Yukon Quest 2012 gestartet

Februar 5, 2012 by admin  
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Die 29te Ausgabe des Yukon Quest International Hundeschlittenrennen ist gestern um 11:00 Uhr (Alaska-Zeit) in Fairbanks gestartet. Auf dem zugefrorenen Chena River sind 23 Teams nach einem Startintervall von drei Minuten, auf die 1.600 Kilometer lange Reise nach Whitehorse, Yukon aufgebrochen. Auf dieser langen Strecke werden sie mehrere 100 Kilometer auf sich alleine gestellt sein (laengste Strecke ohne Checkpoints und Dogdrops: 240 Kilometer zwischen Circle und Eagle), muessen die beruechtigten Erhebungen, wie Eagle Summit, Rosebud und American Summit erklimmen, sind den Tiefsttemperaturen von bis zu -50 Grad Celsius und dem eisigen Wind ausgesetzt, werden versuchen den Trail zu finden, der durch Schneeverwehungen fast unsichtbar geworden ist, Overflows umfahren, Blizzards aushalten und ihr Hundeteam immer wieder motivieren und pflegen. Diese Frauen und Maenner sind schon jetzt Gewinner, das sie sich diesen Unbilden der Natur freiwillig aussetzen.

Beim diesjaehrigen Yukon Quest ist das ‘Race Team Beringia’ mit Teilnehmern aus Russland und Norwegen dabei. Sie treten gegen eine erfahrene Phalanx aus Yukon Quest Veteranen, wie Lance Mackey (vierfacher Champion), Hugh Neff, Dave Dalton und Sonny Lindner (erster YQ-Sieger) an.

Fragt man Lance Mackey nach seinen Zielen beim diesjaehrigen Rennen, so meint der Musher aus Fairbanks, dass er das Rennen konservativ angehen wolle und vielleicht die 4 Unzen Gold in Dawson City gewinnen moechte. Ein Platz in den Top5 waere schoen. Doch er habe keine Erwartungen. Fuer ihn sei es ein Aufbau-Jahr. Sein Team, dass ihn teilweise zu acht 1000 Meilen Rennsiegen (4x Yukon Quest und 4x Iditarod) verhalf, sei alt geworden. Er haette ein, aus 8-10 Hunden bestehendes, Hauptteam, mit dem er durchaus konkurrenzfaehig sei. Einen einfachen Sieg beim Yukon Quest oder Iditarod wuerde es nicht mehr geben.

Yukon Quest Start 2012 (copyright Yukon Quest)

2012 Yukon Quest Trail Blog 9

Februar 4, 2012 by admin  
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Hallo Ihr Infizierten,

war ja gestern abend beim Meet the Musher, bin extra etwas früher hingefahren und was für ein Glück. Die sassen alle an der Bar des Restaurant, ich hätte schon gleich das Poster ausrollen können,wollte aber nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Jedenfalls war es interessant und die Jungs und Mädels stellten sich auch gerne für ein Foto zur Erinnerung zur Verfügung. Während sich draussen auf dem Flur die Menschen knubbelten um endlich Einlass zu finden habe ich es in aller Ruhe genossen! Punkt 18.30 Uhr öffneten sich dann die Türen zum Saal wo die Musher in einer zum grossen U Form aufgstellten Tischen sassen und den wirklichen Massen für Autogramme und Bilder zur Verfügung standen ! Ich habe schon einige Meet the Musher miterleben dürfen, aber gestern das war der Hammer ! Die Menschenschlange hörte gar nicht auf, immer mehr stellten sich in einer Linie auf die zwischenzeitlich quer durch den ganzen Saal ging. Das war mir zuviel des guten, als ich meine Autogramme hatte bin ich wieder nach nebenan ins Restaurant an die Bar. Dort gesellten sich dann der Doghandler von Hugh Neff und noch einige andere dazu. Auch Hugh Neff kam kurz vorbei und stellte sich wiedereinmal bereitwillig für ein Foto zur Verfügung. Er erinnerte nochmals daran heute bei Ivory Jack vorbei zu kommen den dort tritt heute abend Hobo Jim auf und präsentiert seinen Neuen Yukon Quest Song. Der einzige der bei der Meet the Musher Veranstaltung nicht erschien war Kurt Reich ? Was das nun für Konsequenzen hat oder schon vorher etwas war ? Lassen wir uns überraschen ob nun 24 oder 23 Musher morgen Früh um 11 Uhr Ortszeit sich auf den wahrlich nicht einfachen Trail von Fairbanks nach Whitehorse machen ? Peter hat es ja schon kurz angeschnitten das mit starken Winden und Verwehungen zu rechnen sein wird. Ich hoffe ich komme gut zu Dir durch Peter und 12 Mile Summit offen ist/bleibt ? Peter hat es ja schon erwähnt, ich werde mit anpacken in Mile 101 das heisst aber auch das die Berichterstattung von Mile 101 etwas mager oder ganz ausfällt ?! Ich hoffe Ihr habt Verständnis dafür ?!
Nur noch noch 28 Std. bis zum Start !! Let the race begin !!!

