2009 Yukon Quest Trail Blog 9

Februar 13, 2009 by  
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Wie oft habe ich gesagt, dass man die Geschichten des Yukon Quest niemals schreiben kann. Schon gestern und heute hat sich diese Wahrheit wieder einmal erfuellt. Zuerst kamen meine Welpen erst einmal 45 Minuten zu spaet zum Bus in dem wir nach Whitehorse fahren sollten. Um 6 Uhr morgens sind die meisten Leute nicht der besten Laune und jeder wollte einfach abfahren. Alle waren auch brav zur rechten Minute im Bus, …. ausser meinen Studenten.
Ueber den Lautsprecher wurde durchgesagt, dass man noch auf das Video-Team wartet. Mir ist die Sache eher peinlich. Ich krame schlussendlich die Telephonnummer des leitenden Studenten hervor und rufe ihn ueber Handy an: “Wo zum Teufel steckt ihr ?” “Wir sind nur fuenf Minuten entfernt. Tut mir Leid, aber Cricket….” Ich underbreche ihn:” Ich brauche keine Entschuldigung, ich brauchte euch hier vor 20 Minuten.” Dann haenge ich auf.
Als altem Hasen bringt man mir einiges an Gutmuetigkeit entgegen, aber der Bus wartet immer noch auf meine Studenten. Der Race Marshal kommt auf mich zu:”Wie dringend brauchst du die ?” Er hat keine Lust zu warten. Wir kennen uns seit langer Zeit. Seine Frage ist mit aller Hoeflichkeit und Kuerze ernst gemeint. “Nun ja, ..”….wir versuchen ein Movie fuer’s Quest zu drehen und dies waere das Ende, falls wir sie nicht mitnehmen,”erklaere ich zoegernd.
Fuer ein paar Sekunden denke ich wirklich daran sie einfach in Fairbanks zurueckzulassen.
“Eins kann ich dir sagen….” grummelt der Renn Marshall: “ Bei mir haben sie schon erst Mal Minuspunkte, bevor ich sie gesehen habe,…. und das ist schlecht.”
Er meint dies Ernst.
Als die Studenten schlussendlich eintreffen, wird mir von der jungen Studentin, die an der Verspaetung Schuld war eine komplizierte Geschichte erzaehlt in der sie eigentlich die anderen Studenten abholen sollte, ihr Freund allerdings morgens um 5 Uhr noch ihr I-Phone mit neuen Programmen fuellen wollte und dies die Programme auf dem Handy loeschte, worauf man die Telephongesellschaft anrufen musste, da diese das Telephon neu einstellen kann, dies aber nicht klappte bis man das Telephon per Hand neu umgestellt hatte, und….”
Ich underbrach sie: “Selbst meine 17-jaehrige Tochter hat bessere Entschuldigungen als du. Bring dein Zeug zum Bus und steig ein.” Ich war sauer.

Die Fahrt macht eher Spass. Jemand hat etwas Bier mitgebracht und ich sitzte hinten im Bus mit ein paar Tieraerzten und dem Rennmarshal. Nachdem wir die Grenze Richtung Kanada ueberqueren, oeffnen wir das erste Bier und fachsimpeln ueber das diesjaehrige Rennen.
Meine Stundenten sind immer noch fast wie bewusstlos am schlafen. Ich habe das Gefuehl, dass etwas mehr hinter deren Verspaetung steckt als ein Handy mit Programmfehler.
Im Dunkeln werden wir dann am Alaska Highway abgesetzt. Sebastian Schnuelle’s Einfahrt war schlecht zu sehen, da er diese nicht mit dem Schneepflug freihaelt, aber es klappt doch alles. Sein Auto steht da, wir starten es bei -20 C und fahren zu seiner Huette.
Dort steht schon Sebastian im Schnee und begruesst uns. Er verabschiedet grade Jason Mackey, der mal kurz auf seiner Fahrt nach Whitehorse vorbeigekommen ist. Wir sagen kurz guten Tag bevor er wieder abfaehrt und setzen uns dann in die gemuetliche Huette des Mushers.
Ich habe hier keine Zeit um ueber den schoenen Abend und den naechsten Morgen bei Sebastian zu berichten, aber es war die perfekte Einfuehrung fuer mein Filmteam. Wayne Hall und Mark Sleightholme, die beide am diesjaehrigem Yukon Quest teilnehmen, waren ebenfalls mit ihren Teams dort. Mark wird mit Hunden aus Sebastian’s Blue Kennel antreten.
An einem wundervollem Morgen mit blauem Himmel durften die Studenten auch zugucken, wie die Teams auf einen kleinen Trainingslauf gingen und hatten ein paar wirklich gute Gespraeche mit den Mushern.
Ich muss Sebastian wirklich danken, dass er uns so nett und lehrreich aufgenommen hat. Immerhin hatten meine Studenten bis dahin noch nicht einmal gewusst, wie man einem Hund einen Harness (das Zuggeschirr’) anlegt und Sebastian beantwortete Fragen in seiner ueblichen, erfrischend ehrlichen Art und Weise.
So konnte mein Team dann auch einen Tag spaeter mit weit mehr Wissen in Whitehorse ankommen.
Die erste Nervositaet war vergangen, nachdem sie nun schon mit drei Yukon Quest Mushern gemuetlich zusammengesessen hatten.
Das erste ‘schnuppern’ ins Rennen war getan, der Tag war sonnig und warm (-20 C) und die Studenten begriffen in der eher lockeren und herzlichen Stimmung die sie in seinem Kennel trafen, dass Musher tatsaechlich ganz normale Menschen sind.

