Yukon Quest / Mile101 – 2013 Blog I

Januar 15, 2013 by  
Filed under yukonquest

Hallo,
nur um mich mal kurz zu melden:
Weltbewegendes gibt es von hier in Alaska aus nicht zu berichten. Der Schneefall ist ein bisschen mager (um Fairbanks ca. 36 cm Bodenschnee) und laut der Trailbreaker liegt auf den Gipfeln weit weniger. Dieses Wochenende wird die Trailbreaker Crew am Trail zwischen Rosebud Summit, Eagle Summit und Central arbeiten. Nach einem ungewoehnlich kaltem Dezember (oft und lange -40C … etwas, das im Januar und Februar passieren sollte) sollen die Temperaturen dieses Wochenende in hoeheren Ebenen auf 3 C steigen. Ich wuensche den Jungs Glueck, denn Schnee oder Regen ist auch angesagt.
Die Hamradio Operators (Funker), die immer auf der alaskanischen Seite des Rennens Informationen und Renndaten an das Hauptquartier weitergaben, werden dieses Jahr seit ueber zwei Jahrzehnten auf der alaskanischen Seite nicht mehr mitmachen. Damit wird man Satelittentelefone oder das Internet benutzen muessen um das Hauptquartier zu erreichen, wo dann Renndaten auf die Webseite uebertragen werden. Lasst uns hoffen, dass dies alles gut funktioniert. Der Abgang der Hamradio Operators ist etwas traurig und macht mir als Checkpoint Manager im abgelegenem ‘Mile 101′ besondere Sorgen, da wir auch waehrend schwierigen Suchaktionen (wie z.B der Helikopter-Rettung von 5 Teams in einem Schneesturn in 2006) die Ausruestung unseres Kurzwellenfunkers Kevin Abnett oft benutzt haben.
Sui Kings, unser ‘rasender YQ Reporter’, der sich ueber die Jahre schon viele schlaflose Naechte um die Ohren gehauen hat um die deutsche Fangemeinde des YQ waehrend des Rennens auf dem laufendem zu halten, wird auch dieses Jahr wieder auf dem Trail sein und sicherlich fuer dieses Forum Berichte schreiben.
Ansonsten werden er, Michael Grosch, Barbara Dannenhauer und ich auch Videos vom Trail hochladen.
Fuer Mile 101 habe ich inzwischen zwei sehr gute Motorschlittenfahrer fuer die Dauer der Oeffnung des Checkpoint angeheuert. Beide helfen im Augenblick dabei den Trail des YQ von Fairbanks nach Eagle zu brechen. Da ich sie eigendlich nur fuer Notfaelle geheuert habe die hoffentlich nicht eintreten, Motorschlittenfahrer ihres Kalibers aber nicht gerne herumsitzen, hoffe ich, dass die beiden unserer Video Crew bei ein paar guten Videos von Eagle Summit aushelfen …
Bis bald,
Peter

2010 Yukon Quest Trail Blog 3

Januar 8, 2010 by  
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest

Eric Cosmutto hat nun den ersten Wintertrail von der Chena Hotsprings Road nach Mile 101 gebrochen und ein paar Photos zurueck gebracht. Der Trail des jaehrlichen Yukon Quest Rennens wird von sogenannten ‘Trailbreakers’ gelegt. Diese kennen die Trails in ihrer Gegend.
Die oft erwaehnten ‘YQ-Trailbreakers’ des Yukon Quest oder des Iditarod folgen meist nur den Trails der lokalen Trapper und Motorschlittenfahrer. Bede Rennen sind entlang des Trails immer auf Einheimische angewiesen.
Eric, der aus Northpole, einer Kleinstadt nahe on Fairbanks stammt und seit Jahren ein Teil der 101 Crew ist, hat sich allerdings bereit erklaert dieses Jahr den Trail ueber Rosebud und Boulder Summit bis hin zu Eagle Summit zu brechen.
Hier… nur um die nie erzaehlte Geschichte des Rennens zu eraehlen, ein paar Photos:

Eric Cosmutto’s Kommentar zu diesem Photo:” Dies ist der Trail, … oder zumindest die Richtung in die wir ihn legen sollten:

yukon quest 2010 Trail

Trapper und Motorschlittenfahrer arbeiten seit langem entlang des YQ-Trails zusammen um dem 1600 km Trail des Rennens zu legen.
Viele Leute entlang der Rennstrecke unterstuetzt das Rennen auf die eine oder andere Art. Manche fahren ihre Motorschlitten zu Schrott um in schlechten Jahren regelrecht einen Trail aus dem Eis des Yukon Rivers oder den umliegenden Bergen herauszupruegeln. Die Geschichte dieser Leute wird nie erzaehlt obwohl sie eigendlich zumindest genauso wichtig ist wie die der beruehmten Musher die den Trail angehen.
Ich kann nur Photos zeigen, die einen kleinen Teil des Trails abdecken.
Ob ‘Checkpoint 101′ oder ‘Checkpoint Pelly Crossing’, die wahren Mithelfer des Rennens sind ohne Zweifel schon zwei Monate vor dem Rennen auf dem 1600 km Trail unterwegs.
Hier ein schoener Blick auf das Tal des Birch Creek von Rosebud Summit bei -25C und klarem Himmel.
Eric hat die Erfahrung um den ‘ersten’ Trail des 2010 YQ ueber Boulder und Rosebud Summit zu legen.

