Fur Rondy mit hohen Preisgeldern
Trotz der allgemeinen schlechten finanziellen Situation haben Geschaeftsleute aus Anchorage ihre Brieftaschen geoeffnet, um dem Nationalsport Alaskas - dem Dogmushing - unter die Arme zu greifen.
Das seit 1946 stattfindende Fur Rondy Open World Championship wird fuer das naechste Rennen, mindestens 65.000 US $ an Preisgeldern zur Verfuegung stellen koennen. Das sind 15.000 $ mehr als letzte Seison und es koennten sogar insgesamt 75.000 $ werden. Noch vor zwei Jahren stand das Sprint-Rennen vor dem Aus, da man 110.000 $ an Schulden angehaeuft hatte. Als Folge schloss man ein Verkaufsgeschaeft und reduzierte die Anzahl der Angestellten. Doch ohne grosszuegige Hilfe der lokalen Unternehmen waere diese Preisgelderhoehung nicht moeglich gewesen.
1999 gewann Egil Ellis eines seiner ersten Fur Rondy Rennen und erhielt dafuer nur 4.800 $. Obwohl, der aus Schweden emigrierte Musher, aus seinem Heimatland keine Preisgelder fuer Sprintrennen gewohnt war, meinte er rueckblickend, dass sie damals fuer umsonst gefahren waeren. Der 38jaehrige trainiert nun fuer seine achte Teilnahme und koennte bei einem Gewinn 8.400 $ und zusaetzliche Bonusgelder erhalten. Das Maximum waeren 12.300 $, was einem 22. Rang beim Iditarod entsprechen wuerde. Dies spiegelt auch die Gewichtung innerhalb des Mushingsports in Alaska wieder. Auch Terry Streeper ist angetan von der hohen Summer der Preisgelder und hofft, dass nicht nur die Langstreckenrennen (wie das Iditarod oder Yukon Quest) finanziell unterstuetzt werden, sondern auch wieder die Sprint-Rennen, ’so wie in den alten Tagen’.
Das Fur Rondy startet am 27. Februar in Anchorage. Folgende Musher sind gemeldet: Nils Hahn, Mari Wood, Egil Ellis, Ed Wood, Courtney Moore, Blayne Streeper, Bill Kornmuller und Arleight Reynolds.
Copper Basin 300 startet morgen
Allen Moore versucht seinen Titel gegen so starke Konkurrenten wie, Lance Mackey, Paul Gebhardt, Hans Gatt, Sebastian Schnulle und Brent Sass, zu verteidigen. Der Ehemann von Yukon Quest Champion Aliy Zirkle, hat in den letzten vier Jahren dreimal das CB300 gewonnen. Den Erfolg schreibt er der Faehigkeit seines Teams, Berge bzw. Huegel gut fahren zu koennen, zu und beim Copper Basin gibt es jede Menge von Huegeln. Das Mittelsteckenrennen, dass dieses Jahr die Preisgelder erhoehen konnte und nun 18.000 $ zur Verfuegung hat, sei fuer Moore genauso abwechslungsreich, wie ein 1000-Meilen Rennen, insbesondere die Wetter- und Trailbedingungen. Mal mussten sich die Teams durch knietiefen Schnee kaempfen, dann sind die Temperaturen auf -40 Grad Celsius gefallen, ein anderes Mal waren die Fluesse nicht zugefroren und die Teilnehmer mussten durch das eiskalte Wasser und in einem Jahr gab es ueberhaupt keinen Schnee - nur Eis etc.
Trotzdem sei fuer den Muhser aus Two Rivers, die Gesundheit seiner Hunde am wichtigsten, er wolle nur mit einem gluecklichen und fitten Team ins Ziel kommen.
Noch herrschen bitterkalte Temperaturen in Glennallen und Paxton von ca. -40 C, morgen soll es aber wesentlich waermer werden (-25 C bis -15 C). Die Organisatoren machen die Anzahl der startenden Teams von den Wetterverhaeltnissen abhaengig; einige werden wohl bei Tiefsttemperaturen ihre (Hunde-)Trucks nicht in Gang bekommen. Der Start erfolgt morgen an der Wolverine Lodge in Lake Louise.
