Hans Gatt gewinnt den Yukon Quest 2010
Februar 16, 2010 by admin
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Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, hat das 27te Yukon Quest International Hundeschlittenrennen, in neuer Rekordzeit, gewonnen. Der 51jaehrige ist um 13:35 (Ortszeit) in Whitehorse Yukon (Kanada) ueber die Zielline gefahren. Mit seinem vierten Sieg hat er mit Lance Mackey wieder gleichgezogen, der von 2005-2008 auch viermal den Yukon Quest gewinnen konnte. Hans Gatt konnte seinen Vorsprung auf Lance Mackey und Hugh Neff verteidigen - sogar ausbauen. Die drei Musher hatten sich seit Dawson City ein Katz und Maus Spiel geliefert, indem oftmals der Gejagde mit dem Jaeger abwechselte. Schlussendlich hat sich der Hunde-Schlittenhersteller gegen seine Konkurrenten durchgesetzt.
Im Zielbereich begruesste und umarmte ihn seine Partnerin Susie Rogan, die letztes Jahr den Yukon Quest 300 gefahren ist. Gatt war sehr emotional und stolz in seiner jetzigen Heimatstadt Whitehorse gewonnen zu haben. Die Trail- und WetterKonditionen und der harte Konkurrenkampf haetten, seiner Meinung nach, dass diesjaehrige Rennen so extrem schnell gemacht. Die alte Rekordzeit von Sebastian Schnuelle hat Gatt um 23 Stunden unterboten und auf nun 9 Tage 0 Stunden und 26 Minuten, gesetzt.
Der vierfache Yukon Quest-Champion Lance Mackey kam als Zweiter in Whitehorse in Ziel - eine Stunde nach Hans Gatt. Im Zielbereich gratulierte Hans Gatt Lance Mackey. Der Musher aus Fairbanks, meinte, dass die diesjaehrigen Wetter- und Trailbedingungen die besten seit fuenf Jahren beim Quest gewesen waeren. Die schwierigste Strecke sei, fuer ihn, von Mile101 nach Central gewesen, dort haette kaum Schnee gelegen, der Trail waere hart gewesen. Der Wettkampf mit Hans Gatt haette ihm gefallen. Er habe versucht Gatt mit einigen langen Laeufen, wie in den letzten Jahren zu entmutigen, doch das haette diesmal nicht funktioniert. Er fordere Gatt zu einer endgueltigen Entscheidung naechstes Jahr herraus, da beide nun vier Titel haben.
Hugh Neff ist schliesslich als Dritter nach Whitehorse gekommen, fast zwei Stunden nach Lance Mackey.
2010 Yukon Quest Trail Blog X
Februar 8, 2010 by admin
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Uebermuedet aber nicht faehig zu schlafen sitze ich in Mile 101. Fuer was wir so hart gearbeitet hatten ist fuer uns nun fast vorueber. Alle ausser mir und meinem 13jaehrigem Sohn Lukas schlafen alle den wohlverdienten Schlaf von harter Arbeit. Lukas pflegt die Feuer der vier Huetten, denn immerhin hatte er von uns allen in den letzten zwei Tagen als Einziger vernuenftige 8 Stunden an Schlaf gehabt. Ich kann trotzdem nicht schlafen, streife meine Stirnlampe ueber und gehe raus. Es ist still und kaum ein Lueftchen regt sich. 10 C fuehlen sich in dem Anzug den ich trage eher warm an. Ueber Tag ist ein bischen Schnee gefallen und die Spuren der 30 Musher die im Checkpoint rasteten sind mit den sanften Spuren des Neuschnees bedeckt. Waehrend ich langsam durch den nun verlassenen und stillen Checkpoint gehe und meine Stirnlampe Schatten wirft schreite ich langsam ueber die Rastplaetze.
Wenn man fuer 48 Stunden lang alle 5 Minuten eine Entscheidung trifft oder einer neuen Aufgabe gegenueber steht ist dies eine Ewigkeit. Er erscheint mir als waeren Tage vergangen seit Zack Steer dort rastete… oder hier Bart De Marie seine Futtersaecke brauchte. Ich geniesse die Stille.
Drei Teams und insgesamt 34 Hunde liegen noch im Checkpoint. Schweigend gehe ich an ihnen vorbei und ein paar der Hunde heben schlaefrig ihr Haupt aus dem Stroh. Ich sage nichts. Da ich die Stimme ihrer Herren nicht spreche ist dies besser so. Die Stille des Hochtales wird fast nur vom Knirschen meiner Winterstiefel unterbrochen. Ich bin unendlich muede und doch so wach.
Gedanken schweifen zurueck zu all den Sorgen ob oder wie wir Dinge hier in Mile 101 geregelt bekommen wuerden, wieviel Arbeit es bedurfte alles so vorzubereiten, dass Checkpoint 101 sich wirklich bewaehren wuerde. Erst langsam wird mir bewusst, dass die Crew… wir… unseren Auftrag erfuellt haben. 10 Meter entfernt knurrt einer der Hunde leise. Ich bin mit ein bischen Stolz erfuellt und grummel leise: “Halt die Schnauze, oder ich schmeiss dich raus. Das Stroh bleibt uebrigens hier.” Mit der Uebermuedung werden meine Witze nicht unbedingt besser aber der Hund ist still. Ich war eh nicht der Anlass seines Knurrens. Das Team hat zwei laeufige Huendinnen im Team. Unruhige Traeume fuer die Rueden….
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Ich muss Josea Busby als Rennkoordinatorin ein grosses Lob aussprechen. Wir haben alles bekommen was wir brauchte, … und mehr.
