2009 Yukon Quest Trail Blog 5

Februar 9, 2009 by  
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Auf jeden Fall werde ich mit der Gruppe am 10. Februar hier in Fairbanks in einen Yukon Quest-Bus steigen, der uns dann nach Whitehorse bringt. Wir werden fuer fast 13 Stunden in diesem Bus sitzen, bevor wir abends an einem nettem Hotel nahe der Startlinie des Rennens abgesetzt werden.
Danach werden wir 4 (!) Tage in diesem Hotel verbringen bevor das Rennen beginnt. VIER TAGE…. !!
Unser weibliches Teammitglied ‘Cricket’ wird hoechstwahrscheinlich ein Hotelzimmer mit einer Tieraerztin teilen. Dies ist natuerlich brilliant fuer uns alle, da sie damit sicherlich leichter Interviews mit Tieraerzten organisieren kann.
Wir drei Jungs werden uns aus Kostengruenden zwei Doppelbetten in einem Zimmer teilen. Hm…
Ich freute mich sicherlich nicht auf vier Tage in Whitehorse, aber die Goetter sind mir mir diese Woche hold:
Als ich mit Sebastian Schnuelle telephonierte und ihm erklaerte wie ungerne ich meine Zeit in einem kleinem, ueberfuelltem Hotelzimmer mit 22jaehrigen Jungen verbringe, meint er in seiner typischen Art: “Eh, …., mein Platz liegt direkt auf dem Weg nach Whitehorse,… nur ungefaehr 50 km vor der Stadt. Wieso laesst du dich da nicht einfach rausschmeissen und du verbringst die Nacht bei mir im Schlafsack ? Ich muss am naechsten Tag eh in die Stadt fahren. Dann fahre ich dich nach Whitehorse. Wayne Hall ist auch hier.”
Wayne Hall ist eine Trapper/Musher, die das YQ angehen wieder Mal angeht. Er lebt in Eagle und ich bewundere ihn mehr als einige andere Musher. Seine Trapper-Hunde werden das Rennen definitiv beenden. Allerdings ist dies nicht der wirkliche Grund, wieso ich ihn bewundere. Darueber mehr spaeter….
Ein kleines Teufelchen sitzt auf meiner Schulter und redet mir ein, dass ich die Crew alleine nach Whitehorse fahren lassen kann. Es ist ja nur eine Nacht. Dann werde ich mir allerdings wieder meiner ungewohnten und neuen Verantwortung bewusst. Ich habe nun mal die Crew mit mir. Die Rede des Professors kommt mir in den Sinn: “Du bist fuer die Studenten verantwortlich.
Drei Welpen an der langen Leine. Ich habe selbst zwei Kinder. Ich kann die Crew am ersten Tag nicht alleine lassen. Meine Antwort ist das Echo meiner Gedanken:
“Ich kann die Film-Crew nicht alleine lassen. Ich wuerde drei Studenten mitbringen…”.
“Na, dann muesst ihr eben auf dem Boden schlafen, aber das ist doch kein Problem, oder ?”
Je nach Temperatur kann der Boden einer Huette recht kalt werden. Ein etwas verschmitztes Laecheln gleitet ueber mein Gesicht und ich denke nach….:
Hmmmm, …es waere nicht uebel zu sehen wie die Crew sich vor dem Rennen unter solchen Bedingungen benimmt bevor es Ernst wird. Die ‘Schnuelle-Huetten’ sind warm und in gutem Zustand, aber ich bezweifele, dass mein Team viel nordische Huettenerfahrung hat.
Falls Wayne und Sebastian sich interviewen lassen wuerden, waere dies ebenfalls ein unverhoffter Mushing-Kurs fuer die Crew. Auch waere es gut sie mal aus dem Schlafsack rauszuschmeissen um ohne Dusche einer Fuetterung zuzugucken. Ich lache bei dem Gedanken…
“Es sind nur 500 Meter von der Hauptstrasse bis zu meinem Haus. Ich stelle da oben meinen Truck an die Hauptstrasse und lass den Schluessel stecken. Ihr koennt dann mit eurem Gepaeck reinfahren”, fuegt Sebastian hinzu.
Im hohen Norden sind Angebote wie ‘ich lass den Schluessel stecken’ eher normal. Ich denke ueber das Angebot nach und zoegere nicht lange. Eine Nacht in einem Hotel in Whitehorse oder ein Besuch bei zwei Yukon Quest Mushern und ihre Teams 4 Tage vor dem Rennen ? Die Wahl faellt leicht.
Ich werde gerne zuhoehren, waehrend Sebastian und vielleicht sogar Wayne die Fragen meiner so jungen Crew auf die eine oder andere Art und Weise beantworten. Beide sind professionelle Musher.

Als ich danach Nathan anrufe um Computer-Programme und ‘Video-Uploads’ entlang des Trails zu diskutieren, erklaere ich ihm am Schluss, dass wir wahrscheinlich 50 km vor Whitehorse den Bus verlassen werden anstatt in ein gemuetliches Stadt-Hotel zu fahren. Er zoegert fuer den Bruchteil einer Sekunde und meint dann zoegernd: “Ja, ok..?”Das Fragezeichen in seiner Antwort zeigt erneut, dass die Mitglieder des Teams nicht an Ueberraschungen gewoehnt sind.
Sebastian Schnuelle’s Einladung war das Beste, was der Crew passieren konnte. Jetzt muss ich nur noch den Bus dazu bringen irgendwo an der langen Strasse nach Whitehorse im Dunkeln anzuhalten und uns rauszulassen und unser Gepaeck aus dem Stauraum zu zerren. Falls dies klappt, wird uns das sicherlich nicht zu einem der besten Freunde des Busfahrers machen.
Fuer die Studenten wird allerdings spaetestens hier das Abenteuer beginnen….
Hoffen wir, dass man uns bei Sebastian rauslaesst, denn ansonsten werde ich nur ueber die im Winter eher kurze Speisekarte des Hotels in Whitehorse berichten koennen.
Wir werden sehen….