Die Starterliste:
Alexie, Harry Kwethluk, Alaska, USA Rookie
Barrand, Cindy ,
Boyer, Kris Canmore, Alberta, Canada Rookie
Cadzow, Joshua Fort Yukon, Alaska, USA Rookie
Casavant, Normand Atlin, British Columbia, Canada Rookie
Churchin, Emil Anchorage, Alaska, USA Rookie
Ellis, Mike Rumney, New Hampshire, USA Rookie
Gatt, Hans Whitehorse, Yukon, Canada Veteran
Gebhardt, Paul Kasilof, Alaska, USA Veteran
Haltmann, Sven Willow, Alaksa, USA Veteran
Hayashida, Matt Sunshine, Alaska, USA Veteran
Hopkins, Ed Tapish, Yukon, Canada Veteran
Jahr, Martin Haines Junction, Yukon, Alaska Rookie
Lanier, Jim Chugiak, Alaska, USA Veteran
Lee, Darrin Chistochina, Alaska, USA Veteran
Lesatz, Tom Two Rivers, Alaska, USA Veteran
Lindner, Chad Two Rivers, Alaska, USA Veteran
Lindner, Ava Two Rivers, Alaska, USA Rookie
Mackey, Lance Fairbanks, Alaska, USA Veteran
Marshall, Newton St. Anne’s Parish, Jamaica, Jamaica Rookie
Moore, Allen Two Rivers, Alaska, USA Veteran
Peterson, Braxton Fairbanks, Alaska, USA Veteran
Phillips, Michelle Tapish, Yukon, Canada Veteran
Robertia, Colleen Kasilof, Alaska, USA Veteran
Rose, Tamara Fairbanks, Alaska, USA Rookie
Santos, Mike Cantwell, Alaska, USA Rookie
Sass, Brent Fairbanks, Alaska, USA Veteran
Schnuelle, Sebastian Whitehorse, Yukon, Canada Veteran
Seavey, Jen Sterling, Alaska, USA Rookie
Sleightholme, Mark Mossley, England, UK Rookie
Smith, Scott Willow, Alaska, USA Rookie
Sutton, Iris Goldstream Valley, Alaska, USA Rookie
Zirkle, Aliy Two Rivers, Alaska, USA Veteran
Brent Sass gewinnt das GinGin200 2008 (Maennerrennen)
Der Yukon Quest Fuenfte von dieser Saison, Brent Sass hat, bei teilweise bitterkalten Temperatuen und starken Winden, zum ersten Mal das, GinGin200 Maennerrennen gewonnen. Der Musher aus Fairbanks ist um 01:58 (Ortszeit) ueber die Ziellinie in Paxson gefahren. Zweiter wurde Iditarod- und Yukon Quest Veteran Ken Anderson vor Ed Hopkins. Vierter wurde Lance Mackey, danach folgte Braxton Peterson und dann der Deutsche Sebastian Schnuelle. Bei den Frauen wurde Colleen Robertia Zweite und Michelle Phillips Dritte.
Peter Kamper berichtet:
Ich schrieb vom Start des Rennens und der Tatsache, dass mich Soldaten der Alaska Army National Guard ueber 70 km mit Motorschlitten zum Checkpoint McLaren zum filmen fahren wuerden. Es ging alles sehr militaerisch ab. Die Herren zeigten sich auch in edlen gruenbraeunlichen Tarnfarben, die sich hervorragend vom weissen Schnee abhoben. Ich vermute, dass man damit verhindern wollte, dass irgendjemand verloren ging. 7 Soldaten, Lance Mackey’s Frau Tania und ich sollten mit 6 Motorschlitten losfahren. Die Motorschlitten zogen flache Lastschlitten und sahen mir fuer meinen Geschmack etwas klein aus, waren aber fast brandneu. Als wir endlich losfuhren war es schon recht spaet, aber die Fahrt nach McLaren sollte nur 1 1/2 Stunden dauern. Der Kommandant guckte sich um und gab das Signal zur Abfahrt. Mit einem Ruck fuhr die Maschiene an und kam nach 5 Metern wieder zum stehen. Einer seiner Soldaten hatte etwas vergessen. Man darf die Alaska Army National Guard nicht mit der Army an sich vergleichen. Im englischem Volksmund wird die ‘Guard’ von vielen ‘Weekend Warriors’ genannt. Fuenf lange Minuten spaeter kehrte der Herr wieder zurueck, schien aber nichts in der Hand zu haben. “Sag mir bloss nicht, dass er nochmals auf’s Klo musste”, dachte ich mir.
