2012 Yukon Quest Trail Blog 7
Januar 20, 2012 by admin
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Mike Bowman rief mich gestern an und meinte, dass er heute hoch nach Mile 101 (160km) fahren wird um mal nachzugucken wieviel Feuerholz dort noch vom letztem Rennen liegt. Wir hinterliessen damals ein paar Festmeter Holz. Kariboujaeger benutzen die Huetten oft im Herbst und Winter und bringen - entgegen alaskanischer Tradition - meist kein eigenes Feuerholz mit. Wir muessen natuerlich vor dem Rennen herausfinden in welchem Zustand die verlassenen Huetten sind.
Im Augenblick kann ich Mike nicht erreichen, las aber grade den neusten Wetterbericht: 5 cm Schneefall mit bis zu 50 km/h Winden. Schneewehen mit Sicht auf den beiden Gipfeln vor und nach Mile 101 auf Null sinkend (12-Mile Summit und Eagle Summit). Obwohl Temperaturen im Augenblick um -10 C liegen sollen diese gleich nach dem Sturm morgen auf -38 C fallen. Ein Auto in soch einer Temperatur zu starten ist ohne Strom und spezielle Ausruestung (Propan und einen Brenner unter dem Auto) fast nicht moeglich. Falls Mike wirklich gefahren ist wird er schon vernuenftig ausgeruestet sein, aber das oben erwaehnte Wetter ist fuer den Checkpoint einschliesslich der Stuerme und teilweise geschlossenen Paessen eher typisch.
Ich bin mal gespannt wie es am 5.Februar aussehen wird.
Die gute Nachricht:
Falls der Himmel klar ist, werden wir ‘fast’ den Vollmond geniessen koennen wenn Musher in Mile 101 eintreffen. Bei klarem Himmel ist der Vollmond so gross und so hell, dass man um Mitternacht Zeitung lesen kann.
2012 Yukon Quest Trail Blog 6
Januar 12, 2012 by admin
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Waehrend eines Besuches im Quest-Buero traf ich aus Zufall allerdings ‘Mike’, den Trailmanager der alaskanischen Seite des Rennens. Mike ist ein sehniger Mann um die 45 mit blitzenden Augen und kargen Worten, der saemtliche Trailbreaker auf dieser Seite des kanadisch/alaskanischen Grenze leitet. Wir begruessten uns mit Handschlag und der seinige war solide und fest, was heutzutage selten ist. Es gab also keinen Grund um den heissen Brei herumzureden: “Mike, ich brauche jemanden mit einer guten Maschiene und Erfahrung in 101. Muss ich da selber suchen oder kannst du einen deiner Jungs abstellen ?” - “Der Trail bis Circle sollte bis dahin gut markiert sein. Wie waer’s wenn ich persoenlich bei euch bleibe und die Crew einfach voraus schicke ?” Er zuckte mit den Schultern. “Falls das Wetter gut ist werde ich sicher vor dem letztem Team weg sein, aber ansonsten bleibe ich dann bei euch und fahre danach bis Circle durch um die Crew zu treffen.” “Falls du selber bleibst wuerdest du mir eine Menge Sorgen ersparen!”, meinte ich. - “Ich bleibe fuer 24 Stunden bei euch und schicke die Crew vor…”.
Ein Problem hatte ich nun geloest. Etwas besseres als einen erfahrenen Motorschlittenfahrer der persoenlich den Trail ueber Eagle Summit gelegt und fuer Wochen neu ueberarbeitet hat kann man sich im Notfall fuer Mile 101 nicht vorstellen. Es sein denn man haette zwei davon.
Vorgestern kamen Eric Cosmutto und seine Frau Jan vorbei. Jan hat mehrere Hundeteams und die beiden hatten sich in Mile 101 in 2010 getroffen, sich verliebt…. und so wurde Eric im letztem Jahr nicht nur zum Ehegatten sondern auch zu einem Musher…. obwohl ich denke, dass er seinen Motorschlitten immer noch bevorzugt. Wie sich im Gespraech herausstellte, wird ein Bekannter der Beiden das YQ300 angehen und sie werden beide als Handler den Trail bis Circle fahren. “Och…”, meinte ich, “dann kannst du ja auch deinen Motorschlitten mitbringen. Nur so im Falle eines Falles…”.
“Jaaaa….”, meinte er zoegernd auf die beste aller Ehefrauen guckend, “… eigendlich sollte das kein Problem sein.” “Toll !”…fuegte ich ihm hinzu bevor weitere Bedenken aufkamen: “Da du als Handler in 101 eh nichts tuen kannst solltest du dann hoch auf Eagle Summit fahren und Teams filmen. Vielleicht Sebastian …oder so?” Er zoegerte immer noch ein bischen: “Das wuerde auf’s Wetter ankommen,” meinte er. (Ha, jetzt hatte ich ihn…. ) Eric wird also wahrscheinlich ebenfalls - zumindest fuer Notfaelle - wieder in 101 auftauchen.
Zu guter letzt erhielt ich heute abend einen Anruf von Mike Bowman. Bevor er wirklich zu Worte kam unnterbrach ich ihn: “Gehst du mit deinem Team auf’s YQ300 oder nicht ?” - “Mein Arm ist komplett verheilt aber ich habe die Hunde nicht lang genug trainieren koennen. Nein, ich fahre das Rennen nicht.” - “Kommst du nach 101 ?”, fragte ich sofort nach…
“Natuerlich, deshalb rufe ich an….”
