2010 Yukon Quest Trail Blog X
Februar 8, 2010 by admin
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Uebermuedet aber nicht faehig zu schlafen sitze ich in Mile 101. Fuer was wir so hart gearbeitet hatten ist fuer uns nun fast vorueber. Alle ausser mir und meinem 13jaehrigem Sohn Lukas schlafen alle den wohlverdienten Schlaf von harter Arbeit. Lukas pflegt die Feuer der vier Huetten, denn immerhin hatte er von uns allen in den letzten zwei Tagen als Einziger vernuenftige 8 Stunden an Schlaf gehabt. Ich kann trotzdem nicht schlafen, streife meine Stirnlampe ueber und gehe raus. Es ist still und kaum ein Lueftchen regt sich. 10 C fuehlen sich in dem Anzug den ich trage eher warm an. Ueber Tag ist ein bischen Schnee gefallen und die Spuren der 30 Musher die im Checkpoint rasteten sind mit den sanften Spuren des Neuschnees bedeckt. Waehrend ich langsam durch den nun verlassenen und stillen Checkpoint gehe und meine Stirnlampe Schatten wirft schreite ich langsam ueber die Rastplaetze.
Wenn man fuer 48 Stunden lang alle 5 Minuten eine Entscheidung trifft oder einer neuen Aufgabe gegenueber steht ist dies eine Ewigkeit. Er erscheint mir als waeren Tage vergangen seit Zack Steer dort rastete… oder hier Bart De Marie seine Futtersaecke brauchte. Ich geniesse die Stille.
Drei Teams und insgesamt 34 Hunde liegen noch im Checkpoint. Schweigend gehe ich an ihnen vorbei und ein paar der Hunde heben schlaefrig ihr Haupt aus dem Stroh. Ich sage nichts. Da ich die Stimme ihrer Herren nicht spreche ist dies besser so. Die Stille des Hochtales wird fast nur vom Knirschen meiner Winterstiefel unterbrochen. Ich bin unendlich muede und doch so wach.
Gedanken schweifen zurueck zu all den Sorgen ob oder wie wir Dinge hier in Mile 101 geregelt bekommen wuerden, wieviel Arbeit es bedurfte alles so vorzubereiten, dass Checkpoint 101 sich wirklich bewaehren wuerde. Erst langsam wird mir bewusst, dass die Crew… wir… unseren Auftrag erfuellt haben. 10 Meter entfernt knurrt einer der Hunde leise. Ich bin mit ein bischen Stolz erfuellt und grummel leise: “Halt die Schnauze, oder ich schmeiss dich raus. Das Stroh bleibt uebrigens hier.” Mit der Uebermuedung werden meine Witze nicht unbedingt besser aber der Hund ist still. Ich war eh nicht der Anlass seines Knurrens. Das Team hat zwei laeufige Huendinnen im Team. Unruhige Traeume fuer die Rueden….
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Ich muss Josea Busby als Rennkoordinatorin ein grosses Lob aussprechen. Wir haben alles bekommen was wir brauchte, … und mehr.
Hans Oettli als Race Marshal und seine Rennrichter brachten eine professionelle aber auch entspannte Athmosphaere mit sich, die wir als Crew wirklich genossen haben. Das Kompliment der 8 Tieraerzte an uns fuer unsere Vorbereitungen koennen wir auch zurueckgeben. Es ist immer wieder erstaunlich wie gruendlich diese sich mit den Hunden beschaeftigen.
Rainer und Georganne haben fuer mehr als 24 Stunden durchgekocht, Eric Cosmutto wurde wieder einmal rausgeschickt um drei verlorene Teams (diesmal YQ300 Teams) zu finden - eine Geschichte die in der Nacht auch nicht erzaehlt werden durfte, Mike Bowman hat den Rastplatz mit Jan DeNapoli und Jesse hervorragend geregelt.
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Im Schnee zu stehen und die gute Atmosphaere zu spueren, die in den letzten 48 Stunden ueber den Rastplatz stroemte war einfach schoen. Es war die ganze Sache wert.
Die Crew hat schon beschlossen auch naechstes Jahr wieder zusammen zu arbeiten. Ich freue mich drauf…
Kevin Abnett und sein neuer Hamster (ham radio operator) Sterling Muth sind neben mir am schnarchen. Das letzte Team in 101 (Mike King/ YQ300) ist draussen am heulen, denn gleich geht’s los. Ich denke, dass ich sie persoenlich verabschienden sollte. Es war das erste Jahr, dass nichts spezielles in 101 passierte…. und darueber freue ich mich. Falls bis zum Mittag kein Team vom Eagle Summit zurueckkehrt schulde ich Eric Cosmutto 50 $. Diese hat er sich mit seiner Trailarbeit auch verdient.
Yeah !!!
Ende und aus….
Peter
2010 Yukon Quest Trail Blog 7
Januar 21, 2010 by admin
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Eric und ich waren dieses Wochenende in Mile 101 und haben lange rumgestanden um 27 Rastplaetze zu finden. Etwas Gebuesch muss weg, damit wir alle Musher unterbringen koennen, aber ansonsten ist alles ok. Auch hat sich die Auslandsreise von Eric verschoben. Er wird also waehrend des Rennens in Mile 101 bereitstehen. (Tiefer Seufzer der Erleichterung !!!)
Da wohl jeder gerne Photos mag, hier ein paar Photos von Eagle Summit und Mile 101, die Eric geschossen hat (all rights reserved, copyright ! …. und so).
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Zuerst Mile 101:
Wir mussten den Platz fuer Musher vergroessern und haben ein paar kleinen Weiden das Garaus machen muessen. Eric hat danach das gesammte Gelaende mit seinem Motorschlitten platt gefahren, damit der Wind den Schnee nicht wegweht. Der Untergrund ist sehr steinig. Dieser Blick geht vom oberen Teil des Rastplatzes zur Kuechenhuette, der einzigen Huette die Besuchern zeitweise zugaenglich ist. Die Linie der Strohballen markiert die Abgrenzung zwischen Rastplaetzen und der Gegend in der sich Besucher aufhalten duerfen. Der Strassendienst hat uns jetzt schon zugesagt, dass er Mile 101 soweit mit Schneepfluegen bearbeiten wird wie wir es wollen. Dies ist der Grund wieso wir diese Barriere jetzt schon aufgebaut haben. Pfluegt uns bloss nicht die Rastplaetze fuer die Hunde….

Das zweite Photo zeigt den Blick von der ‘Besucherseite”.
Rechts im Hintergrund ist ein Teil des Aufstiegs nach Eagle Summit zu sehen. Das dunkle lange Geraet zwischen den Strohballen ist Eric’s Schlitten, den er hinter seinen Motorschlitten spannt:

Photos wie die folgenden machen es vielleicht leichter zu verstehen, wieso Musher auf Eagle Summit in einem Schneesturm vom Trail abkommen.