Dann ging es mit einem erneutem Handkommando des ‘Commanders’ wieder los. Die Art wie er seinen ganzen Arm vorwaerst schwang um den Befehl zur Abfahrt der 6 Maschienen zu geben, haette ohne weiteres von Julius Caesar als Angriffsbefehl fuer seine gesamte 9. Legion benutzt werden koennen. Irgendwie tauchte ein komisches Gefuehl in meinem Magen auf. Ich war schon des oefteren mit erfahrenen Motorschlittenfahrern unterwegs gewesen. Keiner dieser Leute hatte sich jemals so verhalten, wie diese Gruppe. Wir fuhren ungefaehr 5 km und hielten ploetzlich an.
Eine der Schneemaschienen der Gruppe war zurueckgeblieben. Wir stiegen alle ab und warteten bis der Fahrer der Maschiene aufgeholt hatte. Ein Packriemen an seinem Schlitten hatte sich geloest. Naja, sowas kann passieren. Man unterhielt sich fuer eine Weile und bevor sich die Soldaten wieder auf ihre Schlitten schwangen (ich als Beifahrer), stiessen sie gegenseitig mit ihren Faeusten an. Ich hielt diese fuer meinen Geschmack etwas zu heldenhaft-feierliche Geste nach nur 5 Kilometern zwar fuer etwas uebertrieben, sagte aber nichts. Als Zivilist sind meine Erfahrungen mit militaerischen Braeuchen eher beschraenkt. Weiter gings….

Army National Guard - Copyright Theresa Daily
Der breite und harte Trail folgte dem ungefluegtem Denali Highway und wir fuhren mit ca. 50km/h, einer fuer erfahrene Fahrer eher langsame Geschwindigkeit. Der Wind nahm zu als, wir hoeher in die Berge vordrangen und Schneewehen begannen sich ueber die Strasse zu ziehen. Als der Commander, mit dem ich fuhr, sich nach 10 weiteren Kilometern umguckte waren drei der funef anderen Motorschlitten spurlos verschwunden. Wir hielten also wieder an und mussten Minuten warten, bis die Motorschlitten auftauchten. Der Soldat, auf dessen Ruecksitz Tania Mackey fuhr, war vom Trail abgekommen und im Tiefschnee stecken geblieben und es hatte einiges an Kraft bedurft die Maschiene wieder auf den Trail zurueckzubringen. Der Wind hatte weiter zugenommen und es war bitter kalt. Waehrend der Wartezeit hatte ich mich in den Windschatten einer der Motorschlitten gesetzt und genoss den wunderschoenen Ausblick auf die Alaska Range. In der Ferne konnte man im sonst strahlend blauem Himmel die Schneeschleier sehen, die der auf den Kuppen herrschende Sturm von den Gipfeln riss.Die behelmten Soldaten steckten ihre Koepfe zusammen und redeten, aber verstehen konnte ich nichts. Der Wind war zu laut geworden.
Schlussendlich fuhren wir weiter in die Berge und der Wind nahm weiter zu. Kurz vor 13Mile Summit fanden wir ploetzlich einen Musher mit seinem Team. Der Wind hatte die Hunde von der Strasse den Abhang hinunter gedrueckt. Er hatte vergeblich versucht sie aus einem Weidengestruepp den steilen Hang hoch wieder zur Strasse zu fuehren. Der ueber die Strasse fegende Schnee drueckte das Team immer wieder zurueck. Wir stiegen ab und ich stolperte im ersten Augenblick als mich eine Windboehe von hinten anfiel. Die Soldaten liefen 10 Meter den Hang hinunter waehrend ich meine Kamera aus der Tasche zog um zu filmen. Es bedurfte mehrere Minuten um das Geschirr des Teams zu entwickeln und die Hunde samt Schlitten zurueck auf die Strasse zu bringen. Der Musher sah uebler als seine Hunde aus. Kleine weisse Flecken zeigten sich auf seinen Backen, die sich spaeter zu Frostbeulen entwickeln wuerden. Sobald die Hunde auf der Strasse losgelassen wurden, drueckte der Wind sie wieder in Richtung Hang. Der Musher wollte aufgeben, bezweifelte allerdings, dass er es den Berg hinunter schaffen wuerde.