Wir fachsimpelten fuer eine gute Stunde wie wir 30 Teams dort draussen unterbringen koennen, wieviele Schlafmoeglichkeiten wir fuer Musher haben und wie wir genuegend Wasser fuer fast 400 Hunde (einschliesslich des YQ 300) aus geschmolzenem Schnee gleichmaessig warm halten koennen. Immerhin muessen die Musher des YQ 300 zumindest 2 Stunden bei uns Rast machen und die Langstreckenmusher des YQ 1000 koennen auch ihre 4-stuendige Zwangsrast bei uns einlegen. Wenn man nun zwei kleine Fuetterungen berechnet muss eine Menge Schnee geschmolzen werden. Aber so kompliziert will ich es garnicht machen. Dies sind kleine Details die waehrend des Rennens ausser fuer Musher, Hunde und Crews keinerlei Bedeutung spielen. Ich bin einfach gluecklich, dass wenn auch mit Verzoegerung ein Grossteil des Kernes von Mile 101 zurueck kehren wird.
Es gibt drei neue Mitglieder der Crew die ich spaeter vorstellen werde. Mike wird diese Woche auch mit einem Freund 16o km nach Mile 101 fahren um zu sehen wie es um die Huetten herum aussieht und ob der Holzvorrat den wir nach dem letztem Rennen hinterlassen haben noch da ist.
Ueber all dies und mehr werde ich allerdings spaeter berichten…
2012 Yukon Quest Trail Blog 5
Januar 12, 2012 by admin
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Insgesamt hatten wir ein wirklich gutes Gespraech an jenem Abend in Ivory Jack’s, der Kneipe ausserhalb von Fairbanks im Goldstream Valley die uns jaehrlich mit Lebensmitteln unterstuetzt. http://ivoryjacks.alaskansavvy.com/
Mr. Elsworth, der Besitzer setzte sich kurz zu uns und meinte in seiner trockenen Art: “Gut euch zu sehen. Was braucht ihr an Essen fuer 101. ?” Fuer das Essen in Mile 101 sind meine Frau Kelly und Georgeanne Hampton zustaendig. 24 Stunden an einem Stueck etwas leckeres zuzubereiten ist eine Kunst die frueher ein gewisser Herr Rainer Fischer als Miarbeiter perfektionierte. Heutzutage bereiten die beiden Damen das Essen in Mile 101 zu. Deren lange Diskussionen, Gewuerz und Lebensmittellisten sind etwas in das sich selbst ein Checkpoint Manager nicht einmischen sollte. (Ich habe es versucht, deshalb die Warnung.)
Wir sagten also nichts als Herr Elsworth sich zu uns setzte, waehrend die beiden Damen erklaerten, dass ihre Liste noch nicht vollstaengig sei. “Ich weiss nicht ob ihr das gebrauchen koennt”, meinte er, “aber ich kann euch 36 vorgekochte Seiten Ferkelrippchen in Barbeque Sosse besorgen.” Dies hoerte sich natuerlich lecker an. Die Damen sagten zu. Allerdings werden diese wohl an Musher gehen. Ueber 200 Eier, Brot und ca. 20 kg gebratenen Speck die Ivory Jack’s uns normaler Weise mit gibt werden uns auch munden. Es war ein gutes Treffen und hoffentlich ein gutes Zeichen fuer Mile 101.
Selbst der neue Race Manager Josh Horst kam vorbei, trank ein Bier mit uns und versprach die auf unserer Liste eingetragenen Dinge wie Benzin, Generatoren, Ofenholz und weiteres fuer uns zu besorgen. Er schien gluecklich zu sein mit kompetenten Leuten wie Mike Bowman, Kevin Abnett und auch mir zu reden. Auch Josh Horst hat langjaehrige Trailerfahrung und es war gut Loesungen mit gegenseitigem Verstaendnis und Respekt zu finden.
Am Ende des Abends nahm ich damals Mike Bowman bei Seite und meinte: “Mike, ich freue mich so sehr dich im Rennen zu sehen, aber du wirst uns verdammt nochmal fehlen.” - Er guckte erst seinen Arm an und dann mich:”Wir werden sehen was passiert, Peter. Allerdings habe ich nun nur noch 8 Wochen um die Hunde zu trainieren und ich weiss nicht ob dies genug Zeit ist. Rosebud Summit und Eagle Summit sind nicht so einfach wie es sich Leute vorstellen.” Er guckte mir in die Augen und lachte:” … und nach so vielen Jahren in 101 sollten wir dies eigendlich wissen, hm ?”
