Jeff King vor Hugh Neff beim CB300
Der vierfache Iditarod Champion Jeff King war der erste Musher, der den Checkpoint Chistochina erreicht hat. Zwei Stunden spaeter kam der zweitplazierte des Yukon Quest vom Vorjahr, Hugh Neff und nochmals eine viertel Stunde danach Zack Steer in den vorletzten Checkpoint des Rennens.
Am Samstag waren 43 Musher um 10:00 Uhr (Ortszeit) in Glennallen (Alaska) an den Start gegangen. Fuenf Musher mussten bereits bis Sonntag Nacht aus dem Rennen gehen: Mark Ramstead, Erin Redington, Brennan Nordeen, Karen Ramstead und Christine Roalofs.
Alle verbliebenen Teams haben schon ihre vorgeschriebene 8-Stunden Zwangsrast absolviert und muessen nun nur noch ihre zusaetzliche 10 Stunden Rastzeit nehmen, die sie aber auf alle Checkpoints verteilen koennen. Bis zum Ziel nach Tolsona Lake sind es insgesamt noch ca. 120 Kilometer.
Video von SPKennel :
Video von SPKennel :
Weitere Videos von MushingTV: CB300 2010
Copper Basin 300 mit 38 Teilnehmern
Zum morgen startenden Copper Basin 300 sind 38 Musher gemeldet, darunter der dreimalige Champion Allen Moore, Jeff King, Sonny Lindner, Hugh Neff, Aliy Zirkle und Zack Steer. Der Titelverteidiger Lance Mackey wird nicht am CB300-Rennen teilnehmen, bei dem insgesamt 12.000 US Dollar an Preisgeldern ausgeschuettet werden. Der Start findet am Samstag (10 Uhr Ortszeit) in Glenallen (Alaska) statt und fuehrt ueber die Wolverine Lodge am Lake Louise und der Paxton Lodge wieder zurueck nach Glenallen ins Ziel am Tolsona Lake Resort.
Micah Degerlund gewinnt das Knik200
Der 17jaehrige Micah Degerlund aus Fairbanks hat zum ersten Mal das Knik200 Rennen gewonnen. 19 Musher sind am 2. Januar auf die Strecke von Knik Lake nach Skwentna gegangen. Das Preisgeld wurde dieses Jahr nicht unter den besten Zehnplazierten verteilt, sondern ging ausschliesslich an den Gewinner.
Die weitere Rangfolge:
#2 Erin Redington
#3 Ken Anderson
#4 Hugh Neff
#5 Judy Currier
#6 John Little
#7 Karin Anderson
#8 Dave Dalton
#9 Varin Holt
#10 Magus Kalterborn
Philips und Mackey gewinnen GinGin200
Schon am 28. Dezember 2009 hat Michelle Philips das ‘Frauen’ und Lance Mackey das ‘Maenner’-Rennen des GinGin200 gewonnen. Das von John Schandelmeier organisierte Hundeschlittenrennen fuehrte von der Wolverine Lodge nahe Glennallen, (Alaska) zur Maclaren River Lodge am Denali Highway und wieder zurueck.
Urspruenglich war das GinGin200 ein reines Frauen-Rennen, doch auf Grund der Nachfrage fuehrte man vor drei Jahren auch ein ‘Herren’-Wettbewerb ein.
Fuer ihren Sieg bekam die Kanadierin Michelle Philips fast 2000 US Dollar und der mehrfache Idiatarod und Yukon Quest Champion Lance Mackey ca. 1500 US Dollar an Praemie. Beide Musher sind fuer das im Maerz stattfindene Iditarod gemeldet.
Bei den Frauen belegte Abbie West den zweiten Rang, Maren Bradley wurde Dritte.
[#4 Heidi Sutter #5 Elaine Martin #6 Joselyne LeBlanc #7 Paige Drobny #8 Kelly Griffin]
Bei den Maennern konnte Brent Sass seinen Titel nicht verteidigen wurde jedoch Zweiter vor Josh Cadzow.