Ich hatte meine Faeustlinge zum Filmen gegen Fingerhandschuhen eingetauscht und innerhalb kuerzester wurden diese taub, waehrend die Ladung der 6-stuendigen Kamerabatterie unter der Auskuehlung innerhalb von ein paar Minuten auf eine Stunde gesunken war.
Der Commander unserer Gruppe entschied sich, das Hundeteam alleine zurueck nach Paxon zu schleppen/begleiten. Die Soldaten steckten ihre Schutzhelme fuer eine Weile zusammen, waehrend ich mir wieder meine dicken Faeustlinge anzog. Die Finger fingen an zu schmerzen. Ich kannte das Gefuehl, ich war knapp einer Erfrierung entkommen. Kommunikation mit den Soldaten war im lauten Wind kaum moeglich und es dauerte einige gebruellte Fragen bis ich herausfand, dass wir mit fuenf Maschienen, vier Lastschlitten und acht Personen unter einem neuem Commander weiterfahren wuerden. Wer dies war konnte ich unter den Helmen nicht erkennen. Die Herren sahen fuer mich mit ihren Kopfbedeckungen alle gleich aus.
Der Wind machte auch den Soldaten zu schaffen. Wir hatten bisher ca. 25 der 70 km in knapp 1 1/2 Stunden zurueckgelegt. Die grossartigen Gehabe und militaerischen Gesten waren im Flachland zurueckgeblieben.
Inzwischen war der Seitenwind so stark geworden, dass der eiskalte Wind durch jede Ritze meiner Gesichtsmaske drueckte. Schon Minuten spaeter hielten wir wieder an. Zwei Maschienen waren hinter uns verschwunden. Wir drehten um und fanden sie. Einer der Motorschlitten war ausgegangen. Als wir abstiegen war Kommunikation nur auf kuerzeste Entfernung moeglich. Der Wind war zu laut. Selbst in meiner Montur, ueber die ich einen riesigen Daunenparka gezogen hatte, spuerte ich wie die Boehen Kaelte durch meine Winterkleidung drueckte. Rasende Schleier aus Eiskristallen zogen ueber den Schnee. Am Horizont zeigte sich die Sonne in ihren schoensten Farben als sie begann unterzugehen.
Waehrend ich argwoehnisch zuguckte wie die Soldaten versuchten den Motorschlitten wieder zu starten, stieg meine Hochachtung vor den Mushern, die es mit ihren Hunden ueber den Berg geschafft hatten. Ich zog nochmals meine Fingerhandschuhe an und nahm meinen kleinen Photoapparat aus der Seitentasche. Nach drei Photos versagte er. Die Soldaten guckten sich den schnell auskuehlenden Motor der Maschiene an und ruettelten an verschiedenen Teilen. Selbst aus der Entfernung war es leicht ersichtlich, dass sich unter den Herren kein Mechaniker befand. Als Zivilist wurde ich zur Begutachtung der Angelegenheit nicht eingeladen.
Schlussendlich entschied der Commander, wie mir durch das Getoese des Windes klargemacht wurde, mit vier Maschienen und vier Lastschlitten weiterzufahren. Jede der Maschienen trug nun 2 Personen. Meiner Schaetzung nach hatten wir weniger als die Haelfte der Strecke nach McLaren zurueckgelegt.
[ Bilder von Theresa Daily ]
GinGin 200 Videos von Peter Kamper:
[Brent Sass #1 Maenner]
[Jodi Bailey #1 Frauen]
[Colleen Robertia #2 Frauen]
Bailey gewinnt das Damenrennen - King ausgeschieden
Um 23:55 (Ortszeit) ist Jodi Bailey ueber die Ziellinie in Paxson Lodge gefahren und hat das Frauenrennen des GinGin 200 2008 gewonnen. Die Partnerin von YQ-Musher Dan Kaduce hat somit ihren Titel verteidigt und den zweiten innerhalb von knapp einer Woche (Soliste 100) gewonnen. Bei den Maennern hat der vierfache Iditarod Gewinner Jeff King in Fuehrung liegend in der McLaren Lodge das Rennen vorzeitig aufgegeben, damit ist nun der Yukon Quest-Fuenfte von diesem Jahr, Brent Sass vor Ken Anderson in Fuehrung. Auch Jason Reppert ist ausgeschieden. Weitere Informationen von Peter Kamper:
Wer die Updates im Internet verfolgt wird sicherlich sehen, dass Jeff King nun waehrend der zweiten McLaren-Rast 40 Minuten Vorsprung vor Lance Mackey, Sebastian Schnuelle und Brent Sass hat. Lance Mackey wurde Nachrichten nach, vom Wind auf der Hinfahrt nach McLaren vom Trail in ein steiles Tal gedrueckt und verbrachte mehr als eine halbe Stunde, um sich wieder hoch zum Trail zu arbeiten. Diese halbe Stunde fehlt ihm jetzt…..
