurueck gebracht. Der Trail des jaehrlichen Yukon Quest Rennens wird von sogenannten ‘Trailbreakers’ gelegt. Diese kennen die Trails in ihrer Gegend.
Die oft erwaehnten ‘YQ-Trailbreakers’ des Yukon Quest oder des Iditarod folgen meist nur den Trails der lokalen Trapper und Motorschlittenfahrer. Bede Rennen sind entlang des Trails immer auf Einheimische angewiesen.
Eric, der aus Northpole, einer Kleinstadt nahe on Fairbanks stammt und seit Jahren ein Teil der 101 Crew ist, hat sich allerdings bereit erklaert dieses Jahr den Trail ueber Rosebud und Boulder Summit bis hin zu Eagle Summit zu brechen.
Hier… nur um die nie erzaehlte Geschichte des Rennens zu eraehlen, ein paar Photos:

Eric Cosmutto’s Kommentar zu diesem Photo:” Dies ist der Trail, … oder zumindest die Richtung in die wir ihn legen sollten:

yukon quest 2010 Trail

Trapper und Motorschlittenfahrer arbeiten seit langem entlang des YQ-Trails zusammen um dem 1600 km Trail des Rennens zu legen.
Viele Leute entlang der Rennstrecke unterstuetzt das Rennen auf die eine oder andere Art. Manche fahren ihre Motorschlitten zu Schrott um in schlechten Jahren regelrecht einen Trail aus dem Eis des Yukon Rivers oder den umliegenden Bergen herauszupruegeln. Die Geschichte dieser Leute wird nie erzaehlt obwohl sie eigendlich zumindest genauso wichtig ist wie die der beruehmten Musher die den Trail angehen.
Ich kann nur Photos zeigen, die einen kleinen Teil des Trails abdecken.
Ob ‘Checkpoint 101′ oder ‘Checkpoint Pelly Crossing’, die wahren Mithelfer des Rennens sind ohne Zweifel schon zwei Monate vor dem Rennen auf dem 1600 km Trail unterwegs.
Hier ein schoener Blick auf das Tal des Birch Creek von Rosebud Summit bei -25C und klarem Himmel.
Eric hat die Erfahrung um den ‘ersten’ Trail des 2010 YQ ueber Boulder und Rosebud Summit zu legen.

yukon quest 2010 trail

Viele der immer unerwaehnten Traibreaker muessen an vermutlichen Gefahrenstellen oft anhalten um einen sicheren Weg fuer die Musher zu finden.
Dieses Photo wurde an Eagle Creek geschossen. Das Eis im Hintergrund ist wieder einmal unter dem Druck des Wassers gebrochen. Eric weiss, dass die Bruchstelle weiterhin Wasser an die Oberflaeche pumpen wird.
Dies nennt sich ‘Overflow’.
Obwohl es erst Dezember ist und man nur ahnen kann was der Fluss im Februar machen wird sollte der Trail vom Bach ferngehalten werden. Der Dampf im Hintergrund ist offenes Wasser, das sich bei -20 C durch das Flusseis drueckt. Eine Kreuzung des Baches ist hier eher unsinnig.

yukon quest 2010 trail

Als Fazit sollte wohl gesagt werden, dass diese drei Photos nur ein kleines Bild dessen ergeben was freiwillige Helfer schon Monate vor dem Start des YQ 2010 tuen um sicher zu stellen, dass der Trail des YQ 2010 gut gelegt worden ist.
Dann kommt allerdings das Flusseis, dann die Stuerme und der Overflow, der innerhalb von 24 Stunden ein eisiges Flusstal mit 40 cm Wasser fuellen kann.
Man weiss ja nie…..