[#4 Braxton Peterson #5 Mike Ellis #6 Dallas Seavey #7 Mitch Seavey #8 Sam Deltour #9 Collen Kallio #10 Sonny Lindner #11 Robert Mortier #12 Dries Jacobs #13 Jason Mackey #14 Cain Carter #15 Newton Marshall #16 Jason Weitzel #17 Peter Fleck #18 Cody Strache #19 Terry Williams #20 Robert Tasso #21Brennan Norden ]
2010 Yukon Quest Trail Blog 2
Januar 5, 2010 by admin
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest
Noch ca. 30 Tage bis zum Rennen, …. und vielleicht Zeit mal wieder ein ‘Update’ zu schreiben:
Unsere Crew sieht inzwischen wirklich gut aus. Eric Cosmutto, unser Trailexperte wird genauso wie Mike Bowman, unser Spezialist fuer den Rastplatz sowie Kevin Abbnet unser Funker und Elektroniker werden wieder kommen. Russ Busby, ein erfahrener Musher und mehrmaliger YQ-Veterane wird mit grosser Sicherheit auch kommen. Er hatte es sich gewuenscht, das Rennen mal aus anderer Sicht zu sehen. Auch seine Erfahrung wird uns sicherlich zu Gute kommen.
Dann erhielt ich einen lang erhofften kurzen Brief von Rainer Fischer, der schon mehrere Male als ‘Marathon Koch’ in Mile 101 mitgeholfen hat und unter anderem auch bei der Helikopter-Rettungsaktion in 2006 Musher versorgte bis uns ganz am Schluss das Futter ausging. “Wann soll ich denn auftauchen”, fragte er. Rainer war ueber die Jahre der beste und unermuedlichste Koch mit dem wir je gearbeitet hatten. Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt, wird bei uns normaler Weise fuer ca. 36 Stunden durchgehend gekocht. Eine lokale Musherin namens Goerganne Hamphton wird Rainer beisseite stehen, aber ihn zurueck zu haben ist beruhigend.
Vor drei Tagen rief mich dann auch ploetzlich noch Carsten Thies an ( http://www.carstenthies.com ), der einigen Yukon Quest fans wahrscheinlich als langjaehriger Yukon Quest Photograph und als Producer der letztjaehrig vom NDR produzierten YQ-Dokumentation ‘Im Banne des Yukon’ bekannt sein sollte. Er ist ein hervorragender Motorschlittenfahrer und hat langjaehrige Erfahrung mit dem YQ, dem Trail und auch Eagle Summit: “Wenn du Lust hast, helfe ich mit. Vielleicht kann ich Eric Cosmutto ja dabei helfen den Trail in Stand zu halten.” Ein besseres Angebot haette ich mir nicht vorstellen koennen. Damit hat Eric nicht nur einen Partner falls Dinge brenzlich werden, was wir nicht hoffen, sondern wir koennen im Notfall auch den Trail in zwei Richtungen abdecken.
Ansonsten wird auch Jesse Holmes zurueckkehren, der schon in 2009 mit uns zusammenarbeitete. Mike Bowman hatte ihn rekrutiert.
Wer das Yukon Quest Rennen jaehrlich verfolgt wird sich an 2008 erinnern koennen als der Yukon River zweimal frohr und zu einem Schlachtfeld aus Eisschollen wurde. Lance Mackey ueberholte nachts aus Versehen die Trailbreaker und folgte auf dem Eis einer Schlittenspur fuer 10 Meilen, die er fuer den YQ-Trail hielt. Als ihn die Trailbreaker einhohlten und ihm sagten, dass sie keine Ahnung hatten welchem Schlittengespann er gefolgt war, meine der Musher damals: “Wer immer das auch ist. Der Musher ist verrueckt. So einen Trail will ich nicht fahren.” Wie sich spaeter herausstellte war der Musher Jesse Holmes gewesen, der zwei Tage vor Mackey privat mit seinen Hunden den Yukon von Fairbanks aus nach Eagle nahe der Grenze zum Yukon Territory hochgemusht war um dort Freunde zu besuchen. Als wir dies aus reinem Zufall waehrend einer Plauderei in Mile 101 in 2009 erfuhren und ihm Lance’s Geschichte erzaehlten, guckte er uns verdutzt an: “Na, so schlimm war das Flusseis doch wirklich nicht.”