Wetterbedingungen in McLaren haben sich weiter verschlechtert und Winde von bis zu 70 km/h mit Temperaturen von - 45 C sind auf einem hochliegendem Teil des Trails zurueck nach Paxton gemessen worden. Es wird schwierig sein diesen letzten Teil des GinGin 200 nachts zu fahren, speziell da Winde im allgemeinen seitwaerts zum Trail stehen werden und dies eine Nachtfahrt werden wird. In Paxton Lodge an der Ziellinie ist man zwar der Meinung, dass Jeff King einen Fehler machen muss um jetzt noch das Herrenrennen zu verlieren, aber unter den bestehenden Bedingungen ist so ziemlich alles moeglich. Jody Bailey ist allerdings bisher immer noch um einige Minuten schneller als Jeff King und koennte insgesamt die beste Rennzeit fahren. Der Sieg im Damenrennen ist ihr fast sicher. Ihrer Zeit muss in der Gesamtzeitrechnung allerdings eine Stunde hinzugefuegt werden, da das Damenrennen eine Stunde vor den Herren gestartet wurde.

Aliy Zirkle - GinGin200 2008 - Copyright Theresa Daily
Ich hatte allerdings ein erwaehnenswertes Gespraech mit John Schandelmeier, dem Organisator des Rennens. Wir sprachen ueber die Trailkonditionen, das Wetter und den Verlauf des Rennens:
John meinte dazu: “Ich bin den windigen Teil des Trails ueber die Berge nach McLaren mindestens 4 Mal in den letzten 24 Stunden abgefahren und ehrlich gesagt habe ich nichts furchtbar ungewoehnliches fuer diese Gegend hier gesehen. ‘Echter Wind’ ist, wenn die Hunde umgeblasen werden, und das ist bei weitem nicht der Fall. Alle Windprobleme dort draussen lassen sich loesen, z.B. in dem man seine besten Leader bei Seitenwind auf der Windseite des Teams laufen laesst. Natuerlich sind die Temperaturen sehr niedrig und auch ich haette mir ein etwas netteres Rennen gewuenscht, aber im Prinzip laesst sich als Fazit nur eines sagen: Das GinGin 200 ist nun mal nicht umsonst ein Qualifikationsrennen fuer das Quest und den Iditarod, und wer mit den gegenwaertigen Trailkondition jetzt da draussen nicht fertig werden kann, hat sicherlich weder beim Quest noch beim Iditarod etwas zu suchen.” Im Prinzip muss ich ihm recht geben.
Letzten Infos nach hat der Wind auf den Bergen etwas nachgelassen. Mit dem grossen einsetzenden arktischem Hochdruckgebiet, das fuer dieses Wetter verantwortlich ist, sinken die Temperaturen nun allerdings auf den gewoehnlich etwas waermeren Gipfelgegenden des Rennens. Die letzten Stunden des Rennens werden sicherlich interessant werden.
Lance Mackey hat einen seiner Schlittenkufen auf einem Stueck von Schnee freigeblasenem Trail soweit abgeschliffen, dass er keinen neuen Plastikstreifen in den Kufen einfuehren kann. Jeff King hat mit seinem Handler/Co-Musher Jason in McLaren gescratched. Gruende sind unbekannt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich Jodi Baily und Brent Sass in der Fuehrung.
[ Bilder von Theresa Daily ]
Video von den Vorbereitungen Gingin200 2008 (c) Peter Kamper:
T-200 Rennen mit Top Mushern
Zum 25. Jubilaeum haben sich bisher nur 10 Musher, beim haertesten 200 Meilen Rennen in Alaska, angemeldet. Doch erfahrungsgemaess kommen die meisten Einschreibungen spaeter. Bis zum 31. Dezember haben die Hundeschlittenfuehrer noch die Moeglichkeit, ohne zusaetzliches Entgelt, sich anzumelden, danach - bis zum 18. Januar 2009 - wird ein Aufschlag verlangt.