Gruss Sui

2012 Yukon Quest Trail Blog 9

Februar 2, 2012 by admin  
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Hallo Freunde des Yukon Quests und die es werden wollen. Bin vor gut einer 1/2 Std. in Fairbanks angekommen, nachdem ich gestern Nachmittag erst gegen 15 Uhr von Whitehorse aufgebrochen bin. Ich beschloss daher in Destruction Bay eine Nacht zu schlafen. Die Fahrt dorthin war einfach traumhaft, die Sonne zeigte sich immer mal wieder und zauberte die schönsten Pastelltöne an den Himmel. Immer wieder hielt ich kurz an um ein paar Fotos zu machen. Gegen 18.30 Uhr checkte ich dann im Talbot Motor Inn ein. Hatte ich mir doch vorgenommen endlich den verpassten Schlaf der letzten Tage vor dem Flug nachzuholen, was für eine Fehleinschätzung. Ich bin noch bevor ich in Whitehorse losgefahren bin beim New Asia Chinesen gewesen zum Buffet versteht sich (Glaube die lassen mich nicht mehr rein). Und dann habe ich mir gedacht das es ja nicht schaden könnte im Talbot Motor Inn noch eine Kleingkeit zu mir zu nehmen. Kurz gemacht, ich habe mir den Bauch so vollgeschlagen das ich nicht einschlafen konnte. Wieder eine Nacht nur von Links nach rechts gedreht und immer mal wieder den Fernseher angemacht, der Empfang für den PC war mit velaub so schlecht das ich den PC garnicht hochgefahren bekam. Ich muss dann wohl doch etwas eingenickt sein und um kurz nach 4 Uhr war ich es Leid, ab unter die Dusche und bis um 7 Uhr gewartet bis das Restaurant öffnet und ich mir einen Bodensee Kaffee genehmigen konnte . Natürlich mit Bratkartoffeln ,Speck und Eiern ! um 8 Uhr bin ich dann aufgebrochen Richtung Fairbanks !

Die Fahrt von Destruction Bay nach Fairbanks verlief ohne grosse Zwischenfälle. Ich bin noch im dunkeln abgefahren und als die Sonne sich dann langsam am Horizont zeigte, musste ich doch öfter anhalten als mir lieb war. Sowas von atemberaubend schön, ich vermag es gar nicht in Worte zu fassen. Ich hatte den Sonnenaufgang zwar nur hinter mir konnte aber im Rückspiegel immer wieder sehen was sich dort abspielte und stoppte immer mal wieder um die Szenerie auch mit blossem Auge zu geniessen. Der Aufenthalt an der Grenze zu Alaska entwickelte sich wieder zu einem gemütlichen Plausch. Als ich angab, wo ich hinwollte kamen gleich noch zwei andere Officer aus Ihren Büros und schon war eine rege (soweit es mein Englisch zulies) zustande. Was an diesem Grenzübergang wieder einmal für eine Herzlichkeit mir gegenüber an den Tag gelegt wurde da könnten sich in Deutschland so manch andere Grenzbeamte mal eine Scheibe von abschneiden. Die Formaltäten waren schnller erledigt als die Fachsimpelei und so verlies ich dann nach einer guten 1/2 Std. das Office und machte mich weiter auf den Weg nach Fairbanks. Ich fuhr noch keine 2 Min. da spielte auf einmal der Bordcomputer vom Auto verrückt, erst zeigte er mir immer im Wechsel an das ich den linken Voderreifen auf Luftverlust überprüfen sollte, und dann das gleiche vorne rechts. Da ich ja eh tanken wollte überprüfte ich die Reifen an der Tanke kurz hinter der Grenze. Nichts festzustellen, das gleiche Problem hatte ich vor 2 Jahren auch schonmal und da sagte mir ein Bekannter das es mit der Kälte zusammen hängt, die Bordcomputer bekommen das mit der Kälte nicht gebacken. Sei es drum ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Der Besitzer der Tanke fragte in welche Richtung ich fahre und ich sagte Richtung Fairbanks, dann meinte er : Pass gut auf es sollen viele Caribous auf der Strasse unterwegs sein ?! Oh das hatte ich erst einmal erleben dürfen das ein ganzes Rudel Caribous auf dem Highway stand und die immer weiter vor mir herliefen anstatt sich in die Büsche zu schlagen. Es dauerte auch nicht lange da bekam ich die ersten Caribous zu Gesicht, es folgten noch etliche von diesen niedlichen Tieren die meinen Weg kreuzten. In Tok hielt ich dann kurz bei Fast Eddy zum Lunch an und zu meiner Überraschung kamen vier Leute vom Yukon Quest Office herein. Unter Ihnen war auch Reinhardt und der legte sofort los, nicht etwa vom bevorstehenden Yukon Quest - nein es ging um Fussball und Prinz Poldi ! Da reist man fast um den halben Globus und der Mann ist sowas von der Bundesliga informiert da bleibt dir die Spucke weg. Wir haben uns dann jeder für sich wieder auf den Weg gemacht. Und dann ging es kurz hinter Tok los, Elche immer wieder Elche so nahe am Highway das man Sie fast streicheln konnte. Dann fing es ein wenig zu scheien an, was ja im Grunde nicht schlecht ist, aber dieser feine Pulverschnee wird von entgegen kommenden Trucks so auf gewirbelt das die sicht gleich null ist !