Danach vergingen mehrere Wochen in denen ich nur kurze Gespraeche mit der Crew hatte. Der Verlust von Eric Cosmutto, unseres Mile 101 Notfall-Motorschlittenfahrers (Mile 101 senior trail & rescue manager ) der schon mehreren Teams ueber die Jahre geholfen hatte, traf mich immer noch. Er wollte sich allerdings ein Jahr frei nehmen…. und hatte grade geheiratet. Mile 101 hat seit 2001 jedes Jahr zumindest einen wirklich erfahrenen Wildnismotorrschlittenfahrer mit einer hervorragenden Maschiene. Dies hat sich ueber die Jahre auch bewaehrt und wird von der Rennleitung heutzutage praktisch erwartet obwohl die meisten Checkpoints dies nicht haben. Man kann Motorschlittenfahrer ueberall in Alaska finden. Wie ein hervorragender Trailbreaker des YQ vor Jahren allerdings so treffend meinte: “Du findest gute und erfahrene Fahrer mit alten und kleinen Motorschlitten. Dann findest du unerfahrene Besitzer von hervorragenden 12.000 $ Motorschlitten die man eben braucht um solche Trails unter wiedrigen Umstaenden zu befahren. Die einen haben die Zeit zum fahren und sammeln die Erfahrung, die anderen muessen arbeiten um das Geld fuer’s Spielzeug zu verdienen, haben aber keine Zeit es wirklich zu benutzen. Beides gemeinsam - wirklich erfahrene Wildnisfahrer und hervorragende Motorschlitten die fuer extreme Konditionen geignet sind - sowas findet man selten.”
2012 Yukon Quest Trail Blog 4
Januar 12, 2012 by admin
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Hm…,
ich habe diesen Thread nun Mal begonnen und werde ihn damit wohl auch weiterfuehren. Es gab ueber die letzten Monate einiges zu berichten, aber die Aenderungen, Vorschlaege, Ideen und Schicksalsschlaege liefen in einem Tempo ab das sich schwierig beschreiben liess.
Natuerlich hat sich inzwischen - wie immer - fast alles geaendert und ich werde versuchen dies zusammen zu fassen.
Dough Grilliot, den ich als wuerdigen und sehr erfahrenen neuen Leiter des ‘dog yards’ in Mile 101 ansah nachdem Mike Bowman das YQ 300 fahren wollte, sagte mir ploetzlich ab: ” Tut mir Leid, Peter. Man hat mich gebeten das YQ 300 als Race Marshall zu leiten. Wenn ich in Mile 101 bin koennen ich und meine Rennrichter aber sicherlich helfen.”
Was zum Teufel…., war ploetzlich jeder mit dem YQ 300 beschaeftigt ? Sein Angebot war lieb gemeint und ich wusste, dass jeder mithelfen wuerde. Allerdings ist es nicht unsere Angewohnheit Race Marshalls als Helfer zu heuern. Deren Arbeit ist schwierig genug…., und man hat ja auch seine Ehre.
———
Kurz vor Weihnachten arrangierte ich ein Treffen der gesamten Crew und lud natuerlich auch Mike und unseren langjaehrigen hocherfahrenen Motorschlittenfahrer Eric Cosmutto ein obwohl sie dieses Jahr nicht teilnehmen wuerden. Wir brauchten deren Wissen und Erfahrung.
Eric musste absagen, da er ein Motorboot in einem Hafen an der Kueste in Seward hatte und dort mehr als drei Meter Schnee gefallen war. Er musste zu seinem Bott fliegen und Schnee schaufeln. (Ich bin ueberzeugt, dass dies fuer ihn seiner Frau gegenueber eine tolle Ausrede war mal wider ans Meer zu kommen… )
Mike allerdings kam und so kamen auch unsere Kommunikations-Gurus Kevin Abbnet und Sterling Muth und andere.
Was mir zuerst auffiel war die Tatsache, dass Mike’s linker Unterarm komplett bandagiert war. “Was ist dir denn passiert ?” - Ich bin im Dunkeln auf einem Bleistift ausgerutscht und mit dem Unterarm auf den heissen Holzofen gekommen.” Er hatte Verbrennungen 3.Grades. - “Tja, Peter… Im Augenblick kann ich meine Hunde nicht trainieren. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das YQ 300 fahren kann. Falls nicht bin ich in 101.”
Ich bot ihm Hilfe und Medikamente an, aber er wollte davon nichts wissen und damit wendeten wir uns den Vorbereitungen zu.
Kevin Abnett hatte gleich die naechste ‘gute’ Nachricht fuer mich. Er hat ein Jahr mehr in Mile 101 ‘gedient’ als ich und wir haben alle Zeiten von reinem Funk mit Batterien ueber die ersten Internetverbindungen bis hin zu ‘uploads’ von Filmmaterial auf Youtube gemeinsam durchgemacht. Ich habe dort als Manager seit 16 Jahre ‘gedient’, er 17 Jahre als Funker.
Wir arbeiten alle eigendlich einfach zusammen, aber als das Yukon Quest eine Liste der freiwilligen Mile 101 Mitarbeiter wollte, liessen wir uns nicht lumpen. Wir erfanden eins Nachts bevor die ersten Teams eintrafen fuer jeden langjaehrigen Mitarbeiter einen Titel.
Kevin ist offiziell der “Senior Checkpoint Communications Manager’.
“Wir schiessen am 7.Februar einen Wettersatelitten ab und am 5.Februar kommen die Jungs von NASA um sich alles anzugucken,” meinte Kevin waehrend des Treffens.
Wie schon oft erklaert, ist er eine Art Daniel Duesentrieb.