Jesse’s Team besteht allerdings aus gut trainierten Arbeitshunden und er musste kein Rennen fahren. “Du warst das ?” Wir haben damals schallend gelacht als wir ploetzlich die Aufloesung des ‘Raetsels um die misterioese Spur auf dem Yukon Eis’ erfuhren. Jesse guckte eher schuldig als stolz drein.
Er ist allerdings einer der Menschen hier in Alaska, die sich auch im letzten Jahrhundert in diesem Land ohne Probleme zurecht gefunden haetten. Um so besser ist es, ihn in wieder in unserer Crew zu haben.
Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt brauchen wir immer mehr Freiwillige als wenn das Rennen in Whitehorse startet. Da wir nun ein Checkpoint mit einer vorgeschriebenen Zwangsrast von 2 Stunden fuer Musher sind, werden wir zu Zeiten bis zu 20 Teams im Checkpoint haben.
Damit wurden dieses Jahr zum groessten Teils alt-erfahrene Musher als Freiwillige eingeladen um den Rastplatz unter Kontrolle zu halten. Unser Team rundet sich mit Jan DeNapoli, einer langjaehrigen 47-jaehrigen Musherin aus Two Rivers und Mindy Juliana ab. Jan hat mehrere Male als Handler fuer YQ-Teams entlang des Trails gearbeitet und kennt fast alle Musher des Rennens.
Mindy, die schon einmal bei uns mitgeholfen hat und ein gutes Auge fuer Logistik hat wird eine kleine Landkarte an der Wand der ‘Kommunikations-Zentrale’ (einer kleinen Huette, die nur fuer offizielle Rennrichter und Tieraerzte zugaenglich ist) up-to-date halten in der alle rastenden Teams in 101 mit Standort verzeichnet sein werden.
Dies soll den Tieraerzten und Rennrichtern dabei helfen Musher schneller zu finden um alle noetigen Untersuchungen durchfuehren zu koennen.
Da ich aus Regelgruenden einen ‘Assistant Checkpoint Manager’ nennen musste, habe ich Mike Bowman dafuer ausgewaehlt, was ihn ziemlich empoerte:
“Ich will keinen Titel.” - “Mike, …. ich musste jemanden waehlen. Die Regeln verlangen dies. Tut mir Leid.” - “Falls was schief geht und jemand interviewed wird, machst du das aber, richtig ?” - “Ja, Mike, … keine Sorge.”
Nach 14 Jahren Erfahrung als Dog Drop Manager in Mile 101 und 6 Jahren entlang des Trails ist dies eigendlich auch meine Aufgabe.
Wie schon oft erwaehnt gibt es bei uns eigendlich keinen Checkpoint Manager obwohl mir der Titel zufaellt. Dieser Titel ist zwar fuer viele Checkpoints noetig, macht allerdings bei uns wenig Sinn. Die Leute die ich um Mile 101 versammelt habe sind in jeder der von ihnen gewaehlten Aufgabe weit besser als ich. Mich als ‘Manager’ aufzuspielen und zu versuchen ihnen zu erklaeren was sie alles tuen muessen, waere laecherlich.
Ich habe auch selbst einiges gelernt.
Es ist nicht leicht Mile 101 zu bemannen, aber indem ich mich nicht aufspielte und damit nicht jedem Mitglied der Crew in den Weg kam um erfahrenen Leuten als ‘Manager’ genau zu erzaehlen was sie meiner Ansicht nach zu tuen hatten, haben sich hervorragende Menschen in 101 zu einem Team verbunden.
Mehr als einer der ‘alten Garde’ von 101 hat mir ueber die Jahre gesagt: “Peter, wenn du das hier nicht leiten wuerdest, dann waere ich nicht zurueckgekommen.”
Ohne Uebertreibung ‘leite’ ich allerdings mit grosser Sicherheit die erfahrenste und am besten ausgeruesteste Checkpoint Crew des YQ.
