2012 Yukon Quest Trail Blog 2

August 21, 2011 by  
Filed under Mile 101 Blog, yukonquest

Mike’s Verlust traf mich schwer obwohl ich mich sehr darauf freue meinen alten Freund als Musher in 101 begruessen zu duerfen. Wie allerdings sollte ich ihn ersetzen ?
Aus reinem Zufall hatte Doug Grilliot mir kurze Zeit vorher eine E-Mail geschrieben: “Falls ich im Februar nichts besseres zu tuen habe, werde ich dich vielleicht um einen Job in Mile 101 anhauen. Ich kann Holz spalten und auch sonst eine Menge tuen…. ” – Seine E-Mail war reine Untertreibung. Doug ist ein hervorragender Musher und hat das YQ Rennen selbst erfolgreich beendet. Ausserdem war er zwei Mal Rennmarshal des YQ und ist nun der Vertreter der YQ-Musher in Alaska im ‘Board of Directors’ des Rennens.
“Ich brauche jemanden, der das Chaos ueberschauen kann wenn wir 500 Hunde in der Wildnis parken muessen”, schrieb ich zurueck. – Doug hat lange in der US Armee gearbeitet und ist kein Freund von langen Worten: “Ich sehe nichts was dem im Wege stehen wuerde, werde dir aber erst spaeter definitv zusagen koennen.” Er wuerde die Bresche die Mike hinterlaesst hervorragend ausfuellen koennen.
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Mile 101 ist der abgelegenste Checkpoint des Yukon Quest. Trotzdem werden die Musher des YQ300 dort wie gesagt eine Zwangsrast von 2 Stunden einlegen muessen damit Tieraerzte die Hunde von Kopf bis Hinterlaeufe gruendlich untersuchen koennen. Die Musher des YQ 1000 haben die Wahl eine 4-stuendige Zwangsrast zur Untersuchung der Hunde bei uns oder im 45 km entferntem Checkpoint Central einzulegen. Wir vermuten, dass die meisten Musher ihre Rast trotzdem bei uns vor dem langem Anstieg zum beruechtigtem Eagle Summit ablegen werden.
Wir werden sehen….
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Und so beginnt die Geschichte des YQ Checkpoints 101….