“Ich dachte du haettest dich zur Ruhe gesetzt”, sagte ich bissiger als gemeint. Immerhin hatte Kevin sich von der Universitaet getrennt nachdem er deren Roboter-Technik Program gefuehrt hatte. Kevin laechelte und zuckte mit den Schultern: ” Naja, … so kleine Seitenjobs zahlen fuer’s Essen.”
Allerdings beschwichtigte er mich:” Wir regeln alle Technik in 101 fuer’s Internet am Freitag und abends kann ich ueber’s Wochenende immer noch hochfahren. Die Raketenabschussbasis ist ja nur 120 km entfernt.”
Dazu muss gesagt werden, dass Sterling Muth, der seit 3 Jahren mit Kevin in 101 arbeitet auch ein hervorragender Programmierer, Funker und Elektroniker ist. Nun gut…. Technik und Internet sowie Funk sollten also geregelt sein…
2011 Yukon Quest Trail Blog 1
Januar 12, 2011 by admin
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Nach der langen Sommerduerre ein paar Geruechte. Die meisten sind allerdings verlaesslich…
Waehrend das Iditarod seine ‘Iditarod Insider Webseite’ weiterfuehren wird (19.95 $ fuer Videos, Bilder und Musher-Koordinaten) wird das Quest auch dieses Jahr wieder kostenlos berichten. ‘Spot’, eine Gesellschaft die Rettungssender baut, hat sich auch fuer 2011 bereit erklaert die Musher des YQ wie auch letztes Jahr kostenlos mit Sendern auszuruesten damit Fans die Musher auf dem Trail und damit das Rennen ‘live’ mitverfolgen koennen.
Musher werden dieses Jahr einer Regelaenderung unterliegen die besagt das das Sendegeraet getragen werden muss. Allerdings ist es altbekannt, dass man im Packsack des Schlittens nur seinen Kocher auf den kleinen Sender stellen muss um eine Verbindung zum Ortungs- Satteliten zu verhindern. Ich bezweifele allerdings, dass dies jemand tuen wird.
Der Schweiz/Kanadier Hans Oettli wird wieder Race Marshal des Rennens sein und hat zumindest meines Wissens nach seine gesamte Rennrichter-Crew von 2010 ohne Aenderung wieder geheuert. Eine kleine Aenderung und ein guter Richter:
Wayne Valqc, ein hervorragender Musher-Veterane der seit Jahren das YQ300 als Race Marshal leitet wird das am gleichen Tag startende YQ300 mit 25 Mushern leiten, aber ab Pelly Crossing auch am YQ als Richter taetig sein.
Wayne ist seit langen Jahren ebenfalls der Race Marshal des Junior Yukon Quest und fuer nicht nur fuer seine scharfen Augen bekannt wenn es um Hunde geht, sondern auch fuer seine Ruhe und Geduld mit Rookies.
Zur Rennrichter-Crew gehoehrt auch wieder einmal der deutsche langjaehrige YQ-Musher Thomas Tetz. Die Gruppe der Rennrichter um Hans Oettli erhielt letztes Jahr hervorragende Noten von allen Mushern. Sie wurden nicht nur fuer ihre Professionalitaet sonder auch fuer die freundliche und gute Atmosphaere entlang des Trails gelobt. In meinen Augen war es eine der besten Gruppen von Rennrichtern, die ich in den letzten 16 Jahren gesehen habe.
Die jetzt in Schweden lebende deutsche Tieraerztin Annette Kriller, die in frueheren Zeiten schon fuer das YQ arbeitete und auch hier im Forum Fragen beantwortete wird dieses Jahr nach laengerer Abwesenheit vom Rennen auch wieder zurueckkehren. Ich hoffe, dass wir waehrend des Rennens vielleicht ein paar Beitraege von ihr lesen koennen.
Ich wurde dieses Jahr gebeten unter der Leitung eines bezahlten Mediateams in 2011 nochmals Video-Clips entlang des Trails zu schiessen.
Da ‘unter der Leitung von…’ in keinster Weise meiner Arbeitsweise entspricht (es sei denn es sind der Race Marshal, seine Richter oder die Tieraerzte) dauerten die Verhandlungen etwas laenger. Ich werde nun (wie frueher) in 2011 wieder als freier Mitarbeiter und (zumindest teilweise) nochmals als Volunteer filmen.
Fast jeder im YQ-Forum kennt wahrscheinlich Sui King. Mit seiner langjaehrigen YQ-Trailerfahrung habe ich ihn gebeten mir beim filmen zu helfen und er hat zugesagt. Es wird das erste Mal sein , dass ich einen Video-Partner auf dem Trail habe. Es wird interessant sein herauszufinden wer von uns weniger Schalf braucht. Sui wird auch die Ziellinie des Rennens mit einem weiterem Videographen abdecken waehrend ich im Checkpoint Mile 101 zurueckbleiben werde bis uns dort der letzte Musher auf dem Weg zur 160 km entfernten Ziellinie verlaesst. Bis dahin wird der Sieger laengst in Fairbanks angekommen sein.
Mile 101 ist ja nun ein Checkpoint den ich immer noch leite. Dieses Jahr ist einer unserer aeltesten Kommunikationsspezialisten Brad Brook in der Mayo Klinik in Seattle waehrend einer Herzoperation (hoffentlich) friedlich verstorben.