In diesem Photo liegt das Tal in Richtung Central unter einer Tiefnebeldecke.
Der Trail fuehrt in die nicht sichtbare Ebene und nur die umliegenden Berge sind zu sehen. 5 Teams verloren hier in 2006 ueber Nacht bei Schneetreiben und Winden von ueber 100 km/h den Trail. Sie hatten zwar in Mile 101 die Wetterwarnung gelesen, sich allerdings trotzdem auf den Weg gemacht und wurden spaeter von der US Airforce mit Blackhawk Helikoptern gerettet als sie vom Trail abkamen und schlussendlich in kleinen Hochtaelern im Tiefschnee stecken blieben.
Einer der Musher meinte: “…. und dann habe ich den Schlitten in den Wind gekippt und mich mit meinen Hunden dahinter vergraben. Wir hatten keine Ahnung mehr wo wir waren und haben einfach einen grossen Haufen aus Musher und Hunden gemacht. Ich hab sie alle von der Leine genommen und wir haben uns einfach zusammengeballt. Jeder von uns wusste worum es ging.”
Ein anderer der in 2006 geretteten Musher meinte: “Ich habe eine wirklich gute Stirnlampe, aber in dem Sturm konnte ich noch nicht mal mehr meine Leithunde sehen, geschweige denn den Trail. Als ich meinen Schlafsack aus dem Schlitten nahm hat ihn der Wind mir aus der Hand gerissen. Der Schlafsack verschwand in sekundenschnelle in der Dunkelheit. Ich konnte he nur knien. Aufrecht stehen war unmoeglich.”
Einige der geretteten Musher behaupteten spaeter, dass sie spaeter ohne Rettung zum Trail zurueckgefunden haetten falls kein Helikopter gekommen waere. Manchen haette ich dies zugetraut. Allerdings laesst sich bei 100 km/h Winden auch kein Kocher anzuenden um Schnee zu schmelzen. Wasser ist in solchen Situationen sehr wichtig.
Waehrend der Rettungsaktion in 2006 wurde laut Aussage der US Airforce von der Helikopter-Crew die staerkste Sturmboehe mit mindestens 92 m/hp (knapp 145 km/h) gemessen.
Zu dieser Zeit lagen saemtliche in den Schnee gesteckten Trailmarkierungen entlang des Passes allerdings schon flach. In diesem Photo sieht der Pass allerdings recht harmlos aus:

Spaet nachmittags mit der langsam untergehenden Sonne stand Eric auf dem hoechsten Punkt des Passes und photographiert nach Osten in Richtung Checkpoint Central. Das Tal liegt im Nebel. Die schwarzen kreisfoermigen Objekte sind Autoreifen. Es gibt hier oben nichts wo Musher ihre Hundeteams sicher anbinden koennen und der sturmverblasene Schnee auf dem felsigem Untergrund ist selten tiefer als 5 cm. Die Autoreifen sind im Boden verankert und sollen Mushern dazu dienen ihre Hunde mit einem Schneehaken zu sichern falls diese rasten oder nochmals absteigen wollen um einem anderem Musher zu helfen.
In 2009 war es Brent Sass, der nochmals zu Fuss abstieg um William Kleedehn zu helfen sein rebellierendes Team ueber den oestlichen Steilhang zum hoechsten Punkt des Berges zu bringen.
Auch er sicherte sein Team an diesem Platz, war aber nur einer der langen Liste von Mushern, die ueber die Jahre an diesem Punkt des Rennens lieber halfen als gut zu plazieren. So half auch Sebastian Schnuelle in 2007 drei Teams ueber den Steilhang.

Dieses Photo zeigt einen der fuenf Tripods, die auf Eagle Summit stehen um Mushern im Tageslicht die Navigation zu erleichtern. Sie wurden vom Yukon Quest in 2005 errichtet, nuetzen bei Schneestuermen allerdings wenig. Der lange Winter hat das dreibeinige hohe Gestell mit Eis und Schnee verkrustet.
Als Eric diesen Winter mit seinem Motorschlitten hoch zum Pass fuhr, fand er eines der Gestelle auf der Seite liegend und zum groesstem Teil mit Schnee verdeckt. Nur ein Fuss des Gestells ragte aus einer Schneewehe.
“Kannst du dir vorstellen was fuer Winde es bedarf soetwas umzukippen ?”, meinte er.
Eric will jetzt Bruchsteine an die Staender schnallen um sie vor dem Umkippen zu bewahren.
Schnee und Eis das sich auf dem Tripod abgesetzt hat ist ein Zeichen dafuer, wie schnell sich selbst gute Reflektoren, mit denen diese Staemme im Stirnlampenlicht der Musher nachts zu sehen waeren ebenfalls vereisen und unsichtbar werden.

Einige Musher kommen in Mile 101 an und sagen: “Wisst ihr, all der Mist ueber Eagle Summit, wie steil der Berg ist und wie schlimm alles ist scheint mir reichlich uebertrieben. Zugegeben, …. es ist schon ein ganz netter Huegel, aber alles andere ist weit uebertrieben.
Lasst uns alle auf gutes Wetter hoffen, denn dann ist Eagle Summit sicherlich nicht der schwierigste Teil des Rennens.
Peter Kamper ( Bilder Copyright by Eric Cosmutto )
2010 Yukon Quest Trail Blog 5
Januar 15, 2010 by admin
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Als Naechsten rufe ich also Eric Cosmutto an.
Seine unermuedliche Trailarbeit und Hilfe ist weit mehr als man von einem Freiwilligen erwarten sollte. Wenn ich mit ihm rede denke ich immer daran wie viele andere Leute unerwaehnt und unermuedlich an Trails in ihrer Nachbarschaft fuer das YQ arbeiten.
Eric arbeitet fuer die US Airforce und reist um die Welt. Was er da wirklich macht weiss ich nicht. Er laesst sich darueber auch nicht aus. Ich frage nicht. “Peter, ich werde alles fertig stellen, aber es kann sein dass ich kurz vor dem Rennen den Kontinent verlassen muss.” Ich schucke einmal trocken. Die Neuigkeiten die Mike mir 15 Minuten vorher unterbreitet hatte waren eigendlich genug fuer einen Tag gewesen. “Entweder mein Partner oder ich werden eine Woche vor dem Rennen ausfliegen muessen. Wer immer der Zweite ist wird eine Woche nach dem Start des Rennens ausfliegen.”