Eines muss nochmals aufgeklaert werden:
Ich bin anscheinend vom Dogdrop Manager zum Checkpoint Manager aufgestiegen. Es ist ein Titel fuer den mir schon oft gratuliert wurde.
Ich trage wie schon oft erwaehnt diesen Titel aus einem einzigem Grund:
Musher sollten vor dem Rennen Drop Bags in Mile 101 hinterlegen koennen. Falls wir nicht zum Checkpoint geworden waeren, waere dies den Regeln nach nicht moeglich gewesen.
So hoehre ich jetzt: “Du bist doch jetzt Checkpoint Manager. Toll… Gratuliere… !!” Ich laechele dann ohne grosse Begeisterung. Die Bezeichnung ist mir eher peinlich. Mein Titel macht wirklich keinen Unterschied.
Es ist die Crew die 101 ausmacht. Ich bin es sicherlich nicht.
Wir sind einfach alle froh Drop Bags fuer Musher bereithalten zu koennen.
Im Rueckblick haben wir etwas geschaffen was der Philosophie des ersten Yukon Quest in 1984 und der Idee des eigendlichen Trails der Schlittenhunde-Brieftraeger des fruehen 20ten Jahrhunderts entlang des Yukon sehr nahe kommt: Jeder hilft entlang der Strecke. Keiner ist der Boss. Was zaehlt ist die Gastfreundschaft entlang des Trails.
Einer fuer alle, alle fuer einen, und der Erfahrungswert der Mile 101 Crew sollte jegliches Problem loesen koennen.
Auch sollte nicht vergessen werden, dass ein alterfahrener Musher nahmens John Schandelmeier, der das YQ zweimal gewann… auch zum zweiten Mal den Yukon Quest Trail auf der alaskanischen Seite legen wird.
Selbst bei schlechtem Wetter sind inzwischen die schlimmsten moeglicher Weise auftauchenden Probleme abgedeckt worden.
Es sollte also keinerlei Probleme geben obwohl diese Worte an #3 meiner persoenlichen Liste von beruehmten letzen Worten steht.
Mile 101 ist von Natur aus ein etwas unuebersichtlicher Rastplatz. Damit hatte ich Hans Oettli, den Race Marshal fuer 2010 angeschrieben und gebeten uns Rennrichter zu schicken die schon Erfahrung mit Mile 101 haben. Netter Weise antwortete er uns: “Ich werde selber kommen und als Rennrichter Thomas Tetz mitbringen.”
Herr Tetz, ein erfolgreicher YQ-Veteran und deutscher Auswanderer hat schon mehrere lange Naechte in Mile 101 als Musher und auch als Rennrichter verbracht. Hans Oettli kennt Mile 101 ebenfalls recht gut. Die Ruhe und Erfahrung die er ausstrahlt wird dem Rennen zu Gute kommen. Wir sind alle gluecklich ueber diese Wahl.
Jetzt muessen wir nur noch unsere Proviant-Liste fuer Mile 101 zusammenstellen.
Obwohl neusten Meldungen nach nur 27 Musher am YQ teilnehmen werden (man weiss ja nie), sieht die um den Sieg kaempfende Gruppe des YQ recht interessant aus.
Allerdings wird auch das YQ 300 einige Stunden nach dem eigendlichem Rennen in Fairbanks beginnen.
Das YQ 300 ist ein Qualifikatons-Rennen fuer den Iditarod und das YQ. Das 450 km Rennen, das in 2010 ueber Rosebud, Boulder und Eagle Summit fuehrt ist abgesehen vom CD300 ohne Zweifel eines der haertesten Qualifikations-Rennen fuer den ID und YQ. Dies gilt zumindest fuer die graden Jahre (2008/2010) in denen es in Alaska stattfindet.
Wir als Crew freuen uns drauf.
Junge Musher die versuchen in einem solchem Qualifikationsrennen herauszufinden was sie und ihre Hunde - das Team - handhaben koennen, sind fuer uns oft weit interessanter als Leute wie Mackey und Gatt.
Die Crew freut sich wirklich auf’s YQ 300 und die Teams des Rennens.
Dazu werde ich allerdings erst spaeter mehr schreiben.