Er hat seit ueber 12 Jahren in Mile 101 mitgerbeitet und zwischen 2001 und 2008 unermuedlich daran gearbeitet auch in vielen anderen Checkpoints Internetemfang ueber Satellite zu ermoeglichen. Er verbrachte sein letztes YQ bei uns in Mile 101 und wir werden seiner Frau das erste Mile 101 Checkpointbanner von 2010 (erstes Jahr als Checkpoint) mit den Unterschriften der Rennrichter, Tieraerzte und Crew uebergeben. In 2009 wurden ihm nach einem 20 Meter Sturz einige Jahre vorher beide Fuesse abgenommen. Als er in 2010 mit seinem eigenem Auto auf Prothesen in Mile 101 ankam und vorsichtig durch den Schnee zur Huette lief, grinste er und meinte: “Hey, keine kalten Fuesse mehr….” Ein guter Mann und ein Freund der nicht ersetzt werden kann.
Er hat mehr fuer das Rennen getan als ich hier je sagen kann.
Wir werden ihn vermissen.
Dies sind im Augenblick alle Neuigkeiten.
Ich denke wir haben ein gutes Rennen vor uns.
Mehr spaeter,
Peter
Hans Gatt gewinnt den Yukon Quest 2010
Februar 16, 2010 by admin
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Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, hat das 27te Yukon Quest International Hundeschlittenrennen, in neuer Rekordzeit, gewonnen. Der 51jaehrige ist um 13:35 (Ortszeit) in Whitehorse Yukon (Kanada) ueber die Zielline gefahren. Mit seinem vierten Sieg hat er mit Lance Mackey wieder gleichgezogen, der von 2005-2008 auch viermal den Yukon Quest gewinnen konnte. Hans Gatt konnte seinen Vorsprung auf Lance Mackey und Hugh Neff verteidigen - sogar ausbauen. Die drei Musher hatten sich seit Dawson City ein Katz und Maus Spiel geliefert, indem oftmals der Gejagde mit dem Jaeger abwechselte. Schlussendlich hat sich der Hunde-Schlittenhersteller gegen seine Konkurrenten durchgesetzt.
Im Zielbereich begruesste und umarmte ihn seine Partnerin Susie Rogan, die letztes Jahr den Yukon Quest 300 gefahren ist. Gatt war sehr emotional und stolz in seiner jetzigen Heimatstadt Whitehorse gewonnen zu haben. Die Trail- und WetterKonditionen und der harte Konkurrenkampf haetten, seiner Meinung nach, dass diesjaehrige Rennen so extrem schnell gemacht. Die alte Rekordzeit von Sebastian Schnuelle hat Gatt um 23 Stunden unterboten und auf nun 9 Tage 0 Stunden und 26 Minuten, gesetzt.
Der vierfache Yukon Quest-Champion Lance Mackey kam als Zweiter in Whitehorse in Ziel - eine Stunde nach Hans Gatt. Im Zielbereich gratulierte Hans Gatt Lance Mackey. Der Musher aus Fairbanks, meinte, dass die diesjaehrigen Wetter- und Trailbedingungen die besten seit fuenf Jahren beim Quest gewesen waeren. Die schwierigste Strecke sei, fuer ihn, von Mile101 nach Central gewesen, dort haette kaum Schnee gelegen, der Trail waere hart gewesen. Der Wettkampf mit Hans Gatt haette ihm gefallen. Er habe versucht Gatt mit einigen langen Laeufen, wie in den letzten Jahren zu entmutigen, doch das haette diesmal nicht funktioniert. Er fordere Gatt zu einer endgueltigen Entscheidung naechstes Jahr herraus, da beide nun vier Titel haben.
Hugh Neff ist schliesslich als Dritter nach Whitehorse gekommen, fast zwei Stunden nach Lance Mackey.
2010 Yukon Quest Trail Blog X
Februar 8, 2010 by admin
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Uebermuedet aber nicht faehig zu schlafen sitze ich in Mile 101. Fuer was wir so hart gearbeitet hatten ist fuer uns nun fast vorueber. Alle ausser mir und meinem 13jaehrigem Sohn Lukas schlafen alle den wohlverdienten Schlaf von harter Arbeit. Lukas pflegt die Feuer der vier Huetten, denn immerhin hatte er von uns allen in den letzten zwei Tagen als Einziger vernuenftige 8 Stunden an Schlaf gehabt. Ich kann trotzdem nicht schlafen, streife meine Stirnlampe ueber und gehe raus. Es ist still und kaum ein Lueftchen regt sich. 10 C fuehlen sich in dem Anzug den ich trage eher warm an. Ueber Tag ist ein bischen Schnee gefallen und die Spuren der 30 Musher die im Checkpoint rasteten sind mit den sanften Spuren des Neuschnees bedeckt. Waehrend ich langsam durch den nun verlassenen und stillen Checkpoint gehe und meine Stirnlampe Schatten wirft schreite ich langsam ueber die Rastplaetze.
Wenn man fuer 48 Stunden lang alle 5 Minuten eine Entscheidung trifft oder einer neuen Aufgabe gegenueber steht ist dies eine Ewigkeit. Er erscheint mir als waeren Tage vergangen seit Zack Steer dort rastete… oder hier Bart De Marie seine Futtersaecke brauchte. Ich geniesse die Stille.