Ein leicht sarkastisches Lachen bleibt mir in der Kehle stecken waehrend ich versuche diese Information zu verarbeiten: “Flieg als Zweiter”. Ich komme mir mit dieser Bemerkung selbst dumm vor. “Wir haben keinen Einfluss darauf, Peter. Falls es soweit kommt werde ich einen Ersatz fuer mich finden.” Ich lache mit bitterem Nachgeschmack: “Eric,… in dem Falle haettest du jemanden vor 6 Jahren trainieren muessen.” “Carsten wird nach Mile 101 kommen,” fuege ich hinzu. “Er meinte, dass er dir mit dem Trail helfen will.” Die Beiden kennen sich wie schon erwaehnt recht gut und haben viele Meilen des YQ Trails gemeinsam zurueckgelegt. “Na dann hast du ja jemanden.”
“Mike, … so gut Carsten auch ist….”. Ich vollende den Satz nicht. Wir unterhalten uns fuer weitere 30 Minuten ueber den Trail und 101. Ich kann spueren wie weh ihm die Nachricht tut.
In ein paar Tagen werden wir wohl mehr wissen.
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Obwohl wir im Augenblick nicht mehr wirklich wissen welche Leute der alten Mannschaft zurueck kommen, bin ich sehr froh, dass wir ein paar neue Crewmitglieder aufgenommen haben. Carsten Thies kann wahrscheinlich Eric Cosmutto’s Job uebernehmen und Jesse Holmes hat genuegend Erfahrung um auf die eine oder andere Weise Mike Bowman’s Praesenz auf dem Rastplatz zu ersetzen.
Beide Jungs sind wirklich gut und haben mein Vertrauen. Allerdings kann keiner von ihnen mit Mike’s und Eric’s Erfahrung mithalten wenn es zu einer brenzligen Situation kommt. Es ist wieder einmal ein Zeichen, dass wir fuer jedes langjaehriges Mitglied des Checkpoints einen Ersatz brauchen. Dies gilt auch fuer mich. So seltsam es klingen mag, …. es ist Zeit eine juengere erfahrene Crew auszubilden. Jesse Holmes wird nur der Anfang sein.
Wir werden erst am kommendem Wochenende sehen wie sich diese Geschichte entwickeln wird.
Peter Kamper
2010 Yukon Quest Trail Blog 4
Januar 12, 2010 by admin
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Eric Cosmutto ist auch dieses Wochenende wieder nach Mile 101 gefahren und hat weiter am Yukon Quest Trail gearbeitet. Die Temperaturen lagen um -30 C, aber er zieht die lange Unterwaesche ja schon aus reiner Erfahrung an. Wirklich gute Motorschlittenfahrer koennen auch bei -40 C ihre Maschienen anwerfen, aber ich bin in dieser Hinsicht recht unerfahren.
Unser groesstes Problem in Mile 101 ist nun der wenige Schnee auf dem Trail. So schoen und schneereich die vorhergehenden Photos auch sein moegen wird der geringe Schneefall des Jahres auf hohen Bergkuppen oft weggeblasen. Eric faehrt den Trail als offizieller Trailbreaker jedes Wochenende ab um den Schnee auf dem Trail zu verdichten damit er nicht mehr weggeblasen werden kann. Die Wettervorhersage fuer die naechsten 5 Tage stellt auch keinen Schnee in Aussicht, …. nur fast konstante 30 C unter rein blauem Himmel.
Dies ist natuerlich die kaelteste Zeit des Jahres:
Nur 4 Stunden Sonnenlicht, ein Boden der bis auf einen Meter Tiefe die letzte Waerme des Sommers lange vergessen hat und ein Land, das seit ueber drei Monaten im Winterschlaf liegt. Wir hoffen auf mehr Schnee fuer die Hunde des YQ … und natuerlich auch fuer die Musher.
Echt !
Mike Bowman ist auch nicht mehr der Juengste. Er braucht eine Knieoperation. Da er ganz frueher mal Hundefuehrer in Vietnam war , wird ihm die Operation bezahlt: “Peter, morgen muss ich nach Anchorage fahren und spaetestens uebermorgen werde ich wissen wann sie mich operieren werden.” Ich stutze: “Du willst mir doch nicht sagen, dass du nicht nach 101 kommst?” “Naja, ich weiss nicht wann sie mich operieren wollen. Entweder geben sie mir noch mal eine Spritze und operieren mich nach dem Rennen oder ….. davor.”
“Und dann… ?”. - “Oh, ich komme. Sie haben mir gesagt, dass ich nach ein paar Tagen wieder laufen kann.”
Mit dem Telephon am Ohr schuettel ich den Kopf: “Ja Mike, … damit meinten die Aerzte den Weg vom Schlafzimmer zum Klo, aber sicherlich keinen Ma…. durch verwehten Schnee in Mile 101.” - “Ach, die Aerzte haben keine Ahnung wer ich bin…”, Mike klingt fast empoert. “Vielleicht muss ich dann eben mit meinem Motorschlitten rumfahren anstatt zu laufen.”
Typisch Mike, …. es gab wenig was ihn je aufgehalten hat.
Ich atme einmal tief durch: “Was zum Teufel ist mit deinem Knie los ?” “Falls ich einen falschen Schritt mache biegt sich das Knie nach hinten durch ,… und wenn ich es zuweit durchbiege kann ich das Knie fuer immer vergessen. Das ist zumindest die Ansicht der Aerzte, aber was die so erzaehlen ist eh….”
Ich frage nicht weiter sondern unterbreche ihn:
“Halt das Knie still, Alter. Wie waer’s wenn du den Check-in fuer die Musher in 101 machst. Ob du nun operiert wirst oder nicht,… am 7. Februar wirst du sitzen oder stehen aber sicherlich nicht rumlaufen.” Mike ist eher empoert. “Ja, …. aber….”, meint er.
In ‘normalen’ Checkpoints streiten sich Leute darum Musher offiziell begruessen zu duerfen. In vielen Faellen nehmen Checkpoint Managers diesen Job am liebsten selbst auf sich. Mike ist allerdings eher empoert ueber diese Idee.
“Aber ich muss doch das Rastgebiet auslegen.” “Richtig, und dies wirst du mit einem Motorschlitten unterm Hintern und einem Zeigefinger machen falls die Aerzte ein Messer ans Knie setzen.” Mike grummelt laut am Telefon. Er braucht keine Hilfe, meint er. In meiner Gegenantwort stimme ich ihm zu: “Natuerlich brauchst du uns nicht. Die Crew braucht dich, … und wenn du da draussen umfaellst bist du recht nutzlos.” Mike ist ein intelligenter Mann und versteht was ich meine. Obwohl nur ein grollendes “Hm..” ueber das Telefon zu hoeren ist weiss ich, dass er mir zustimmt.