Bis dann,
Peter
Cim Smyth gewinnt das Klondike 300
Nachdem Gewinn des Tustumena 200 vor ein paar Wochen hat Cim Smyth auch das Klondike 300 Rennen gewonnen. Der Iditarod-Veteran kam mit acht Hunden und 10 Minuten Vorsprung auf Ryan Redington ins Ziel. Dritter wurde der YukonQuest und Iditarod-Champion Lance Mackey.
Das Rennen sollte eigentlich schon am 17. Januar starten, war aber wegen schlechter Wetterverhaeltnisse verschoben worden. Es fand schliesslich dieses Wochenende, am 7. Februar statt, obwohl die Veranstalter wussten, dass es zu Konflikten fuer Musher, die sich noch fuer das Yukon Quest qualifizieren muessen,
kommen konnte.
Von urpruenglich 17 gestartenden Teams kamen 14 ins Ziel, darunter auch DeeDee Jonrowe, Aaron Burmeister und der Deutsche Benedikt Beisch.
[Klondike300 Video 2007]
2009 Yukon Quest Trail Blog 3
Februar 9, 2009 by admin
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Am Samstag, dem 31 Januar war wieder einmal der Fooddrop faellig. Dies ist der Tag, an dem Musher all das Hundefutter und die Ausruestung, die sie spaeter in Checkpoints aufgreifen werden in gut gekennzeichneten Saecken ans Yukon Quest uebergeben.
Es ist auch das erste Mal, dass sich die ersten Leute der ‘Yukon Quest Family’ wieder einmal treffen. Die ‘Yukon Quest Family’ so wie wir es scherzhaft nennen, sind die Leute, die jedes Jahr als Rennrichter, Tieraerzte, Helfer und Reporter den langen 1000Meilen Trek entlang der Checkpoints angehen.
Es macht Spass, die altbekannten Gesichter zu sehen, Plaene zu schmieden und ueber alte Erlebnisse zu lachen. Die erste optimistische Spannung macht sich breit und die ersten Vermutungen ueber den Rennverlauf werden angestellt.
Unser Racemarshal Dough Grilliot knurrt, als er hoehrt wieviele Kamerateams auf dem Trail sein werden. “Na, das kann ja was werden. Erinnerst du dich noch an das japanische Team, das uns auf Eagle Summit fast erfrohren ist? Ich hab fuer sowas keine Zeit. Ehrlich.”
Ich bringe ihm sanft bei, dass ich selbst ein Kamerateam fuer’s Rennen fuehre.” - “Ja, aber du weisst dich zu benehmen und filmst fuer’s YQ. Das ist was anderes.”
Wir kennen uns lange, und oft mache ich waehrend des Rennens einen grossen Bogen um ihn wenn er unter dem fuer’s Rennen typischem Schlafmangel leidet. Er ist ein wirklich netter Mensch bis irgendjemand die Musher stoert fuer die er verantwortlich ist.
Matthias ist der Reporter des Fairbanks Daily News Miner. Er muss pro Tag drei Geschichten ueber das Rennen schreiben. Ich beneide ihn nicht.
“Wenn du irgendwas hoehrst oder Ideen hast, sagst du mir wieder Bescheid, ja ?” Ich hatte ihm letztes Jahr mit einem Buschfluzeug von Scroggie Creek aus erster Hand die Nachricht zugebracht, dass Lance Mackey sich fuer 3 Stunden auf Solomon’s Dome verfahren hatte. “Klar doch”, meinte ich. “Du mir aber auch….”.- “Ehrensache…”.
Wir alle lieben die Geruechte, die entlang des Trails entstehen. Der alte Witz: “Also mir ist langweilig, wie waer’s mit einem Geruecht, hat jemand Ideen..?”,wird oft entlang des Trails erwaehnt, gilt aber fuer ihn nicht.
Er muss seine gesamte Arbeit verifizieren, bevor er schreibt. Dies ist entlang des Trails schwierig und bedarf Disziplin.