Hans Oettli als Race Marshal und seine Rennrichter brachten eine professionelle aber auch entspannte Athmosphaere mit sich, die wir als Crew wirklich genossen haben. Das Kompliment der 8 Tieraerzte an uns fuer unsere Vorbereitungen koennen wir auch zurueckgeben. Es ist immer wieder erstaunlich wie gruendlich diese sich mit den Hunden beschaeftigen.
Rainer und Georganne haben fuer mehr als 24 Stunden durchgekocht, Eric Cosmutto wurde wieder einmal rausgeschickt um drei verlorene Teams (diesmal YQ300 Teams) zu finden - eine Geschichte die in der Nacht auch nicht erzaehlt werden durfte, Mike Bowman hat den Rastplatz mit Jan DeNapoli und Jesse hervorragend geregelt.
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Im Schnee zu stehen und die gute Atmosphaere zu spueren, die in den letzten 48 Stunden ueber den Rastplatz stroemte war einfach schoen. Es war die ganze Sache wert.
Die Crew hat schon beschlossen auch naechstes Jahr wieder zusammen zu arbeiten. Ich freue mich drauf…
Kevin Abnett und sein neuer Hamster (ham radio operator) Sterling Muth sind neben mir am schnarchen. Das letzte Team in 101 (Mike King/ YQ300) ist draussen am heulen, denn gleich geht’s los. Ich denke, dass ich sie persoenlich verabschienden sollte. Es war das erste Jahr, dass nichts spezielles in 101 passierte…. und darueber freue ich mich. Falls bis zum Mittag kein Team vom Eagle Summit zurueckkehrt schulde ich Eric Cosmutto 50 $. Diese hat er sich mit seiner Trailarbeit auch verdient.
Yeah !!!
Ende und aus….
Peter
Yukon Quest 2010 gestartet
Februar 8, 2010 by admin
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Das 27te Yukon Quest International SledDogRace ist in Fairbanks (Alaska) gestartet. 24 Teams gingen im Abstand von je drei Minuten unter der Cushman Bruecke auf dem zugefrorenen Cheena Fluss auf die 1.600 Kilometer lange Strecke nach Whitehorse im Yukon (Kanada). Als Top Favorit gilt der ungeschlagene und viermalige Champion Lance Mackey, der letztes Jahr das YQ-Rennen ausgesetzt hat. Mackey tritt mit einem veraenderten Hundeteam an, indem auch einige unerfahrene Zweijaherige sind.
Der aus Oesterreich stammende Hans Gatt, der den Quest dreimal hintereinander gewinnen konnte, gehoert ebenso wieder zum Favoritenkreis. Letztes Jahr hat er alle Zuschauer und Fans geschockt, indem er offentsichtlich grundlos in Dawson City aus dem Rennen ging. In einer Presseerklaerung verkuendete er dann, dass er sich mit seinen Hunden voll auf das Iditarod konzentrieren wollte. Dieses Jahr sehe er den Quest nicht als Trainingfahrt an und trete an, um
zu gewinnen.
Auch der Zweitplazierte von 2008 und Nachbar von Lance Mackey, kuendigte an, dass er den Sieg anstrebe. Er versuche zwar die erste Haelfte des Rennes konservativ zu fahren, um dann spaeter anzugreifen, wie im Jahre 2008.
Weitere tagesaktuelle Infos unter http://www.yukonquest.info
2010 Yukon Quest Trail Blog 7
Januar 21, 2010 by admin
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Eric und ich waren dieses Wochenende in Mile 101 und haben lange rumgestanden um 27 Rastplaetze zu finden. Etwas Gebuesch muss weg, damit wir alle Musher unterbringen koennen, aber ansonsten ist alles ok. Auch hat sich die Auslandsreise von Eric verschoben. Er wird also waehrend des Rennens in Mile 101 bereitstehen. (Tiefer Seufzer der Erleichterung !!!)
Da wohl jeder gerne Photos mag, hier ein paar Photos von Eagle Summit und Mile 101, die Eric geschossen hat (all rights reserved, copyright ! …. und so).
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Zuerst Mile 101:
Wir mussten den Platz fuer Musher vergroessern und haben ein paar kleinen Weiden das Garaus machen muessen. Eric hat danach das gesammte Gelaende mit seinem Motorschlitten platt gefahren, damit der Wind den Schnee nicht wegweht. Der Untergrund ist sehr steinig. Dieser Blick geht vom oberen Teil des Rastplatzes zur Kuechenhuette, der einzigen Huette die Besuchern zeitweise zugaenglich ist. Die Linie der Strohballen markiert die Abgrenzung zwischen Rastplaetzen und der Gegend in der sich Besucher aufhalten duerfen. Der Strassendienst hat uns jetzt schon zugesagt, dass er Mile 101 soweit mit Schneepfluegen bearbeiten wird wie wir es wollen. Dies ist der Grund wieso wir diese Barriere jetzt schon aufgebaut haben. Pfluegt uns bloss nicht die Rastplaetze fuer die Hunde….

Das zweite Photo zeigt den Blick von der ‘Besucherseite”.
Rechts im Hintergrund ist ein Teil des Aufstiegs nach Eagle Summit zu sehen. Das dunkle lange Geraet zwischen den Strohballen ist Eric’s Schlitten, den er hinter seinen Motorschlitten spannt:

Photos wie die folgenden machen es vielleicht leichter zu verstehen, wieso Musher auf Eagle Summit in einem Schneesturm vom Trail abkommen.