Die meisten Musher im ‘Checkpoint 101′ werden sicherlich von ihm begruesst werden.
Jesse Holmes wird zumindest fuer 2010 in die Spuren von Mike Bowman treten.
Allerdings hat Jesse sich dieses Recht und die damit verbundene Herausforderung hart verdient.
Spaeter rief ich Eric Cosmutto an. Er arbeitet fuer die US Airforce.
Vieleicht haette ich dies nicht tuen sollen, denn auch er erzaehlte eine Geschichte die nicht in meine Idee des YQ 2010 passte…
Peter Kamper
2010 Yukon Quest Trail Blog 2
Januar 5, 2010 by admin
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Noch ca. 30 Tage bis zum Rennen, …. und vielleicht Zeit mal wieder ein ‘Update’ zu schreiben:
Unsere Crew sieht inzwischen wirklich gut aus. Eric Cosmutto, unser Trailexperte wird genauso wie Mike Bowman, unser Spezialist fuer den Rastplatz sowie Kevin Abbnet unser Funker und Elektroniker werden wieder kommen. Russ Busby, ein erfahrener Musher und mehrmaliger YQ-Veterane wird mit grosser Sicherheit auch kommen. Er hatte es sich gewuenscht, das Rennen mal aus anderer Sicht zu sehen. Auch seine Erfahrung wird uns sicherlich zu Gute kommen.
Dann erhielt ich einen lang erhofften kurzen Brief von Rainer Fischer, der schon mehrere Male als ‘Marathon Koch’ in Mile 101 mitgeholfen hat und unter anderem auch bei der Helikopter-Rettungsaktion in 2006 Musher versorgte bis uns ganz am Schluss das Futter ausging. “Wann soll ich denn auftauchen”, fragte er. Rainer war ueber die Jahre der beste und unermuedlichste Koch mit dem wir je gearbeitet hatten. Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt, wird bei uns normaler Weise fuer ca. 36 Stunden durchgehend gekocht. Eine lokale Musherin namens Goerganne Hamphton wird Rainer beisseite stehen, aber ihn zurueck zu haben ist beruhigend.
Vor drei Tagen rief mich dann auch ploetzlich noch Carsten Thies an ( http://www.carstenthies.com ), der einigen Yukon Quest fans wahrscheinlich als langjaehriger Yukon Quest Photograph und als Producer der letztjaehrig vom NDR produzierten YQ-Dokumentation ‘Im Banne des Yukon’ bekannt sein sollte. Er ist ein hervorragender Motorschlittenfahrer und hat langjaehrige Erfahrung mit dem YQ, dem Trail und auch Eagle Summit: “Wenn du Lust hast, helfe ich mit. Vielleicht kann ich Eric Cosmutto ja dabei helfen den Trail in Stand zu halten.” Ein besseres Angebot haette ich mir nicht vorstellen koennen. Damit hat Eric nicht nur einen Partner falls Dinge brenzlich werden, was wir nicht hoffen, sondern wir koennen im Notfall auch den Trail in zwei Richtungen abdecken.
Ansonsten wird auch Jesse Holmes zurueckkehren, der schon in 2009 mit uns zusammenarbeitete. Mike Bowman hatte ihn rekrutiert.
Wer das Yukon Quest Rennen jaehrlich verfolgt wird sich an 2008 erinnern koennen als der Yukon River zweimal frohr und zu einem Schlachtfeld aus Eisschollen wurde. Lance Mackey ueberholte nachts aus Versehen die Trailbreaker und folgte auf dem Eis einer Schlittenspur fuer 10 Meilen, die er fuer den YQ-Trail hielt. Als ihn die Trailbreaker einhohlten und ihm sagten, dass sie keine Ahnung hatten welchem Schlittengespann er gefolgt war, meine der Musher damals: “Wer immer das auch ist. Der Musher ist verrueckt. So einen Trail will ich nicht fahren.” Wie sich spaeter herausstellte war der Musher Jesse Holmes gewesen, der zwei Tage vor Mackey privat mit seinen Hunden den Yukon von Fairbanks aus nach Eagle nahe der Grenze zum Yukon Territory hochgemusht war um dort Freunde zu besuchen. Als wir dies aus reinem Zufall waehrend einer Plauderei in Mile 101 in 2009 erfuhren und ihm Lance’s Geschichte erzaehlten, guckte er uns verdutzt an: “Na, so schlimm war das Flusseis doch wirklich nicht.”
Jesse’s Team besteht allerdings aus gut trainierten Arbeitshunden und er musste kein Rennen fahren. “Du warst das ?” Wir haben damals schallend gelacht als wir ploetzlich die Aufloesung des ‘Raetsels um die misterioese Spur auf dem Yukon Eis’ erfuhren. Jesse guckte eher schuldig als stolz drein.
Er ist allerdings einer der Menschen hier in Alaska, die sich auch im letzten Jahrhundert in diesem Land ohne Probleme zurecht gefunden haetten. Um so besser ist es, ihn in wieder in unserer Crew zu haben.
Wenn das Rennen in Fairbanks beginnt brauchen wir immer mehr Freiwillige als wenn das Rennen in Whitehorse startet. Da wir nun ein Checkpoint mit einer vorgeschriebenen Zwangsrast von 2 Stunden fuer Musher sind, werden wir zu Zeiten bis zu 20 Teams im Checkpoint haben.
Damit wurden dieses Jahr zum groessten Teils alt-erfahrene Musher als Freiwillige eingeladen um den Rastplatz unter Kontrolle zu halten. Unser Team rundet sich mit Jan DeNapoli, einer langjaehrigen 47-jaehrigen Musherin aus Two Rivers und Mindy Juliana ab. Jan hat mehrere Male als Handler fuer YQ-Teams entlang des Trails gearbeitet und kennt fast alle Musher des Rennens.
Mindy, die schon einmal bei uns mitgeholfen hat und ein gutes Auge fuer Logistik hat wird eine kleine Landkarte an der Wand der ‘Kommunikations-Zentrale’ (einer kleinen Huette, die nur fuer offizielle Rennrichter und Tieraerzte zugaenglich ist) up-to-date halten in der alle rastenden Teams in 101 mit Standort verzeichnet sein werden.
Dies soll den Tieraerzten und Rennrichtern dabei helfen Musher schneller zu finden um alle noetigen Untersuchungen durchfuehren zu koennen.
Da ich aus Regelgruenden einen ‘Assistant Checkpoint Manager’ nennen musste, habe ich Mike Bowman dafuer ausgewaehlt, was ihn ziemlich empoerte:
“Ich will keinen Titel.” - “Mike, …. ich musste jemanden waehlen. Die Regeln verlangen dies. Tut mir Leid.” - “Falls was schief geht und jemand interviewed wird, machst du das aber, richtig ?” - “Ja, Mike, … keine Sorge.”