Peter Kamper

2010 Yukon Quest Trail Blog 2

Januar 5, 2010 by  
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest

Noch ca. 30 Tage bis zum Rennen, …. und vielleicht Zeit mal wieder ein ‘Update’ zu schreiben:
Unsere Crew sieht inzwischen wirklich gut aus. Eric Cosmutto, unser Trailexperte wird genauso wie Mike Bowman, unser Spezialist fuer den Rastplatz sowie Kevin Abbnet unser Funker und Elektroniker werden wieder kommen. Russ Busby, ein erfahrener Musher und mehrmaliger YQ-Veterane wird mit grosser Sicherheit auch kommen. Er hatte es sich gewuenscht, das Rennen mal aus anderer Sicht zu sehen. Auch seine Erfahrung wird uns sicherlich zu Gute kommen.
Dann erhielt ich einen lang erhofften kurzen Brief von Rainer Fischer, der schon mehrere Male als ‘Marathon Koch’ in Mile 101 mitgeholfen hat und unter anderem auch bei der Helikopter-Rettungsaktion in 2006 Musher versorgte bis uns ganz am Schluss das Futter ausging. “Wann soll ich denn auftauchen”, fragte er. Rainer war ueber die Jahre der beste und unermuedlichste Koch mit dem wir je gearbeitet hatten. Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt, wird bei uns normaler Weise fuer ca. 36 Stunden durchgehend gekocht. Eine lokale Musherin namens Goerganne Hamphton wird Rainer beisseite stehen, aber ihn zurueck zu haben ist beruhigend.
Vor drei Tagen rief mich dann auch ploetzlich noch Carsten Thies an ( http://www.carstenthies.com ), der einigen Yukon Quest fans wahrscheinlich als langjaehriger Yukon Quest Photograph und als Producer der letztjaehrig vom NDR produzierten YQ-Dokumentation ‘Im Banne des Yukon’ bekannt sein sollte. Er ist ein hervorragender Motorschlittenfahrer und hat langjaehrige Erfahrung mit dem YQ, dem Trail und auch Eagle Summit: “Wenn du Lust hast, helfe ich mit. Vielleicht kann ich Eric Cosmutto ja dabei helfen den Trail in Stand zu halten.” Ein besseres Angebot haette ich mir nicht vorstellen koennen. Damit hat Eric nicht nur einen Partner falls Dinge brenzlich werden, was wir nicht hoffen, sondern wir koennen im Notfall auch den Trail in zwei Richtungen abdecken.
Ansonsten wird auch Jesse Holmes zurueckkehren, der schon in 2009 mit uns zusammenarbeitete. Mike Bowman hatte ihn rekrutiert.
Wer das Yukon Quest Rennen jaehrlich verfolgt wird sich an 2008 erinnern koennen als der Yukon River zweimal frohr und zu einem Schlachtfeld aus Eisschollen wurde. Lance Mackey ueberholte nachts aus Versehen die Trailbreaker und folgte auf dem Eis einer Schlittenspur fuer 10 Meilen, die er fuer den YQ-Trail hielt. Als ihn die Trailbreaker einhohlten und ihm sagten, dass sie keine Ahnung hatten welchem Schlittengespann er gefolgt war, meine der Musher damals: “Wer immer das auch ist. Der Musher ist verrueckt. So einen Trail will ich nicht fahren.” Wie sich spaeter herausstellte war der Musher Jesse Holmes gewesen, der zwei Tage vor Mackey privat mit seinen Hunden den Yukon von Fairbanks aus nach Eagle nahe der Grenze zum Yukon Territory hochgemusht war um dort Freunde zu besuchen. Als wir dies aus reinem Zufall waehrend einer Plauderei in Mile 101 in 2009 erfuhren und ihm Lance’s Geschichte erzaehlten, guckte er uns verdutzt an: “Na, so schlimm war das Flusseis doch wirklich nicht.”
Jesse’s Team besteht allerdings aus gut trainierten Arbeitshunden und er musste kein Rennen fahren. “Du warst das ?” Wir haben damals schallend gelacht als wir ploetzlich die Aufloesung des ‘Raetsels um die misterioese Spur auf dem Yukon Eis’ erfuhren. Jesse guckte eher schuldig als stolz drein.
Er ist allerdings einer der Menschen hier in Alaska, die sich auch im letzten Jahrhundert in diesem Land ohne Probleme zurecht gefunden haetten. Um so besser ist es, ihn in wieder in unserer Crew zu haben.

Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt brauchen wir immer mehr Freiwillige als wenn das Rennen in Whitehorse startet. Da wir nun ein Checkpoint mit einer vorgeschriebenen Zwangsrast von 2 Stunden fuer Musher sind, werden wir zu Zeiten bis zu 20 Teams im Checkpoint haben.
Damit wurden dieses Jahr zum groessten Teils alt-erfahrene Musher als Freiwillige eingeladen um den Rastplatz unter Kontrolle zu halten. Unser Team rundet sich mit Jan DeNapoli, einer langjaehrigen 47-jaehrigen Musherin aus Two Rivers und Mindy Juliana ab. Jan hat mehrere Male als Handler fuer YQ-Teams entlang des Trails gearbeitet und kennt fast alle Musher des Rennens.
Mindy, die schon einmal bei uns mitgeholfen hat und ein gutes Auge fuer Logistik hat wird eine kleine Landkarte an der Wand der ‘Kommunikations-Zentrale’ (einer kleinen Huette, die nur fuer offizielle Rennrichter und Tieraerzte zugaenglich ist) up-to-date halten in der alle rastenden Teams in 101 mit Standort verzeichnet sein werden.
Dies soll den Tieraerzten und Rennrichtern dabei helfen Musher schneller zu finden um alle noetigen Untersuchungen durchfuehren zu koennen.