Peter Kamper

2012 Yukon Quest Trail Blog 1

August 21, 2011 by  
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Zur Unterhaltung und um vielleicht einen tieferen Einblick in das Yukon Quest Rennen zu bieten, werde ich auch dieses Jahr mal wieder einen Thread ueber Mile 101 eroeffnen.
Mile 101 liegt an Meile 101 des Steese Highway, einer meist aus Schotter bestehenden 240 km langen Strasse, die in Circle City am Yukon River in Alaska endet. Der eigendliche ‘Checkpoint 101′ besteht aus 4 verlassenen, stromlosen Huetten in einem einsamem, fast baumlosem Tal zwischen Eagle Summit und Rosebud Summit, dem zweit- und dritthoechstem Berg des 1600 km Rennens. Viele Rennen sind an diesem einsamem und notorisch von Stuermen geplagtem Platz gewonnen und verloren worden. Ich leite den frueheren Dogdrop der in 2010 zu einem Checkpoint wurde offiziell seit 1996. Allerdings wird er eigendlich von der gesamten sehr erfahrenen Crew geleitet. Mein Amt als Checkpoint Manager ist nur gefragt wenn etwas schief geht. Ansonsten wissen die anderen Mitarbeiter sehr genau was sie tuen…, und wenn sie etwas tuen halte ich mich -schlau wie ich bin – am besten raus.
Dies nun ist die sich entwickelnede Geschichte des Checkpoint Mile 101 fuer 2012:
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Ich kam gestern in die Kneipe bei uns im Tal um einen Happen zu essen und dort sass dann Mike Bowman, unser langjaehriger Mile 101 dog lot manager. Mike ist im Prinzip fuer das Parken der Teams zustaendig und hat die Kunst 30 Teams zur gleichen Zeit auf begrenztem Grund waehrend eines Sturms zu parken zu einer Kunst entwickelt.
Als ich mich neben ihn setzte, sah er aus mir unerfindlichen Gruenden fast schuldig aus und rueckte kurz danach auch mit einer Erklaerung heraus: “Peter,… ich werde dieses Jahr nur 2 Stunden in 101 verbringen.” Ich stutzte. Normaler Weise hatte Mike den weit abglegenen Checkpoint immer eroeffnet, Holz gespalten, die verlassenen Huetten gesaeubert und sich um alles gekuemmert bevor der Rest der Crew eintraf. “Was… ?” Eine bessere Antwort fiel mir auf die Schnelle nicht ein.
Nun ja, einer der besten und verlaesslichsten Freiwilligen des Mile 101 wird uns im Februar 2012 fehlen. Mike wird, so erklaerte er immer noch mit einem schuldigem Blick, das YQ 300 fahren um sich in 2013 fuer das grosse 1600 km Yukon Quest zu qualifizieren. Warum wird er 2 Stunden in Mile 101 verbringen ? Weil die YQ300 Musher in Mile 101 eine 2-stuendige Zwangsrast einlegen muessen.
Ich freue mich fuer ihn, muss aber zugeben, dass mir alle moeglichen Gedanken durch den Kopf schossen. Mike zu verlieren ist nun mal ein heftiger Schlag fuer die Crew. Immerhin verlieren wir ca. 8 Jahre an Erfahrungswerten.
Trotzdem freute ich mich fuer ihn. “Ich bin mal gespannt wie der Checkpoint aussieht, wenn ich zum ersten Mal als Musher ankomme,” meinte Mike schlussendlich lachend als ich ihm zu seiner Entscheidung gratulierte. Er hatte ueber die Jahre in Mile 101 mehere hundert Musher persoenlich begruesst. -
Mike versprach, wie immer an den winterlichen Crewtreffen des Checkpoints teilzunehmen waehrend denen wir Ausruestungslisten zusammenstellen und immer wieder die kleinen Fehler der letzten Jahre diskutieren um diese zu bereinigen.
Eric Cosmutto, der ueber 5 Jahre saemtliche Rettungsaktionen und Trailmarkierungen ueber Eagle Summit geleitet hat wird ebenfalls nicht zurueck kommen, da er ein Jahr frei nehmen will. Was von der alten Crew uebrig bleibt sind Kevin und Sterling, die saemtliche Kommunikation zur Aussenwelt ueber Kurzwellenfunk und Sattelitteninternet leiten, Joe Krueger als Doglot-Arbeiter und natuerlich unsere hervorragende Kuechencrew, die Musher mit hervorragendem Essen kostenlos versorgt.
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Der Checkpoint ist kein Platz wo freiwillige Mitarbeiter Hunde streicheln koennen. Wir haben immer die groesste Zahl an Notfaellen und Rettungsaktionen im Rennen gehabt, arbeiten unter schwierigen Umstaenden und weit ab jeglicher Zivilisation bis zu 24 Stunden an einem Stueck und sind oft auf uns selbst angewiesen. Die beiden Paesse, die uns mit der Aussenwelt verbinden (Eagle Summit und 12Mile Summit) werden oft auf Grund von hohen Schneewehen geschlossen.
Einfach ‘irgendwelche’ Freiwillige zu heuern ist schon alleine aus diesen Gruenden keine Option. Jeder der dort mitarbeitet muss ein Fachgebiet haben. Sei es Mechaniker, Doktor, Hundefuehrer oder Koch. Alle die in Mile 101 mitarbeiten muessen auch wissen wie man sich bei -40C in der Wildnis benimmt und dafuer ausgeruestet sein. Falls sich dies wie ein Abenteuer anhoehrt ist dies nicht falsch, denn es entspricht ohne etwas romantisieren zu wollen der Tatsache.

Peter Kamper

2010 Yukon Quest Trail Blog 7

Januar 21, 2010 by  
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Eric und ich waren dieses Wochenende in Mile 101 und haben lange rumgestanden um 27 Rastplaetze zu finden. Etwas Gebuesch muss weg, damit wir alle Musher unterbringen koennen, aber ansonsten ist alles ok. Auch hat sich die Auslandsreise von Eric verschoben. Er wird also waehrend des Rennens in Mile 101 bereitstehen. (Tiefer Seufzer der Erleichterung !!!)

Da wohl jeder gerne Photos mag, hier ein paar Photos von Eagle Summit und Mile 101, die Eric geschossen hat (all rights reserved, copyright ! …. und so).
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Zuerst Mile 101:
Wir mussten den Platz fuer Musher vergroessern und haben ein paar kleinen Weiden das Garaus machen muessen. Eric hat danach das gesammte Gelaende mit seinem Motorschlitten platt gefahren, damit der Wind den Schnee nicht wegweht. Der Untergrund ist sehr steinig. Dieser Blick geht vom oberen Teil des Rastplatzes zur Kuechenhuette, der einzigen Huette die Besuchern zeitweise zugaenglich ist. Die Linie der Strohballen markiert die Abgrenzung zwischen Rastplaetzen und der Gegend in der sich Besucher aufhalten duerfen. Der Strassendienst hat uns jetzt schon zugesagt, dass er Mile 101 soweit mit Schneepfluegen bearbeiten wird wie wir es wollen. Dies ist der Grund wieso wir diese Barriere jetzt schon aufgebaut haben. Pfluegt uns bloss nicht die Rastplaetze fuer die Hunde….