Nach 14 Jahren Erfahrung als Dog Drop Manager in Mile 101 und 6 Jahren entlang des Trails ist dies eigendlich auch meine Aufgabe.
Wie schon oft erwaehnt gibt es bei uns eigendlich keinen Checkpoint Manager obwohl mir der Titel zufaellt. Dieser Titel ist zwar fuer viele Checkpoints noetig, macht allerdings bei uns wenig Sinn. Die Leute die ich um Mile 101 versammelt habe sind in jeder der von ihnen gewaehlten Aufgabe weit besser als ich. Mich als ‘Manager’ aufzuspielen und zu versuchen ihnen zu erklaeren was sie alles tuen muessen, waere laecherlich.
Ich habe auch selbst einiges gelernt.
Es ist nicht leicht Mile 101 zu bemannen, aber indem ich mich nicht aufspielte und damit nicht jedem Mitglied der Crew in den Weg kam um erfahrenen Leuten als ‘Manager’ genau zu erzaehlen was sie meiner Ansicht nach zu tuen hatten, haben sich hervorragende Menschen in 101 zu einem Team verbunden.
Mehr als einer der ‘alten Garde’ von 101 hat mir ueber die Jahre gesagt: “Peter, wenn du das hier nicht leiten wuerdest, dann waere ich nicht zurueckgekommen.”
Ohne Uebertreibung ‘leite’ ich allerdings mit grosser Sicherheit die erfahrenste und am besten ausgeruesteste Checkpoint Crew des YQ.
Eines muss nochmals aufgeklaert werden:
Ich bin anscheinend vom Dogdrop Manager zum Checkpoint Manager aufgestiegen. Es ist ein Titel fuer den mir schon oft gratuliert wurde.
Ich trage wie schon oft erwaehnt diesen Titel aus einem einzigem Grund:
Musher sollten vor dem Rennen Drop Bags in Mile 101 hinterlegen koennen. Falls wir nicht zum Checkpoint geworden waeren, waere dies den Regeln nach nicht moeglich gewesen.
So hoehre ich jetzt: “Du bist doch jetzt Checkpoint Manager. Toll… Gratuliere… !!” Ich laechele dann ohne grosse Begeisterung. Die Bezeichnung ist mir eher peinlich. Mein Titel macht wirklich keinen Unterschied.
Es ist die Crew die 101 ausmacht. Ich bin es sicherlich nicht.
Wir sind einfach alle froh Drop Bags fuer Musher bereithalten zu koennen.
Im Rueckblick haben wir etwas geschaffen was der Philosophie des ersten Yukon Quest in 1984 und der Idee des eigendlichen Trails der Schlittenhunde-Brieftraeger des fruehen 20ten Jahrhunderts entlang des Yukon sehr nahe kommt: Jeder hilft entlang der Strecke. Keiner ist der Boss. Was zaehlt ist die Gastfreundschaft entlang des Trails.
Einer fuer alle, alle fuer einen, und der Erfahrungswert der Mile 101 Crew sollte jegliches Problem loesen koennen.
Auch sollte nicht vergessen werden, dass ein alterfahrener Musher nahmens John Schandelmeier, der das YQ zweimal gewann… auch zum zweiten Mal den Yukon Quest Trail auf der alaskanischen Seite legen wird.
Selbst bei schlechtem Wetter sind inzwischen die schlimmsten moeglicher Weise auftauchenden Probleme abgedeckt worden.
Es sollte also keinerlei Probleme geben obwohl diese Worte an #3 meiner persoenlichen Liste von beruehmten letzen Worten steht.
Mile 101 ist von Natur aus ein etwas unuebersichtlicher Rastplatz. Damit hatte ich Hans Oettli, den Race Marshal fuer 2010 angeschrieben und gebeten uns Rennrichter zu schicken die schon Erfahrung mit Mile 101 haben. Netter Weise antwortete er uns: “Ich werde selber kommen und als Rennrichter Thomas Tetz mitbringen.”
Herr Tetz, ein erfolgreicher YQ-Veteran und deutscher Auswanderer hat schon mehrere lange Naechte in Mile 101 als Musher und auch als Rennrichter verbracht. Hans Oettli kennt Mile 101 ebenfalls recht gut. Die Ruhe und Erfahrung die er ausstrahlt wird dem Rennen zu Gute kommen. Wir sind alle gluecklich ueber diese Wahl.
Jetzt muessen wir nur noch unsere Proviant-Liste fuer Mile 101 zusammenstellen.
Obwohl neusten Meldungen nach nur 27 Musher am YQ teilnehmen werden (man weiss ja nie), sieht die um den Sieg kaempfende Gruppe des YQ recht interessant aus.
Allerdings wird auch das YQ 300 einige Stunden nach dem eigendlichem Rennen in Fairbanks beginnen.
Das YQ 300 ist ein Qualifikatons-Rennen fuer den Iditarod und das YQ. Das 450 km Rennen, das in 2010 ueber Rosebud, Boulder und Eagle Summit fuehrt ist abgesehen vom CD300 ohne Zweifel eines der haertesten Qualifikations-Rennen fuer den ID und YQ. Dies gilt zumindest fuer die graden Jahre (2008/2010) in denen es in Alaska stattfindet.
Wir als Crew freuen uns drauf.
Junge Musher die versuchen in einem solchem Qualifikationsrennen herauszufinden was sie und ihre Hunde - das Team - handhaben koennen, sind fuer uns oft weit interessanter als Leute wie Mackey und Gatt.
Die Crew freut sich wirklich auf’s YQ 300 und die Teams des Rennens.
Dazu werde ich allerdings erst spaeter mehr schreiben.
Bis dann,
Peter
2010 Yukon Quest Trail Blog 1
Januar 5, 2010 by admin
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2009 war erstaunlicher Weise das erste Jahr in dem wir vom Yukon Quest anerkannt wurden.
Zuerst wurden wir als Dogdrop wie immer missachtet, aber eine neue ‘Race Coordinatorin’ namens Josea Busby war fuer das Rennen gewaehlt worden und wollte mit mir ueber den Dogdrop reden. Na, das konnte ja spannend werden….
Da wir eh ein 101-Treffen geplant hatten wurde sie von der Crew zu einem Treffen in ‘Ivory Jacks’ eingeladen. ‘Ivory Jacks’ ist eine Bar/Restaurant im Gloldstream Valley nahe Fairbanks. Die Besitzer haben Mile 101 jaehrlich seit ueber einem Jahrzehnt mit Proviant versorgt.