Da ich aus Regelgruenden einen ‘Assistant Checkpoint Manager’ nennen musste, habe ich Mike Bowman dafuer ausgewaehlt, was ihn ziemlich empoerte:
“Ich will keinen Titel.” – “Mike, …. ich musste jemanden waehlen. Die Regeln verlangen dies. Tut mir Leid.” – “Falls was schief geht und jemand interviewed wird, machst du das aber, richtig ?” – “Ja, Mike, … keine Sorge.”
Nach 14 Jahren Erfahrung als Dog Drop Manager in Mile 101 und 6 Jahren entlang des Trails ist dies eigendlich auch meine Aufgabe.
Wie schon oft erwaehnt gibt es bei uns eigendlich keinen Checkpoint Manager obwohl mir der Titel zufaellt. Dieser Titel ist zwar fuer viele Checkpoints noetig, macht allerdings bei uns wenig Sinn. Die Leute die ich um Mile 101 versammelt habe sind in jeder der von ihnen gewaehlten Aufgabe weit besser als ich. Mich als ‘Manager’ aufzuspielen und zu versuchen ihnen zu erklaeren was sie alles tuen muessen, waere laecherlich.
Ich habe auch selbst einiges gelernt.
Es ist nicht leicht Mile 101 zu bemannen, aber indem ich mich nicht aufspielte und damit nicht jedem Mitglied der Crew in den Weg kam um erfahrenen Leuten als ‘Manager’ genau zu erzaehlen was sie meiner Ansicht nach zu tuen hatten, haben sich hervorragende Menschen in 101 zu einem Team verbunden.
Mehr als einer der ‘alten Garde’ von 101 hat mir ueber die Jahre gesagt: “Peter, wenn du das hier nicht leiten wuerdest, dann waere ich nicht zurueckgekommen.”
Ohne Uebertreibung ‘leite’ ich allerdings mit grosser Sicherheit die erfahrenste und am besten ausgeruesteste Checkpoint Crew des YQ.
Eines muss nochmals aufgeklaert werden:
Ich bin anscheinend vom Dogdrop Manager zum Checkpoint Manager aufgestiegen. Es ist ein Titel fuer den mir schon oft gratuliert wurde.
Ich trage wie schon oft erwaehnt diesen Titel aus einem einzigem Grund:
Musher sollten vor dem Rennen Drop Bags in Mile 101 hinterlegen koennen. Falls wir nicht zum Checkpoint geworden waeren, waere dies den Regeln nach nicht moeglich gewesen.
So hoehre ich jetzt: “Du bist doch jetzt Checkpoint Manager. Toll… Gratuliere… !!” Ich laechele dann ohne grosse Begeisterung. Die Bezeichnung ist mir eher peinlich. Mein Titel macht wirklich keinen Unterschied.
Es ist die Crew die 101 ausmacht. Ich bin es sicherlich nicht.
Wir sind einfach alle froh Drop Bags fuer Musher bereithalten zu koennen.

Im Rueckblick haben wir etwas geschaffen was der Philosophie des ersten Yukon Quest in 1984 und der Idee des eigendlichen Trails der Schlittenhunde-Brieftraeger des fruehen 20ten Jahrhunderts entlang des Yukon sehr nahe kommt: Jeder hilft entlang der Strecke. Keiner ist der Boss. Was zaehlt ist die Gastfreundschaft entlang des Trails.
Einer fuer alle, alle fuer einen, und der Erfahrungswert der Mile 101 Crew sollte jegliches Problem loesen koennen.
Auch sollte nicht vergessen werden, dass ein alterfahrener Musher nahmens John Schandelmeier, der das YQ zweimal gewann… auch zum zweiten Mal den Yukon Quest Trail auf der alaskanischen Seite legen wird.
Selbst bei schlechtem Wetter sind inzwischen die schlimmsten moeglicher Weise auftauchenden Probleme abgedeckt worden.
Es sollte also keinerlei Probleme geben obwohl diese Worte an #3 meiner persoenlichen Liste von beruehmten letzen Worten steht.

Mile 101 ist von Natur aus ein etwas unuebersichtlicher Rastplatz. Damit hatte ich Hans Oettli, den Race Marshal fuer 2010 angeschrieben und gebeten uns Rennrichter zu schicken die schon Erfahrung mit Mile 101 haben. Netter Weise antwortete er uns: “Ich werde selber kommen und als Rennrichter Thomas Tetz mitbringen.”
Herr Tetz, ein erfolgreicher YQ-Veteran und deutscher Auswanderer hat schon mehrere lange Naechte in Mile 101 als Musher und auch als Rennrichter verbracht. Hans Oettli kennt Mile 101 ebenfalls recht gut. Die Ruhe und Erfahrung die er ausstrahlt wird dem Rennen zu Gute kommen. Wir sind alle gluecklich ueber diese Wahl.
Jetzt muessen wir nur noch unsere Proviant-Liste fuer Mile 101 zusammenstellen.

Obwohl neusten Meldungen nach nur 27 Musher am YQ teilnehmen werden (man weiss ja nie), sieht die um den Sieg kaempfende Gruppe des YQ recht interessant aus.
Allerdings wird auch das YQ 300 einige Stunden nach dem eigendlichem Rennen in Fairbanks beginnen.
Das YQ 300 ist ein Qualifikatons-Rennen fuer den Iditarod und das YQ. Das 450 km Rennen, das in 2010 ueber Rosebud, Boulder und Eagle Summit fuehrt ist abgesehen vom CD300 ohne Zweifel eines der haertesten Qualifikations-Rennen fuer den ID und YQ. Dies gilt zumindest fuer die graden Jahre (2008/2010) in denen es in Alaska stattfindet.

Wir als Crew freuen uns drauf.
Junge Musher die versuchen in einem solchem Qualifikationsrennen herauszufinden was sie und ihre Hunde – das Team – handhaben koennen, sind fuer uns oft weit interessanter als Leute wie Mackey und Gatt.
Die Crew freut sich wirklich auf’s YQ 300 und die Teams des Rennens.
Dazu werde ich allerdings erst spaeter mehr schreiben.