Drei Teams und insgesamt 34 Hunde liegen noch im Checkpoint. Schweigend gehe ich an ihnen vorbei und ein paar der Hunde heben schlaefrig ihr Haupt aus dem Stroh. Ich sage nichts. Da ich die Stimme ihrer Herren nicht spreche ist dies besser so. Die Stille des Hochtales wird fast nur vom Knirschen meiner Winterstiefel unterbrochen. Ich bin unendlich muede und doch so wach.
Gedanken schweifen zurueck zu all den Sorgen ob oder wie wir Dinge hier in Mile 101 geregelt bekommen wuerden, wieviel Arbeit es bedurfte alles so vorzubereiten, dass Checkpoint 101 sich wirklich bewaehren wuerde. Erst langsam wird mir bewusst, dass die Crew… wir… unseren Auftrag erfuellt haben. 10 Meter entfernt knurrt einer der Hunde leise. Ich bin mit ein bischen Stolz erfuellt und grummel leise: “Halt die Schnauze, oder ich schmeiss dich raus. Das Stroh bleibt uebrigens hier.” Mit der Uebermuedung werden meine Witze nicht unbedingt besser aber der Hund ist still. Ich war eh nicht der Anlass seines Knurrens. Das Team hat zwei laeufige Huendinnen im Team. Unruhige Traeume fuer die Rueden….
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Ich muss Josea Busby als Rennkoordinatorin ein grosses Lob aussprechen. Wir haben alles bekommen was wir brauchte, … und mehr.
Hans Oettli als Race Marshal und seine Rennrichter brachten eine professionelle aber auch entspannte Athmosphaere mit sich, die wir als Crew wirklich genossen haben. Das Kompliment der 8 Tieraerzte an uns fuer unsere Vorbereitungen koennen wir auch zurueckgeben. Es ist immer wieder erstaunlich wie gruendlich diese sich mit den Hunden beschaeftigen.
Rainer und Georganne haben fuer mehr als 24 Stunden durchgekocht, Eric Cosmutto wurde wieder einmal rausgeschickt um drei verlorene Teams (diesmal YQ300 Teams) zu finden - eine Geschichte die in der Nacht auch nicht erzaehlt werden durfte, Mike Bowman hat den Rastplatz mit Jan DeNapoli und Jesse hervorragend geregelt.
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Im Schnee zu stehen und die gute Atmosphaere zu spueren, die in den letzten 48 Stunden ueber den Rastplatz stroemte war einfach schoen. Es war die ganze Sache wert.
Die Crew hat schon beschlossen auch naechstes Jahr wieder zusammen zu arbeiten. Ich freue mich drauf…
Kevin Abnett und sein neuer Hamster (ham radio operator) Sterling Muth sind neben mir am schnarchen. Das letzte Team in 101 (Mike King/ YQ300) ist draussen am heulen, denn gleich geht’s los. Ich denke, dass ich sie persoenlich verabschienden sollte. Es war das erste Jahr, dass nichts spezielles in 101 passierte…. und darueber freue ich mich. Falls bis zum Mittag kein Team vom Eagle Summit zurueckkehrt schulde ich Eric Cosmutto 50 $. Diese hat er sich mit seiner Trailarbeit auch verdient.
Yeah !!!
Ende und aus….
Peter
Yukon Quest 2010 gestartet
Februar 8, 2010 by admin
Filed under Allgemein, yukonquest
Das 27te Yukon Quest International SledDogRace ist in Fairbanks (Alaska) gestartet. 24 Teams gingen im Abstand von je drei Minuten unter der Cushman Bruecke auf dem zugefrorenen Cheena Fluss auf die 1.600 Kilometer lange Strecke nach Whitehorse im Yukon (Kanada). Als Top Favorit gilt der ungeschlagene und viermalige Champion Lance Mackey, der letztes Jahr das YQ-Rennen ausgesetzt hat. Mackey tritt mit einem veraenderten Hundeteam an, indem auch einige unerfahrene Zweijaherige sind.
Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, der den Quest dreimal hintereinander gewinnen konnte, gehoert ebenso wieder zum Favoritenkreis. Letztes Jahr hat er alle Zuschauer und Fans geschockt, indem er offentsichtlich grundlos in Dawson City aus dem Rennen ging. In einer Presseerklaerung verkuendete er dann, dass er sich mit seinen Hunden voll auf das Iditarod konzentrieren wollte. Dieses Jahr sehe er den Quest nicht als Trainingfahrt an und trete an, um
zu gewinnen.
Auch der Zweitplazierte von 2008 und Nachbar von Lance Mackey, kuendigte an, dass er den Sieg anstrebe. Er versuche zwar die erste Haelfte des Rennes konservativ zu fahren, um dann spaeter anzugreifen, wie im Jahre 2008.
Weitere tagesaktuelle Infos unter http://www.yukonquest.info
2010 Yukon Quest Trail Blog 7
Januar 21, 2010 by admin
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Eric und ich waren dieses Wochenende in Mile 101 und haben lange rumgestanden um 27 Rastplaetze zu finden. Etwas Gebuesch muss weg, damit wir alle Musher unterbringen koennen, aber ansonsten ist alles ok. Auch hat sich die Auslandsreise von Eric verschoben. Er wird also waehrend des Rennens in Mile 101 bereitstehen. (Tiefer Seufzer der Erleichterung !!!)