In diesem Photo liegt das Tal in Richtung Central unter einer Tiefnebeldecke.
Der Trail fuehrt in die nicht sichtbare Ebene und nur die umliegenden Berge sind zu sehen. 5 Teams verloren hier in 2006 ueber Nacht bei Schneetreiben und Winden von ueber 100 km/h den Trail. Sie hatten zwar in Mile 101 die Wetterwarnung gelesen, sich allerdings trotzdem auf den Weg gemacht und wurden spaeter von der US Airforce mit Blackhawk Helikoptern gerettet als sie vom Trail abkamen und schlussendlich in kleinen Hochtaelern im Tiefschnee stecken blieben.
Einer der Musher meinte: “…. und dann habe ich den Schlitten in den Wind gekippt und mich mit meinen Hunden dahinter vergraben. Wir hatten keine Ahnung mehr wo wir waren und haben einfach einen grossen Haufen aus Musher und Hunden gemacht. Ich hab sie alle von der Leine genommen und wir haben uns einfach zusammengeballt. Jeder von uns wusste worum es ging.”
Ein anderer der in 2006 geretteten Musher meinte: “Ich habe eine wirklich gute Stirnlampe, aber in dem Sturm konnte ich noch nicht mal mehr meine Leithunde sehen, geschweige denn den Trail. Als ich meinen Schlafsack aus dem Schlitten nahm hat ihn der Wind mir aus der Hand gerissen. Der Schlafsack verschwand in sekundenschnelle in der Dunkelheit. Ich konnte he nur knien. Aufrecht stehen war unmoeglich.”
Einige der geretteten Musher behaupteten spaeter, dass sie spaeter ohne Rettung zum Trail zurueckgefunden haetten falls kein Helikopter gekommen waere. Manchen haette ich dies zugetraut. Allerdings laesst sich bei 100 km/h Winden auch kein Kocher anzuenden um Schnee zu schmelzen. Wasser ist in solchen Situationen sehr wichtig.
Waehrend der Rettungsaktion in 2006 wurde laut Aussage der US Airforce von der Helikopter-Crew die staerkste Sturmboehe mit mindestens 92 m/hp (knapp 145 km/h) gemessen.
Zu dieser Zeit lagen saemtliche in den Schnee gesteckten Trailmarkierungen entlang des Passes allerdings schon flach. In diesem Photo sieht der Pass allerdings recht harmlos aus:

Spaet nachmittags mit der langsam untergehenden Sonne stand Eric auf dem hoechsten Punkt des Passes und photographiert nach Osten in Richtung Checkpoint Central. Das Tal liegt im Nebel. Die schwarzen kreisfoermigen Objekte sind Autoreifen. Es gibt hier oben nichts wo Musher ihre Hundeteams sicher anbinden koennen und der sturmverblasene Schnee auf dem felsigem Untergrund ist selten tiefer als 5 cm. Die Autoreifen sind im Boden verankert und sollen Mushern dazu dienen ihre Hunde mit einem Schneehaken zu sichern falls diese rasten oder nochmals absteigen wollen um einem anderem Musher zu helfen.
In 2009 war es Brent Sass, der nochmals zu Fuss abstieg um William Kleedehn zu helfen sein rebellierendes Team ueber den oestlichen Steilhang zum hoechsten Punkt des Berges zu bringen.
Auch er sicherte sein Team an diesem Platz, war aber nur einer der langen Liste von Mushern, die ueber die Jahre an diesem Punkt des Rennens lieber halfen als gut zu plazieren. So half auch Sebastian Schnuelle in 2007 drei Teams ueber den Steilhang.

Dieses Photo zeigt einen der fuenf Tripods, die auf Eagle Summit stehen um Mushern im Tageslicht die Navigation zu erleichtern. Sie wurden vom Yukon Quest in 2005 errichtet, nuetzen bei Schneestuermen allerdings wenig. Der lange Winter hat das dreibeinige hohe Gestell mit Eis und Schnee verkrustet.
Als Eric diesen Winter mit seinem Motorschlitten hoch zum Pass fuhr, fand er eines der Gestelle auf der Seite liegend und zum groesstem Teil mit Schnee verdeckt. Nur ein Fuss des Gestells ragte aus einer Schneewehe.
“Kannst du dir vorstellen was fuer Winde es bedarf soetwas umzukippen ?”, meinte er.
Eric will jetzt Bruchsteine an die Staender schnallen um sie vor dem Umkippen zu bewahren.
Schnee und Eis das sich auf dem Tripod abgesetzt hat ist ein Zeichen dafuer, wie schnell sich selbst gute Reflektoren, mit denen diese Staemme im Stirnlampenlicht der Musher nachts zu sehen waeren ebenfalls vereisen und unsichtbar werden.

Einige Musher kommen in Mile 101 an und sagen: “Wisst ihr, all der Mist ueber Eagle Summit, wie steil der Berg ist und wie schlimm alles ist scheint mir reichlich uebertrieben. Zugegeben, …. es ist schon ein ganz netter Huegel, aber alles andere ist weit uebertrieben.
Lasst uns alle auf gutes Wetter hoffen, denn dann ist Eagle Summit sicherlich nicht der schwierigste Teil des Rennens.
Peter Kamper ( Bilder Copyright by Eric Cosmutto )
2010 Yukon Quest Trail Blog 3
Januar 8, 2010 by admin
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Eric Cosmutto hat nun den ersten Wintertrail von der Chena Hotsprings Road nach Mile 101 gebrochen und ein paar Photos zurueck gebracht. Der Trail des jaehrlichen Yukon Quest Rennens wird von sogenannten ‘Trailbreakers’ gelegt. Diese kennen die Trails in ihrer Gegend.