Peter Kamper

2009 Yukon Quest Trail Blog 8

Februar 12, 2009 by  
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Hallo Y.Q. Freunde
Das Meet the Musher war, wie im letzten Jahr auch ein Treffen von Baron Muenchhausen. Der einzige der mich richtig ins Gruebeln gebracht hat war Sab Schnuelle, der ja in seinem Newsletter angekuendigt hatte erstmal verhalten zu fahren und dann ab Pelly Crossing weiter zu sehen, ob es eine Camping-Fahrt macht oder angreift. Nun gestern abend war von verhalten Fahren nichts zu hoeren. Hat er im Vorfeld schon eine falsche Faehrte gelegt? Es ist durchaus moeglich, dass er von vornherein auf Rennen faehrt und nicht auf Campingtour geht. Nur mal so erwaehnt die noch nicht getippt haben oder Ihre Meinung noch aendern wollen. Diese Aussage laesst genug Spielraum fuer Spekulationen. Aber auch die jungen Wilden, wie Josh Cadzow und Jason Mackey geben sich sehr selbstbewusst. Ich denke die werden noch fuer die ein oder andere Ueberraschung auf dem Trail sorgen. Es war ein schoener Abend und die gesamte Musher Riege sass eine Stunde an einem langen Tisch und schrieb Autogramme und beantwortete Fragen. Fuer eine deutsche Austauschschuelerin die hier in Whitehorse noch bis Juni ist, war es ein unvergesslicher Abend. Die wusste von nichts und wurde von Ihren Eltern per Email ins Riverview geschickt. Dort empfing ich sie und erzaehlte ihr was wir heute abend machen werden. Da auch sie Hunde-verrueckt ist und sich fuer den Yukon Quest interessiert, war es ein unvergessliches Erlebnis, all die Musher die sie nur von Berichten her kannte nun hautnah zu erleben und sich ein Poster mit Autogrammen der Y.Q. Teilnehmer unterschreiben zu lassen. Eddi und Aggi datt hatt Ihr jot jemaat, falls Ihr diese Zeilen lest ,es war Weihnachten im Februar fuer eure Tochter. So nun ist es kurz vor halb fuenf in der frueh und ich werde versuchen nochmal an der Matratze zu horchen. Bis spaeter.
Gruss Sui

Kusko300, Bogus Creek und Akiak Dash am Wochenende

Januar 15, 2009 by  
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Das am Freitag, den 16. Januar 2009 startende Kuskokwim 300 Rennen in Bethel, wird 100.000 US Dollar an Preisgeldern ausschuetten koennen. 20.000 $ gehen an den Gewinner, das ist die drittehoechste Preissumme nach dem Iditarod und Yukon Quest. Das seit 1979 durchgefuehrte Mittelstreckenrennen ist besonders bei den Iditarod Teilnehmern beliebt, so starteten vor drei Jahren zehn der Top15 Iditarod Teilnehmer aus dem Vorjahr in Bethel. Bei den zwei kleineren Rennen Bogus Creek und Akiak Dash gehen meist ‘nur’ lokale Hundeschlittenfuehrer an den Start. Immerhin sind auch beim Bogus Creek 150 25.000 Preisgelder im ‘Topf’.
Dieses Jahr sind fuer das Kusko300 u.a. der Titelverteidiger Mitch Seavey, der Rekordgewinner des Kusko300 (8x) und Iditarod- und Yukon Quest Champion Jeff King, der Iditarod Gewinner Martin Buser, sowie John Baker, Ed Iten, DeeDee Jonrowe, Aaron Burmeister, Ken Anderson, Sab Schnuelle und Hugh Neff gemeldet. Neben diesen Elite-Mushern nehmen auch Teams aus der lokalen Umgebung teil; Ron Underwood, Mike Williams Jr., Richie Diehl, Pete Kaiser und Jackie Larson.