Da wohl jeder gerne Photos mag, hier ein paar Photos von Eagle Summit und Mile 101, die Eric geschossen hat (all rights reserved, copyright ! …. und so).
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Zuerst Mile 101:
Wir mussten den Platz fuer Musher vergroessern und haben ein paar kleinen Weiden das Garaus machen muessen. Eric hat danach das gesammte Gelaende mit seinem Motorschlitten platt gefahren, damit der Wind den Schnee nicht wegweht. Der Untergrund ist sehr steinig. Dieser Blick geht vom oberen Teil des Rastplatzes zur Kuechenhuette, der einzigen Huette die Besuchern zeitweise zugaenglich ist. Die Linie der Strohballen markiert die Abgrenzung zwischen Rastplaetzen und der Gegend in der sich Besucher aufhalten duerfen. Der Strassendienst hat uns jetzt schon zugesagt, dass er Mile 101 soweit mit Schneepfluegen bearbeiten wird wie wir es wollen. Dies ist der Grund wieso wir diese Barriere jetzt schon aufgebaut haben. Pfluegt uns bloss nicht die Rastplaetze fuer die Hunde….

Das zweite Photo zeigt den Blick von der ‘Besucherseite”.
Rechts im Hintergrund ist ein Teil des Aufstiegs nach Eagle Summit zu sehen. Das dunkle lange Geraet zwischen den Strohballen ist Eric’s Schlitten, den er hinter seinen Motorschlitten spannt:

Photos wie die folgenden machen es vielleicht leichter zu verstehen, wieso Musher auf Eagle Summit in einem Schneesturm vom Trail abkommen.
In diesem Photo liegt das Tal in Richtung Central unter einer Tiefnebeldecke.
Der Trail fuehrt in die nicht sichtbare Ebene und nur die umliegenden Berge sind zu sehen. 5 Teams verloren hier in 2006 ueber Nacht bei Schneetreiben und Winden von ueber 100 km/h den Trail. Sie hatten zwar in Mile 101 die Wetterwarnung gelesen, sich allerdings trotzdem auf den Weg gemacht und wurden spaeter von der US Airforce mit Blackhawk Helikoptern gerettet als sie vom Trail abkamen und schlussendlich in kleinen Hochtaelern im Tiefschnee stecken blieben.
Einer der Musher meinte: “…. und dann habe ich den Schlitten in den Wind gekippt und mich mit meinen Hunden dahinter vergraben. Wir hatten keine Ahnung mehr wo wir waren und haben einfach einen grossen Haufen aus Musher und Hunden gemacht. Ich hab sie alle von der Leine genommen und wir haben uns einfach zusammengeballt. Jeder von uns wusste worum es ging.”
Ein anderer der in 2006 geretteten Musher meinte: “Ich habe eine wirklich gute Stirnlampe, aber in dem Sturm konnte ich noch nicht mal mehr meine Leithunde sehen, geschweige denn den Trail. Als ich meinen Schlafsack aus dem Schlitten nahm hat ihn der Wind mir aus der Hand gerissen. Der Schlafsack verschwand in sekundenschnelle in der Dunkelheit. Ich konnte he nur knien. Aufrecht stehen war unmoeglich.”
Einige der geretteten Musher behaupteten spaeter, dass sie spaeter ohne Rettung zum Trail zurueckgefunden haetten falls kein Helikopter gekommen waere. Manchen haette ich dies zugetraut. Allerdings laesst sich bei 100 km/h Winden auch kein Kocher anzuenden um Schnee zu schmelzen. Wasser ist in solchen Situationen sehr wichtig.
Waehrend der Rettungsaktion in 2006 wurde laut Aussage der US Airforce von der Helikopter-Crew die staerkste Sturmboehe mit mindestens 92 m/hp (knapp 145 km/h) gemessen.
Zu dieser Zeit lagen saemtliche in den Schnee gesteckten Trailmarkierungen entlang des Passes allerdings schon flach. In diesem Photo sieht der Pass allerdings recht harmlos aus:

Spaet nachmittags mit der langsam untergehenden Sonne stand Eric auf dem hoechsten Punkt des Passes und photographiert nach Osten in Richtung Checkpoint Central. Das Tal liegt im Nebel. Die schwarzen kreisfoermigen Objekte sind Autoreifen. Es gibt hier oben nichts wo Musher ihre Hundeteams sicher anbinden koennen und der sturmverblasene Schnee auf dem felsigem Untergrund ist selten tiefer als 5 cm. Die Autoreifen sind im Boden verankert und sollen Mushern dazu dienen ihre Hunde mit einem Schneehaken zu sichern falls diese rasten oder nochmals absteigen wollen um einem anderem Musher zu helfen.
In 2009 war es Brent Sass, der nochmals zu Fuss abstieg um William Kleedehn zu helfen sein rebellierendes Team ueber den oestlichen Steilhang zum hoechsten Punkt des Berges zu bringen.
Auch er sicherte sein Team an diesem Platz, war aber nur einer der langen Liste von Mushern, die ueber die Jahre an diesem Punkt des Rennens lieber halfen als gut zu plazieren. So half auch Sebastian Schnuelle in 2007 drei Teams ueber den Steilhang.