Dan Ross, der zweimal pro Tag ein Live-Update fuer den Fairbanks Radio Sender KUAC vom Rennen macht, schuettelt mir die Hand. “Du bist wieder dabei ?”. Wir reden ein bischen und dann will er mich gleich interviewen. “Ok, aber nur wenn ich deine Interviews auf dem Trail filmen darf, meine ich.” Nicht nur kommen mir aus unerfindlichen Gruenden selten gute Fragen in den Sinn wenn ich vor einem Reporter stehe, aber auch ist es schwierig zu filmen und gleichzeitig Fragen zu stellen. Reporter waehrend ihrer eigenen Arbeit zu filmen macht da mehr Sinn. ‘Kein Problem, Peter.” - Wir reden fuer ein paar Minuten ueber Kamerateams entlang des Trails.”
Dan wird ‘live’ vom Trail um 7:50 Uhr und 12:50 Uhr per Telephon berichten. Dies ist ziemlich hart, da das Rennen keine Tag-oder Nachtzeit kennt. Man schlaeft wenn man kann.
Ich habe ihn schon mal gesehen wie er nach nur 2 Stunden Schlaf innerhalb von 1 1/2 Tagen aus seinem Schlafsack in einer Ecke des Checkpoints kroch, stoehnend zum Telephonhoehrer griff, sich die Augen rieb und seine Notitzen zurechtlegte um dann mit hellwacher Stimme fuer 5 Minuten fliessend zu reden. Als er fertig war, kroch er wieder in seinen Schlafsack und war 2 Minuten spaeter am schnarchen. Ein Profi….
Ich rede ein bischen mit David Dalton, der eigendlich immer etwas schwierig zu interviewen ist, aber schon 18 Yukon Quest Rennen fuhr.Er ist einer der Musher, die fuchsteufelswild werden koennen, wenn man seinen Hunden zu nahe kommt. Vor dem Rennen gibt er sich allerdings gelassen. Wir reden ueber Martin Buser und Jon Little, die erfahrenen Iditarod Musher, die dieses Jahr am YQ teilnehmen. Jon Little wird wohl vom letzten Mal gelernt haben (David Dalton half ihm und musste ihn in 2007 Eagle Summit hochschleppen), aber Martin Buser wird wahrscheinlich seine Hunde vor Eagle Summit zu hart antreiben, meint der Musher. ‘Ich stehe nach Central und vor Eagle Summit immer ein bischen auf der Bremse, damit die Hunde dort am Steilhang frisch ankommen.”
Spaeter am Abend wuerde ich per Telephon mit Sebastian Schnuelle reden, der eine andere Theorie ueber den viermaligen Iditarodgewinner erzaehlte: “Es kommt auf’s Wetter an. Martin hat Probleme mit wirklich kaltem Wetter. Ich bin Teilstrecken des Iditarod mit ihm gerannt. Wenn es wirklich kalt wird (45 C), wird er Probleme haben. Ansonsten sehe ich Eagle Summit als kein besonderes Problem fuer ihn an.” …. und so scheiden sich schon jetzt die Geister…, und die ersten Meinungen bilden sich…..
Peter Kamper
2009 Yukon Quest Trail Blog 2
Februar 9, 2009 by admin
Filed under yukonquest
Eigendlich bin ich den YQ-Trail immer alleine angegangen.
Dieses Jahr werde ich drei junge Studenten mit mir haben. Keiner von ihnen ist ein Musher oder hat jemals viel ueber Mushing gehoert. Das macht die Sache natuerlich interessant. Die Crew macht mir trotzdem Hoffnung. Immerhin scheinen ihnen Namen, Programme und Einstellungen fuer Videokameras so leicht ueber die Zunge zu kommen wie mir gewisse Mushingausdruecke.
Das Team ist zwischen 20 und 22 Jahre alt:
Nathan (Nate):
Der ist der ‘furchtlose Fuehrer’ der Gruppe und spaeter fuer den Schnitt verantwortlich. Er redet meist so, als haette er viel Kaffee getrunken, aber das ist wohl gut so, obwohl er so aussieht als koennte recht wuetend werden. Ich kenne den psychischen Stress entlang des Trails, und mache mir jetzt schon Sorgen drum.