yukon quest 2010 trail

Viele der immer unerwaehnten Traibreaker muessen an vermutlichen Gefahrenstellen oft anhalten um einen sicheren Weg fuer die Musher zu finden.
Dieses Photo wurde an Eagle Creek geschossen. Das Eis im Hintergrund ist wieder einmal unter dem Druck des Wassers gebrochen. Eric weiss, dass die Bruchstelle weiterhin Wasser an die Oberflaeche pumpen wird.
Dies nennt sich ‘Overflow’.
Obwohl es erst Dezember ist und man nur ahnen kann was der Fluss im Februar machen wird sollte der Trail vom Bach ferngehalten werden. Der Dampf im Hintergrund ist offenes Wasser, das sich bei -20 C durch das Flusseis drueckt. Eine Kreuzung des Baches ist hier eher unsinnig.

yukon quest 2010 trail

Als Fazit sollte wohl gesagt werden, dass diese drei Photos nur ein kleines Bild dessen ergeben was freiwillige Helfer schon Monate vor dem Start des YQ 2010 tuen um sicher zu stellen, dass der Trail des YQ 2010 gut gelegt worden ist.
Dann kommt allerdings das Flusseis, dann die Stuerme und der Overflow, der innerhalb von 24 Stunden ein eisiges Flusstal mit 40 cm Wasser fuellen kann.
Man weiss ja nie…..

Peter Kamper

Interview mit Sab Schnuelle

Dezember 30, 2008 by  
Filed under GinGin200

Peter Kamper hat Sebastian Schnuelle, der den sechsten Platz beim GinGin 200 2008 belegt hat, interviewt.
Der Deutsche Musher gibt Auskunft ueber die Trail- und Wetterbedingungen, warum er das Rennen eher als Traininglauf angesehen hat, wieso Jeff King freiwillig ausgeschieden ist und an welchen Rennen er diese Saison noch teilnehmern moechte.

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Yukon Quest Trail Blog 14

Februar 25, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Tja,
das war’s dann wohl….
Viel zu viele Geschichten sind wie immer nicht erzaehlt worden.
Lance Mackey, der die Trailbreaker ueberhohlte und ploetzlich keinen Trail mehr hatte.
Das interessante an der Geschichte sind die Regeln des Yukon Quest, die besagen, dass das Rennen einen markierten Trail garantiert.
Die Trailbreaker waren schon lange in Central, als nach starken Winden der Renndirektoren sie zurueck ueber Eagle Summit orderte um den Trail nochmals zu checken.
Wir hatten zwei Trailbreaker in Mile 101 die dies haetten machen koennen. Dies ist aber nicht das wichtigste. Waehrend die Regeln besagen, dass das YQ einen markierten Trail garantiert, ist ausdruecklich erwaehnt, dass ein verwehter Trail auf Grund von Wetterbedingungen vorkommen kann.
Die Trailbreaker haetten also nicht zurueck geordert werden sollen. Auf Grund dieser Entscheidung verloren sie knapp einen Tag und wurden so von Mackey im Yukoneis eingehohlt. Ehrlich gesagt habe ich danach an die Goetter gebetet, dass Mackey gewinnt. Haette er um eine halb Stunde gegen Anderson verloren, waere dies auf Grund eines Vertragsbruchs zwischen Quest und Mushern (markierter Trail) passiert. Ihr koennt euch das Drama wohl vorstellen….
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Viel weiteres ist passiert:
Kyla Boivin, die als ich sie filmte ploetzlich im Schnee kniete und sich fuer 3 Minuten uebergab weil sie eine Fleischvergiftung hatte…., nur um danach auch noch eine schwere Bronchitis zu bekommen….
Der Trailbreaker Eric Cosmutto, der den Stahlrahmen seiner Maschiene waehrend eines Sturzes von einer ein Meter hohen Eisscholle brach und sich danach mit 5 km/h nach Eagle schleppen musste….
Hugh Neff, der in Dawson zu lange durchfeierte und mit einem ungeheurem Kater wieder auf den Trail ging…. “Ich glaube, die frische Luft wird mir gut tun…)
Die Nuancen des Rennens zwischen Michelle Phillips und Dave Dalton in der Dave nach 800 gemeinsamen Kilometern mit seinen ueberlegenen Hunden die letzte Rast vor dem Ziel mit Michelle einfach auslies….
Die Stunden, in denen Julie Estey mit ungeheuren Schmerzen und Traenen auf Grund einer schweren Baenderzerrung neben ihren Hunden auf dem Eis des Yukon lag und ihren automatischen Notrufsender anstarrte bevor sie sich schlussendlich von ihren Hunden nach Slaven’s schleppen liess…..
Dan Kaduce, der Slaven’s Dogdrop verlies um Stunden spaeter heulend zurueckzukehrten weil einer seiner Hunde Blut erbrochen hatte. (Der Hund ist o.k…, er hatte ein offenes Magengeschwuer und wurde sofort aus dem Rennen genommen und behandelt.)
Mein Flug nach Scroggie Creek in einer einmotorigen Maschiene. Wir verfehlten zwei Raben die aus dem Nichts erschienen bei 180 km/h mit dem Propeller um Haaresbreite
…. und so viel mehr…
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Es ist schwierig auf dem Trail solches Sachen niederzuschreiben weil wenig Zeit bleibt.
Ich muss sagen, dass es auch mir Spass gemacht hat hier teilzunehmen, also Danke an alle Leser dieses Forums, die mir Antrieb gegeben haben und natuerlich auch an Ragnar,…. nicht nur fuer dieses Forum sondern auch fuer die hervoragenden Artikel, die er taeglich auf die deutsche YQ-Site gebracht hat.