Josea war die erste ‘offizielle’ Person des YQ die anscheinend dachte, dass Mile 101 wirklich etwas Hilfe brauchen koennte. Es war fuer uns recht ungewohnt, gefragt zu werden was wir in 101 brauchen. Mit wachsender Begeisterung bot sie uns Generatoren, Oefen, Ofenrohre und aehnliches an. Eigendlich hatten wir zu ihrem Erstaunen fast alles was wir brauchten.
Als sie schlussendlich anbot eine Gruppe Freiwilliger zusammenzustellen die uns abloesen koennte falls wir muede werden wurde es uns fast ungemuetlich. Eine Abloesung brauchten wir nicht. Einige von uns waren dem Angebot gegenueber sogar etwas misstrauisch. Abloesung ? In Mile 101 … ? Wie bitte Wir waehlen unsere eigene Crew.
Wir brauchten Benzin, Holzoefen um die alten Oeloefen auszuwechseln, Markierungsstoecke um den Trail zu markieren und mehr Proviant.
“Werde mal sehen was ich tuen kann”, meinte die erstaunlich junge Dame, die in einem alaskanischem Goldgraeberdorf namens Chicken aufgewachsen war. Wir waren beeindruckt, … und eigendlich gab es wenig was uns beeindrucken konnte.
Am Schluss bekamen wir fast alles wonach wir gefragt hatten, ausser natuerlich dem gefragten Proviant. Dies allerdings lag nicht an der Dame die ihr bestes getan hatte um uns zu versorgen. Wir hatten ja auch immer noch ‘Iory Jacks’.
Am Abend in Ivory Jacks brachte Mike Bowman schlussendlich eine unschuldige Frage auf, die uns spaeter retten wuerde: “Wir haben Generatoren, aber eine grosse elektrische Kaffee-Maschiene, …. so was wie Restaurants haben, das waere toll.” Er zuckte mit den Schultern und fuegte unschuldig hinzu:” Hey, … keiner von uns wird viel schlafen und fast alle Musher trinken Kaffee.”
Josea Busby notierte den Gedanken der uns schlussendlich waehrend des 2009 Rennens ueber eine lange sorgenvolle Nacht wachhalten wuerde.
Wieder einmal war es dann Eric Cosmutto, der mit seinem Motorschlitten auf Eagle Summit fuhr um die ‘verlorenen’ Musher des 2009 Rennens vor Tagesanbruch zu finden. Zum ersten Mal hatte uns das YQ allerdings Benzin fuer Motorschlitten und Generatoren geliefert.
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Ich habe 14 Jahre als ‘Dogdrop-Manager in Mile 101 verbracht.
Viele Jungs der alten Crew sind fast vergessen. Nur Kevin und ich sind uebrig.
Monte war frueher mal unser erster Motorschlittenfahrer. Keiner erwartete 1999 von uns, dass wir einen erfahrenen Motorschlittenfahrer parat zu haben. Monte war Schritt fuer Schritt genauso verlaesslich wie es heutzutage Eric Cosmutto ist, hatte allerdings damals noch nicht die extrem teuren Motorschlitten zur Hand, die uns heute zur Verfuegung stehen. Er war der erste professionelle ‘Mile 101 Trailbreaker’.
Heutzutage hat Monte drei junge Soehne und ist ‘Trucker’ auf dem Dalton Highway…, der Schotterstrasse die zu den noerdlich der Brooks Range liegenden Oelfeldern fuehrt. Es ist ein gefaehrlicher Job der viel Geld einbringt. Geld, das ein grosse Familie braucht. Eric uebernahm damals Monte’s job in 101.
Dann sollte noch Woody erwaehnt werden, der uns frueher immer zum Lachen bringen konnte und die Parkplaetze fuer Teams ausgelegt hat. Er ist heutzutage Lehrer in einem kleinem Indianerdorf am unterem Yukon und fuehlt sich dort wohl. Mike uebernahm seinen Job.
101 wurde durch viele gute Leute zu dem was es geworden ist. Die Tradition des ‘Chief of Trail’ oder des ‘Dog Lot Manager’ wurde vor ueber einem Jahrzehnt erfunden.
Nicht von mir…., sondern von Leuten die mit mir nach 101 fuhren um Mushern und ihren Hunden zu helfen.
Inzwischen haben sich ueber die Jahre ungefaehr 7 Race Marshals, 5 Haupttieraerzte und eine Menge anderer Tieraerzte und Rennrichter an ‘101′ gewoehnt.
Es gab fuer mich in den letzten Jahren ausser ein paar ehrlichen Handschlaegen nicht viel zu tuen. Mike Bowman hat schon seit 5 Jahren den ‘Parkplatz’ fuer die Teams unter Kontrolle der einstmals Woody’s Stolz war.
Eric kuemmert sich um den Trail den frueher einmal Monte auf sich nahm.
Kevin ist wie immer unser ‘Computer-Geek’. Es ist eine Bezeichnung auf die der Physiker und Programmierer von der Uni in Fairbanks stolz ist. Jegliche offizielle Kommunikation mit dem Rest der Welt geht ueber ihn.
Die von mir zusammengestellte Crew imponierte mir mit dem Gefuehl meiner eigenen Ueberfluessigkeit.
Viel wichtiger ist allerdings, dass die Rennrichter und Tieraerzter mit uns vertraut sind und uns vertrauen.
Peter Kamper
2009 Yukon Quest Trail Blog 6
Februar 10, 2009 by admin
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Am Abend bekomme ich eine E-Mail von Eric Cosmutto, der im Augenblick an unserem Dogdrop Mile 101 arbeitet: “Hi Boss, da oben ist alles klar. Ich habe nochmals eine Ladung Feuerholz entlang der Strasse geschlagen und der Trail zwischen Rosebud und Eagle Summit ist ok.”
Es wird mir ploetzlich klar, dass ich zwischen meinen ‘Welpen an der Leine’ (Video), Twin Bears fuer’s Junior Quest und Dog Drop Mile 101 einen viel zu grossen Bissen im Maul habe. Ich bin ploetzlich ein bischen unsicher. ‘Worauf habe ich mich eingelassen ?’
Nachdem ich die E-Mail lese rufe ich Eric an. Das Telephon klingelt und er nimmt ab. Eine Stimme sagt: “Iditarod Headquarters. Mit wem wollen sie verbunden werden ?” Natuerlich kann Eric auf seinem Handy sehen, wer anruft. Ich habe keine intelligente Antwort auf seinen Witz, schwoere mir allerdings meine gerechte Rache spaeter zu nehmen. “Wie sieht’s in Mile 101 aus?”, frage ich. “Hey, Boss…, ach du bist es.” Der verdammte alte Hase zeigt sich unschuldig: “Der Trail ist ok und wir sollten fast genug Holz haben um alle Huetten waehrend des Quest zu beheizen.”- “Echt ?”, frage ich. “…. falls Temperaturen nicht auf -40 C sinken werden,” fuegt er hinzu. Ich weiss, dass Mike Bowman eine Woche vor dem ersten Musher Mile 101 ‘eroeffnen’ wird und mehr Holz schlagen kann.