Die oft erwaehnten ‘YQ-Trailbreakers’ des Yukon Quest oder des Iditarod folgen meist nur den Trails der lokalen Trapper und Motorschlittenfahrer. Bede Rennen sind entlang des Trails immer auf Einheimische angewiesen.
Eric, der aus Northpole, einer Kleinstadt nahe on Fairbanks stammt und seit Jahren ein Teil der 101 Crew ist, hat sich allerdings bereit erklaert dieses Jahr den Trail ueber Rosebud und Boulder Summit bis hin zu Eagle Summit zu brechen.
Hier… nur um die nie erzaehlte Geschichte des Rennens zu eraehlen, ein paar Photos:
Eric Cosmutto’s Kommentar zu diesem Photo:” Dies ist der Trail, … oder zumindest die Richtung in die wir ihn legen sollten:

Trapper und Motorschlittenfahrer arbeiten seit langem entlang des YQ-Trails zusammen um dem 1600 km Trail des Rennens zu legen.
Viele Leute entlang der Rennstrecke unterstuetzt das Rennen auf die eine oder andere Art. Manche fahren ihre Motorschlitten zu Schrott um in schlechten Jahren regelrecht einen Trail aus dem Eis des Yukon Rivers oder den umliegenden Bergen herauszupruegeln. Die Geschichte dieser Leute wird nie erzaehlt obwohl sie eigendlich zumindest genauso wichtig ist wie die der beruehmten Musher die den Trail angehen.
Ich kann nur Photos zeigen, die einen kleinen Teil des Trails abdecken.
Ob ‘Checkpoint 101′ oder ‘Checkpoint Pelly Crossing’, die wahren Mithelfer des Rennens sind ohne Zweifel schon zwei Monate vor dem Rennen auf dem 1600 km Trail unterwegs.
Hier ein schoener Blick auf das Tal des Birch Creek von Rosebud Summit bei -25C und klarem Himmel.
Eric hat die Erfahrung um den ‘ersten’ Trail des 2010 YQ ueber Boulder und Rosebud Summit zu legen.

Viele der immer unerwaehnten Traibreaker muessen an vermutlichen Gefahrenstellen oft anhalten um einen sicheren Weg fuer die Musher zu finden.
Dieses Photo wurde an Eagle Creek geschossen. Das Eis im Hintergrund ist wieder einmal unter dem Druck des Wassers gebrochen. Eric weiss, dass die Bruchstelle weiterhin Wasser an die Oberflaeche pumpen wird.
Dies nennt sich ‘Overflow’.
Obwohl es erst Dezember ist und man nur ahnen kann was der Fluss im Februar machen wird sollte der Trail vom Bach ferngehalten werden. Der Dampf im Hintergrund ist offenes Wasser, das sich bei -20 C durch das Flusseis drueckt. Eine Kreuzung des Baches ist hier eher unsinnig.

Als Fazit sollte wohl gesagt werden, dass diese drei Photos nur ein kleines Bild dessen ergeben was freiwillige Helfer schon Monate vor dem Start des YQ 2010 tuen um sicher zu stellen, dass der Trail des YQ 2010 gut gelegt worden ist.
Dann kommt allerdings das Flusseis, dann die Stuerme und der Overflow, der innerhalb von 24 Stunden ein eisiges Flusstal mit 40 cm Wasser fuellen kann.
Man weiss ja nie…..
Peter Kamper
Mackey gewinnt Iditarod - Schnuelle 2ter
Der 38jaehrige Lance Mackey aus Fairbanks (Alaska) hat zum dritten Mal hintereinander das Iditarod
Hundschlittenrennen gewonnen. Der ehemalige Krebspatient ist um 11:30 Uhr, mit 15 Hunden in Nome ueber die Ziellinie gefahren und hat sich 69.000 US Dollar an Preisgeld und einen neues Auto damit verdient. Mackey
hat seit dem Halbzeitort ‘Iditarod’ das Rennen unangefochten angefuehrt und seinen Vorsprung stetig ausgebaut. Waehrend seine Konkurrenten mit den Wetterbedingungen nicht zu recht kamen und abreissen lassen mussten fuhr Lance Mackey mit fast seinem kompletten Hundeteam durch alle Unbilden der Natur weiter und ueberwand Tieftstemperaturen, brutalen Gegenwind und Blizzards. Experten sind sich einig, dass sie das beste Hundeteam in der Geschichte des Iditarod gesehen haben.
Noch vor dem Rennen kamen Stimmen auf, die Mackeys Staerke anzweifelten, da er dieses Jahr den Yukon Quest nicht gefahren ist. Doch er konnte alle Zweifel ausraeumen, dass er zu den besten seiner Sportart gehoert. Nach vier Yukon Quest Siegen und drei Iditarod Siegen hintereinander, wobei er zwei Siege der Ultramarathonrennen in einem Jahr schaffte, brauch er niemanden mehr etwas beweisen. Sollte er naechstes Jahr wieder antreten, koennte er als erster Musher vier Siege hintereinander versuchen zu schaffen , obwohl er die Frage im Zielbereich nicht direkt beantworten wollte.