Mile101

Das zweite Photo zeigt den Blick von der ‘Besucherseite”.
Rechts im Hintergrund ist ein Teil des Aufstiegs nach Eagle Summit zu sehen. Das dunkle lange Geraet zwischen den Strohballen ist Eric’s Schlitten, den er hinter seinen Motorschlitten spannt:

Mile101

Photos wie die folgenden machen es vielleicht leichter zu verstehen, wieso Musher auf Eagle Summit in einem Schneesturm vom Trail abkommen.
In diesem Photo liegt das Tal in Richtung Central unter einer Tiefnebeldecke.
Der Trail fuehrt in die nicht sichtbare Ebene und nur die umliegenden Berge sind zu sehen. 5 Teams verloren hier in 2006 ueber Nacht bei Schneetreiben und Winden von ueber 100 km/h den Trail. Sie hatten zwar in Mile 101 die Wetterwarnung gelesen, sich allerdings trotzdem auf den Weg gemacht und wurden spaeter von der US Airforce mit Blackhawk Helikoptern gerettet als sie vom Trail abkamen und schlussendlich in kleinen Hochtaelern im Tiefschnee stecken blieben.
Einer der Musher meinte: “…. und dann habe ich den Schlitten in den Wind gekippt und mich mit meinen Hunden dahinter vergraben. Wir hatten keine Ahnung mehr wo wir waren und haben einfach einen grossen Haufen aus Musher und Hunden gemacht. Ich hab sie alle von der Leine genommen und wir haben uns einfach zusammengeballt. Jeder von uns wusste worum es ging.”

Ein anderer der in 2006 geretteten Musher meinte: “Ich habe eine wirklich gute Stirnlampe, aber in dem Sturm konnte ich noch nicht mal mehr meine Leithunde sehen, geschweige denn den Trail. Als ich meinen Schlafsack aus dem Schlitten nahm hat ihn der Wind mir aus der Hand gerissen. Der Schlafsack verschwand in sekundenschnelle in der Dunkelheit. Ich konnte he nur knien. Aufrecht stehen war unmoeglich.”
Einige der geretteten Musher behaupteten spaeter, dass sie spaeter ohne Rettung zum Trail zurueckgefunden haetten falls kein Helikopter gekommen waere. Manchen haette ich dies zugetraut. Allerdings laesst sich bei 100 km/h Winden auch kein Kocher anzuenden um Schnee zu schmelzen. Wasser ist in solchen Situationen sehr wichtig.
Waehrend der Rettungsaktion in 2006 wurde laut Aussage der US Airforce von der Helikopter-Crew die staerkste Sturmboehe mit mindestens 92 m/hp (knapp 145 km/h) gemessen.
Zu dieser Zeit lagen saemtliche in den Schnee gesteckten Trailmarkierungen entlang des Passes allerdings schon flach. In diesem Photo sieht der Pass allerdings recht harmlos aus:

Eagle Summit

Spaet nachmittags mit der langsam untergehenden Sonne stand Eric auf dem hoechsten Punkt des Passes und photographiert nach Osten in Richtung Checkpoint Central. Das Tal liegt im Nebel. Die schwarzen kreisfoermigen Objekte sind Autoreifen. Es gibt hier oben nichts wo Musher ihre Hundeteams sicher anbinden koennen und der sturmverblasene Schnee auf dem felsigem Untergrund ist selten tiefer als 5 cm. Die Autoreifen sind im Boden verankert und sollen Mushern dazu dienen ihre Hunde mit einem Schneehaken zu sichern falls diese rasten oder nochmals absteigen wollen um einem anderem Musher zu helfen.
In 2009 war es Brent Sass, der nochmals zu Fuss abstieg um William Kleedehn zu helfen sein rebellierendes Team ueber den oestlichen Steilhang zum hoechsten Punkt des Berges zu bringen.
Auch er sicherte sein Team an diesem Platz, war aber nur einer der langen Liste von Mushern, die ueber die Jahre an diesem Punkt des Rennens lieber halfen als gut zu plazieren. So half auch Sebastian Schnuelle in 2007 drei Teams ueber den Steilhang.