Bis dann,
Peter

2010 Yukon Quest Trail Blog 1

Januar 5, 2010 by  
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2009 war erstaunlicher Weise das erste Jahr in dem wir vom Yukon Quest anerkannt wurden.
Zuerst wurden wir als Dogdrop wie immer missachtet, aber eine neue ‘Race Coordinatorin’ namens Josea Busby war fuer das Rennen gewaehlt worden und wollte mit mir ueber den Dogdrop reden. Na, das konnte ja spannend werden….
Da wir eh ein 101-Treffen geplant hatten wurde sie von der Crew zu einem Treffen in ‘Ivory Jacks’ eingeladen. ‘Ivory Jacks’ ist eine Bar/Restaurant im Gloldstream Valley nahe Fairbanks. Die Besitzer haben Mile 101 jaehrlich seit ueber einem Jahrzehnt mit Proviant versorgt.
Josea war die erste ‘offizielle’ Person des YQ die anscheinend dachte, dass Mile 101 wirklich etwas Hilfe brauchen koennte. Es war fuer uns recht ungewohnt, gefragt zu werden was wir in 101 brauchen. Mit wachsender Begeisterung bot sie uns Generatoren, Oefen, Ofenrohre und aehnliches an. Eigendlich hatten wir zu ihrem Erstaunen fast alles was wir brauchten.
Als sie schlussendlich anbot eine Gruppe Freiwilliger zusammenzustellen die uns abloesen koennte falls wir muede werden wurde es uns fast ungemuetlich. Eine Abloesung brauchten wir nicht. Einige von uns waren dem Angebot gegenueber sogar etwas misstrauisch. Abloesung ? In Mile 101 … ? Wie bitte Wir waehlen unsere eigene Crew.
Wir brauchten Benzin, Holzoefen um die alten Oeloefen auszuwechseln, Markierungsstoecke um den Trail zu markieren und mehr Proviant.
“Werde mal sehen was ich tuen kann”, meinte die erstaunlich junge Dame, die in einem alaskanischem Goldgraeberdorf namens Chicken aufgewachsen war. Wir waren beeindruckt, … und eigendlich gab es wenig was uns beeindrucken konnte.
Am Schluss bekamen wir fast alles wonach wir gefragt hatten, ausser natuerlich dem gefragten Proviant. Dies allerdings lag nicht an der Dame die ihr bestes getan hatte um uns zu versorgen. Wir hatten ja auch immer noch ‘Iory Jacks’.
Am Abend in Ivory Jacks brachte Mike Bowman schlussendlich eine unschuldige Frage auf, die uns spaeter retten wuerde: “Wir haben Generatoren, aber eine grosse elektrische Kaffee-Maschiene, …. so was wie Restaurants haben, das waere toll.” Er zuckte mit den Schultern und fuegte unschuldig hinzu:” Hey, … keiner von uns wird viel schlafen und fast alle Musher trinken Kaffee.”
Josea Busby notierte den Gedanken der uns schlussendlich waehrend des 2009 Rennens ueber eine lange sorgenvolle Nacht wachhalten wuerde.
Wieder einmal war es dann Eric Cosmutto, der mit seinem Motorschlitten auf Eagle Summit fuhr um die ‘verlorenen’ Musher des 2009 Rennens vor Tagesanbruch zu finden. Zum ersten Mal hatte uns das YQ allerdings Benzin fuer Motorschlitten und Generatoren geliefert.

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Ich habe 14 Jahre als ‘Dogdrop-Manager in Mile 101 verbracht.
Viele Jungs der alten Crew sind fast vergessen. Nur Kevin und ich sind uebrig.
Monte war frueher mal unser erster Motorschlittenfahrer. Keiner erwartete 1999 von uns, dass wir einen erfahrenen Motorschlittenfahrer parat zu haben. Monte war Schritt fuer Schritt genauso verlaesslich wie es heutzutage Eric Cosmutto ist, hatte allerdings damals noch nicht die extrem teuren Motorschlitten zur Hand, die uns heute zur Verfuegung stehen. Er war der erste professionelle ‘Mile 101 Trailbreaker’.
Heutzutage hat Monte drei junge Soehne und ist ‘Trucker’ auf dem Dalton Highway…, der Schotterstrasse die zu den noerdlich der Brooks Range liegenden Oelfeldern fuehrt. Es ist ein gefaehrlicher Job der viel Geld einbringt. Geld, das ein grosse Familie braucht. Eric uebernahm damals Monte’s job in 101.
Dann sollte noch Woody erwaehnt werden, der uns frueher immer zum Lachen bringen konnte und die Parkplaetze fuer Teams ausgelegt hat. Er ist heutzutage Lehrer in einem kleinem Indianerdorf am unterem Yukon und fuehlt sich dort wohl. Mike uebernahm seinen Job.
101 wurde durch viele gute Leute zu dem was es geworden ist. Die Tradition des ‘Chief of Trail’ oder des ‘Dog Lot Manager’ wurde vor ueber einem Jahrzehnt erfunden.
Nicht von mir…., sondern von Leuten die mit mir nach 101 fuhren um Mushern und ihren Hunden zu helfen.

Inzwischen haben sich ueber die Jahre ungefaehr 7 Race Marshals, 5 Haupttieraerzte und eine Menge anderer Tieraerzte und Rennrichter an ’101′ gewoehnt.
Es gab fuer mich in den letzten Jahren ausser ein paar ehrlichen Handschlaegen nicht viel zu tuen. Mike Bowman hat schon seit 5 Jahren den ‘Parkplatz’ fuer die Teams unter Kontrolle der einstmals Woody’s Stolz war.
Eric kuemmert sich um den Trail den frueher einmal Monte auf sich nahm.
Kevin ist wie immer unser ‘Computer-Geek’. Es ist eine Bezeichnung auf die der Physiker und Programmierer von der Uni in Fairbanks stolz ist. Jegliche offizielle Kommunikation mit dem Rest der Welt geht ueber ihn.
Die von mir zusammengestellte Crew imponierte mir mit dem Gefuehl meiner eigenen Ueberfluessigkeit.
Viel wichtiger ist allerdings, dass die Rennrichter und Tieraerzter mit uns vertraut sind und uns vertrauen.