Jedenfalls war jetzt Vorsicht geboten, denn diese Pferde-grossen Tiere möchte ich nicht auf dem Beifahrersitz neben mir sitzen haben ! Ab Delta Junction war es dann auch mit Schneefall vorbei und es ging dann etwas zügiger Richtung Fairbanks weiter, aber immer mit einem Auge Links und Rechts von der Strasse. An einem der letzten Häuser In Delta Junction stand dann eine Elchkuh mit zwei Jungen im Vorgarten und zupfte an einer Birke rum. Was müssen die für Hunger haben das die ohne Scheu sich schon in die Orte (Städchen trauen ) ? Ich werde ab jetzt versuchen auch nur bei Tageslicht zu fahren damit ich eine Kolission mit den grossen Tieren vermeide. Ein Restrisiko bleibt immer, aber am Tage lassen sie sich auch besser fotografieren ! Und so bin ich dann gegen ca. 18 Uhr in Fairbanks angekommen und sitze nun hier und tippe diese Zeilen. Was wenn der grosse Hunger wieder kommt ? Ohje nicht schon wieder, ‘aber watt muss datt muss’ ?! So euch daheim im, wie ich hörte jetzt auch kalten Deutschland, eine schönen Mittwoch und ich lese mal was die Speisekarte des Westmark zu bieten hat ?!

Bis denne

Gruss aus Fairbanks -37 Grad Cels.

Sui

2012 Yukon Quest Trail Blog 8

Januar 20, 2012 by admin  
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Von Mike habe ich noch nichts gehoehrt, aber als wir zum letzem Mal telefonierten meinte er als erstes: “Jetzt habe ich Motoroel am Ohr.” - “Was ?”, fragte ich erstaunt. Immerhin war es das erste Mal, dass mich jemand mit diesen Worten am Telefon begruesste. Ich hoerte ein paar fluchende Worte im Hoehrer bevor er weiter sprach: “Ich hatte grade einen Plastikbecher mit altem Motoroel in der Hand den ich ueber’s Holz in meinem Holzofen kippen wollte und jetzt ist beim Buecken mein verdammtes Handy aus der Brusttasche genau in den *%$#@ Becher gefallen.” - “Es funktioniert noch ?”, fragte ich waehrend ich leicht verwiirt versuchte den Vorfall nachzuvollziehen. Seine Antwort war eher bissig: “Anscheined ! Wie koenntest du sonst mit mir reden ?” - “Ah…”… ich suchte nach einer intelligenten Antwort , gab aber wohlweisslich nach mehreren Sekunden auf. “Lass mich das Ding mal abwischen”, meinte Mike schliesslich. Kurze Zeit spaeter war er wieder am Telefon: “Na, vielleicht ist das &^%#@ Ding jetzt ja wenigstens wasserdicht…”, grummelte er. “Ok, wie siehts bei dir aus, Peter ?” Immer wieder bewundere ich Mike’s ruhige und positive Einstellung zum Leben. Er ist ein grosser Teil dessen was Mile 101 zu dem macht was es ist.

Auf Grund der Temperaturen um -40 mit Windboeen von bis zu 50 km/h ist Mike noch nicht nach Mile 101 gefahren. Allerdings erhielten wir Infos von Motorschlittenfahrern die im Augenblick den Trail des Rennens zwischen Chena Hot Springs und Circle legen:
Alle vier leer stehenden Huetten des Mile 101 Checkpoints Checkpoints sollen sauber und in guter Verfassung sein obwohl wie vermutet kaum noch Holz vorhanden ist um die Huetten zu heizen und die Trailbreaker ihr eigenes Holz brachten. “Trotz grosser Schneefaelle sind die Gipfel von Rosebud und Eagle Summit auf Grund der heftigen Stuerme fast kahl gefegt”, meinte einer der Motorschlittenfahrer. “Wir versuchen den Schnee der dort oben noch liegt mit unseren Maschienen zu komprimieren damit er bleibt, aber das ist alles was wir im Augenblick tuen koennen.”

Nun, … an solchen Dingen laesst sich wenig aendern. Aus unerforschten Gruenden bot der bisherige Winter zwar gute Schneefaelle aber auch extrem tiefe Rekord-Temperaturen sowie ungewoehnlich starke Stuerme. Waehrend ich dies schreibe sind es immer noch -30 C in Fairbanks. Die Crew des Checkpoints hat sich zusammengefunden und wir hoffen natuerlich auf besseres Wetter fuer das Rennen, bereiten uns aber wie immer auf das Schlimmste vor. Ein interessanter Punkt fuer uns werden dieses Jahr die neuen Regeln des YQ sein. Musher muessen entweder in Mile 101 oder Central - je nach Wunsch- fuer 4 Stunden rasten. Diese Rast (layover) muss beim Eintreffen im Checkpoint angemeldet werden. Falls dies beim Eintreffen nicht angemeldet wird und der Musher 4 Stunden bleibt, gilt dies nicht als offizielle Rast. Allerdings kann der Musher die offizielle Rast anmelden und spaeter absagen (frueher los fahren) um sie dann in Central erneut anzutreten. Waehrend der 4-stuendigen Rast soll auch der Zeitunterschied der Startdifferenz bereinigt werden. Wir werden unsere Haende also voll mit Regeln und Mathematik haben. Gluecklicher Weise sind dafuer unsere Computergurus Kevin und Sterling zustaendig, die dieses kleine Problem zwischen Funkgeraeten und Computern vergraben sicherlich ohne Probleme loesen koennen….. Wir muessen nur herausfinden wie wir am Besten bis zu 30 Teams mit 400 Hunden im Schnee parken und genuegend Wasser fuer diese schmelzen… und hoffentlich jeden Musher mit Speise und Trank versorgt bekommen …

Peter

Yukon Quest 2010 gestartet

Februar 8, 2010 by admin  
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Das 27te Yukon Quest International SledDogRace ist in Fairbanks (Alaska) gestartet. 24 Teams gingen im Abstand von je drei Minuten unter der Cushman Bruecke auf dem zugefrorenen Cheena Fluss auf die 1.600 Kilometer lange Strecke nach Whitehorse im Yukon (Kanada). Als Top Favorit gilt der ungeschlagene und viermalige Champion Lance Mackey, der letztes Jahr das YQ-Rennen ausgesetzt hat. Mackey tritt mit einem veraenderten Hundeteam an, indem auch einige unerfahrene Zweijaherige sind.

Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, der den Quest dreimal hintereinander gewinnen konnte, gehoert ebenso wieder zum Favoritenkreis. Letztes Jahr hat er alle Zuschauer und Fans geschockt, indem er offentsichtlich grundlos in Dawson City aus dem Rennen ging. In einer Presseerklaerung verkuendete er dann, dass er sich mit seinen Hunden voll auf das Iditarod konzentrieren wollte. Dieses Jahr sehe er den Quest nicht als Trainingfahrt an und trete an, um
zu gewinnen.

Auch der Zweitplazierte von 2008 und Nachbar von Lance Mackey, kuendigte an, dass er den Sieg anstrebe. Er versuche zwar die erste Haelfte des Rennes konservativ zu fahren, um dann spaeter anzugreifen, wie im Jahre 2008.

Weitere tagesaktuelle Infos unter http://www.yukonquest.info

2010 Yukon Quest Trail Blog 4

Januar 12, 2010 by admin  
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Eric Cosmutto ist auch dieses Wochenende wieder nach Mile 101 gefahren und hat weiter am Yukon Quest Trail gearbeitet. Die Temperaturen lagen um -30 C, aber er zieht die lange Unterwaesche ja schon aus reiner Erfahrung an. Wirklich gute Motorschlittenfahrer koennen auch bei -40 C ihre Maschienen anwerfen, aber ich bin in dieser Hinsicht recht unerfahren.
Unser groesstes Problem in Mile 101 ist nun der wenige Schnee auf dem Trail. So schoen und schneereich die vorhergehenden Photos auch sein moegen wird der geringe Schneefall des Jahres auf hohen Bergkuppen oft weggeblasen. Eric faehrt den Trail als offizieller Trailbreaker jedes Wochenende ab um den Schnee auf dem Trail zu verdichten damit er nicht mehr weggeblasen werden kann. Die Wettervorhersage fuer die naechsten 5 Tage stellt auch keinen Schnee in Aussicht, …. nur fast konstante 30 C unter rein blauem Himmel.
Dies ist natuerlich die kaelteste Zeit des Jahres:
Nur 4 Stunden Sonnenlicht, ein Boden der bis auf einen Meter Tiefe die letzte Waerme des Sommers lange vergessen hat und ein Land, das seit ueber drei Monaten im Winterschlaf liegt. Wir hoffen auf mehr Schnee fuer die Hunde des YQ … und natuerlich auch fuer die Musher.
Echt !

Mike Bowman ist auch nicht mehr der Juengste. Er braucht eine Knieoperation. Da er ganz frueher mal Hundefuehrer in Vietnam war , wird ihm die Operation bezahlt: “Peter, morgen muss ich nach Anchorage fahren und spaetestens uebermorgen werde ich wissen wann sie mich operieren werden.” Ich stutze: “Du willst mir doch nicht sagen, dass du nicht nach 101 kommst?” “Naja, ich weiss nicht wann sie mich operieren wollen. Entweder geben sie mir noch mal eine Spritze und operieren mich nach dem Rennen oder ….. davor.”
“Und dann… ?”. - “Oh, ich komme. Sie haben mir gesagt, dass ich nach ein paar Tagen wieder laufen kann.”
Mit dem Telephon am Ohr schuettel ich den Kopf: “Ja Mike, … damit meinten die Aerzte den Weg vom Schlafzimmer zum Klo, aber sicherlich keinen Ma…. durch verwehten Schnee in Mile 101.” - “Ach, die Aerzte haben keine Ahnung wer ich bin…”, Mike klingt fast empoert. “Vielleicht muss ich dann eben mit meinem Motorschlitten rumfahren anstatt zu laufen.”
Typisch Mike, …. es gab wenig was ihn je aufgehalten hat.
Ich atme einmal tief durch: “Was zum Teufel ist mit deinem Knie los ?” “Falls ich einen falschen Schritt mache biegt sich das Knie nach hinten durch ,… und wenn ich es zuweit durchbiege kann ich das Knie fuer immer vergessen. Das ist zumindest die Ansicht der Aerzte, aber was die so erzaehlen ist eh….”
Ich frage nicht weiter sondern unterbreche ihn:
“Halt das Knie still, Alter. Wie waer’s wenn du den Check-in fuer die Musher in 101 machst. Ob du nun operiert wirst oder nicht,… am 7. Februar wirst du sitzen oder stehen aber sicherlich nicht rumlaufen.” Mike ist eher empoert. “Ja, …. aber….”, meint er.
In ‘normalen’ Checkpoints streiten sich Leute darum Musher offiziell begruessen zu duerfen. In vielen Faellen nehmen Checkpoint Managers diesen Job am liebsten selbst auf sich. Mike ist allerdings eher empoert ueber diese Idee.
“Aber ich muss doch das Rastgebiet auslegen.” “Richtig, und dies wirst du mit einem Motorschlitten unterm Hintern und einem Zeigefinger machen falls die Aerzte ein Messer ans Knie setzen.” Mike grummelt laut am Telefon. Er braucht keine Hilfe, meint er. In meiner Gegenantwort stimme ich ihm zu: “Natuerlich brauchst du uns nicht. Die Crew braucht dich, … und wenn du da draussen umfaellst bist du recht nutzlos.” Mike ist ein intelligenter Mann und versteht was ich meine. Obwohl nur ein grollendes “Hm..” ueber das Telefon zu hoeren ist weiss ich, dass er mir zustimmt.
Die meisten Musher im ‘Checkpoint 101′ werden sicherlich von ihm begruesst werden.