Dieses Photo zeigt einen der fuenf Tripods, die auf Eagle Summit stehen um Mushern im Tageslicht die Navigation zu erleichtern. Sie wurden vom Yukon Quest in 2005 errichtet, nuetzen bei Schneestuermen allerdings wenig. Der lange Winter hat das dreibeinige hohe Gestell mit Eis und Schnee verkrustet.
Als Eric diesen Winter mit seinem Motorschlitten hoch zum Pass fuhr, fand er eines der Gestelle auf der Seite liegend und zum groesstem Teil mit Schnee verdeckt. Nur ein Fuss des Gestells ragte aus einer Schneewehe.
“Kannst du dir vorstellen was fuer Winde es bedarf soetwas umzukippen ?”, meinte er.
Eric will jetzt Bruchsteine an die Staender schnallen um sie vor dem Umkippen zu bewahren.
Schnee und Eis das sich auf dem Tripod abgesetzt hat ist ein Zeichen dafuer, wie schnell sich selbst gute Reflektoren, mit denen diese Staemme im Stirnlampenlicht der Musher nachts zu sehen waeren ebenfalls vereisen und unsichtbar werden.

Einige Musher kommen in Mile 101 an und sagen: “Wisst ihr, all der Mist ueber Eagle Summit, wie steil der Berg ist und wie schlimm alles ist scheint mir reichlich uebertrieben. Zugegeben, …. es ist schon ein ganz netter Huegel, aber alles andere ist weit uebertrieben.
Lasst uns alle auf gutes Wetter hoffen, denn dann ist Eagle Summit sicherlich nicht der schwierigste Teil des Rennens.
Peter Kamper ( Bilder Copyright by Eric Cosmutto )
2010 Yukon Quest Trail Blog 5
Januar 15, 2010 by admin
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest
Als Naechsten rufe ich also Eric Cosmutto an.
Seine unermuedliche Trailarbeit und Hilfe ist weit mehr als man von einem Freiwilligen erwarten sollte. Wenn ich mit ihm rede denke ich immer daran wie viele andere Leute unerwaehnt und unermuedlich an Trails in ihrer Nachbarschaft fuer das YQ arbeiten.
Eric arbeitet fuer die US Airforce und reist um die Welt. Was er da wirklich macht weiss ich nicht. Er laesst sich darueber auch nicht aus. Ich frage nicht. “Peter, ich werde alles fertig stellen, aber es kann sein dass ich kurz vor dem Rennen den Kontinent verlassen muss.” Ich schucke einmal trocken. Die Neuigkeiten die Mike mir 15 Minuten vorher unterbreitet hatte waren eigendlich genug fuer einen Tag gewesen. “Entweder mein Partner oder ich werden eine Woche vor dem Rennen ausfliegen muessen. Wer immer der Zweite ist wird eine Woche nach dem Start des Rennens ausfliegen.”
Ein leicht sarkastisches Lachen bleibt mir in der Kehle stecken waehrend ich versuche diese Information zu verarbeiten: “Flieg als Zweiter”. Ich komme mir mit dieser Bemerkung selbst dumm vor. “Wir haben keinen Einfluss darauf, Peter. Falls es soweit kommt werde ich einen Ersatz fuer mich finden.” Ich lache mit bitterem Nachgeschmack: “Eric,… in dem Falle haettest du jemanden vor 6 Jahren trainieren muessen.” “Carsten wird nach Mile 101 kommen,” fuege ich hinzu. “Er meinte, dass er dir mit dem Trail helfen will.” Die Beiden kennen sich wie schon erwaehnt recht gut und haben viele Meilen des YQ Trails gemeinsam zurueckgelegt. “Na dann hast du ja jemanden.”
“Mike, … so gut Carsten auch ist….”. Ich vollende den Satz nicht. Wir unterhalten uns fuer weitere 30 Minuten ueber den Trail und 101. Ich kann spueren wie weh ihm die Nachricht tut.
In ein paar Tagen werden wir wohl mehr wissen.
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Obwohl wir im Augenblick nicht mehr wirklich wissen welche Leute der alten Mannschaft zurueck kommen, bin ich sehr froh, dass wir ein paar neue Crewmitglieder aufgenommen haben. Carsten Thies kann wahrscheinlich Eric Cosmutto’s Job uebernehmen und Jesse Holmes hat genuegend Erfahrung um auf die eine oder andere Weise Mike Bowman’s Praesenz auf dem Rastplatz zu ersetzen.
Beide Jungs sind wirklich gut und haben mein Vertrauen. Allerdings kann keiner von ihnen mit Mike’s und Eric’s Erfahrung mithalten wenn es zu einer brenzligen Situation kommt. Es ist wieder einmal ein Zeichen, dass wir fuer jedes langjaehriges Mitglied des Checkpoints einen Ersatz brauchen. Dies gilt auch fuer mich. So seltsam es klingen mag, …. es ist Zeit eine juengere erfahrene Crew auszubilden. Jesse Holmes wird nur der Anfang sein.
Wir werden erst am kommendem Wochenende sehen wie sich diese Geschichte entwickeln wird.
Peter Kamper