Peter Kamper

2009 Yukon Quest Trail Blog 10

Februar 13, 2009 by  
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Mittwochabends werden die Musher der anwesenden Oeffentlichkeit vorgestellt.
Ich lasse die Studenten im Hotel und gehe ein bischen vorher zum Treffen. Die Musher muessen 200 Poster unterzeichnen. Bevor deren Handgelenke lahm werden, gehe ich herum und lasse die Poster fuer die Mile 101 Crew unterzeichnen. Es ist gut, alte Musher und neue Gesichter zu sehen.
Ja, auch dieses Jahr werden wir warmes Wasser fuer die Hundefuetterung und gutes Essen zur Verfuegung stellen.

Ueber 200 Leute kommen zum Treffen, an dem Musher sich der Oeffentlichkeit stellen. Viele der YQ-Musher sind ein bischen scheu. Sie sind mehr an Hunde und frische Luft gewoenhnt, als an einen mit Leuten vollgepackten Raum.
Ohne Frage war es natuerlich schoen, dass viele Veteranen des Rennens mich begruessten obwohl es sicherlich viele weit haerter arbeitende Freiwillige im Rennen gibt als mich. Wie die Musher all die Leute entlang des Trails im Kopf behalten koennen ist mir immer noch schleierhaft.
Sie erinnerten sich an mich, an Mile 101 mit seinen Geschichten und dem guten Essen, das ueber die Jahre seine Spur hinterlassen hat. Dieser Ruhm gilt eigendlich guten Maennern wie Rainer Fischer und anderen Koechen, die unsere Kueche bekannt gemacht haben.
Ich rede nur kurz mit Hans Gatt und fasse meine Frage damit in wenige Worte: “Rennst du das Rennen um zu gewinnen oder trainierst du auf den Iditarod ?” – “Ich will gewinnen,” meint er.
Die kurze Antwort, in der Tonart wie er sie gibt, sagt mir mehr als ein langes Interview. Hans meint es Ernst.

Meine ‘Welpen’, das Videoteam, haben sich unter anderem Brent Sass fuer ihr Filmprojekt ausgesucht. Er will das Rennen ebenfalls gewinnen. Er ist hungrig auf einen Sieg. Ich diskutiere mit ihm das Ende des Rennens, das am Schluss fuer 300 km ueber mehrere schwierige Flusstaeler, Eagle Summit, Rosebud Summit und Boulder Summit fuehrt. “Ich habe in den Huegeln noerdlich von Fairbanks trainiert”, meint Brent Sass. “Ich glaube, dass wir in Hinsicht auf Berge das erfahrenste Team im Rennen sind.”
In dieser Hinsicht sind wir uns nicht ganz einig. Ich zaehle einige andere Teams zu der Kategorie von ‘Berg-Teams’. Dazu gehoehrt zum Beispiel John Little, Jason Mackey und auch Dave Dalton, dessen Hunde im Sommer Gletschertouren machen. Allerdings einigen wir uns trotzdem darauf, dass das Rennen zwischen Central und dem neuem Checkpoint ‘Two Rivers’ 70 km vor der Ziellinie entschieden wird.
Ich bin davon ueberzeugt, dass auch dieses Jahr Eagle Summit wieder eine Rolle spielen wird und er gibt mir Recht. Stunden spaeter finde ich heraus, dass auch andere Musher so denken.

Peter Kamper

2009 Yukon Quest Trail Blog 7

Februar 10, 2009 by  
Filed under yukonquest

Morgen frueh (Freitag) werden mein 12-jaehriger Sohn Lukas und ich hoch nach Twin Bears fahren um den Checkpoint fuer das Junior Yukon Quest zu eroeffnen. Er ist gluecklich, da es mehrere Holzoefen bedarf um die beiden grossen Huetten dort oben fuer Junior Musher zu beheizen. Immerhin kann er sich dann mit ‘Feuer-machen’ beschaeftigen.
Wir haben selbst einen grossen Holzofen im Haus und ich bin fest davon ueberzeugt, dass unser Haus noch nicht abgebrannt ist weil ich ihm gelehrt habe mit Feuer umzugehen anstatt ihm diese eigendlich fast magische Kunst in juengeren Jahren zu verbieten.

Er ist recht selbststaendig und wir werden in die grossen kalten Huetten eher als Partner anstatt als Sohn und Vater gehen um sie aufzuheizen. Er hat heute schon Birkenrinde gesammelt um die ersten Feuer heiss und schnell zu zuenden.
Natuerlich machen mir auch solche Kleinigkeiten Freude. Es ist erstaunlich wie schnell Kinder selbstbewusst ueber sich selbst hinauswachsen und Verantwortunegn uebernehmen, wenn man es versteht sein eigenes ueber 50 Jahre erlerntes Wissen nicht bei jeder Gelegenheit erklaeren zu wollen.
Ich nehme mir fest vor, diesen Grundsatz mit meinen Puppies entlang des Trails zu halten und weiss, dass dies fuer mich schwierig werden wird. Wer wird wen lehren ?
Ich bin mir vollkommen bewusst, dass mir ein zweischneidiges Schwert uebergeben wurde.