Unter den 10 Teams sind aber die Top-Musher Lance Mackey (auch Titelverteidiger), Jeff King und Paul Gebhardt. Iditarod Champion King hat das Tustumena 200 in den Jahren 2000 und 2001, Paul Gebhardt 1996 und 1997, gewonnen. Der Kasilof Musher hat 2005 zum letzten Mal am T-200 teilgenommen, da er die beiden letzten Jahre als Renn-Marschall bei der Veranstaltung fungiert hat. Gebhardt tritt selbst nun mit neuen Leithunden und der klaren Ansage das Rennen gewinnen zu wollen, an - seine Handlerin mit einem B-Team und der scherzhaften Aussage ihren Broetchengeber, Mackey und King zu schlagen.
Auch die fast blinde Musherin Rachael Scordis , die schon das Iditarod bestritten hat, ist mit ihrem ‘Wegbegleiter’ Tim Osmar, fuer das am 24. Janauar 2009 stattfindende Rennen, gemeldet. Tim Osmar ist der Sohn von Dean, der das T-200 Rennen 1984 gegruendet hat. Damals gab es fuer den Gewinner ein Preisgeld von 5 US Dollar (!), heute betraegt die Summe 7.495 $ mehr. Insgesamt moechten die Veranstlater 25.000 $ an Preisgeldern auszahlen und sind zuversichtlich das Geld durch Sponsoren zusammen zubekommen. Das Tustumena ist ein Qualifizierungsrennen fuer das Iditarod und das einzige auf der Kenai-Halbinsel in Alaska.
Finanzprobleme beim Kusko300
Erhebliche Kostenreduzierungen, neue Einnahmequellen und fortwaehrende Unterstuetzung von Sponsoren, erlauben es dem Kuskokwim 300 Komitee 100.000 US Dollar Preisgelder, fuer das 30. Rennen im Januar 2009, bereitzustellen. Zusaetzliche Preisgelder von 25.000 $ und 10.000 $ sind fuer die, ebenfalls am 16. Janaur startenden kleineren Rennen BogusCreek150 und Akiak Dash, vorgesehen.
Die Summe von 100.000 $ ist das drittgroesste Preisgeld nach dem Iditarod und dem Yukon Quest und es sah lange danach aus, als ob dieser Betrag nicht mehr zusammen kommen koennte.
Die letztjaehrige Rennmanagerin Gillilan wurde im Mai verhaftet, nachdem man ihr vorwarf ueber ein Jahr Renngelder veruntreut zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon entlassen worden, da der Vorstand feststellte, dass sie der Stadt Bethel immer noch nicht 20.000 $ an Steuern ueberwiesen hatte.
Der finanzielle Schaden liess an der Zukunft des Kusko300 Rennens zweifeln. Doch die Verantwortlichen reagierten schnell; verkauften den eigenen Renntruck, kuendigten Rennversicherungen und strukturierten das Kusko, auf Basis einer freiwilligen Organisation, um. Zusaetzlich rief man ein ‘Kauf eine Meile’-Programm
ins Leben. Interessenten koennen fuer 100$ eine Meile des Rennes kaufen - 209 von 300 Meilen stehen noch zur Verfuegung. Man werde damit zwar nicht soviel einnehmen, um die Differenzen auszugleichen.
Vielleicht ist dies auch nicht notwendig, da fast alle ehemaligen Sponsoren dem Kusko treu bleiben wollen. Der Vorfall haette auch negative Folgen haben koennen, doch die Unterstuetzung der einheimischen Dorfbewohner, Fans und Sponsoren sei gross, so die Rennleitung.
Trotzdem ist sich der Titelverteidiger Mitch Seavey nicht sicher, ob er wieder antritt. Die allgemeine schlechte wirtschaftliche Situation in den USA habe auch den Mushingsport erreicht. Zu der Anmeldegebuehr wuerden noch Transportkosten nach Bethel kommen und dies muesse der Iditarod-Veteran erst in Relation zu den moeglichen Preisgelder setzen. Er wuerde gerne teilnehmen aber es muesse sich auch finanziell lohnen, so der erfolgreiche Musher und Geschaeftsmann. Seavey bietet im Sommer Hundeschlittentouren auf den Gletschern Alaskas an. Doch wie viele seiner alaskanischen Kollegen aus der Tourismusbranche, geht er sehr ‘nervoes’ in die naechste Saison. Die finanziellen Einbussen werden sich auch in ihrem Geschaeft niederschlagen, da ist sich Seavey sicher.