Jesse Holmes wird zumindest fuer 2010 in die Spuren von Mike Bowman treten.
Allerdings hat Jesse sich dieses Recht und die damit verbundene Herausforderung hart verdient.

Spaeter rief ich Eric Cosmutto an. Er arbeitet fuer die US Airforce.
Vieleicht haette ich dies nicht tuen sollen, denn auch er erzaehlte eine Geschichte die nicht in meine Idee des YQ 2010 passte…

Peter Kamper

2009 Yukon Quest Trail Blog 9

Februar 13, 2009 by admin  
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Wie oft habe ich gesagt, dass man die Geschichten des Yukon Quest niemals schreiben kann. Schon gestern und heute hat sich diese Wahrheit wieder einmal erfuellt. Zuerst kamen meine Welpen erst einmal 45 Minuten zu spaet zum Bus in dem wir nach Whitehorse fahren sollten. Um 6 Uhr morgens sind die meisten Leute nicht der besten Laune und jeder wollte einfach abfahren. Alle waren auch brav zur rechten Minute im Bus, …. ausser meinen Studenten.
Ueber den Lautsprecher wurde durchgesagt, dass man noch auf das Video-Team wartet. Mir ist die Sache eher peinlich. Ich krame schlussendlich die Telephonnummer des leitenden Studenten hervor und rufe ihn ueber Handy an: “Wo zum Teufel steckt ihr ?” “Wir sind nur fuenf Minuten entfernt. Tut mir Leid, aber Cricket….” Ich underbreche ihn:” Ich brauche keine Entschuldigung, ich brauchte euch hier vor 20 Minuten.” Dann haenge ich auf.
Als altem Hasen bringt man mir einiges an Gutmuetigkeit entgegen, aber der Bus wartet immer noch auf meine Studenten. Der Race Marshal kommt auf mich zu:”Wie dringend brauchst du die ?” Er hat keine Lust zu warten. Wir kennen uns seit langer Zeit. Seine Frage ist mit aller Hoeflichkeit und Kuerze ernst gemeint. “Nun ja, ..”….wir versuchen ein Movie fuer’s Quest zu drehen und dies waere das Ende, falls wir sie nicht mitnehmen,”erklaere ich zoegernd.
Fuer ein paar Sekunden denke ich wirklich daran sie einfach in Fairbanks zurueckzulassen.
“Eins kann ich dir sagen….” grummelt der Renn Marshall: “ Bei mir haben sie schon erst Mal Minuspunkte, bevor ich sie gesehen habe,…. und das ist schlecht.”
Er meint dies Ernst.
Als die Studenten schlussendlich eintreffen, wird mir von der jungen Studentin, die an der Verspaetung Schuld war eine komplizierte Geschichte erzaehlt in der sie eigentlich die anderen Studenten abholen sollte, ihr Freund allerdings morgens um 5 Uhr noch ihr I-Phone mit neuen Programmen fuellen wollte und dies die Programme auf dem Handy loeschte, worauf man die Telephongesellschaft anrufen musste, da diese das Telephon neu einstellen kann, dies aber nicht klappte bis man das Telephon per Hand neu umgestellt hatte, und….”
Ich underbrach sie: “Selbst meine 17-jaehrige Tochter hat bessere Entschuldigungen als du. Bring dein Zeug zum Bus und steig ein.” Ich war sauer.