CB300: Mackey Erster in Sourdough

Januar 12, 2009 by  
Filed under Allgemein, CB300

Lance Mackey ist der erste Musher, der Paxson (Halbzeitort) verlassen und den Checkpoint Sourdough erreicht hat. Waehrend Tom Lesatz noch in Chistochina gefuehrt hat, ist er an zwoelfter Stelle liegend in Paxson angekommen und ist dort mit 9 Hunden aus dem Rennen gegangen. Hans Gatt und Brent Sass folgten Lance Mackey im Abstand von ca. 2 1/2 Stunden nach Paxson, von dort sind es 120 Meilen noch bis ins Ziel.
Auf der Strecke nach Sourdough wird es der Wettervorhersage nach schneien. Die Temperaturen sind deutlich gestiegen und der Trail soll weich sein und die Teams etwas abbremsen.
Allen Moore der Titelverteidiger ist an neunter Stelle nach Paxson gekommen und ist zur Zeit der einzigste Musher ausser Brent Sass, der seine vorgeschriebenen Rastzeiten (20 Stunden) schon komplett genommen hat.
Auf dem Weg nach Sourdough sind nun: Sven Haltmann, Hans Gatt, Braxton Peterson, Harry Alexie, Michelle Philips, Sab Schnuelle, Allen More und Brent Sass. Joshua Cadzow hat auch in Paxson mit 11 Hunden aufgegeben.

Von Paul Gebhardt wurde bekannt, dass er wegen der Tiefsttemperaturen von -43 Grad am Morgen des Starttages, das Rennen absagte. Er wollte seine Hunde durch diese extreme Kaelte nicht gefaehrden.

Video von SPKennel :

[Chistochina - Video von SP Kennel (Allen Moore und Aliy Zirkle)]

Copper Basin 300 gestartet

Januar 11, 2009 by  
Filed under Allgemein, CB300

Puenktlich um 10:00 Uhr (Ortszeit) ist das 300 Meilen Mittelstrecken-Rennen in Wolverine, nordwestlich von Glennallen gestartet. Von den urspruenglich 33 Teams sind jedoch nur 26 an den Start gegangen, Iditarod-Veteran Paul Gebhardt hatte seine Teilname vorher abgesagt.

Zur Zeit ist Tom Lesatz aus Two Rivers in Fuehrung, der sich nur 30 Minuten im Checkpoint Glennallen aufhielt und sich um 19:07 Uhr, zwei Stunden vor Lance Mackey, wieder auf die Rennstrecke machte.

Der dreifache Champion und Titelverteidiger Allen Moore war, vor dem Oesterreicher Hans Gatt und Lance Mackey – nur durch Minuten getrennt – als erster in Glennallen angekommen. Brent Sass und Sab Schnuelle folgten dann in ca. 20 Minuten Abstand.
Darren Lee aus Chistochina hat als erster das Rennen vorzeitig beendet.

Die Temperaturen waren wie angekuendigt gestiegen und betragen im Moment -30 Grad Celsius in Glennallen, sowie in Paxson.

[CB300 2009 Start - Video von SP Kennel (Allen Moore und Aliy Zirkle)]

[CB300 2009 Pre-Race - Video von SP Kennel (Allen Moore und Aliy Zirkle)]

Interview mit Sab Schnuelle

Dezember 30, 2008 by  
Filed under GinGin200

Peter Kamper hat Sebastian Schnuelle, der den sechsten Platz beim GinGin 200 2008 belegt hat, interviewt.
Der Deutsche Musher gibt Auskunft ueber die Trail- und Wetterbedingungen, warum er das Rennen eher als Traininglauf angesehen hat, wieso Jeff King freiwillig ausgeschieden ist und an welchen Rennen er diese Saison noch teilnehmern moechte.

[display_podcast]

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