Bisher haben sich sieben Musher angemeldet:
Ron Underwood
Mike Williams Jr.
Mike Williams Sr.
DeeDee Jonrowe
Jeff King
Dave DeCaro
Hugh Neff
Sebastian Schnuelle
GinGin200 mit ueber 50 Anmeldungen
Fuer das, am 27. Dezember 2008 startende, GinGin 200 Rennen haben sich bisher 51 Teams angemeldet.
20 Teilnehmerinnen fuer das Frauen-Rennen - 31 Hundeschlittenfuehrer fuer das Maenner-Race.
Bei den Frauen sind u.a. Debbie Moderow, Michelle Phillips und Aliy Zirkle dabei, bei den Maennern, der Titelverteidiger Lance Mackey, der All Alaska Sweepstakes-Champion Mitch Seavey, der vierfache Iditarod-Gewinner Jeff King sowie die Iditarod- und Yukon Quest-Veteranen Hugh Neff, Ken Anderson, Sonny Lindner und Sebastian Schnuelle.
Das GinGin200 ist ein offizielles Qualifikationsrennen fuer das Iditarod und den Yukon Quest und wird von dem Musher-Ehepaar Zoya DeNure und John Schandelmeier organisiert. Die Rennstrecke betreagt 200 Meilen und fuehrt am Denali Highway, von der Paxton Lodge bis zur Maclaren River Lodge und wieder zurueck, entlang. Die jeweils Top 3 der nach Geschlechtern getrennten Rennen erhalten Preisgelder.
Gin Gin 200 Rennen 2007:
Hier die Teilnehmer:
Gin Gin 200 (Frauen):
Michelle Phillips, Tagish, Yt
Christina Roalofs, Anchorage, Ak
Abbie West, Two Rivers, Ak
Jodi Bailey , Ak
Judy Currier, Two Rivers, Ak
Ava Lindner, Two Rivers, Ak
Sue Allen
Yuka Honda, Nenana, Ak
Aliy Zirkle, Two Rivers, AK
Bridgett Watkins, Two Rivers, AK
Simi Morrison, Marsh Lake, YT
Jen Seavey, Seward, AK
Debbie Moderow, Denali Park, AK
Sarah Love, Fairbanks, Ak
Jennifer Brown,
Tamara Rose, Fairbanks, Ak
Cindy Barrand, Kasilof, Ak
Jillian Rogers, Fairbanks, Ak
Colleen Robertia, Kasilof, Ak
Marie Claude Leroux, Montreal
Gin Gin 200 (Maenner):
Ed Hopkins, Tagish, YT
Darrin Lee
Currier Team #2, Two Rivers, AK
Mike Suprenant, Chugiak, Ak
Sonny Lindner, Two Rivers, Ak
Chad Lindner
Jason Reppert, Denali, Ak
Jeff King, Denali, Ak
Sebastian Schnuelle, Whitehorse, YT
Kris Boyer, Canmore, Alberta
Gerhard Wiljes, Wittinger, Deutschland
Mark Sleightholme, Mossley, Grossbritannien
Allen Moore, Two Rivers, AK
Juho Ylipiessa Whitehorse, YT
Hugh Neff, Skagway, Ak
Colin Morrison, YT
Dallas Seavey, Seward, AK
Simon McLoughlin, Fairbanks, Ak
Lance Mackey, Fairbanks, AK
Braxton Peterson, Fairbanks, AK
Harry Alexie
Olaf Trauth, Fairbanks, AK
Ken Andeson, Fairbanks, Ak
Mike Ellis, Rumney, NH
Thomas Lesatz, Two Rivers, AK
Bruce Linton, Kasilof, Ak
Bill McKee, Fairbanks, AK
Mitch Seavey, Seward, Ak
Jake Lysyshyn, Ak
Jeft Holt, Fairbanks, Ak
Brent Sass, Fairbanks, Ak
Jessica Hendricks gewinnt das Sheep Mountain 150
Die 25jaehrige Jessica Hendricks hat zum ersten Mal das Sheep Mountain 150 gewonnen. Mit neun Jahren hat sie bereits mit dem Hundeschlittenrennsport begonnen und spaeter mehrmals am Junior Yukon Quest und dem Junior Iditarod teilgenommen. Auch beim Iditarod ist sie gestartet und ist gleich im ersten Jahr ‘Rookie of the year’ geworden.