Die Fahrt macht eher Spass. Jemand hat etwas Bier mitgebracht und ich sitzte hinten im Bus mit ein paar Tieraerzten und dem Rennmarshal. Nachdem wir die Grenze Richtung Kanada ueberqueren, oeffnen wir das erste Bier und fachsimpeln ueber das diesjaehrige Rennen.
Meine Stundenten sind immer noch fast wie bewusstlos am schlafen. Ich habe das Gefuehl, dass etwas mehr hinter deren Verspaetung steckt als ein Handy mit Programmfehler.
Im Dunkeln werden wir dann am Alaska Highway abgesetzt. Sebastian Schnuelle’s Einfahrt war schlecht zu sehen, da er diese nicht mit dem Schneepflug freihaelt, aber es klappt doch alles. Sein Auto steht da, wir starten es bei -20 C und fahren zu seiner Huette.
Dort steht schon Sebastian im Schnee und begruesst uns. Er verabschiedet grade Jason Mackey, der mal kurz auf seiner Fahrt nach Whitehorse vorbeigekommen ist. Wir sagen kurz guten Tag bevor er wieder abfaehrt und setzen uns dann in die gemuetliche Huette des Mushers.
Ich habe hier keine Zeit um ueber den schoenen Abend und den naechsten Morgen bei Sebastian zu berichten, aber es war die perfekte Einfuehrung fuer mein Filmteam. Wayne Hall und Mark Sleightholme, die beide am diesjaehrigem Yukon Quest teilnehmen, waren ebenfalls mit ihren Teams dort. Mark wird mit Hunden aus Sebastian’s Blue Kennel antreten.
An einem wundervollem Morgen mit blauem Himmel durften die Studenten auch zugucken, wie die Teams auf einen kleinen Trainingslauf gingen und hatten ein paar wirklich gute Gespraeche mit den Mushern.
Ich muss Sebastian wirklich danken, dass er uns so nett und lehrreich aufgenommen hat. Immerhin hatten meine Studenten bis dahin noch nicht einmal gewusst, wie man einem Hund einen Harness (das Zuggeschirr’) anlegt und Sebastian beantwortete Fragen in seiner ueblichen, erfrischend ehrlichen Art und Weise.
So konnte mein Team dann auch einen Tag spaeter mit weit mehr Wissen in Whitehorse ankommen.
Die erste Nervositaet war vergangen, nachdem sie nun schon mit drei Yukon Quest Mushern gemuetlich zusammengesessen hatten.
Das erste ’schnuppern’ ins Rennen war getan, der Tag war sonnig und warm (-20 C) und die Studenten begriffen in der eher lockeren und herzlichen Stimmung die sie in seinem Kennel trafen, dass Musher tatsaechlich ganz normale Menschen sind.

Peter Kamper

2009 Yukon Quest Trail Blog 5

Februar 9, 2009 by admin  
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Auf jeden Fall werde ich mit der Gruppe am 10. Februar hier in Fairbanks in einen Yukon Quest-Bus steigen, der uns dann nach Whitehorse bringt. Wir werden fuer fast 13 Stunden in diesem Bus sitzen, bevor wir abends an einem nettem Hotel nahe der Startlinie des Rennens abgesetzt werden.
Danach werden wir 4 (!) Tage in diesem Hotel verbringen bevor das Rennen beginnt. VIER TAGE…. !!
Unser weibliches Teammitglied ‘Cricket’ wird hoechstwahrscheinlich ein Hotelzimmer mit einer Tieraerztin teilen. Dies ist natuerlich brilliant fuer uns alle, da sie damit sicherlich leichter Interviews mit Tieraerzten organisieren kann.
Wir drei Jungs werden uns aus Kostengruenden zwei Doppelbetten in einem Zimmer teilen. Hm…
Ich freute mich sicherlich nicht auf vier Tage in Whitehorse, aber die Goetter sind mir mir diese Woche hold:
Als ich mit Sebastian Schnuelle telephonierte und ihm erklaerte wie ungerne ich meine Zeit in einem kleinem, ueberfuelltem Hotelzimmer mit 22jaehrigen Jungen verbringe, meint er in seiner typischen Art: “Eh, …., mein Platz liegt direkt auf dem Weg nach Whitehorse,… nur ungefaehr 50 km vor der Stadt. Wieso laesst du dich da nicht einfach rausschmeissen und du verbringst die Nacht bei mir im Schlafsack ? Ich muss am naechsten Tag eh in die Stadt fahren. Dann fahre ich dich nach Whitehorse. Wayne Hall ist auch hier.”
Wayne Hall ist eine Trapper/Musher, die das YQ angehen wieder Mal angeht. Er lebt in Eagle und ich bewundere ihn mehr als einige andere Musher. Seine Trapper-Hunde werden das Rennen definitiv beenden. Allerdings ist dies nicht der wirkliche Grund, wieso ich ihn bewundere. Darueber mehr spaeter….
Ein kleines Teufelchen sitzt auf meiner Schulter und redet mir ein, dass ich die Crew alleine nach Whitehorse fahren lassen kann. Es ist ja nur eine Nacht. Dann werde ich mir allerdings wieder meiner ungewohnten und neuen Verantwortung bewusst. Ich habe nun mal die Crew mit mir. Die Rede des Professors kommt mir in den Sinn: “Du bist fuer die Studenten verantwortlich.
Drei Welpen an der langen Leine. Ich habe selbst zwei Kinder. Ich kann die Crew am ersten Tag nicht alleine lassen. Meine Antwort ist das Echo meiner Gedanken:
“Ich kann die Film-Crew nicht alleine lassen. Ich wuerde drei Studenten mitbringen…”.
“Na, dann muesst ihr eben auf dem Boden schlafen, aber das ist doch kein Problem, oder ?”
Je nach Temperatur kann der Boden einer Huette recht kalt werden. Ein etwas verschmitztes Laecheln gleitet ueber mein Gesicht und ich denke nach….:
Hmmmm, …es waere nicht uebel zu sehen wie die Crew sich vor dem Rennen unter solchen Bedingungen benimmt bevor es Ernst wird. Die ‘Schnuelle-Huetten’ sind warm und in gutem Zustand, aber ich bezweifele, dass mein Team viel nordische Huettenerfahrung hat.
Falls Wayne und Sebastian sich interviewen lassen wuerden, waere dies ebenfalls ein unverhoffter Mushing-Kurs fuer die Crew. Auch waere es gut sie mal aus dem Schlafsack rauszuschmeissen um ohne Dusche einer Fuetterung zuzugucken. Ich lache bei dem Gedanken…
“Es sind nur 500 Meter von der Hauptstrasse bis zu meinem Haus. Ich stelle da oben meinen Truck an die Hauptstrasse und lass den Schluessel stecken. Ihr koennt dann mit eurem Gepaeck reinfahren”, fuegt Sebastian hinzu.
Im hohen Norden sind Angebote wie ‘ich lass den Schluessel stecken’ eher normal. Ich denke ueber das Angebot nach und zoegere nicht lange. Eine Nacht in einem Hotel in Whitehorse oder ein Besuch bei zwei Yukon Quest Mushern und ihre Teams 4 Tage vor dem Rennen ? Die Wahl faellt leicht.
Ich werde gerne zuhoehren, waehrend Sebastian und vielleicht sogar Wayne die Fragen meiner so jungen Crew auf die eine oder andere Art und Weise beantworten. Beide sind professionelle Musher.