Happy Trails,
und vielleicht bis zum naechsten Mal.
Peter

Yukon Quest Trail Blog 7

Februar 16, 2008 by  
Filed under dogmushing, yukonquest

Dawson City,
wo man immer noch Geld im Kasino verspielen kann….
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Das liebe YQ hat mir ein schoenes Zimmer in einem Hotel 4 km vom Checkpoint organisiert und bezahlt. (Haette lieber Internet in 101 gehabt). Was soll ich mit dem Zimmer…., ist ja lieb gemeint, aber meine Arbeit ist im Checkpoint.
Habe also brav meine Matte im Checkpoint ausgebreitet und sitze nun am Computer. Gegen 1:30 muss ich eh wach sein um den Start von Lance aus Dawson zu filmen. Es geht mir auf den Wecker, dass er jedes Jahr im Dunkeln abhaut.
Habe allerdings mit Lance Mackey’s Frau ueber’s warme Wetter geredet. Sie meinte, dass er gesagt hat: “Wenn ich weit frueher in Dawson angekommen waere haette ich wegen der Tageswaerme eh kurz nach der Weiterfahrt rasten muessen um die Hunde nicht zu ueberhitzen. Es war richtig, den Lauf nach Dawson so einzuteilen, dass ich zur kaeltesten Nachtzeit nach 36 Stunden wieder losfahre.”
Ken Anderson wird allerdings das gleiche tuen. Immerhin liegt er nur ca. 30 Minuten hinter Lance. Im Augenblick schneit es….., obwohl nicht viel Schnee in der Vorhersage ist wird Ken Anderson sich an Lance Mackey’s Trail haengen,… etwas, dass seine Hunde motivieren wird.
Meine groesste Frage ist nun, ob irgendjemand der ersten drei (Mackey, Anderson, Sass) Hunde vor dem erneuten Start abgeben werden.
Von Brent Sass weiss ich, dass seine neun Hunde wieder auf den Trail gehen werden. Von Ken Anderson und Lance Mackey weiss ich ueber den Zustand der Hunde nichts.
Es ist endlich mal mal wieder spannend.

Und uebrigens…., David Dalton ist mit seinen 13 Hunden nicht mehr zum Sieg faehig aber hat zumindest meiner Ansicht mit seinem gut aussehendem Team einen 10-stuendigen Spurt in sich. Er wartet auf den richtigen Augenblick um seinen ‘Move’ zu machen.
Habe auch mit Brent Sass gesprochen. Wir kennen uns seit einigen Jahren. Er denkt immer noch mehr daran Ken Anderson zu schlagen als Phillips und Dalton abzuwehren.
Ich habe ihn freundschaftlich gewarnt, dass er in Hinsicht auf Plazierung mit neun Hunden lieber ueber die Schulter als nach vorne gucken sollten.
Bessere Teams als das seinige haben vor dem Unmoeglichem gestreikt. Ich hoffe, dass er seinen jugendlichen Leichtsinn mit Liebe zu seinen Hunden ueberkommt.
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Bis spaeter,
Peter