Heute habe ich ueber 20 Telephonanrufe beantwortet, und schlussendlich Mike Bowman angerufen. Mike hat den Mile 101 Dogdrop fuer die letzten 5 Jahre immer als erster eroeffnet. Er war es, der mit seinem Schaeferhund ‘Precious’ Mile 101 anheizte.
Wie ich heute erfuhr, hatte er vor einigen Tagen zwei kleine Stromgeneratoren in seine Huette gebracht um sie aufzuwaermen und zu ueberarbeiten bevor er sie nach Mile 101 bringen wuerde. Draussen herrschten Temperaturen von -30C, aber dies hielt ihn nicht davon ab spaeter seinen Motorschlitten anzuwerfen und diesen entlang der vorhandenen Motorschlitten/Mushing Trails 12 km fuer einen kurzen Besuch bis zu einem Bekannten zu fahren. Er lebt in einer sehr entlegenen Ecke unserer Gegend.
Nach 6 km versagte sein Motorschlitten. (einer der Gruende, wieso Hunde so viel besser sind….)
Nach misslungenen Versuchen den Motorschlitten wieder in Gang zu bringen (vermutlich Eis im Vergaser)machte er sich entlang des Trails zu Fuss auf, um zurueck nach hause zu gehen.
Mike lebt ohne Elektrizitaet. Als er schlussendlich 2 Stunden spaeter seine Huette erreichte, war er voellig durchgefrohren. -30 C sind eine ernsthafte Belaestigung unter unguenstigen Bedingungen.
Er wusste, das sein Holzofen nur noch Glut enthalten wuerde und sammelte auf dem Weg ins Haus (wie ich es auch tuen wuerde) einen Arm voll Holz von seinem gestapeltem Vorrat. Dann oeffnete er seine wie so oft in Alaska unverriegelte Tuer und war auf dem Weg zu seinem Holzofen, als ihm ploezlich die Beine unter dem Bauch weggerissen wurden.
Was ihn zum Fall brachte war einer der zwei kleinen benzingetriebenen Stromgeneratoren, die er fuer Mile 101 aus dem Schnee gezogen hatte und in seiner kleinen Huette aufwaermen wollte. Er strauchelte im Dunkeln, fiel … und traf mit dem Mund auf die Kante seines Esstisches. Als er aufstand und versuchte eine seiner im Haus montierten Gaslaternen (Propan) zu finden, spuckte er Zaehne aus. “Ich konnte kaum atmen. Ich hatte zu viel Blut im Mund.”

Er hat mir dies erst heute erzaehlt.
“Peter, das tut so weh,” murmelte er durch’s Telephon. Ich fluchte. Beim Zuhoehren taten mir meine eigenen Zaehne weh… Was immer die Goetter sich ausdenken, …. er hatte dies nicht verdient. Ich habe natuerlich hochgragige Schmerzmittel vorraetig, da ich sie manchmal fuer lange Touren ausgebe oder mir Teams soetwas nach ihren Kanutouren einfach hinterlassen (ich rueste im Sommer oft fuer lange ungefuehrte Kanutouren aus). “Hast du Schmerzmittel ?, fragte ich ihn. “Nein, nicht wirklich.” – “Komm vorbei, ich gebe dir was.”

Ich war grade dabei mit der Motorsaege Holz fuer die naechsten 20 Tage zu schneiden als er ankam. Ich werde lange weg sein. Es gibt viel zu erledigen, bevor man seine Familie verlaesst. Ich hatte seinen Truck natuerlich ueber den Laem nicht gehoehrt, aber stellte die Kettensaege ab als er vor mir stand.
Mike wollte eigendlich eh vorbeikommen bevor der Unfall passierte. Der ehrbare 50jaehrige Mann sah mit seiner blutig geschqollenen Oberlippe eher schaurig aus. Ich guckte mir die Zaehne an und fluchte traurig.
“Hast du Versicherung ? Falls die Zaehne abgebrochen sind werden die Wurzeln faulen und damit dein Kiefer.”
“Ich geh erst nach 101 und dann zum Arzt”, meinte er ganz cool und verweigerte damit die Antwort nach der ich fragte. Er ist ein Vietnam- Kriegsveterane. Die alten Krieger werden in der USA schlecht behandelt.

Ich stelle keine weiteren Fragen und wir gehen ins Haus.
Wir koennen es uns wirklich nicht leisten, dass Mike Mile 101 verpasst. Ich guckte mir die Zaehne genauer an und gebe ihm fuenf meiner besten Schmerztabletten. Bist du wirklich ok ?”, frage ich ihn ? Er grinst.
“Falls die Wurzeln nicht mit rausgekommen sind, wird sich dein Oberkiefer entzuenden.” Ich erwaehne dies bewusst zum zweiten Mal. “Oh nein, ich denke, dass die Wurzeln raus sind. Sie sind erstaunlich lang.” Er sagt dies ohne mit der Wimper zu zucken und zeigt die Laenge der Wurzeln seiner Schneidezaehne zwischen Daumen und Zeigefinger. “Ab Montag bin ich weg, aber falls die Schmerzen wieder staerker werden musst du zum Doktor gehen,” fuege ich hinzu. “Ja, ja….”, meint er. Seine Ruhe ist fast beunruhigend.
Wir gehen ueber Listen und Daten fuer Mile 101 und schleppen Ausruestung zusammen, die Mike nach Mile 101 fahren soll.
Langsam wird es beaenstigend, dass Eric als Trailbreaker und ich als … was auch immer….. (Videographer mit Puppy-Crew) entlang des Trails arbeiten werden. Falls Mike ausfaellt, ist bei uns (Mile 101) bis kurz vor der Ankunft der Musher keiner zuhause. Das faengt ja gut an.
“Du musst einen Arzt anrufen”, meine ich zu Mike beim Abschied. Er laechelt: “Ich habe schlimmeres durchgemacht.” – “Ja, aber da waren wir beide juenger”, werfe ich ihm vor. Wir werden uns in Mile 101 wiedersehen.Verdammt nochmal, der Bursche ist weit haerter als ich dachte. Hoffentlich wird ihm das nicht schaden.