Als ich danach Nathan anrufe um Computer-Programme und ‘Video-Uploads’ entlang des Trails zu diskutieren, erklaere ich ihm am Schluss, dass wir wahrscheinlich 50 km vor Whitehorse den Bus verlassen werden anstatt in ein gemuetliches Stadt-Hotel zu fahren. Er zoegert fuer den Bruchteil einer Sekunde und meint dann zoegernd: “Ja, ok..?”Das Fragezeichen in seiner Antwort zeigt erneut, dass die Mitglieder des Teams nicht an Ueberraschungen gewoehnt sind.
Sebastian Schnuelle’s Einladung war das Beste, was der Crew passieren konnte. Jetzt muss ich nur noch den Bus dazu bringen irgendwo an der langen Strasse nach Whitehorse im Dunkeln anzuhalten und uns rauszulassen und unser Gepaeck aus dem Stauraum zu zerren. Falls dies klappt, wird uns das sicherlich nicht zu einem der besten Freunde des Busfahrers machen.
Fuer die Studenten wird allerdings spaetestens hier das Abenteuer beginnen….
Hoffen wir, dass man uns bei Sebastian rauslaesst, denn ansonsten werde ich nur ueber die im Winter eher kurze Speisekarte des Hotels in Whitehorse berichten koennen.
Wir werden sehen….

2009 Yukon Quest Trail Blog 4

Februar 9, 2009 by admin  
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Dieses Wochenende findet das Junior Yukon Quest statt.
Ich leite, den mit einer 8-stuendigen Zwangsrast belegten, Checkpoint Twin Bears fuer die Musher unter 18 und werde ihn am Freitag eroeffnen.
Allerdings werden am Samstag in Whitehorse und Fairbanks alle zum Quest antretenden Hunde des Rennens von Tieraerzten untersucht und ‘gechipped’ werden. ‘Chipping’ heisst, dass die Hunde einen kleinen Chip unter’s Fell injiziert bekommen um spaeter entlang des Trails mit einem Scanner identifiziert werden zu koennen.

‘Meine’ Video Crew wird dort sein, sich hoffentlich mit den Tieraerzten unterhalten…. und filmen.
Ich werde draussen in Twin Bears mit den neuen Junior-Mushern helfen, von denen ich nach Jahren als Twin Bears Checkpoint Manager schon einige in spaeteren Rennen im 1000 Meilen Yukon Quest am Dogdrop Mile 101 wieder getroffen habe.
Dieses Jahr wird es Becca Moore sein, die schon als Jugendliche in Twin Bears eintraf und nun den ‘langen’ Trail angeht des Quest angeht.
Eigendlich haette ich ‘mein’ Video Team den Tieraerzten und Mushern am Samstag lieber selbst vorgestellt, aber das Junior Yukon Quest geht vor. Ich hoffe, dass Tania Simpson, die alaskanische Direktorin des Rennens, ein bischen helfen wird um dem Team den Eintritt in die grosse ‘Yukon Quest Familie’ sowie die ersten Reportagen etwas erleichtert.
Dem Team fehlt vieles an Erfahrung mit Mushern, und sie werden dieses Wissen schnell aufhohlen muessen um sich auf dem Trail zu bewaehren. Allerdings verstand sich Nathan schon waehrend des ‘Food Drop’ gut mit den alten Hasen unter den Reportern.
Ich hoffe, dass meine junge Crew sich mit den Journalisten befreundet, die das Rennen seit Jahren begleiten. Immerhin studieren die Studenten ‘Journalismus’ und reden nun mit erfahrenen Trail Reportern. Ich hoffe darauf, dass diese ein paar vaeterliche Gefuehle zeigen.
Da meine Gruppe einen Film schiesst, waehrend die alten Hasen ‘live’ berichten, hoffe ich auf eine Zusammenarbeit zwischen ihnen und den Reportern bei der ich mich im Hintergrund halten kann.
(Alte chinesische Schrift/ Die Kunst des Krieges: “Manche Kriege werden gewonnen indem man sich hinsetzt und eine Tasse Tee trinkt.”)