Allen Moore, Copper Basin Champion und Partner von YQ-Gewinnerin Aliy Zirkle belegte den zweiten Rang, danach folgte der dreifache YQ-Champion aus Oesterreich, Hans Gatt. Jon Little wurde vierter.
Sheep Mountain 150 gestartet
Das Sheep Mountain 150 ist bei Sonnenschein, leichtem Wind und Temperaturen zwischen -15 und -20 Grad, am Samstag gestartet. 47 Musher sind, unter den Augen zahlreicher Helfer, Zuschauer und Familienangehoerigen, auf die 150 Meilen lange Strecke gegangen.
Jessica Hendricks aus Two Rivers war die erste, die den Wendepunkt Eureka Lodge wieder verliess und sich, nach der vorgeschriebenen 5-Stunden-Rast, auf die Rueckfahrt zur Sheep Mountain Lodge machte. Die junge Musherin, die schon den 15ten Platz beim Iditarod belegte und vor zwei Jahren nur 21 Minuten hinter Lance Mackey - dem Gewinner des Sheep Mountain - ins Ziel kam, wurde von dem Deutschen Sebastian Schnuelle an zweiter Stelle liegend und dem Gewinner des CopperBasin300, Allen Moore, ‘verfolgt’.
Danach kamen, bei guten Wetter- und Trailbedingungen Hans Gatt und Jon Little in Eureka Lodge an.
Der viermalige Iditarod-Champion Jeff King, fuhr noch auf dem zehnten Rang liegend.
Fuenf Musher mussten bisher vorzeitig das Rennen aufgeben: Jerry Sousa, Jayne Hempstead, Mike Suprenant, Kathleen Frederick und Kris Boyer.
Aliy Zirkle beim Start des Sheep Mountain 150 2008:
Aliy Zirkle im Eureka Checkpoint:
Sheep Mountain II
Nachdem das Rennen letztes Jahr wegen Schneemangel abgesagt werden musste, kann es nun an diesem Wochenende stattfinden. Die 150-Meilen Strecke verlaeuft zwischen, der von ID-Veteran Zack Steer gemanagten, Sheep Mountain Lodge am Glenn Highway und der Eureka Lodge, die Wendpunkt ist.
Der Gewinner des Rennens erhaelt 1.750 US Dollar.
Beim ersten Mittelstrecken-Rennen der Saison, starten - wie schon berichtet - 50 Musher. Es ist das groesste Teilnehmerfeld, in der vierjaehrigen Geschichte des Rennens. Mit dabei sind der vierfache Iditarod-Champion Jeff King, der dreimalige Gewinner des Yukon Quests Hans Gatt, Die Top10 Iditarod Musherin DeeDee Jonrowe sowie Ken Anderson und Jon Little.
Fuer Jon Little wird es das erste Rennen nach dem schrecklichen Unfall im September 2008 sein. Damals fuhr einer seiner Handler sein Team. Beim Versuch den Sterling Highway zu ueberqueren, wurde es von einem Fahrzeug erfasst. Vier Hunde verstarben, darunter ‘Handle’, der neun 1000-Meilen-Rennen gelaufen war, sowie ‘Breaburn’, der beim letzten Iditarod in Jeff Kings Team lief. Weitere Hunde wurden verletzt und Little investierte viel Geld fuer die Genesung dieser.
Der Journalist nutzt nun das Sheep Mountain, als Vorbereitung fuer seine zweite Yukon Quest Teilnahme im Februar 2008. Ein Handler wird sein B-Team beim Sheep Mountain fahren.
Mark Sleightholm, Newton Marshall und Jason Mackey werden das Rennen auch fahren um sich fuer den Yukon Quest zu qualifizieren.
Vermisst wird dieses Jahr der Gewinner des Sheep Mountain aus dem Jahr 2006 und damit der Titelverteidiger und Rekordstreckenhalter, Lance Mackey. Little meinte er sei ueberrascht, dass der viermalige YQ- und zweimalige ID-Chapmion nicht teilnimmt.