Sebastian Schnuelle hat das Rennen umd den zweiten Platz beim diesjaehrigen Iditarod gegen John Baker gewonnen und ist um 19:05 Uhr (Ortszeit) in Nome ueber die Ziellinie gefahren. John Baker, der eine halbe Stunde nach Schnuelle von White Mountain auf den letzten Streckenabschnitt durfte, kam dann im Ziel ueber eine Stunde nach dem Deutschen an. Fuer Schnuelle ist es mit Abstand das erfolgreichste Jahr seiner Karriere, noch vor zwei Wochen waren seine Hunde beim Yukon Quest unterwegs, was das Team schliesslich gewann und eine Siegpraemie von 30.000 $ bakam. Der zweite Platz beim Iditarod nun beschert, dem aus Wuppertal stammenden Musher, nochmals 65.000 $ - zusamengerechnet fast 100.000 US Dollar an Siegpraemien. Mit den beiden Erfolgen ist Sebastian Schnuelle der erfolgreichste deutsche Langstrecken Hundeschlittenfuehrer aller Zeiten. Dass er den Yukon Quest nicht mehr fahren wird, hat Schnuelle bereits angekuendigt, das Iditarod plant er noch einmal in Angriff zunehmen, um dann mit dem Hundeschlittensport aufzuhoeren und ein ‘normales’ Leben zu fuehren mit einem Job, Urlaub und Bezahlung.
John Baker erhielt fuer seinen dritten Rang noch 55.000 US Dollar. Mit dieser Plazierung ist er auch wieder in seinem Bereich, da er seit 2001, nur mit Ausnahme von letztem Jahr, sich immer in den Top9 plaziert hat. Baker, der noch mit Jeff King an der Norton Bucht zusammenfuhr, lies den vierfachen Champion zurueck, da dieser sich entschloss umzukehren. Der 46jaehrige hingegen fuhr durch den Sturm und kam mit einem fast zugefrorenen Auge in Koyuk ,drei Stunden hinter Schnuelle, an. Fuer Baker sind die Stuerme nichts ausergewohnliches da er unter diesen Bedingungen trainiert, er wuerde anders auf solche Wetterbedingungen reagieren als manche seiner Musher-Kollegen, so der aus Kotzebue stammende Baker. Spaeter fuhr er fast zeitgleich mit Schnuelle, nachdem er seine Rastzeiten kuerzte. Auf der finalen Strecke konnte er aber den Deutschen dann schliesslich nicht mehr einholen.
2009 Yukon Quest Trail Blog 12
Februar 14, 2009 by admin
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Viel gibt es heute eigendlich nicht zu berichten.
Ueber Nacht wurde auf der 1st Avenue mit Lastern Schnee angefahren um eine gute Rennstrecke auf die Strasse zu legen. Danach wurden Zaeune entlang der ersten paar hundert Meter errichtet, damit die Zuschauer morgen in Schach gehalten werden.
Meine Filmcrew half mit all die Plakate der Sponsoren des Rennens an die Zaeune zu haengen. Das hohe Starttor wird auf dem Boden liegend errichtet, damit man auch daran die Poster der wichtigsten Sponsoren anbringen kann, bevor es von ein paar starken Maennern aufgestellt und mit Kabeln gesichert wird. In der Mitte haengt dann oben eine grosse 7 Meter breite, gelbe Plane mit der Aufschrift ‘Yukon Quest 2009′ und wir wollten den Augenblick des Errichtens filmen.
Man war leicht beunruhigt, als sich diese Plane nicht finden lies. Die Unruhe schlug gegen 21 Uhr abends erst in leichten Schrecken und spaeter in Panik um. Das Startbanner liess sich nicht finden !!! Eine Startlinie ohne die Aufschrift Yukon Quest waere ziemlich peinlich gewesen. Man fand diese aber schlussendlich draussen vor dem grossem Gebaeude in dem das Startbanquet stattgefunden hatte. Grosse Erleichterung machte sich breit und kurze Zeit spaeter erhob sich das Starttor ohne grosse Fanfaren im Licht der Strassenlaternen.
Heute geht es endlich los.
Die Crew fand sich bei uns im Zimmer zusammen, das mit drei Jungs (Jose’ , Nathan und ich) so aussah als waere eine Bombe eingeschlagen. Waesche, Rucksaecke und ungemachte Betten, drei Computer, vier Kameras und aller moegliche Krimskrams bedeckt die beiden Doppelbetten, den Boden und jeglich halb wagerechte Flaeche des kleinen Zimmers.
Jeden Tag hinterlaesst das Zimmermaedchen eine Nachricht: “Konnte die Betten leider nicht machen, da persoenlicher Besitz dort drauf lag.” Ich vermute, das ist eine rechtliche Sache. Uns macht es nichts aus.
Cricket, die Dame in der Gruppe kam zu uns auf’s Zimmer und wir machten einen Plan fuer morgen.
Spaetestens um 10 Uhr muessen alle Hundetrucks an den hinter der Startlinie gelegenen nummerierten Parkplaetzen eintreffen. Danach wird das gesamte Gebiet abgeriegelt. Zuschauer duerfen hinter gewissen Absprerrungen stehen und selbst die Medien werden rausgeschmissen. Gluecklicher Weise habe ich fuer meine ‘young guns’ YQ crew-Abzeichen organisieren koennen, womit wir so ziemlich zu allem weiter Zugang haben werden.
Nach dem der letzte Musher die Ziellinie verlassen hat, werde ich mit Cricket zu einer ausserhalb der Stadt gelegenen Bruecke fahren unter der die Musher spaeter durchkommen werden, waehrend die beiden anderen Jungs kurze Stuecke fuer die Webseite zusammenschneiden werden. Ich habe um 10 Clips gebeten, die wir ab 15 Uhr Ortszeit hochladen.Danach geht’s ab nach Braeburn.