Peter Kamper

2009 Yukon Quest Trail Blog 3

Februar 9, 2009 by admin  
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Am Samstag, dem 31 Januar war wieder einmal der Fooddrop faellig. Dies ist der Tag, an dem Musher all das Hundefutter und die Ausruestung, die sie spaeter in Checkpoints aufgreifen werden in gut gekennzeichneten Saecken ans Yukon Quest uebergeben.
Es ist auch das erste Mal, dass sich die ersten Leute der ‘Yukon Quest Family’ wieder einmal treffen. Die ‘Yukon Quest Family’ so wie wir es scherzhaft nennen, sind die Leute, die jedes Jahr als Rennrichter, Tieraerzte, Helfer und Reporter den langen 1000Meilen Trek entlang der Checkpoints angehen.
Es macht Spass, die altbekannten Gesichter zu sehen, Plaene zu schmieden und ueber alte Erlebnisse zu lachen. Die erste optimistische Spannung macht sich breit und die ersten Vermutungen ueber den Rennverlauf werden angestellt.
Unser Racemarshal Dough Grilliot knurrt, als er hoehrt wieviele Kamerateams auf dem Trail sein werden. “Na, das kann ja was werden. Erinnerst du dich noch an das japanische Team, das uns auf Eagle Summit fast erfrohren ist? Ich hab fuer sowas keine Zeit. Ehrlich.”
Ich bringe ihm sanft bei, dass ich selbst ein Kamerateam fuer’s Rennen fuehre.” - “Ja, aber du weisst dich zu benehmen und filmst fuer’s YQ. Das ist was anderes.”
Wir kennen uns lange, und oft mache ich waehrend des Rennens einen grossen Bogen um ihn wenn er unter dem fuer’s Rennen typischem Schlafmangel leidet. Er ist ein wirklich netter Mensch bis irgendjemand die Musher stoert fuer die er verantwortlich ist.

Matthias ist der Reporter des Fairbanks Daily News Miner. Er muss pro Tag drei Geschichten ueber das Rennen schreiben. Ich beneide ihn nicht.
“Wenn du irgendwas hoehrst oder Ideen hast, sagst du mir wieder Bescheid, ja ?” Ich hatte ihm letztes Jahr mit einem Buschfluzeug von Scroggie Creek aus erster Hand die Nachricht zugebracht, dass Lance Mackey sich fuer 3 Stunden auf Solomon’s Dome verfahren hatte. “Klar doch”, meinte ich. “Du mir aber auch….”.- “Ehrensache…”.
Wir alle lieben die Geruechte, die entlang des Trails entstehen. Der alte Witz: “Also mir ist langweilig, wie waer’s mit einem Geruecht, hat jemand Ideen..?”,wird oft entlang des Trails erwaehnt, gilt aber fuer ihn nicht.
Er muss seine gesamte Arbeit verifizieren, bevor er schreibt. Dies ist entlang des Trails schwierig und bedarf Disziplin.
Dan Ross, der zweimal pro Tag ein Live-Update fuer den Fairbanks Radio Sender KUAC vom Rennen macht, schuettelt mir die Hand. “Du bist wieder dabei ?”. Wir reden ein bischen und dann will er mich gleich interviewen. “Ok, aber nur wenn ich deine Interviews auf dem Trail filmen darf, meine ich.” Nicht nur kommen mir aus unerfindlichen Gruenden selten gute Fragen in den Sinn wenn ich vor einem Reporter stehe, aber auch ist es schwierig zu filmen und gleichzeitig Fragen zu stellen. Reporter waehrend ihrer eigenen Arbeit zu filmen macht da mehr Sinn. ‘Kein Problem, Peter.” - Wir reden fuer ein paar Minuten ueber Kamerateams entlang des Trails.”
Dan wird ‘live’ vom Trail um 7:50 Uhr und 12:50 Uhr per Telephon berichten. Dies ist ziemlich hart, da das Rennen keine Tag-oder Nachtzeit kennt. Man schlaeft wenn man kann.
Ich habe ihn schon mal gesehen wie er nach nur 2 Stunden Schlaf innerhalb von 1 1/2 Tagen aus seinem Schlafsack in einer Ecke des Checkpoints kroch, stoehnend zum Telephonhoehrer griff, sich die Augen rieb und seine Notitzen zurechtlegte um dann mit hellwacher Stimme fuer 5 Minuten fliessend zu reden. Als er fertig war, kroch er wieder in seinen Schlafsack und war 2 Minuten spaeter am schnarchen. Ein Profi….
Ich rede ein bischen mit David Dalton, der eigendlich immer etwas schwierig zu interviewen ist, aber schon 18 Yukon Quest Rennen fuhr.Er ist einer der Musher, die fuchsteufelswild werden koennen, wenn man seinen Hunden zu nahe kommt. Vor dem Rennen gibt er sich allerdings gelassen. Wir reden ueber Martin Buser und Jon Little, die erfahrenen Iditarod Musher, die dieses Jahr am YQ teilnehmen. Jon Little wird wohl vom letzten Mal gelernt haben (David Dalton half ihm und musste ihn in 2007 Eagle Summit hochschleppen), aber Martin Buser wird wahrscheinlich seine Hunde vor Eagle Summit zu hart antreiben, meint der Musher. ‘Ich stehe nach Central und vor Eagle Summit immer ein bischen auf der Bremse, damit die Hunde dort am Steilhang frisch ankommen.”
Spaeter am Abend wuerde ich per Telephon mit Sebastian Schnuelle reden, der eine andere Theorie ueber den viermaligen Iditarodgewinner erzaehlte: “Es kommt auf’s Wetter an. Martin hat Probleme mit wirklich kaltem Wetter. Ich bin Teilstrecken des Iditarod mit ihm gerannt. Wenn es wirklich kalt wird (45 C), wird er Probleme haben. Ansonsten sehe ich Eagle Summit als kein besonderes Problem fuer ihn an.” …. und so scheiden sich schon jetzt die Geister…, und die ersten Meinungen bilden sich…..

Peter Kamper

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