Wir lassen Scherze beiseite und reden ueber Tatsachen: “Ich hatte letztes Wochenende ein Rudel von zumindest 12 Woelfen um die Mile 101 Huetten. Du kannst nicht glauben, wie toll sich das Geheul angehoehrt hat,” meint Eric. Ich runzelte die Stirn: “Was machen die denn da oben ohne Baum und Strauch ?” - “Den Trail, den ich fuer’s YQ gesetzt habe wird im Augenblick von den Karibous benutzt.
Wir haben mehrere kleine Karibou-Herden in den Bergen um 101. Die Woelfe sind ihnen gefolgt und sind am jagen. Den Spuren nach ist es ein recht starkes Wolfsrudel.” Ich beneide ihn ein bischen, aber mit all der Arbeit, die er entlang des Trails leistet, hat er sich seine Erlebisse verdient. Natuerlich folgen die Rudel den Karibous um die schwaechsten Tiere der Herden zu verzehren. Es ist die natuerlichste Sache der Welt. ‘Homo sapiens’ hat es fuer Jahrtausende genauso gemacht.
Ich erklaere Eric, dass ich auch kommendes Wochenende NICHT nach ‘Mile 101′ kommen kann um ihm zu helfen, da ich den ‘Twin Bears Checkpoint’ fuer das Junior Quest leite. “Alles ist in guter Hand,” versichert er mir. Er wird allerdings nochmals den Trail zwischen Eagle Summit und Rosebud Summit abfahren.
Waehrend ich schreibe, muss ich lachen. Als ich in 1995 zum ersten Mal ‘Dogdrop-Manager’ war, hatte ich einen kleinen Datsun, der es ueber 160 km kaum durch den neugefallenen Schnee bis nach Mile 101 schaffte. Meine damalige Partnerin und ich stapften mit unserer 5-jaehrigen Tochter auf meinen Schultern ueber 100 Meter durch den typischen Wind der Gegend zur Huette, die damals ‘Mile 101′ war. Gluecklicher Weise hatte jemand Feuerholz hinterlassen…
Heute habe ich Maenner wie Eric Cosmutto, Mike Bowman, Kevin Abnett und Brad Brooks an meiner Seite. Sie sind nach all den Jahren Veteranen des Rennens die den Dogdrop sicherlich ohne mich handhaben koennen…..
Peter Kamper
Yukon Quest Trail Blog 1
Februar 12, 2008 by admin
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In der kleinen Turnhalle der Schule des Ortes Circle herrscht Stille und nur zwei Neonleuchten beleuchten den Raum in dem viele Leute ihre Schlafsaecke ausgelegt haben. Man zahlt 25 $ fuer eine Uebernachtung und eine Dusche. Das Geld wird benutzt um den Kindern Schultouren zu ermoeglichen. Internet gibt es hier kostenlos und es gibt mehrere Tische an denen man arbeiten kann.
Die kleine Kueche in der man Essen kaufen kann ist seit 2 Stunden geschlossen. Ann Ledwige (Musher) kam grade herein und wunderte sich wo man etwas zu essen bekommen kann. Essen gibt es hier allerdings um 22 Uhr nicht. Sie ist etwas aergerlich, versucht es sich aber nicht anmerken zu lassen und muss nun eine der gefrohrenen Mahlzeiten in ihrem Schlitten auftauen.
Im Dogdrop Mile 101 finden wir es als voellig selbstverstaendlich, dass wir Essen bieten. Wir tuen es kostenlos. In einem Checkpoint sollte Essen eigendlich fuer 24 Stunden am Tag erhaeltlich sein, selbst wenn man Geld dafuer verlangt. Seltsam…..
Ich sitze hier, brauche nach den zwei langen Naechten in Mile 101 sicherlich eine Dusche, bin aber nicht der Einzige, der wie ein Raubkater stinkt. Ich werde noch warten bis fast jeder schlaeft und dann viel Wasser verschwenden.
Die Frage ist, wann und welche Teile meiner Kleidung ich wechseln soll. Eine Waschmaschiene ist moeglicher Weise in Dawson City in Aussicht und ich lebe aus meinem Rucksack mit drei Salamis, etwas Gauda-Kaese (oder was die Amerikaner unter Gauda verstehen) drei inzwischen angetrockneten Baquettes und zwar warmen, aber wenigen Kleidungsstuecken.
Es ist ein langer Trail und trotzdem muss alles in einen Rucksack passen.
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Ich werde hier versuchen ein bischen vom Trail zu berichten und ein paar Gedanken zu teilen waehrend ich Videos schiesse und den Mushern bis Whitehorse folge.
Falls ich irgendwelche interessante Neuigkeiten habe, werde ich diese versuchen weiter zu geben, an sonsten sind auch Fragen willkommen.
Da ich allerdings Videos fuer die Yukon Quest Webseite schiessen soll, wird dies natuerlich meine Prioritaet sein.
Viel Spass,
Peter
Mile 101 Blog X
Februar 12, 2008 by admin
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Hallo,
tja…., erstens kommt es anders… und zweitens ‘als man denkt.’
Wir hatten durch irgendein questpolitisches Missverstaendnis keinerlei Internet in Mile 101. Ich will nicht lange drueber reden, aber irgendwo gab es bei den Kostenverhandlungen am letzten Tag Missverstaendnisse und ich bin natuerlich etwas sauer.
Bevor ich hier aber anfange mit dem Finger auf Leute zu zeigen entschuldige ich mich besser einfach. Ziemlich traurig, dass das Blog einen Tag vor dem Rennen endete.
Es ist dort oben viel passiert und wie jedes Jahr hat Eagle Summit seinen Preis gefordert.
Wir hatten einen gemuetlichen letzten Abend mit Mushern wie Frank Turner, Paul Geoffrion und Bruce Milne, aber in gewisser Hinsicht herrschte eine etwas traurige Stimmung.
Frank Turner sagte, dass dies nun entgueltig das Ende seiner Yukon Quest Karriere sein wird.
Paul Geoffrion wird seine Hunde und seine Farm verkaufen. Er ist ein Zahnarzt, der ein Segelboot in Kalifornien besitzt. Nachdem er alle seine Hunde und sein Haus verkauft hat, will er sich ein Harley Motorrad kaufen und damit nach Kalifornien fahren. Er hat die Nase voll.