Die meisten Musher werden auf dieser langen Strecke zum naechsten Checkpoint rasten und fast alle werden erst nach 14- 16 Stunden dort im Dunkeln gegen 1- 4 Uhr auftauchen obwohl es Hugh Neff ohne Rast auch einmal schaffte schon um 21 Uhr abends dort zu sein.
Wer wann in Braeburn auftaucht, ist ziemlich bedeutungslos. William Kleedehn sagte vor Jahren in seiner philosophischen Art einmal: “Das Rennen wird auf dieser Strecke sicherlich nicht gewonnen, aber es kann auf dieser Strecke verloren werden.” Er sprach darauf an, dass Hunde sich nach so einem Gewaltakt mit den normalen Rastzeiten nicht so schnell erhohlen oder sich frueh im Rennen zu gestresst fuehlen koennten.
Fuer uns beginnt hier eine lange Reise mit wenig Schlaf.
Allerdings filme ich ploetzlich nicht mehr alleine, womit wir natuerlich weit mehr Musher abdecken koennen und uns abloesen werden, waehrend wir in der Kaelte rumstehen und warten.
Ich bin wirklich gespannt, wie die Clips der Studenten aussehen werden. Fuer Braeburn hatten wir schon besprochen, dass jemand draussen bleibt um einen Musher im Checkpoint ankommen zu sehen und dann sofort reingeht um einen Clip zu schneiden und sich dann mit dem Filmen abloesen laesst. So bleibt auch jeder warm. Aber wir werden mal sehen wie es klappt. Es ist Mitternacht und die Jungs sind immer noch nicht im Bett. Gegen 7 Uhr morgens muessen wir aufstehen und unsere Sachen zusammenpacken. Ich bin mal gespannt, wie sie morgen Nacht um 4 Uhr aussehen…
Ich bin froh, dass Freitag der 13te vorbei ist.
Morgen geht es endlich los…
Peter Kamper
2009 Yukon Quest Trail Blog 11
Februar 13, 2009 by admin
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Als ich gegen Mitternacht noch in eine Kneipe ging, sass dort David Dalton und wir tranken ein paar Bier zusammen.
Ich koennte viele interessante Geschichten ueber den Musher erzaehlen, habe allerdings nicht genuegend Zeit, dies zu tuen. Dave Dalton wird dieses Jahr sein 19. Yukon Quest angehen. Er ist damit nach dem nicht mehr teilnehmende Musher Frank Turner der einzige Musher mit den meisten gefahrenen Yukon Quest Rennen. Als er vor Wochen seine Packsaecke fuer die verschiedenen Checkpoints in Fairbanks abgab, wurde er von Matthias, einem Reporter der Fairbanks Tageszeitung interviewt.
Im Interview erwaehnte Dave, dass sein Cholesterin-Spiegel zu hoch sei und er dieses Jahr nur Muesli auf dem Trail essen wuerde. Mit einem Blich auf sein Bier meinte ich:”…. und, …wie sieht’s mit dem Cholesterin-Spiegel aus ?” Er guckte mich etwas verdutzt an. “Du hast gesagt, dass du nur noch Haferflocken mit auf den Trail nehmen kannst, weil alles andere zu ungesund ist”, fuege ich mit einem weiterem Blick auf sein Bier hinzu. Er grinst.
“Dave, …” meine ich: “Ich will ehrlich sein: Seitdem ich gehoehrt habe, dass du den Trail mit Haferflocken angehen willst, bist du aus meiner Top 5 Wette fuer’s YQ raus.”
Dies scheint ihn gar nicht zu beunruhigen. Er erkaert mir, dass er jede Menge fettiges Futter mitnehmen wird. “Also hast du gelogen ?”, frage ich. Er schuettelt den Kopf. Dave ist zwar ein hervorragender Musher aber nicht fuer lange Reden bekannt. “Na gut…, dann…. auf welcher Plazierung siehst du dich ?” Dies ist immer eine interessante Frage. Falls ein Musher sagt, dass er auf dem 15. Platz abschneiden wird, kann man ihm leicht misstrauen. Falls ein Musher - speziell ein Musher mit solch grosser Erfahrung wie Dave - von sich aus den 4.Platz in Anspruch nimmt, meint er es Ernst. Er hebt 4 Finger, guckt mir direkt in die Augen und erklaert mir seine Strategie.
Ploetzlich steht Jason Mackey neben uns . Er ist Lance Mackey’s Bruder und wird das Rennen ebenfalls angehen. Innerhalb von kuerzester Zeit sind Dave und Jason ueber ihre Rennstrategien auf der langen Strecke zwischen Pelly Crossing und Dawson City am diskutieren. Mir wird ploetzlich klar, dass die beiden zusammen oder zumindest nah beieinander fahren wollen. Ich frage nicht nach. Dies waere unhoeflich, …. Und Musher luegen eh fast immer.
Statt dessen nehme ich ihn spaeter bei Seite und frage ihn: “Welchen Platz willst du belegen ?”
“Oh, ich bin hierhin gekommen um zu gewinnen,” meint er mit selbstsicherer Froehlichkeit, “und ich habe das Team um es zu schaffen.” Seine Augen und seine schnelle, eher abgehackte Art zu reden erinnern mich auf eine fast erschreckende Art an seinen Bruder Lance. Ich hatte Jason Mackey nie als ernsthaften Konkurrenten fuer den 1.Platz im Yukon Quest gesehen, aber sein Selbstbewusstsein ist beeindruckend. Nach ein paar weiteren Fragen stellt sich heraus, dass er wirklich nach Whitehorse kam um das Yukon Quest zu gewinnen: “Es ist eine Familiensache,” meinte er ueber sich und seine Brueder. “Erst war Rick dran (Rick Mackey - YQ Gewinner 1999, dann war Lance dran (vierfacher YQ-Gewinner) und jetzt bin ich dran um unseren Familien-Namen zu verteidigen.