Mike koennte Hilfe gebrauchen.
Ich gebe ihm freie Wahl fuer Mitarbeiter; etwas, das normaler Weise von der gesamten Crew entschieden wird. Zusaetzlich schreibe ich einen offiziellen Brief ans YQ in dem ich Mike Bowman in meiner Abwesenheit zum offiziellen ‘Manager Dogdrop Mile 101′ erklaere. “Mach gute Entscheidungen, aber mache sie. Bleib gesund, Alter,” sage ich ihm. Ich mache mir Sorgen um ihn.
Dieses Jahr sollte ich nicht auf dem Trail sein…

Bevor ich Mike Bowman am Nachmittag traf war ich in ‘Head Quarters’. Dies ist das offizielle Buero des Yukon Quest in Fairbanks. Die Direktorin des Rennens ruft mich in ihr Buero. Anscheinend wurde sie vom Professor der Universitaet angerufen. Dieser meinte: “Meine drei Studenten sind etwas nervoes und haben Angst, dass sie irgendwo am Trail ploetzlich alleine auf der Strasse stehen.” Ich grinse und rolle meine Augen zur Decke. Welpen!
Tania (YQ Direktor) und ich verstehen uns. Sie meint:
“Ich habe ihm gesagt, dass die Kids mit dir sicher sind aber wir auch nicht als Babysitter geheuert worden sind.” Ich zucke mit den Schultern:”Naja, vielleicht habe ich ihnen manche Sachen ein bischen problematischer dargestellt als sie es sein werden, aber soll ich ihnen Sonne und Strand versprechen ?”
Nein, nein… lass dich darauf bloss nicht ein !” Sie gibt mir Recht.
Ich winke eher laessig ab: “Seit Miss Tessa (siehe oben) aus der Gruppe raus ist, mache ich mir keine grossen Sorgen. Lass mich die erst mal da raus bringen, und sie werden sich schnell eingewoehnen.”
Ich gucke ihr in die Augen: “Weisst du, was nachher das tatsaechliche Problem sein wird ?”
Sie guckt mich an und zuckt mit den Schultern:”Was ?”
“Ich wette, dass ich die junge Meute in Dawson City nicht mehr zusammen halten kann.” Sie lacht.
“Ja, jetzt lachst du. Erst haben sie Angst und dann rennen sie in alle Himmelrichtungen um rumzuschnuppern. Willst du wetten ?” “Du machst das schon.”
Wahrscheinlich werde ich ‘das machen’…., und eigendlich freue ich mich drauf.

Ich verabschiede mich schlussendlich auch von der Crew der Kurzwellenfunker im Office, die grade sechs Computer an einem langem Tisch aufbauen und spaeter fuer die schnellstmoegliche Hochladung von Rennzeiten auf’s Internet verantwortlich sind. Natuerlich werden sie nur Daten hochladen koennen, die tatsaechlich von Checkpoints ueber Kurzwellenfunk, Fax oder Telephon weitergegeben werden.
Ich wundere mich, wieso sie jetzt schon ihre Computer aufbauen, aber dann faellt mir auf, dass ich morgen den Twin Bears Checkpoint des Junior Yukon Quest aufwaermen muss.
Das Junior Yukon Quest ist ein wirklich gutes Rennen.

“Wer bist du ?”, fraegt mich ploetzlich eine Dame mit einer Liste in der Hand. Ich drehe mich um:
“YQ…Mile 101″. Kurze Fragen beduerfen kurze Antworten.
Sie blaettert kurz in ihren Seiten und meint gewichtig: “Euer Funker ist…. Kevin Abnett.” “…. seit 15 Jahren”, fuege ich sanft laechelnd hinzu.