Jose:
Er kommt aus Mexiko und ist anscheinend der beste Videographer der Truppe. Er sieht so aus, als mag er ‘Siestas’ und ist recht gemuetlich. Gleichzeitig verbreitet er allerdings eine bewundernswerte Ruhe, die er mit einem fast ewigem Laecheln traegt. Es ist gut moeglich, dass seine Laune spaeter das Team zusammenhalten wird.
Cricket:
Ich hatte um zumindest einen guten Motorschlittenfahrer fuer Video entlang des Trails gebeten. ‘Cricket’ ist eine 21-jaehrige Dame, die ungefaehr 48 kg wiegt. Ich bezeifele, dass sie einen Motorschlitten aus einer Schneewehe ziehen kann, aber sie kam schon gleich beim ersten Treffen mit GPS-Koordinaten von ihren eigenen Fahrten ueber Rosebud, Boulder und Eagle Summit entlang des Quest Trails an. Anscheinend ist sie recht erfahren. Ihr ‘boyfriend’ kam zum Meeting. Als ich arglos meinte:” Da du ja recht gut aussiehst und ein Maedchen bist, sollte es uns leicht fallen, erfahrene Motorschlittenfahrer in den Checkpoints zu finden, die mit dir rausfahren.” Wenn seine Blicke haetten toeten koennten, waere ich mit meinen 50 Jahren auf der Stelle eines schnellen aber schmerzhaften Todes gestorben.
Trotzdem habe ich Recht. Was konnte mir besseres passieren als eine gutaussehende Motorschlittenfahrerin in unserem Video Team zu haben ?
Die Infiltration der jeweils lokalen Motorschlittenfahrer ist fuer unrasierte ‘white boys’ nicht leicht und ich denke eben praktisch. Cricket grinste nur, waehrend der Professor meinte: “Du bist mir fuer die Sicherheit der Studenten verantwortlich.” Klar bin ich das, aber ich denke auch praktisch. Keiner kennt den Trail besser als die Einwohner der jeweiligen Gegend.
Eine Dame namens Tessa war bis heute ebenfalls ein Teil des Teams. Als ich allerdings meinte, dass wir uns teilweise trennen werden und sie vielleicht auch mal mit einem Doghandler oder Rennrichtern alleine entlang des Trails fahren muesste, wollte sie dies nicht. “Wieviel weisst DU eigendlich ueber’s Quest ?”, fragte sie mich. Ich zaehlte meine Erfahrungen auf. “Ah”, meinte sie. “Aber ich muss doch wohl nicht mit fremden Leuten im Auto fahren.” Ich stutzte: “Das sind alles Leute, denen du vertrauen kannst.” Nein, sowas ging ihrer Meinung nach nicht.
Ich versuchte noch, ihr einen Platz in Slaven’s Cabin am Yukon mit einer Gruppe des Alaska National Park Service zu besorgen, damit sie dort mit den Rangern fuer 5 Tage bleiben koennte um alles um diesen Dogdrop herum zu filmen.
Teufel, ….. andere Leute… einschliesslich ich, wuerden sich darum reissen: “5 Tage in einer Huette ? Also zwei Tage ginge.” Hust: Tessa hat unser Team leider fruehzeitig verlassen.
Der Rest der Gruppe erscheint allerdings recht solide,… zumindest im Warmem am Besprechungstisch.
Entgegen zu anderen YQ-Rennen, auf denen ich immer ‘irgendwo’ schlief, ‘irgendwie’ weiter kam und nur fuer mich selbst verantwortlich war, habe ich nun 3 Welpen an der Leine.
Obwohl es wahr ist meine ich es nicht negativ, aber es aendert natuerlich meine gesamte und hoechst einfache Rucksack-Logistik. Vielleicht kann ich der Gruppe etwas beibringen, und sowas macht Spass.
Ich bin wirklich mal gespannt, was aus diesem Projekt wird und nehme die Verantwortung, die ich ploetzlich trage sicherlich nicht leicht.
Da die Gruppe einen Grossteil des Filmens uebernehmen will, habe ich vielleicht Zeit, mehr zu schreiben.