Er scheint die Sache Ernst zu nehmen. Noch 36 Stunden vorher hatte ich Jason Mackey mit dem YQ Race Marshal Dough Grilliot diskutiert. Dieser meinte: “Jason sagt, dass er keine Hunde von Lance in seinem YQ-Team fuehren wird, aber das glaube ich ihm nicht.” Mir gegenueber war Jason, der das Rennen unter seinem eigenem Kennel-Namen ‘Top Notch Kennels’ antritt, etwas offener gegenueber: “Ich habe ein paar Hunde im Team die Lance wahrscheinlich im Iditarod benutzen wird.” Ob diese nun aus seinem eigenem Kennel oder dem Kennel seines Bruders stammen, sagte er allerdings nicht.
”Ich habe von vorne herein gesagt, dass ich nicht beim YQ antreten werde bis ich mir sicher bin, dass ich das Rennen gewinnen kann.” Er laesst die rechte Hand ueber den Tresen gleiten und fuegt hinzu:” Dieses Jahr lege ich alle Karten auf den Tisch. Ich fahre auf Sieg.” Von allen Teilnehmern des Rennens scheinen Jon Little, William Kleedehn und Hans Gatt die groesste Sorge dieser beiden Konkurrenten zu sein.
Jon Little hat Geruechten nach 3 sehr gute Leithunde von dem in Alaska ueberall bekannt Langstrecken-Musher Jeff King fuer das Rennen erhalten. Er waere, so sagt man, sonst garnicht erst zum Rennen angetreten.
Wir verabschieden uns erst, als die Kneipe schliesst.
‘Heute abend habe ich einfach Spass”, meint David Dalton. “Morgen wird es ernst.”
Peter Kamper
2009 Yukon Quest Trail Blog 10
Februar 13, 2009 by admin
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Mittwochabends werden die Musher der anwesenden Oeffentlichkeit vorgestellt.
Ich lasse die Studenten im Hotel und gehe ein bischen vorher zum Treffen. Die Musher muessen 200 Poster unterzeichnen. Bevor deren Handgelenke lahm werden, gehe ich herum und lasse die Poster fuer die Mile 101 Crew unterzeichnen. Es ist gut, alte Musher und neue Gesichter zu sehen.
Ja, auch dieses Jahr werden wir warmes Wasser fuer die Hundefuetterung und gutes Essen zur Verfuegung stellen.
Ueber 200 Leute kommen zum Treffen, an dem Musher sich der Oeffentlichkeit stellen. Viele der YQ-Musher sind ein bischen scheu. Sie sind mehr an Hunde und frische Luft gewoenhnt, als an einen mit Leuten vollgepackten Raum.
Ohne Frage war es natuerlich schoen, dass viele Veteranen des Rennens mich begruessten obwohl es sicherlich viele weit haerter arbeitende Freiwillige im Rennen gibt als mich. Wie die Musher all die Leute entlang des Trails im Kopf behalten koennen ist mir immer noch schleierhaft.
Sie erinnerten sich an mich, an Mile 101 mit seinen Geschichten und dem guten Essen, das ueber die Jahre seine Spur hinterlassen hat. Dieser Ruhm gilt eigendlich guten Maennern wie Rainer Fischer und anderen Koechen, die unsere Kueche bekannt gemacht haben.
Ich rede nur kurz mit Hans Gatt und fasse meine Frage damit in wenige Worte: “Rennst du das Rennen um zu gewinnen oder trainierst du auf den Iditarod ?” - “Ich will gewinnen,” meint er.
Die kurze Antwort, in der Tonart wie er sie gibt, sagt mir mehr als ein langes Interview. Hans meint es Ernst.
Meine ‘Welpen’, das Videoteam, haben sich unter anderem Brent Sass fuer ihr Filmprojekt ausgesucht. Er will das Rennen ebenfalls gewinnen. Er ist hungrig auf einen Sieg. Ich diskutiere mit ihm das Ende des Rennens, das am Schluss fuer 300 km ueber mehrere schwierige Flusstaeler, Eagle Summit, Rosebud Summit und Boulder Summit fuehrt. “Ich habe in den Huegeln noerdlich von Fairbanks trainiert”, meint Brent Sass. “Ich glaube, dass wir in Hinsicht auf Berge das erfahrenste Team im Rennen sind.”
In dieser Hinsicht sind wir uns nicht ganz einig. Ich zaehle einige andere Teams zu der Kategorie von ‘Berg-Teams’. Dazu gehoehrt zum Beispiel John Little, Jason Mackey und auch Dave Dalton, dessen Hunde im Sommer Gletschertouren machen. Allerdings einigen wir uns trotzdem darauf, dass das Rennen zwischen Central und dem neuem Checkpoint ‘Two Rivers’ 70 km vor der Ziellinie entschieden wird.
Ich bin davon ueberzeugt, dass auch dieses Jahr Eagle Summit wieder eine Rolle spielen wird und er gibt mir Recht. Stunden spaeter finde ich heraus, dass auch andere Musher so denken.
