Mile 101 Blog 32

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Kevin und ich wollten morgen nach Mile 101 fahren.
Im Augenblick zeigt das Thermometer allerdings -41 C und dem Wetterbericht nach werden nordwestlich von Fairbanks morgen ca. -50 C erreicht werden.
Kevin rief mich heute abend an:
“ Ich hatte echte Probleme heute morgen meinen Wagen zu starten.“ Den Rest liess er in der Luft haengen. Der Dogdrop, fast 60 km vom naechsten Ort (Central) entfernt, ist nicht unbedingt der schoenste Platz um bei heftigen Minustemperaturen stecken zu bleiben.
Plastikkabel brechen und selbst die biegsamen Kupferrohre (Heizoel fuer zwei Oefen im Dogdrop) die ich austauschen wollte, brechen weit schneller als sie sich biegen lassen. In manchen Autos splittern bei solchen Temperaturen die Ueberzuege der Fahrersitze wenn man sich drauf setzt.
„Wenn wir dort die Nacht ueber ohne Strom verbringen werde ich den Truck in solchen Temperaturen am Morgen wahrscheinlich nicht starten koennen, aber ich kann Holzkohle bringen um den Motor anzuwaermen.“
Nun ja, es waere nicht das erste hartgefrohrene Salami-Broetchen an dem ich genagt habe, aber die Idee von -50C interessiert mich wenig.
„Hast du am Donnerstag noch Zeit ?“, frage ich. „Viel haerter kann es ja eigendlich nicht werden. Wieso warten wir nicht mal 24 Stunden ?“
Die Erleichterung in seiner Stimme ist leicht herauszuhoehren: “ Ja, … eigendlich waere ich auch dafuer.“
Die Temperaturen langsam dem Wochenende zu steigen. Auch ich bin erleichtert. Wir werden am Donnerstag hochfahren.
Temperaturen waehrend des Starts des Rennens sollen Wettervorhersagen um -25C liegen. Um den grossen Unterschied zwischen -40 C und -25 C zu verstehen, muss man ihn wohl erlebt haben.
-25 C laesst sich handhaben,…. 40 C bedarf weit hoeherer Aufmerksamkeit und Disziplin, denn Erfriehrungen sind lange nicht so leicht zu spueren wie Kaelte, trocknet Hunde wie Musher mit jedem Atemzug aus …..und kann eventuell toedliche Folgen (oder Amputationen) fuer diejenigen nach sich ziehen, die einsetzende Anzeichen von Erfrierung oder Dehydration nicht rechtzeitig deuten oder keine Moeglichkeiten haben diese zu Beheben.
Nein, …. ich uebertreibe nicht. Leider…. !
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Auch ich habe Carsten Thies‘ Artikel auf der offiziellen deutschen Webseite gesehen und kenne die meisten Leute seiner Crew. Allerdings kenne ich keinen der Gruppe so gut wie Carsten, der mit mir zusammen in 2003 das Yukon Quest Photoalbum gruendete und seitdem darauf aufgebaut hat.
Damals hatte er nur eine einzige gute Photokamera und lieferte hervorragende Bilder.
Nicht nur ist er in den letzten 5 Jahren in photographischer Hinsicht gewachsen, sondern hat auch nun eine hervorragende Crew um sich gesammelt.
Carsten wird dieses Jahr wahrscheinlich versuchen, den Trail zwischen Circle City und Dawson mit seinem Motorschlitten abzufahren. Er ist ein hervorragender Motorschlittenfahrer und ich freue mich jetzt schon auf die Photos, die er vom Trail zurueckbringen wird.

(Ende Teil 1)

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