Eagle Summit

Dieses Photo zeigt einen der fuenf Tripods, die auf Eagle Summit stehen um Mushern im Tageslicht die Navigation zu erleichtern. Sie wurden vom Yukon Quest in 2005 errichtet, nuetzen bei Schneestuermen allerdings wenig. Der lange Winter hat das dreibeinige hohe Gestell mit Eis und Schnee verkrustet.
Als Eric diesen Winter mit seinem Motorschlitten hoch zum Pass fuhr, fand er eines der Gestelle auf der Seite liegend und zum groesstem Teil mit Schnee verdeckt. Nur ein Fuss des Gestells ragte aus einer Schneewehe.
“Kannst du dir vorstellen was fuer Winde es bedarf soetwas umzukippen ?”, meinte er.
Eric will jetzt Bruchsteine an die Staender schnallen um sie vor dem Umkippen zu bewahren.
Schnee und Eis das sich auf dem Tripod abgesetzt hat ist ein Zeichen dafuer, wie schnell sich selbst gute Reflektoren, mit denen diese Staemme im Stirnlampenlicht der Musher nachts zu sehen waeren ebenfalls vereisen und unsichtbar werden.

Eagle Summit

Einige Musher kommen in Mile 101 an und sagen: “Wisst ihr, all der Mist ueber Eagle Summit, wie steil der Berg ist und wie schlimm alles ist scheint mir reichlich uebertrieben. Zugegeben, …. es ist schon ein ganz netter Huegel, aber alles andere ist weit uebertrieben.
Lasst uns alle auf gutes Wetter hoffen, denn dann ist Eagle Summit sicherlich nicht der schwierigste Teil des Rennens.

Peter Kamper ( Bilder Copyright by Eric Cosmutto )

Yukon Quest Trail Blog 1

Februar 12, 2008 by  
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In der kleinen Turnhalle der Schule des Ortes Circle herrscht Stille und nur zwei Neonleuchten beleuchten den Raum in dem viele Leute ihre Schlafsaecke ausgelegt haben. Man zahlt 25 $ fuer eine Uebernachtung und eine Dusche. Das Geld wird benutzt um den Kindern Schultouren zu ermoeglichen. Internet gibt es hier kostenlos und es gibt mehrere Tische an denen man arbeiten kann.
Die kleine Kueche in der man Essen kaufen kann ist seit 2 Stunden geschlossen. Ann Ledwige (Musher) kam grade herein und wunderte sich wo man etwas zu essen bekommen kann. Essen gibt es hier allerdings um 22 Uhr nicht. Sie ist etwas aergerlich, versucht es sich aber nicht anmerken zu lassen und muss nun eine der gefrohrenen Mahlzeiten in ihrem Schlitten auftauen.
Im Dogdrop Mile 101 finden wir es als voellig selbstverstaendlich, dass wir Essen bieten. Wir tuen es kostenlos. In einem Checkpoint sollte Essen eigendlich fuer 24 Stunden am Tag erhaeltlich sein, selbst wenn man Geld dafuer verlangt. Seltsam…..

Ich sitze hier, brauche nach den zwei langen Naechten in Mile 101 sicherlich eine Dusche, bin aber nicht der Einzige, der wie ein Raubkater stinkt. Ich werde noch warten bis fast jeder schlaeft und dann viel Wasser verschwenden.
Die Frage ist, wann und welche Teile meiner Kleidung ich wechseln soll. Eine Waschmaschiene ist moeglicher Weise in Dawson City in Aussicht und ich lebe aus meinem Rucksack mit drei Salamis, etwas Gauda-Kaese (oder was die Amerikaner unter Gauda verstehen) drei inzwischen angetrockneten Baquettes und zwar warmen, aber wenigen Kleidungsstuecken.
Es ist ein langer Trail und trotzdem muss alles in einen Rucksack passen.
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Ich werde hier versuchen ein bischen vom Trail zu berichten und ein paar Gedanken zu teilen waehrend ich Videos schiesse und den Mushern bis Whitehorse folge.

Falls ich irgendwelche interessante Neuigkeiten habe, werde ich diese versuchen weiter zu geben, an sonsten sind auch Fragen willkommen.
Da ich allerdings Videos fuer die Yukon Quest Webseite schiessen soll, wird dies natuerlich meine Prioritaet sein.
Viel Spass,
Peter