Peter Kamper
2009 Yukon Quest Trail Blog 9
Februar 13, 2009 by admin
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Wie oft habe ich gesagt, dass man die Geschichten des Yukon Quest niemals schreiben kann. Schon gestern und heute hat sich diese Wahrheit wieder einmal erfuellt. Zuerst kamen meine Welpen erst einmal 45 Minuten zu spaet zum Bus in dem wir nach Whitehorse fahren sollten. Um 6 Uhr morgens sind die meisten Leute nicht der besten Laune und jeder wollte einfach abfahren. Alle waren auch brav zur rechten Minute im Bus, …. ausser meinen Studenten.
Ueber den Lautsprecher wurde durchgesagt, dass man noch auf das Video-Team wartet. Mir ist die Sache eher peinlich. Ich krame schlussendlich die Telephonnummer des leitenden Studenten hervor und rufe ihn ueber Handy an: “Wo zum Teufel steckt ihr ?” “Wir sind nur fuenf Minuten entfernt. Tut mir Leid, aber Cricket….” Ich underbreche ihn:” Ich brauche keine Entschuldigung, ich brauchte euch hier vor 20 Minuten.” Dann haenge ich auf.
Als altem Hasen bringt man mir einiges an Gutmuetigkeit entgegen, aber der Bus wartet immer noch auf meine Studenten. Der Race Marshal kommt auf mich zu:”Wie dringend brauchst du die ?” Er hat keine Lust zu warten. Wir kennen uns seit langer Zeit. Seine Frage ist mit aller Hoeflichkeit und Kuerze ernst gemeint. “Nun ja, ..”….wir versuchen ein Movie fuer’s Quest zu drehen und dies waere das Ende, falls wir sie nicht mitnehmen,”erklaere ich zoegernd.
Fuer ein paar Sekunden denke ich wirklich daran sie einfach in Fairbanks zurueckzulassen.
“Eins kann ich dir sagen….” grummelt der Renn Marshall: “ Bei mir haben sie schon erst Mal Minuspunkte, bevor ich sie gesehen habe,…. und das ist schlecht.”
Er meint dies Ernst.
Als die Studenten schlussendlich eintreffen, wird mir von der jungen Studentin, die an der Verspaetung Schuld war eine komplizierte Geschichte erzaehlt in der sie eigentlich die anderen Studenten abholen sollte, ihr Freund allerdings morgens um 5 Uhr noch ihr I-Phone mit neuen Programmen fuellen wollte und dies die Programme auf dem Handy loeschte, worauf man die Telephongesellschaft anrufen musste, da diese das Telephon neu einstellen kann, dies aber nicht klappte bis man das Telephon per Hand neu umgestellt hatte, und….”
Ich underbrach sie: “Selbst meine 17-jaehrige Tochter hat bessere Entschuldigungen als du. Bring dein Zeug zum Bus und steig ein.” Ich war sauer.
Die Fahrt macht eher Spass. Jemand hat etwas Bier mitgebracht und ich sitzte hinten im Bus mit ein paar Tieraerzten und dem Rennmarshal. Nachdem wir die Grenze Richtung Kanada ueberqueren, oeffnen wir das erste Bier und fachsimpeln ueber das diesjaehrige Rennen.
Meine Stundenten sind immer noch fast wie bewusstlos am schlafen. Ich habe das Gefuehl, dass etwas mehr hinter deren Verspaetung steckt als ein Handy mit Programmfehler.
Im Dunkeln werden wir dann am Alaska Highway abgesetzt. Sebastian Schnuelle’s Einfahrt war schlecht zu sehen, da er diese nicht mit dem Schneepflug freihaelt, aber es klappt doch alles. Sein Auto steht da, wir starten es bei -20 C und fahren zu seiner Huette.
Dort steht schon Sebastian im Schnee und begruesst uns. Er verabschiedet grade Jason Mackey, der mal kurz auf seiner Fahrt nach Whitehorse vorbeigekommen ist. Wir sagen kurz guten Tag bevor er wieder abfaehrt und setzen uns dann in die gemuetliche Huette des Mushers.
Ich habe hier keine Zeit um ueber den schoenen Abend und den naechsten Morgen bei Sebastian zu berichten, aber es war die perfekte Einfuehrung fuer mein Filmteam. Wayne Hall und Mark Sleightholme, die beide am diesjaehrigem Yukon Quest teilnehmen, waren ebenfalls mit ihren Teams dort. Mark wird mit Hunden aus Sebastian’s Blue Kennel antreten.
An einem wundervollem Morgen mit blauem Himmel durften die Studenten auch zugucken, wie die Teams auf einen kleinen Trainingslauf gingen und hatten ein paar wirklich gute Gespraeche mit den Mushern.
Ich muss Sebastian wirklich danken, dass er uns so nett und lehrreich aufgenommen hat. Immerhin hatten meine Studenten bis dahin noch nicht einmal gewusst, wie man einem Hund einen Harness (das Zuggeschirr’) anlegt und Sebastian beantwortete Fragen in seiner ueblichen, erfrischend ehrlichen Art und Weise.
So konnte mein Team dann auch einen Tag spaeter mit weit mehr Wissen in Whitehorse ankommen.
Die erste Nervositaet war vergangen, nachdem sie nun schon mit drei Yukon Quest Mushern gemuetlich zusammengesessen hatten.
Das erste ’schnuppern’ ins Rennen war getan, der Tag war sonnig und warm (-20 C) und die Studenten begriffen in der eher lockeren und herzlichen Stimmung die sie in seinem Kennel trafen, dass Musher tatsaechlich ganz normale Menschen sind.
Peter Kamper