Es ist Zeit zu gehen. Der Trail wartet…

Peter Kamper

Yukon Quest Trail Blog 14

Februar 25, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Tja,
das war’s dann wohl….
Viel zu viele Geschichten sind wie immer nicht erzaehlt worden.
Lance Mackey, der die Trailbreaker ueberhohlte und ploetzlich keinen Trail mehr hatte.
Das interessante an der Geschichte sind die Regeln des Yukon Quest, die besagen, dass das Rennen einen markierten Trail garantiert.
Die Trailbreaker waren schon lange in Central, als nach starken Winden der Renndirektoren sie zurueck ueber Eagle Summit orderte um den Trail nochmals zu checken.
Wir hatten zwei Trailbreaker in Mile 101 die dies haetten machen koennen. Dies ist aber nicht das wichtigste. Waehrend die Regeln besagen, dass das YQ einen markierten Trail garantiert, ist ausdruecklich erwaehnt, dass ein verwehter Trail auf Grund von Wetterbedingungen vorkommen kann.
Die Trailbreaker haetten also nicht zurueck geordert werden sollen. Auf Grund dieser Entscheidung verloren sie knapp einen Tag und wurden so von Mackey im Yukoneis eingehohlt. Ehrlich gesagt habe ich danach an die Goetter gebetet, dass Mackey gewinnt. Haette er um eine halb Stunde gegen Anderson verloren, waere dies auf Grund eines Vertragsbruchs zwischen Quest und Mushern (markierter Trail) passiert. Ihr koennt euch das Drama wohl vorstellen….
———-
Viel weiteres ist passiert:
Kyla Boivin, die als ich sie filmte ploetzlich im Schnee kniete und sich fuer 3 Minuten uebergab weil sie eine Fleischvergiftung hatte…., nur um danach auch noch eine schwere Bronchitis zu bekommen….
Der Trailbreaker Eric Cosmutto, der den Stahlrahmen seiner Maschiene waehrend eines Sturzes von einer ein Meter hohen Eisscholle brach und sich danach mit 5 km/h nach Eagle schleppen musste….
Hugh Neff, der in Dawson zu lange durchfeierte und mit einem ungeheurem Kater wieder auf den Trail ging…. “Ich glaube, die frische Luft wird mir gut tun…)
Die Nuancen des Rennens zwischen Michelle Phillips und Dave Dalton in der Dave nach 800 gemeinsamen Kilometern mit seinen ueberlegenen Hunden die letzte Rast vor dem Ziel mit Michelle einfach auslies….
Die Stunden, in denen Julie Estey mit ungeheuren Schmerzen und Traenen auf Grund einer schweren Baenderzerrung neben ihren Hunden auf dem Eis des Yukon lag und ihren automatischen Notrufsender anstarrte bevor sie sich schlussendlich von ihren Hunden nach Slaven’s schleppen liess…..
Dan Kaduce, der Slaven’s Dogdrop verlies um Stunden spaeter heulend zurueckzukehrten weil einer seiner Hunde Blut erbrochen hatte. (Der Hund ist o.k…, er hatte ein offenes Magengeschwuer und wurde sofort aus dem Rennen genommen und behandelt.)
Mein Flug nach Scroggie Creek in einer einmotorigen Maschiene. Wir verfehlten zwei Raben die aus dem Nichts erschienen bei 180 km/h mit dem Propeller um Haaresbreite
…. und so viel mehr…
———————-
Es ist schwierig auf dem Trail solches Sachen niederzuschreiben weil wenig Zeit bleibt.
Ich muss sagen, dass es auch mir Spass gemacht hat hier teilzunehmen, also Danke an alle Leser dieses Forums, die mir Antrieb gegeben haben und natuerlich auch an Ragnar,…. nicht nur fuer dieses Forum sondern auch fuer die hervoragenden Artikel, die er taeglich auf die deutsche YQ-Site gebracht hat.

Happy Trails,
und vielleicht bis zum naechsten Mal.
Peter

Yukon Quest Trail Blog 1

Februar 12, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

In der kleinen Turnhalle der Schule des Ortes Circle herrscht Stille und nur zwei Neonleuchten beleuchten den Raum in dem viele Leute ihre Schlafsaecke ausgelegt haben. Man zahlt 25 $ fuer eine Uebernachtung und eine Dusche. Das Geld wird benutzt um den Kindern Schultouren zu ermoeglichen. Internet gibt es hier kostenlos und es gibt mehrere Tische an denen man arbeiten kann.
Die kleine Kueche in der man Essen kaufen kann ist seit 2 Stunden geschlossen. Ann Ledwige (Musher) kam grade herein und wunderte sich wo man etwas zu essen bekommen kann. Essen gibt es hier allerdings um 22 Uhr nicht. Sie ist etwas aergerlich, versucht es sich aber nicht anmerken zu lassen und muss nun eine der gefrohrenen Mahlzeiten in ihrem Schlitten auftauen.
Im Dogdrop Mile 101 finden wir es als voellig selbstverstaendlich, dass wir Essen bieten. Wir tuen es kostenlos. In einem Checkpoint sollte Essen eigendlich fuer 24 Stunden am Tag erhaeltlich sein, selbst wenn man Geld dafuer verlangt. Seltsam…..

Ich sitze hier, brauche nach den zwei langen Naechten in Mile 101 sicherlich eine Dusche, bin aber nicht der Einzige, der wie ein Raubkater stinkt. Ich werde noch warten bis fast jeder schlaeft und dann viel Wasser verschwenden.
Die Frage ist, wann und welche Teile meiner Kleidung ich wechseln soll. Eine Waschmaschiene ist moeglicher Weise in Dawson City in Aussicht und ich lebe aus meinem Rucksack mit drei Salamis, etwas Gauda-Kaese (oder was die Amerikaner unter Gauda verstehen) drei inzwischen angetrockneten Baquettes und zwar warmen, aber wenigen Kleidungsstuecken.
Es ist ein langer Trail und trotzdem muss alles in einen Rucksack passen.
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Ich werde hier versuchen ein bischen vom Trail zu berichten und ein paar Gedanken zu teilen waehrend ich Videos schiesse und den Mushern bis Whitehorse folge.

Falls ich irgendwelche interessante Neuigkeiten habe, werde ich diese versuchen weiter zu geben, an sonsten sind auch Fragen willkommen.
Da ich allerdings Videos fuer die Yukon Quest Webseite schiessen soll, wird dies natuerlich meine Prioritaet sein.
Viel Spass,
Peter

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