Sie wissen, dass sie Film-Clips fuer die YQ-website entlang des Trails schneiden muessen, aber die altbewaehrte YQ-Trail-Regel wird wahrscheinlich auch dieses Jahr nicht gebrochen werden: “Plane sorgsam fuer 6 Monate. Lasse nichts unbedacht. Schreibe alle Plaene sorgsam auf …. und schmeisse sie am 2. Tag des Rennens weg. Es kommt eh nichts so, wie du es geplant hast…..”.
Peter Kamper
Mackey und Smyth in Führung beim T200
Das am 31. Janaur, in Clam Gulch, gestartete Tustumena 200 hatte schon nach einigen Stunden ein Duo, dass die Fuehrung uebernommen hat: die beiden Iditarod-Veteranen Lance Mackey und Cim Smyth. Nur durch Minuten getrennt fuhren nun beide Teams in den Checkpoint Clam Shell ein. Eine halbe Stunde spaeter folgte dann eine sechskoepfige Gruppe von Mushern, die auch nur durch Minuten voneinander getrennt waren: Jessica Hendricks, Ken Anderson, Pete Kaiser, Jon Little, Robert Bundtzen und Paul Gebhardt. Am Ende des Feldes fahren zur Zeit noch die fast blinde Rachel Scordis mit ihrem Wegbegleiter Tim Osmar.
Wegen der schlechten Trail-Bedingungen wurde die Strecke geaendert und die maximale Anzahl der Hunde auf 12 reduziert.
Beim Tustumena 100 Rennen ist Dean Osmar vor Bruce Linton, Aaron Caldwell und Cain Carter in Fuehrung. Das Junior Rennen hat Travis Beals gewonnen. Zweite wurde Rebekah Ruzicka, Dritte Merissa Osmar und Vierter Patrick Mackey.
Fur Rondy mit hohen Preisgeldern
Trotz der allgemeinen schlechten finanziellen Situation haben Geschaeftsleute aus Anchorage ihre Brieftaschen geoeffnet, um dem Nationalsport Alaskas - dem Dogmushing - unter die Arme zu greifen.
Das seit 1946 stattfindende Fur Rondy Open World Championship wird fuer das naechste Rennen, mindestens 65.000 US $ an Preisgeldern zur Verfuegung stellen koennen. Das sind 15.000 $ mehr als letzte Seison und es koennten sogar insgesamt 75.000 $ werden. Noch vor zwei Jahren stand das Sprint-Rennen vor dem Aus, da man 110.000 $ an Schulden angehaeuft hatte. Als Folge schloss man ein Verkaufsgeschaeft und reduzierte die Anzahl der Angestellten. Doch ohne grosszuegige Hilfe der lokalen Unternehmen waere diese Preisgelderhoehung nicht moeglich gewesen.
1999 gewann Egil Ellis eines seiner ersten Fur Rondy Rennen und erhielt dafuer nur 4.800 $. Obwohl, der aus Schweden emigrierte Musher, aus seinem Heimatland keine Preisgelder fuer Sprintrennen gewohnt war, meinte er rueckblickend, dass sie damals fuer umsonst gefahren waeren. Der 38jaehrige trainiert nun fuer seine achte Teilnahme und koennte bei einem Gewinn 8.400 $ und zusaetzliche Bonusgelder erhalten. Das Maximum waeren 12.300 $, was einem 22. Rang beim Iditarod entsprechen wuerde. Dies spiegelt auch die Gewichtung innerhalb des Mushingsports in Alaska wieder. Auch Terry Streeper ist angetan von der hohen Summer der Preisgelder und hofft, dass nicht nur die Langstreckenrennen (wie das Iditarod oder Yukon Quest) finanziell unterstuetzt werden, sondern auch wieder die Sprint-Rennen, ’so wie in den alten Tagen’.
Das Fur Rondy startet am 27. Februar in Anchorage. Folgende Musher sind gemeldet: Nils Hahn, Mari Wood, Egil Ellis, Ed Wood, Courtney Moore, Blayne Streeper, Bill Kornmuller und Arleight Reynolds.