Bruce Milne wird genau wie Frank Turner seine Hunde behalten.Er ist das Rennen 5 Mal gefahren und hat es viermal beendet. Zurueckkommen wird er auch nicht mehr. Zu teuer…..
Die Aufgabe der Musher war fuer mich erstaunlich. Des war meiner Ansicht nach nicht der Berg selbst. Immerhin ist dieser von der 101 Seite nicht sehr steil, sondern eher mit King Solomons Dome kurz nach Dawson zu vergleichen. Es war der Wind, der den Hunden am Hang direkt ins Gesicht bliess. Selbst diese Erklaerung erscheint mir fuer ein Yukon Quest Team nicht glaubwuerdig genug. War es vielleicht der Neumond ?
Frank Turner gab auf ohne aus Mile 101 herauszufahren.
Er beendete das Rennen in 101 mit einem sehr jungem Team, nicht seine Hunde.
Dies war auch das Erstaunliche bei den meisten anderen Mushern die den Berg angingen und von Eagle Summit zurueckkamen. Paul Geoffrions Hunde klaefften, jaulten und sprangen in ihrem Geschirr herum als er spaet abends zurueck nach 101 kam. Bruce Milne’s Hunde gingen erst Mal nicht schlafen als er sie nach seiner Rueckkehr ins Stroh bettete.
Die zurueckkehrenden Teams verweigerten am Berg einfach ihren Dienst und was immer es war, …. es war den Mushern die ihre Hunde kannten genauso schleierhaft wie mir. 14 gute Hunde sollten mit dem sanftem Anstieg auf den Gipfel keinerlei Probleme haben.
Als wir Mile 101 nach einer langen Nacht mit einem grossem Heilbut-Essen aufraeumten, hatten 6 Musher, ein Viertel der 24 Teams, das Rennen aufgegeben.
Ich habe weit schlimmeres Wetter an diesem Dogdrop gesehen. Abgesehen davon darf man nicht vergessen, dass all diese Teams erst 160 recht einfache Kilometer des 1600 km Trails hinter sich hatten, da die Hunde vom Checkpoint Chena HotSprings zu uns gefahren worden sind anstatt zu laufen.
Waren es die kalten Temperaturen ?
Der Gegenwind ?
Generellle Befehlsverweigerung (und dies war es was die meisten Teams auf dem Weg zum Eagle Summit betrieben) hat immer einen Grund.
Ich weiss es wirklich nicht.
Sebastian Schnuelle folgt dieses Jahr dem Rennen als Berater fuer eine Film-Crew und wir haben hier in Circle fuer ein paar Minuten zusammen gesessen. Er meinte:”
Es liegt alles im Kopf. Wenn die Musher keine richtige Laune haben, spueren dies die Hunde und verlieren auch die Lust.”
Ich bin sicher, dass dies ein Teil ist. Die Temperaturen haben bei den Mushern und Hunden ebenfalls eine grosse Rolle gespielt.
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Wir hatten Mile 101 gegen 3 Uhr Sonntags komplett aufgeraeumtm wonach ich gleich nach Circle fuhr.
Ich werde spaetestens morgen noch ein paar gute Videos von 101 ins Internet stellen, bin aber todmuede und werde entlang des Trails sicherlich keine Zeit mehr finden die Geschichten von dort nachzuschreiben.
Vielleicht werden einige der Videos zumindest eine Idee dessen geben, was dort passiert ist.
Vielen Dank an meinen alten Freund Rainer Fischer, der aus Deutschland kam um Mal wieder Hauptkoch fuer Teams und Musher, Rennrichter und uns Freiwillige fuer die hektischsten 24 Stunden des Rennens in Mile 101 zu sein. Die Crew hat sich ebenfalls wirklich toll bewaehrt. Dafuer, dass wir alle eigendlich nie ein Rennen gestartet haben ging alles wirklich hervorragend gut und wir bekamen sogar ein grosses Lob vom Rennmarshall, der mit soetwas eher sparsam ist.
Mile 101 Blog 38
Februar 9, 2008 by admin
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Na, …. das wird eine Fete werden….
Da, wie Normann schon berichtete, die Hunde nicht ueber Rosebud und Boulder Summit laufen sollen, wird dieses Jahr ein offizieller zweiter Rennstart in Mile 101 abgehalten werden.
Die Hunde werden zwei Stunden in Chena Hotsprings zwangsrasten muessen (die uebliche in den Regeln vorgeschriebene Zwangsrast). Danach haben die Musher 5 Stunden um die ca. dreistuendige Fahrt nach Mile 101 hinter sich zu legen. Dann duerfen sie in der selben Reihenfolge mit den gehabten Zeitabstaenden 7 Stunden nach ihrem Eintreffen im Checkpoint Chena Hotsprings in Mile 101 wieder losfahren.
Ich kann mir jetzt schon vorstellen, was das fuer einen Rummel geben wird.
Die Musher werden wahrscheinlich Chena Hotsprings in Rekordzeit erreichen, da ihre Hunde danach wie gesagt insgesamt 7 Stunden rasten muessen.
Neue Rekordzeiten des Rennens werden nach dieser Entscheidung natuerlich nicht wirklich gelten.
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Fuer uns wird diese Situation eigendlich Spass werden, da wir nicht wie sonst einen riesigen Rastplatz zu versorgen haben und die Hunde ausser zur Fuetterung in den warmen strohgefuellten Truck-Kojen ihrer Musher bleiben.
Wir schaetzen, dass die ersten Musher aus Mile 101 gegen 4 Uhr morgens Sonntag Alaskazeit losfahren duerfen.(14 Uhr MEZ).
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Ich war grade ungefaehr eine Stunde mit den Mitgliedern des Dogdrops am Telephon. Die Strohballen, die Hunde fuer ihre Rast nun nicht brauchen, werden eine hervorragende Startlinie ergeben. Wir werden immer noch heisses Wasser fuer die Hunde liefern und natuerlich kochen. (Rainer Fischer, unser Meisterkoch von 2006 ist dieses Jahr als Mitglied zurueckgekehrt.)
Im Prinzip war der ‘Res-Start’ eine vernuenftige Entscheidung, speziell da der Trail am Fuss des Birch Creek vor 101 auch streckenweise aus Eis bestand.
Wir werden einen grossen Ofen zum aufwaermen neben der Startlinie errichten damit sich jeder aufwaermen kann.
Der Rennmanager erschien erst besorgt aber dann uebergluecklich als ich ihm erklaerte, dass wir eigendlich keine Probleme sehen. Dies sollte eigendlich alles recht reibungslos ablaufen. Unser Problem wird es nun sein Trucks anstatt Hundeteams zu parken.
Oeffter Mal was neues.
Peter



